BDEF - REPORT

Der BDEF-REPORT  6/2007 in Ausschnitten:

Sie können den BDEF-REPORT (mit Bildern) auch direkt bekommen. Soweit Sie nicht Mitglied eines unserer Mitgliedsvereine sind, werden Sie "Einzelmitglied" im BDEF! Bei einem Jahresbeitrag von nur 40.- Euro erhalten Sie neben dem REPORT und sonstigen Informationen auch ein Exemplar des jährlich erscheinenden BDEF-Jahrbuches.
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Ältere Rundschreiben finden Sie unter "Dies und Das"

Inhalt:

Editorial

Echtdampf-Hallentreffen Sinsheim 2008

Neuausgabe BDEF-Mitgliedsausweise

Bester Großstadt-Bahnhof 2007: Berlin Hauptbahnhof

AKF – der Arbeitskreis Frauen im BDEF

Bester Kleinstadt-Bahnhof 2007: Landsberg am Lech

Märklin-Modellbahntage 2007

Planungshilfe für Modulbauer in Nenngröße 0

50 Jahre Modelleisenbahnclub Kiel e.V.

Mehr Bahn wagen – Güterbahnen im Aufschwung

25 Jahre: Modelleisenbahnfreunde Mühldorf

DB übernimmt modernen Großhacker

Epoche VI und die Geschichte von den Eisenbahn-Epochen

NOCH Katalog 2008 online

Wieder da: Günther Modellbahntechnik

Unsere besten Wünsche . . .

Modellbahnausstellung und Bauordnungsrecht

 

Editorial

Liebe Eisenbahn- und Modellbahnfreunde und -freundinnen!

Leider ist es im Leben häufig so, dass die guten Ideen ganz nahe liegend sind, und man dennoch sehr lange Zeit daran vorbeiläuft, ohne sie zu erkennen. Wenn man sie dann aber endlich gefunden hat und in die Realität umsetzten kann wird das Erlebnis umso heftiger. Wir erleben zurzeit die Freude, eine Idee umzusetzen, die man eigentlich schon vor vielen Jahren hätte haben können, aber wahrscheinlich liefen wir alle stets daran vorbei.
Schon seit einigen Monaten befassen wir uns mit dem Thema, warum eigentlich so wenige Frauen in unserem so schönen Hobby zu finden sind. Wir meinen dabei Frauen, die wirklich Eisenbahnfreundinnen oder Modelleisenbahnerinnen sind und nicht die durchaus große Anzahl von Frauen in den Modelleisenbahnclubs, die dort die statistische Mitgliederzahl erhöhen, ohne selbst an die Modelleisenbahn zu dürfen.
Während in der Wirtschaft längst die „Eignung“ von Frauen für technische Berufe anerkannt ist und die technischen Fakultäten an den Universitäten beachtenswert hohe Frauenanteile genießen, finden sich in Fachzeitschriften für Eisenbahnfreunde Firmen-Anzeigen mit der Kopfzeile „Modellbahn ist Männersache!“. 
Was gibt Männern eigentlich das Recht, ein Hobby, das anerkannt viel schöpferisches Handeln erfordert und als besonders kreativ und erfüllend gilt, der Hälfte der Bevölkerung vorzuenthalten?
Es war uns zwar bekannt, dass es mehr Modellbahnerinnen und Eisenbahnfreundinnen gibt, als man schlechthin annimmt, diese sich aber kaum offenbaren. Sie betreiben das Hobby sozusagen im Untergrund. 
Warum dies so ist? Wir wissen es unterdessen – weil Frauen die das Hobby Eisenbahn haben von vielen Männern einfach dumm angemacht werden und als nicht voll genommen werden. Dies darf nicht so weitergehen!
Der BDEF hat sich entschlossen – und das ist die gute Idee! - einen Arbeitskreis Frauen zu installieren, der allen Frauen die besonders schönen Seiten unserer Hobbys näher bringen will. 
Da wir Männer uns allem Anschein damit – vereinzelt noch – ein wenig schwer tun, freut es uns umso mehr, eine echte Vollblut-Modelleisenbahnerin gefunden zu haben, die den Arbeitskreis Frauen des BDEF leitet und damit den „richtigen Ton“ finden wird. Wir begrüßen in unseren Reihen Frau Heidi Wolf als Leiterin des AKF – und mit ihr alle Frauen, die schon unser Hobby teilen, oder es in Zukunft teilen werden.

Herzlich willkommen Eisenbahnfreundinnen und Modellbahnerinnen! Wir freuen uns auf Sie alle und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit, wie sie im 21. Jahrhundert normal sein sollte..

Mit herzlichen Grüßen

Gerhard A. Bayer, 
BDEF-Vorsitzender 

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Neuausgabe BDEF-Mitgliedsausweise

Die neuen Ausweise im Scheckkartenformat werden Anfang 2008 nach über zwei Jahren ungültig, so dass wir Ihnen neue Mitgliedsausweise ausstellen werden, wieder mit einer Gültigkeitsdauer von 27 Monaten und somit bis März 2010 gültig. 
Wie bisher wird es zwei unterschiedliche Ausführungen geben: 
Variante 1: Eingetragen sind der Name und die Mitgliedsnummer der Mitgliedsvereinigung.
Variante 2: Wie Variante 1, jedoch zusätzlich mit dem Namen des Inhabers und – falls bereitgestellt – seine Mitgliedsnummer innerhalb des Vereins. 
Beide Varianten werden auf der Rückseite durch den Inhaber unterschrieben.
Der persönliche Ausweis mit Name (und Mitgliedsnummer) erspart den Mitgliedsvereinen die Anfertigung eigener Mitgliedsausweise. Diese Ausführung können wir jedoch nur anbieten, wenn Sie uns bis spätestens 21.12.2007 eine Liste Ihrer Mitglieder mit NAME und VORNAME übergeben. Diese „Liste“ soll auf jeden Fall als Datensatz übergeben werden. Die Formate .xls (Excel), .doc (Word), .dbf (dBase), .eml (e-Mail), .txt, .rtf, .pdf und .ps, sowie .html (Internet) können verarbeitet werden. Nicht akzeptieren können wir Schreibmaschinenseiten oder Bilddateien (jpg, gif, bmp usw.). Bitte senden Sie uns eine e-Mail an bdef@bdef.de oder senden Sie an die Geschäftsstelle einen Datenträger (Diskette oder CD-ROM).
Vereine, die bis zum 21.12.2007 keine Namensliste abgegeben haben, erhalten Anfang 2008 automatisch die entsprechende Anzahl nicht-personalisierter Ausweise. Einzelmitglieder des Verbandes erhalten unaufgefordert einen Ausweis mit Ihrem Namen.
Selbstverständlich sind die neuen Ausweise für die Mitgliedsvereinigungen kostenlos!

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AKF – der Arbeitskreis Frauen im BDEF

Der BDEF gründet als erster Eisenbahner und Modellbahner Verband in Europa einen Arbeitskreis für Frauen. 

Bereits seit einigen Jahren ziehen Frauen verstärkt in technischen Berufen ein. So gibt es bereits heute Frauen, die den, einst von Jungen und Männern sehr begehrten, Beruf des Lokführers ausüben. Heute leitet eine Frau die Produktion im Lokomotivbau bei Bombardier in Kassel, eine andere Frau leitet ein Ausbesserungswerk der DBAG, eine andere leitet ein Bahnbetriebswerk und wieder andere steuern einen ICE im grenzüberschreitenden Verkehr. 
Nach wie vor sind diese Frauen in der Minderheit, aber dennoch ist ein deutlicher Trend zu erkennen, nach dem sich mehr und mehr Frauen mit technischen Berufen und Hobbys auseinander setzen und diese ausüben.
Unbeachtet oder gar verspottet von männlichen Hobbykollegen, gibt es auch Frauen, die sich mit dem Hobby Eisenbahn und Modellbahn beschäftigen und diese, trotz Widerstände durch gesellschaftlich veraltete Einstellungen, engagiert betreiben.
In Vereinen gibt es zwar zahlreiche weibliche Mitglieder, jedoch sind diese oftmals nur zahlende Mitglieder, die kaum am aktiven Treiben der Vereine mitwirken. Oft sind Frauen beim „Schrauben“ an historischen Lokomotiven, beim Planen und Bau von Clubanlagen oder anderen technischen Dingen ausgeschlossen. Ihre Aufgaben bestehen meist nur im Catering, Fahr- oder Eintrittskartenverkauf. Nur selten findet man Frauen die an der Clubanlage Betrieb machen, eine historische Lokomotive steuern oder auf einer Dampflok als Heizerin mitfahren. 
Aber dennoch gibt es diese Frauen. Frauen die engagiert – und fachlich kompetent – ihr Hobby Eisenbahn oder Modellbahn betreiben. Bekannte Beispiele sind u.a. die Mönchengladbacher Lokführerin Barbara-Birgit Pirch und die Modellbahnerin Heidi Wolf 
Barbara-Birgit Pirch, die sich den Traum einer eigenen Lok erfüllte. Mit eigenen privaten Mitteln kaufte die Lokführerin eine V200.1 von der DBAG. Durch die engagierte Mithilfe von Vereinsmitgliedern und Spenden arbeitete sie die V200 liebevoll auf. Heute führt Frau Pirch mit Ihrer Lok, die sie selbst steuert, zahlreiche Sonder- und Nostalgiezüge.
Auch das Deutsche Krokodil 194 158 gehört zum privaten Besitz von Frau Pirch.
Ein weiteres Beispiel ist Heidi Wolf, die ohne männliche Unterstützung mit der Planung und den Bau des Eisenacher Hauptbahnhofs nach Originalplänen im Modell 1:160 (Spur N) begonnen hat und vielen Modellbahnern durch ihre Internetpräsentation vom Modell und Vorbild bekannt ist.
So wie diese beiden, gibt es zahlreiche Frauen, die sich mit den Hobbys Eisenbahn und Modellbahn beschäftigen. Da sich Frauen oft von den männlichen Kollegen wenig ernstgenommen fühlen und z.B. beim gemeinsamen Bau einer Modellbahnanlage lediglich untergeordnete Aufgaben, wie das Aufstellen von Figuren wahrnehmen dürfen, betreiben sie ihr Hobby eher im Verborgen. Nur sehr selten findet man diese Frauen in Vereinen, sie beteiligen sich nur selten an Diskussionsrunden zum Hobby, kaufen überwiegend Second Hand statt im Fachhandel.
Wen wundert das noch, wenn Fachhändler Frauen so bedienen, als würden sie im falschen Laden sein. Warum auch sollten Frauen Händler aufsuchen, die für jeden verständlich inserieren „Modellbahn = Männersache“, wie erst kürzlich in einer Schweizer Fachzeitschrift von einem Händler geworben wurde.
In Vereinen wird oftmals über fehlenden Nachwuchs geklagt. Doch stellt sich auch die Frage, ob der Mangel an Nachwuchs nicht ein „hausgemachtes Problem“ der von Männern dominierten Eisenbahner- und Modellbahner-Szene ist, wenn durch solche Haltungen interessierte potenzielle Mitglieder buchstäblich verjagt werden. 
Diese Entwicklung sowie den Trend der Frauen hat auch der BDEF-Vorstand erkannt und auf Initiative einiger Mitglieder des erweiterten Vorstandes reagiert. Als erster europäischer Eisenbahner und Modellbahner Verband gründete der BDEF, mit Beschluss der Vorstandssitzung vom 08. September 2007 in Ilmenau, einen neuen Arbeitskreis, den AKF, einen Arbeitskreis von Frauen für Frauen. Mit der Leitung des AKF wurde Heidi Wolf, die vielen Eisenbahnern und Modellbahnern seit Jahren durch ihre Internetseite als „Bahnfrau Heidi“ bekannt ist.
Die Wahl fiel auf Frau Wolf, da diese sich bereits seit über 30 Jahren mit dem Hobby Eisenbahn sowie der Modellbahn beschäftigt und sich hier besonders auch in den letzten 8 Jahren öffentlich für die Belange der Frauen eingesetzt hatte. Gemeinsam mit Bernhard Rieger (Leiter des AGBM) und Gerhard Bayer (Vorsitzender des BDEF) entwickelte Sie federführend das Konzept für den AKF. In der Funktion als Leiterin des AKF wurde Frau Wolf mit sofortiger Wirkung in den erweiterten BDEF-Vorstand berufen.
Aufgabe des AKF ist es, die Frauen für unser Hobby zu motivieren und diese für eine aktive Mitgestaltung Aktivitäten innerhalb des Verbandes und seiner Mitgliedsvereinen zu gewinnen. 
Als Ansprechpartner für Frauen soll der AKF die Interessen der Frauen beim Vorstand vertreten und die Kommunikation mit den anderen Fachreferaten herstellen und fördern. Ebenso plant der AKF die Gründung einer bundesweiten Interessengemeinschaft zu unterstützen. Auf diese Weise wird es möglich sein, Frauen bei der Planung und Realisierung von eigenen Eisenbahn oder Modellbahnprojekten fachlich zu unterstützen. 
Eine wesentliche Aufgabe des AKF wird sein, die Akzeptanz der aktiven Frauen innerhalb des Verbandes und seiner Mitgliedvereinen zu fördern und zu einem harmonischen und konstruktiven Miteinander von Bahnern und Bahnerinnen beizutragen.
Zurzeit wird im AKF eine Informationsbroschüre erstellt, die detailliert die Aktivitäten des AKF beschreibt. Diese Broschüre wird ab Mitte Dezember kostenlos verfügbar sein. Vorbestellungen können jedoch schon heute beim BDEF oder direkt bei Frau Wolf erfolgen. 
Damit der AKF effektiv arbeiten kann benötigt dieser noch einige Frauen, die Interesse haben, aktiv im AKF mitzuwirken. Wer daran interessiert ist, kann sich direkt mit Frau Heidi Wolf per Email akf@bdef.de in Verbindung setzen.

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Märklin-Modellbahntage 2007

Märklin rief zu den Modellbahntagen 2007 nach Göppingen und viele, viele kamen. Rechtzeitig vor der Bastelzeit in Herbst und Winter – nicht wie sonst im Frühjahr – fand das Fest diesmal statt.
Beginnend bereits am Freitagabend, dem 14. September 2007, waren Freunde und Kunden des Hauses Märklin eingeladen. Eröffnet wurde eine einmalige Ausstellung von Spur-0-Modellen aus der Anfangszeit der Modellbahn bis etwa 1930. Wunderschöne Bahnhöfe in Topzustand, Zubehör und Fahrzeuge aus vergangener Märklinproduktion. Höhepunkt ist eine fahrbereite 0 Anlage mit wunderschönen Märklinmodellen.
Herr Dietz begrüßte die Gäste mit Hinweisen auf die jüngste Entwicklung mit den Übernahmen von LGB und Hübner. Oberbürgermeister Guido Till betonte die enge Verbundenheit der Stadt Göppingen mit Märklin, die der gegenseitigen Befruchtung dient und viele Besucher anlockt.
Wie gewohnt gab es an den Folgetagen ein umfangreiches Programm mit mehreren Standorten, die durch einen Pendelbusverkehr erreicht wurden.
Im Märklinmuseum, der Erlebniswelt, mit den beschriebenen 0-Modellen drängten sich die Besucher beim Kauf von Sonder- und Museumswagen. Im angeschlossenen Seminarbereich wurden Seminare zur aufgerüsteten Centralstation für den Digitalbetrieb angeboten. Die Centralstation ist übersichtlicher und einfacher zu bedienen als vorher. Pendelverkehr, Blocksteuerung und das Einrichten von Fahrstraßen wurden anschaulich erläutert und anhand einer Schauanlage demonstriert. Als Abschluss wurden alle Fragen fachgerecht beantwortet. Als Tipp wurde empfohlen, abgeschlossene Programmierungen auf einem PC zu sichern. Der Anschluss ist jetzt direkt möglich. Die Sicherung vermeidet Enttäuschungen bei einem versehentlichen Reset. 
Am Bahnhof Göppingen machten legendäre Lokomotiven ihre Aufwartung, u.a. E 94, E 103, V 60, BR 01 533 der ÖGEG aus Ampflwang und BR 58 311. In der Güterhalle konnten Schauanlagen verschiedener Spurweiten besichtigt werden.
Neu war die Einbeziehung des Areals der Firma Leonhard Weiss mit der 7. Highspeed WM. Freunde des VT 98 konnten direkt vom Bahnhof Göppingen „anreisen“.
Im Stauferpark waren diesmal neben einem Freigelände zwei Zelte aufgestellt, eines für Händler, Zubehörhersteller und auch Modellbahnen wie z.B. Brawa. Ein zweites Zelt präsentierte das gesamte Märklinprogramm einschließlich LGB.
Auffallend viele Attraktionen gab es diesmal für Kinder. Spielmöglichkeiten in den Freigeländen, die bekannten Wundertüten mit Märklinartikeln, die Möglichkeit, ein Häuschen oder einen Wagen zu basteln, die Kinder jeden Alters waren eifrig dabei. Die Lok-Montage war dann eher etwas für die Väter – unter fachgerechter Anleitung durch Märklin-Mitarbeiterinnen.
Insgesamt war es ein gelungenes Fest, so das Fazit auf der Heimfahrt mit vielen Tüten im Gepäck.

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50 Jahre Modelleisenbahnclub Kiel e.V.

Der Modelleisenbahnclub Kiel e.V. feierte im September sein 50-jähriges Bestehen. Aus Anlass dieses stolzen Jubiläums hatte der Club am Wochenende, dem 22. und 23. September zu einem Tag der offenen Tür in sein Clubheim in der Pestalozzistraße geladen. 
Den Kernpunkt des Schaffens stellt eine fest installierte H0-Anlage dar. Dargestellt ist eine Industrieregion mit Mittelgebirgscharakter in der Epoche 3. Auch wenn die Anlage keinen konkreten Vorbild nachgestaltet wurde, so besticht sie doch mit einer hohen Vorbildtreue. Die derzeitige Anlagengröße beträgt etwa 150 m2. Um stets andere Züge präsentieren zu können, wird die Anlage aus einem Schattenbahnhof mit 100 Abstellgleisen mit ca. 75 Zügen gespeist. Um das Ganze zu beherrschen, wird die Anlage durch sieben Computer gesteuert und natürlich auch nach einem festen Fahrplan gefahren. Als zweites Standbein baut der Club seit 1995 an einer transportablen N-Anlage nach US-amerikanischen Vorbildern, um damit auch die Möglichkeit zu bekommen, sich auf Ausstellungen zu präsentieren. Darüber hinaus erstellt die Jugendgruppe des Clubs eine 6 x 1,20 große Anlage, auf der ein Betriebswerk für Dampflokomotiven dargestellt wird.
Natürlich gibt es aus 50 Jahren Vereinsgeschichte auch Einiges zu erzählen. Dazu hatten die Kieler Freunde im Garten ihres Vereingeländes eine umfangreiche Fotoschau präsentiert, die den Besucher die einzelnen Werdegänge, aber auch Brüche vermittelten, z.B. der notwendige Neuanfang mit dem Umzug in die Pestalozzistraße, nachdem die DB 1986 das alte Vereinheim gekündigt hatte.
In einer Feierstunde am Sonnabend, dem 22. September, ehrte der Versitzende des MEC Kiel, Wolfgang Wiemers, Gerd Schröder für seine 50-jährige Mitgliedschaft mit der Ehrennadel des Vereins und bedankte sich bei seinen Vereinsfreunden für ihre langjährige Arbeit. Die Grüße des BDEF überbrachte der stellvertretende BDEF-Vorsitzende, Hans-Werner Bürkner. In einer kurzen Ansprache würdigte er das Schaffen der Kieler Freunde und überreichte ihnen in Anerkennung ihrer geleisteten Arbeit die Ehrenplakette des Bundesverbands Deutscher Eisenbahn-Freunde e.V.
Kontakt: Modelleisenbahnclub Kiel e.V., Clubheim Pestalozzistraße 79, 24113 Kiel, Tel. 0431 787702, Fax: 0431 71631233, e-Mail: geschaeftsfuehrer@mec-kiel.de, Internet: http://www.mec-kiel.de , Vorsitzender: Wolfgang Wiemers 

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25 Jahre: Modelleisenbahnfreunde Mühldorf

Am 12. November feierten die Modelleisenbahnfreunde Mühdorf/Inn e.V. ihr 25-jähriges Jubiläum. Solch ein Anlass ist Gelegenheit, die bisherige Geschichte Revue passieren zu lassen, aber auch den Blick nach vorne zu richten.
Nach der Gründung am 12.11.82 konnte im Juli 1983 das damalige Vereinsheim im Keller der Schützen angemietet werden, wo dann ab 1984 an einer Vereinsanlage gebaut wurde, welche 1987 zum ersten Mal in Betrieb war. Die folgenden Jahre zeichneten sich durch kontinuierlichen Weiterbau aus, so dass zum zehnjähren Vereinsjubiläum eine viel beachtete H0-Anlage präsentiert wurde.
Leider wurden die Vereinsräume in Folge durch zunehmende Mauerfeuchte unbrauchbar, und die Anlage musste schweren Herzens 1999 abgerissen werden und ein Umzug ins jetzige Vereinsheim folgte. Hier waren zuerst erhebliche Renovierungsarbeiten erforderlich – erst 2001 konnte mit dem Bau der neuen Anlage begonnen werden.
Angesichts der Erfahrungen, welche wir beim Betrieb der alten Anlage sammelten, wurde die neue H0-Anlage für sehr flexiblen Fahrbetrieb und abwechslungsreiche Zugfahrten konzipiert. Dies wurde auf ca. 50m² in U-Form mit drei großen, bis zu 6-spurigen Wendeln und insgesamt 80 Abstellplätzen in 8 Schattenbahnhöfen realisiert. Der sichere Betrieb wird durch Radien von mindestens 700 mm und maximale Steigungen von 2,7 % gewährleistet.
Die Steuerung erfolgt digital im DCC-Standard, wobei fast alle Komponenten in Eigenentwicklungen entstanden. Diese Bausteine, wie z.B. Decoder und Zentrale, werden auf der Internetseite www.opendcc.de  auch für den Nachbau bereitgestellt.
Die nächsten Jahre werden dem Ausbau der Vereinsanlage gewidmet sein, wobei der Schwerpunkt besonders auf feiner Detaillierung und vielen animierten und beleuchtete Szenen liegt.
Das allgemein nachlassende Interesse an der Modellbahn ist auch an unserem Club nicht spurlos vorüber gegangen. Den Mitgliederschwund versuchen wir mit öffentlichen Veranstaltungen und Jugendarbeit zu begegnen, unter anderem mit der Teilnahme am Ferienprogramm der Stadt Mühldorf. Auch über die Kombination von Computer und Animation mit der Modelleisenbahn sprechen wir besonders die technikbegeisterte Jugend an.
Kontakt: Modelleisenbahnfreunde Mühldorf/Inn e.V., 84445 Mühldorf / Inn, Vors. Wolfgang Kufer, Postfach 13 32, Tel.: 08631 8221, 
Internet: http://www.mefm.de , eMail: info@mefm.de,

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Epoche VI und die Geschichte von den Eisenbahn-Epochen

Spätestens seit der BDEF-Marktanalyse 2007 wissen wir, dass Modellbahner „Epochen-Denker“ sind. Fast 70 % aller Modellbahner entscheiden sich für eine bestimmte Epoche und halten sich beim Bau ihrer Anlage dann auch daran. Doch das war nicht immer so. Noch 1985 waren es laut einer Umfrage der MIBA gerade mal 48,5 %, die sich beim Bau einer Anlage oder beim Sammeln von Modellen Gedanken über eine Epoche machten.
Doch woher kommen überhaupt die Epochen? Wer entschied wann welche Epoche beginnt oder aufhört ?
Bereits um 1971 wurde vom Eisenbahnhistoriker und Modellbauer Günter Barthel die Entwicklung der Eisenbahn in Epochen eingeteilt und definiert. Später erfolgte eine Feingliederung. Schon vor 1989 haben sich zahlreiche Verlage und Modelleisenbahnhersteller dieser Epochen bemächtigt, ohne allerdings je den Urheber zu benennen. Dies soll hier unbedingt einmal nachgeholt werden. Kein anderer als Günter Barthel war es, der eine solche Einteilung vornahm als auch den Begriff „Epoche“ selbst prägte! 1978 erschien dann im EM ein Aufsatz eines gewissen Bertram Steffen, der bereits in groben Zügen das jetzige NEM-Schema darstellte. Liliput war damals einer der ersten Hersteller, der auf den Zug aufsprang und diese Epochen übernahm. MOROP folgte dann erst 1985 mit der ersten Epochen-Norm, die auf dem Schema von Barthel und Steffen aufbaute.
Aber auch seitens des Vorbildes, also bei der damaligen Deutschen Bundesbahn machte man sich Gedanken über einen Epochen-Festlegung. Im Jahre 1985 wurde von Dipl. Ing. Horst Weigelt (damaliger Präsident der Bundesbahndirektion Nürnberg) in der Fachschrift „Epochen der Eisenbahngeschichte“ die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland in Epochen gegliedert. Sozusagen wurden also ganz offiziell die Epochen damals von der DB festgelegt. Daher wurde der Epochensaal 1985 im DB-Museum in Nürnberg auch nach diesen Kriterien errichtet. Mittlerweile gibt es diesen Epochensaal in dieser Form nicht mehr, da nun die Bahn nicht mehr nach Epochen „denkt“ sondern die Ausstellung nach allgemeingültigen Zensuren gegliedert hat. Die Epocheneinteilung der DB übernahm aber Prof. Gerhard Duismann von der Verkehrswerkstatt Berlin, der dieses System dann 1992 um die Epoche der Deutschen Bahn AG erweiterte.
Leider haben sich somit zwei verschiedene „Epochen-Systeme“ etabliert, die nicht ganz konform gehen. Während die „echte“ Bahn bei der Einteilung in Epochen den Blick auf die ökonomische Basis, insbesondere die Besitzverhältnisse richtet, werden bei der Modellbahn die Epochen vor allem nach dem Erscheinungsbild eingeteilt. Wobei beides natürlich auch wieder zusammenhängt. Es ist davon auszugehen, dass wenn sich die Besitzverhältnisse ändern, dass dann auch die Lackierung des Fuhrparks mittelfristig geändert wird. Das war bis jetzt immer so und wird sicher auch in Zukunft so sein.
Während bei NEM die Epoche I. den verhältnismäßig langen Zeitraum von 1835 bis 1920 umfasst, wird dieser Zeitraum beim Vorbild in drei Epochen gegliedert. Die erste Epoche umfasst den Zeitraum vor 1840, also den Zeitraum der bei NEM überhaupt keine Rolle spielt, da hier der Beginn der Epoche I mit der ersten Fahrt des Adlers 1835 definiert wird.
NEM unterteilt jede Epoche außerdem nochmals in kleinere Zeitabschnitte, die Perioden. Die Periode A der Epoche I - oft auch in der Literatur mit Epoche 0 bezeichnet - umfasst den Zeitraum von 1835 bis 1875 und entspricht damit also bereits der Epoche II des Vorbildes. Weitere Unterschiede lassen sich auf einen Blick beim Vergleich der beiden Systeme entlang der Zeitachse erkennen.
Im September dieses Jahres wurde nun von der technischen Kommission des MOROP die NEM 800 revidiert und eine neue Epoche VI eingeführt. Die Charakteristika dieser neuen Epoche sind laut Definition:
Neben den traditionellen Bahngesellschaften befahren zahlreiche Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ohne eigene Infrastruktur die bestehenden Eisenbahnnetze im Personen- und/oder im Güterverkehr national oder international mit eigenen Fahrzeugen. Entsprechende Anpassung des 12-stelligen UIC-Nummernschemas. Überleitung der bestehenden internationalen Übereinkommen (RIC, RIV, etc.) in neue EU-konforme Vorschriften (OTIF, TSI). Aufhebung der gemeinsamen Bewirtschaftung von Güterwagen (EUROP und OPW). Nationale Schnellfahrstrecken nur für Personenverkehr wachsen zu einem internationalen Netz zusammen. Massiver Abbau des Güterverkehrs in der Fläche mit Rückbau der Güterverkehrsanlagen und von Rangierbahnhöfen. Im Reisezugverkehr dominieren Trieb- oder Wendezüge, im Güterverkehr Ganzzüge.
Als Übergangszeitraum zwischen Epoche V und VI wurden die Jahre 2005 bis 2010 definiert. Nun liegt es an den einzelnen Landesverbänden jeweils die landesspezifische Epochen-Norm zu überarbeiten und den Beginn und die Charakteristika der Epoche VI im jeweiligen Land zu bestimmen.
Für die NEM 806D - Eisenbahnepochen in Deutschland - ist die Arbeitsgruppe Basisnormen Mechanik verantwortlich, in der die deutschen MOROP-Mitglieder Arge Spur 0, BDEF und SMV zusammenarbeiten.
Die AGBM wird im Laufe des nächsten Jahres die NEM 806 D revidieren und die Charakteristika und den Beginn der Epoche VI in Deutschland festlegen.
Weitere Informationen zu den verschiedenen Epochen-Systemen, sowie die Geschichte und Epochen in andern Ländern Europas oder auch den USA und Japan findet man im Internet unter http://www.eisenbahn-epochen.de/ 

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Wieder da: Günther Modellbahntechnik

Thomas Schnabel aus Kaufbeuren-Neugablonz hat vor kurzem die ehemalige Firma Günther Modellbahntechnik übernommen. 

Nach dem damaligen Verkauf an die österreichische Firma Kastner war es um die bekannten Günther-Bausätze und -Zurüstteile leider sehr „ruhig“ geworden. Umso erfreulicher ist es, dass „Günther Modellbahntechnik“ nun als eigenständige Firma nach Deutschland zurückkehrt. 
Thomas Schnabel hat im Familienbetrieb „Schnabel-Zinn, Artur Schnabel GmbH“ (Fördermitglied des BDEF) alle Fähigkeiten erworben, die eine erfolgreiche Wiederaufnahme und Weiterführung des Günther-Sortiments gewährleisten.
Vor allem bei den vorbildtreuen Modellbahnern stehen die Produkte der Günther Modellbahntechnik hoch im Kurs. Auch Schnabel setzt auf höchste Qualität und exklusive Modelle, die technisch an die heutige Zeit angepasst, als Bausätze angeboten werden. Ebenso sind separate Bauteile Bestandteil des Sortiments, so wie Umbausätze, die es ermöglichen, bereits vorhandene Modelle zu detaillieren.
Als Abrundung des Angebots bietet die neue Firma Günther Modellbahntechnik ausgewählte Artikel aus dem Eisenbahnsortiment der Firma Artur Schnabel GmbH an. 
Erklärtes Ziel ist es, mit ausgesuchten Modellbausätzen den Esprit der ursprünglichen Firma Günther wieder aufleben zu lassen und auch neue Modelleisenbahn Fans an den Modellbau heranzuführen. Denn wie schon der amerikanischer Wissenschaftler Adam Smith sagte: Eisenbahn, das sind 5 Prozent Eisen und 95 Prozent Mensch.
Die Homepage www.guenther-modellbahntechnik.de ist mittlerweile online. Die Bauteile sind bereits eingestellt und die Bausätze folgen in den nächsten Tagen.
Um dem Eisenbahnfreund einen leichten Einstieg zu ermöglichen bringt Schnabels Firma Günther einen Bausatz des „Adler“ als Dummy. Hier werden einige Teile wie Kamin (8 Einzelteile) sowie Dampfpfeife, Dampfdom und Sicherheitsventil vom fahrbaren H0-Adler übernommen. Das Gehäuse wird aus zwei vorgefertigten Teilen zusammengebaut. Der einzige Schwierigkeitsgrad ist das Bemalen der Lok. Bei einem Einführungspreis von 39,- € bis 31.12.2007 (dann 44,- €) dürfte dies für alle erschwinglich sein. Die Lok kann auf ein vom Strom getrenntes Gleis auf der Anlage stehen. Der Bausatz des „Adler“-Dummy ist ab sofort lieferbar.
Ab Sommer 2008 ist geplant den „Adler“ als H0-Bausatz für Gleich- und Wechselstrom anzubieten.
Ab Herbst 2008 soll als Nachfolgemodell die „Austria“ zunächst als Dummy folgen.
Aus dem bisherigen Günther Programm sind folgende Bausätze bereits erhältlich: 
B641 Bausatz für Gepäckanhänger VB141,
B011 Umbausatz für Schlepptenderlok BR01
B038 Umbausatz für Schlepptenderlok BR38²
B1126 Umbausatz für Kohleaufsatz
Die Neuauflage des MAN Leichttriebwagen-Bausatzes ist Anfang 2008 erhältlich und soll € 220,- kosten.
Weitere Modelle sowie Aktivitäten sind in Planung. Bis Ende dieses Jahres werden genauere Informationen bzw. Liefertermine mitgeteilt.
Thomas Schnabel sagte anlässlich der Firmenübernahme: „Unsere Stärke liegt in der Kombination der 100-jährigen Erfahrung der Firma Schnabel im Metallbereich und der langjährige Erfahrung der Firma Günther Modellbahntechnik. Vereint werden wir im Modellbahnbereich eine Bereicherung der Kleinserienhersteller sein“. 
Kontakt: Günther Modellbahntechnik, Ringofenweg 13, 87656 Germaringen, Internet: www.guenther-modellbahntechnik.de 

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Modellbahnausstellung und Bauordnungsrecht

In diesen Beitrag wollen wir uns mal mit dem Bauordnungsrecht befassen. Was hat denn eine Modelleisenbahnausstellung mit dem Bauordnungsrecht zu tun, werden jetzt wohl viele fragen. Nun, das soll das folgende Bespiel zeigen:
Ein Modellbahnclub wollte anlässlich der Feierlichkeiten seines langjährigen Bestehens eine Modellbahnausstellung veranstalten. Als Ausstellungsort hatte man sich stilgerecht einen alten Lokschuppen, in dem noch betriebsfähige Museumsmaschinen abgestellt sind, auserkoren. Das bot auch die Gelegenheit, einen Bezug zum Vorbild herzustellen und auch der Verein, der die Dampflokomotiven betreute, konnte von der Ausstellung profitieren. Um eine interessante Schau anbieten zu können, wurden andere Clubs, aber auch privaten Modelleisenbahner zur Teilnahme gewonnen. Für das leibliche Wohl der Besucher wurde ein Caterer bestellt, der auch einen Getränkewagen auffahren sollte. Der Gastwirt, der den Getränkewagen stellte, wusste was seine Pflicht ist, er meldete sein Gewerbe für den Zeitraum der Ausstellung beim zuständigen Gewerbeamt am. Das Erstaunen bei dem veranstaltenden Club war groß, als sich dort Besuch vom Bauaufsichtsamt einstellte und ihm eröffnet wurde, dass die Ausstellung genehmigungsbedürftig ist, also eine Baugenehmigung zu beantragen sei. Das Gewerbeamt hatte natürlich die Bauaufsichtsbehörde von dem Vorhaben informiert. Warum aber eine Baugenehmigung? Dazu muss man in die Bauordnung schauen. Bauordnungsrecht ist Ländersache, also hat jedes Bundesland seine eigene Bauordnung. Diese unterscheiden sich zwar in Details, auch, welche Vorhaben genehmigungsbedürftig sind, ist unterschiedlich geregelt, aber im Grunde sind sie doch vergleichbar. Deshalb soll hier im Folgenden nicht auf einzelne Paragraphen eingegangen, sondern die wesentlichen Kriterien allgemein abgehandelt werden.
Grundsätzlich ist das Errichten, Ändern und die Nutzungsänderung von Gebäuden genehmigungsbedürftig. Ausnahmen hiervon sind im Gesetz aufgeführt. Aber auch die so genannten freigestellten Bauvorhaben müssen den Anforderungen des Gesetzes genügen. Wir werden darauf noch zurückkommen.
Bei einer Modelleisenbahnausstellung in einem Lokschuppen handelt es sich somit um eine Nutzungsänderung. Zum Bau des Lokschuppens wurde irgendwann einmal eine Baugenehmigung erteilt. Der Zweck eines Lokschuppens ist wohl jeden Eisenbahnfreund klar, er dient zur Unterhaltung, Reparatur und zum Abstellen von Lokomotiven, aber nicht zu Ausstellungszwecken. Die früher hier Beschäftigten wussten, wie sie sich zu verhalten hatten. Aber für die Besucher einer Ausstellung besteht natürlich die Gefahr, dass sie in eine ungesicherte Untersuchungsgrube stürzen oder sonst zu Schaden kommen könnten. Und wer will schon das riskieren? Um es kurz zu machen, dem Veranstalter wurde dann doch noch rechtzeitig die Baugenehmigung über die Nutzungsänderung des Schuppens erteilt. In der Baugenehmigung war dann auch aufgeführt, welche Auflagen an das Bauvorhaben gestellt wurden, also, was zu beachten und vorher alles noch zu erledigen ist. Bevor es aber soweit war, war allerdings noch ein hektischer Aufwand zur Beibringung aller erforderlichen Unterlagen zu betreiben.
Um derartige Fallstricke zu vermeiden, ist es doch erforderlich, sich mit dem Bauordnungsrecht zu befassen. Man muss nun nicht eine Modellbahnausstellung in einem Lokschuppen veranstalten wollen, aber viele Clubs haben ein eigenes Vereinsheim oder auch größere Räumlichkeiten angemietet, wo doch mal kleinere oder auch größere Umbauten erforderlich werden. In diesem Fall sollte man doch vorher ein Blick in die Bauordnung werfen. Das Gesetz lässt sich leicht aus dem Internet herunterladen, man brauch also keine Spezialbuchhandlung für Gesetzeswerke mehr aufzusuchen. Auch wenn in den letzten Jahren das Bauordnungsrecht liberalisiert, also viele Bauvorhaben genehmigungsfrei gestellt wurden, ist bereits oben darauf hingewiesen worden, dass unbeachtet davon die Bestimmungen dieses Gesetzes einzuhalten sind. Das heißt u.a. Art und Weise der Bebauung, Standsicherheit und Brandschutz haben auf jeden Fall den jeweiligen Anforderungen zu genügen Grundsätzlich sind zuerst einmal alle Eingriffe in die Standsicherheit eines Gebäudes, also in die Statik, genehmigungsbedürftig. Dazu gehört auch der Tür- oder Fensterdurchbruch in einer tragenden Wand. Sollte das nach dem jeweiligen Landesgesetz wegen Geringfügigkeit nicht erforderlich sein, so ist dieser Eingriff grundsätzlich durch einen Statiker zu berechnen und auch abzunehmen. 
Dazu kommt auch dieser Fall, wo nun ein Club in seinem Vereinsheim einen Ausschank einrichten will. Oder man hat sein Domizil in einer ruhigen Wohngegend gewählt. Der Bau einer vereinseigenen Modellbahnanlage im eigenem Clubheim oder angemieteten Räumen kann baurechtlich als stilles Gewerbe eingeordnet werden, ist also in einem allgemeinen Wohngebiet kein Problem. Zum Problem kann es dann werden, wenn in regelmäßigen Abständen dort Ausstellungen oder nur Tage der offenen Tür veranstaltet werden und die vielfach mit dem PKW ankommenden Besucher die Sonntagsruhe der Anwohner stören. Der Zugang zu den Vereinsräumen in einem stillgelegten Stellwerk der Bahn führt über eine enge Stiege. Solange man in den Räumen unter sich ist, kein Problem. Das wird es aber dann, wenn in den Räumen regelmäßig Ausstellungen veranstaltet werden und der Zugang für die Besuchermassen nur über diese die Stiege führt, ein zweiter Rettungsweg (Fluchtweg) also nicht vorhanden ist. Bisher ist das ja auch immer gut gegangen, aber was dann wenn doch mal etwas passiert? 
Es kann nun nicht für jeden Fall hier eine Handlungsanleitung gegeben werden, dazu sind die einzelnen Ländergesetzgebungen doch zu unterschiedlich. Außerdem gilt neben dem Bauordnungsrecht noch das Baunebenrecht, die so genannten Nebenbestimmungen zum Bauordnungsrecht, wie z.B. die Versammlungsstättenverordnung, die für den o.g. Fall der Ausstellung eine erhebliche Bedeutung hatte. Wichtig ist es aber, sich in Zweifelsfällen vorher mit den zuständigen Behörden, wie z.B. das Bauordnungsamt bzw. Untere Bauaufsichtsbehörde abzustimmen. Dort ist man verpflichtet, Rechtsauskunft zu geben und mancher Bediensteter dort wird sicherlich auch den einen oder anderen Rat geben, was im Einzelnen zu tun ist. 
Nun besteht ja auch oft die Meinung, man soll nur keine schlafenden Hunde wecken. Aber diese werden dann hellwach, wenn es z.B. Beschwerden Dritter gibt oder nur der Nachbar beim Amt anfragt, darf sein Nebenan das überhaupt? Und gerade jetzt, wo vieles im Bauordnungsrecht liberalisiert wurde, will man in den Ämtern seine Daseinsberechtigung erst recht unter Beweis stellen, ja die Ämter sind direkt angewiesen, verstärkt Kontrollen zu unternehmen. Es nutzt nichts auf die Bürokratie zu schimpfen, Gesetzte, die durchaus ihren Sinn haben und übrigens von Politikern und nicht von den Beamten gemacht wurden, sind einzuhalten. Und das Bauen ohne Genehmigung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz mit Geldbußen belegt werden. Sicherlich gab es in vielen Fällen, in denen jahrelang „Gewohnheitsrecht“ ausgeübt wurde, keine ernsthaften Probleme, der Fall, wo dann doch etwas ernsthaftes passiert, soll auch erst gar nicht heraus beschworen werden. 
Fragen zum Thema können gerne gerichtet werden an e-Mail: hw.buerkner@bdef.de oder auch telefonisch unter 030 3924613.

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Echtdampf-Hallentreffen Sinsheim 2008

In wenigen Wochen beginnt das 12. Echtdampf-Hallentreffen in der Messe Sinsheim. Auf die Gastfahrer aus vielen Ländern Europas wartet die längste Gleisanlage, die jemals für das Treffen aufgebaut wurde, auf die Besucher ein einzigartiges Erlebnis rund um den Dampfmodellbau.
Die größte Attraktion beim Echtdampf-Hallentreffen ist und bleibt die 5-Zoll-Gleisanlage. Für das kommende 12. Echtdampf-Hallentreffen vom 11. bis 13. Januar 2008 werden 300 Meter Gleise mehr in den Messehallen verlegt und damit die Gleisanlage auf rekordverdächtige 5,5 Kilometer erweitert. Die Gleisanlage führt durch eine Modelllandschaft mit Wäldern, Bahnbetriebswerk, Stadthäusern, Straßenbahndepot. Allein 90 neue Gleise und 87 Weichen werden für das kommende Echtdampf-Hallentreffen verlegt. Die Gastfahrer kommen aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Luxemburg, Japan, Ungarn und der Schweiz und genießen auf dieser Strecke puren Fahrspaß, sorgen für internationales Flair in Sinsheim und dampfen gemeinsam drei Tage lang nach Herzenslust und von Wind und Wetter unabhängig. Die Besucher erleben die dampfenden Lokomotiven hautnah, denn für sie ist die Gleisanlage und Modelllandschaft begehbar. Das Echtdampf-Hallentreffen ist weltweit das größte Hallendampftreffen und bietet Dampfmodelle nicht nur auf den Gleisen sondern überall in den Messehallen, auf dem Wasserbecken und auf den Podesten in Aktion. Hier sind es Stirlingmotoren, Heißluftmotoren, Heizkessel und komplette Dampfanlagen in Miniatur oder im Original, die für Aufsehen sorgen. Insgesamt kommen 430 Teilnehmer und Gastfahrer zusammen. Sie bringen über 1.000 Dampfmodelle mit. Damit bietet das Echtdampf-Hallentreffen weltweit sicher die meisten und schönsten Dampfmodelle unter einem Dach und entsprechend begeistert ist das internationale Publikum, das den Exponaten so nah wie sonst nirgendwo kommt und in Gesprächen und Vorführungen sehr viel über den Dampfmodellbau erfährt. Mitfahrmöglichkeiten für die Kleinsten aber auch für Erwachsene besteht auf der 7 1/4 und 5 Zoll Kombianlage. In die Anlage wird eine Feldbahnbetriebsanlage integriert, auf der vielseitige Betriebsabläufe für ein reges Treiben sorgen und den Besucher einbinden. Diejenigen, die ihre Fachkenntnisse vertiefen möchten, können dies in kostenfreien Seminaren und Vorträgen an allen Messetagen tun. 
Das 12. Echtdampf-Hallentreffen wird von 90 Ausstellern, Kleinserienherstellern und Werkzeuganbietern und deren Angebot zum Thema Dampfmodellbau bestückt.

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Bester Großstadt-Bahnhof 2007: Berlin Hauptbahnhof

Der 2006 fertig gestellte neue Berliner Hauptbahnhof ist am Montag, dem 22. Oktober durch die Allianz pro Schiene als bester Großstadtbahnhof 2007 ausgezeichnet worden. Mehr als 100 Gäste waren zugegen, als die Jury-Mitglieder, Prof. Monika Ganseforth vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Karl-Peter Naumann von Fahrgastverband ProBahn, im Bahnhof die Siegertafel enthüllten und Bahnhofsmanager Thomas Hesse feierlich die Urkunde übergaben. An der Zeremonie nahmen auch Berlins Bürgermeister und Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) und der Vorstandsvorsitzenden der DB Station und Service AG, Wolf-Dieter Siebert teil. 
„Die Architektur, die Lebendigkeit, die kulturellen Angebote und die Umfrage-Ergebnisse zur Kundenzufriedenheit haben uns überzeugt“, sagte Ganseforth. Weitere Pluspunkte aus Jury-Sicht sind das kundenorientierte Servicepersonal, das vielfältige Angebot an Geschäften, Gastronomie und Kultur, das den Charakter des Bahnhofs nicht verfälscht, sondern mit Leben füllt, sowie die angenehmen Licht- und Akustikverhältnisse durch die offene Bauweise mit viel Glas. Auch die auffallende Sauberkeit trage zur hohen Aufenthaltsqualität des Bahnhofes bei. In ihrer Laudatio lobte sie den Bahnhof als „Teil dieser lebendigen, aufregenden Stadt“ und als „Symbol für die Zukunft des Verkehrsträgers Bahn“. Die Besucher bzw. Fahrgäste stoßen sich weder an der einfachen Decke im Untergeschoss noch am verkürzen Hallendach, die in der Auseinandersetzung mit dem Architekten die Schlagzeilen füllten. 
In seiner Eröffnungsansprache mahnte Jury-Mitglied und Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege, dass der Preis eine Verpflichtung sei und sandte, wie auch Wolf-Dieter Siebert in seiner anschließenden Rede sein Appell an die Stadt Berlin, die provisorischen Bahnhofsvorplätze möglichst bald auf das Schönheitsniveau des Bahnhofs zu bringen. Auch die fehlende Nord-Süd-Verbindung der S-Bahn und die fehlende Anbindung an das U-Bahn-Netz seien „Defizite, die ein Bahnhof dieser Größenordnung auf Dauer nicht haben darf“. Nun waren alle Anwesenden gespannt auf die Rede von Bürgermeister Harald Wolf. Wolf bedanke sich im Namen der Stadt Berlin für die Auszeichnung, redete eine Weile und sagte – nichts.
Der Chronist kann es wieder einmal nicht verkneifen, seine Anmerkungen nachzutragen. So ist die „Aldidecke“ im Untergeschoss sicherlich für den Fahrgast ohne Relevanz, schon deshalb, weil sie mehr oder weniger im Dunkeln bleibt, aber sicherlich auch deshalb, weil Ästhetik auf einem Bahnhof – insbesondere bei Bahnanlagen der neuen Epoche 6 – auch nicht erwartet wird. Auch das kurze Hallendach trifft nicht die Masse der Fahrgäste. Einige Zeitgenossen bekennen auch schon schadenfroh, wer 1. Klasse fährt und etwas besonderes sein will, hat eben zu leiden, wenn es da draußen mal regnet. Nur die Fahrgäste am andern Zugende fahren 2. Klasse. Und eine zweite Frage beschäftigte den Chronisten: Warum wurde der auch anwesende Vorsitzende der Allianz pro Schiene, Norbert Hansen, durch Dirk Flege nur als Vorsitzender der Eisenbahnergewerkschaft Transnet vorgestellt?

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Bester Kleinstadt-Bahnhof 2007: Landsberg am Lech

Als „Villa mit Gleisanschluss“ wurde der Bürgerbahnhof Landsberg (Oberbayern) durch die Presse schon öfter gelobt. Am 5.11.07 erhielt der Bahnhof die begehrte Auszeichnung als kundenfreundlichster Kleinstadtbahnhof des Jahres 2007. Damit würdigt die Allianz pro Schiene, die den Titel „Bahnhof des Jahres“ seit vier Jahren vergibt, erstmals einen privat betriebenen Bahnhof. „Der Eigentümer Thomas Walter und die Stadt Landsberg haben den Bahnhof in Kooperation mit der DB Station & Service zu einem bundesweit vorbildlichen Bürgerbahnhof gemacht“, sagte Jury-Mitglied Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband ProBahn bei der Enthüllung der Siegertafel. „Der Anspruch des Eigentümers, in seinem Bahnhof „erste Klasse für alle“ zu bieten - auch in der Region, ist in beeindruckender Weise und zum Wohl der Kunden verwirklicht worden“, so Naumann. Wir hoffen, dass auch die anderen Bahnhöfe, die Herr Walter erworben hat, in ähnlich vorbildlicher Art renoviert werden.“
Insbesondere der schöne Wartebereich im Bahnhofsgebäude hatte es der Jury angetan. Ledersessel, die jeder Wartende ohne Verzehrzwang nutzen kann, ein hervorragender Mix aus Bistro, Verkauf von Reisebedarf und eine ebenso kompetente wie freundliche Beratung für Bahnkunden und Touristen runden das Angebot ab. Auch die sehr sauberen, kostenlosen und jedermann zugänglichen Toiletten hob die Jury hervor. Als weiteren „Pluspunkt gegenüber der bundesweiten Konkurrenz“ nannte Naumann die „optimale Anbindung“ des Bahnhofes. So ist das Busangebot zeitlich auf den Zug-Fahrplan abgestimmt, der Busbahnhof am Bahnhofsvorplatz verfügt über eine dynamische Fahrplananzeige. Naumann: „Auch der Einheitspreis von 1 Euro pro Fahrt mit dem Stadtbus ist ein sehr gutes Beispiel für eine einfache und kundenfreundliche Preisgestaltung im öffentlichen Nahverkehr.“
Das historische Bahnhofgebäude von 1872 war im April 2004 von dem aus Landsberg stammenden Unternehmer Thomas Walter gekauft und liebevoll saniert worden. Nach der Eröffnung im März 2005 zog nach Jahren des Stillstandes wieder Leben in den Bahnhof ein. „Landsberg ist ein eindrucksvolles Beispiel einer gelungenen Privatisierung“, urteilt Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer und Jury-Mitglied Dirk Flege. „Wenn private Bahnhofsbetreiber die DB entlasten, muss das nicht weniger Service für den Kunden bedeuten – vorausgesetzt, man hat den richtigen Partner dafür gefunden.“ Die ideal mobil AG von Thomas Walter hat rund 1,7 Millionen Euro in den Bahnhof investiert. Die Stadt Landsberg und der Freistaat Bayern gaben insgesamt rund 350.000 Euro Fördermittel dazu.
Preisträger in der Kategorie Kleinstadtbahnhof waren in den vergangenen Jahren Oberstdorf (2006), Weimar (2005) und Lübben (2004).

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Planungshilfe für Modulbauer in Nenngröße 0

In der Reihe der Planungshilfen gibt es nun eine Ausgabe zum „Bau von Modulen für Nenngröße 0“. In dem sechsseitigen Werk erfährt der interessierte Modulbauer alles, worauf beim Bau von Modulen zu achten ist. Diese Planungshilfe basiert auf den NEM 900, 908D und 909D. Dazu gibt es ein Beiblatt mit den unterschiedlichen Lehren für Modulköpfe in 0, 0m, 0e und 0f (0i).
Erarbeitet wurde die Planungshilfe von der AGBM (Arbeitsgruppe Basisnormen Mechanik), die derzeit aus Vertretern des BDEF, der Arbeitsgemeinschaft Spur 0, des Dampfbahnclubs Deutschland (DBC-D), der Interessengemeinschaft Spur II und der Sächsischen Modellbahnervereinigung SMV besteht.
Die Planungshilfe kann – wie schon die bisherigen Planungshilfen zu den Themen: Schotter, Bahnsteige und Laderampen – im Internet abgerufen werden. Außerdem wird hier auch ein Planungsbogen zur einfacheren Planung von Kurvenmodulen mit Radien zwischen 800 und 2300 mm im Maßstab 1:10 zum Download angeboten.
Weitere Planungshilfen befinden sich in Vorbereitung.
Kontakt: Arbeitsgruppe Basisnormen-Mechanik AGBM, Bernhard Rieger, Planegger Straße 13, 
82110 Germering, Tel. 089 8413532, 
e-Mail: bernhard.rieger@bdef.de

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Mehr Bahn wagen – Güterbahnen im Aufschwung

Es war am Dienstag, dem 23.10.2007, an dem die Allianz pro Schiene zu einer Veranstaltung zum Thema Schienengüterverkehr in den alten preußischen Landtag, dem Sitz des Abgeordnetenhauses von Berlin, einlud. Neben Norbert Hansen, dem Vorsitzen der Allianz pro Schiene, war der Bundesverkehrsminister, Wolfgang Tiefensee, geladen. In seinem Eingangsstatement stellte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, eine Renaissance des Schienenverkehrs fest. Er lobt die Bundesregierung für ihre gute Politik, die dafür gesorgt hatte Wettbewerbsverzerrungen abzubauen. 
In seinem Vortrag „Die Schiene kann’s – der Boom der Güterbahnen“ unterstrich Norbert Hansen den Aufwärtstrend des Schienengüterverkehrs. Diese Trendwende hält seit 2001 an, nachdem 2000 der absolute Tiefstand erreicht war. Allein im Jahr 2006 gab es einen Zuwachs von 12,1 %, das bedeutet einen Anteil am Gesamtvolumen des Güterverkehrs von 17,2 %. 
Die Allianz pro Schiene hat Verlader und Logistikunternehmen aus verschiedenen Branchen befragt. Das Ergebnis ist in der Broschüre „Mehr Bahn wagen“ festgehalten. Für die Verlagerung der Güter auf die Schiene werden vor allem Kostenvorteile und die Zuverlässigkeit angegeben. Hierbei stellte auch die Lkw-Maut einen wichtigen Schritt für den Verlagerungseffekt dar. Aber auch durch das Gleisanschlussprogramm der Bundesregierung konnten 2006 760 Miotkm zurückgewonnen werden.
Die Wachstumspotenziale sind aber bei Weitem nicht ausgeschöpft, vor allem nicht im internationalen Verkehr. Die Allianz pro Schiene hält einen Marktanteil der Schiene am Gesamtgüterverkehr von 40 % für möglich, in Europa von 25 %. Das ist schon einmal aus der Bedrohung durch den Klimawandel zwingend erforderlich. Hierfür besteht aber noch ein erheblicher politischer Handlungsbedarf: Einmal muss die Lkw-Maut auf allen Straßen ausgebaut werden und auch für LKW unter 12 t erhoben werden. Zweitens ist wichtig, dass die Politik keinen einseitiger Eingriff in den Wettbewerb unternimmt, Stichwort Monstertrucks. Auch wenn die so genannten Gigaliner zurzeit nicht mehr relevant sind, auf europäischer Ebene steht die Diskussion hierzu noch aus. Weiterhin ist es erforderlich, dass der Bund in den Aus- und Neubau von Schienenwege investiert. Für den Ausbau des Gleisnetzes sind allein ca. 2,5 Mrd. Euro erforderlich. Hier ist aber nicht nur allein die Bundesregierung in der Pflicht, auch die Verkehrsunternehmen sollten aus den Einnahmen ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit in die Schienenwege investieren.
„Verkehrspolitik für den Schiengüterverkehr“ war der Vortrag von Bundesminister Tiefensee überschrieben. Der Verkehrsminister will das Seine für den weiteren Ausbau des Schienegüterverkehrs tun, auf der Ebene der Exekutive, in der Legislative, aber auch in der Zusammenarbeit mit den Ländern, denn diese Aufgabe kann nur gemeinsam umgesetzt werden. Es wies auch darauf hin, dass alle Mobilitätsbemühungen im internationalen Rahmen eingebettet werden müssen, insbesondere in der Europäischen Union, denn alle Rahmenrichtlinien für den Schienenverkehr werden von europäischen Gremien bestimmt. Hier sind zwar schon einige Erfolge erzielt worden, wie z.B. der internationale Lokführerschein, aber die gegenseitige Anerkennung des rollenden Materials ist bisher nur durch vier Länder vollzogen worden. Mit der Harmonisierung des Regelwerkes ist viel zu spät begonnen worden. 
Der Schienenverkehr ist in die internationale Verkehrspolitik eingebettet. Noch hat man sich auf dieser Ebene nicht entschlossen, wie die einzelnen Verkehrsträger einzustufen sind. Jedem Verkehrsträger ist die Rolle zuzuweisen, in der er am effektivsten wirksam wird, unabhängig von ideologischen Debatten. Die Transport- und Reisekette ist zu optimieren. So muss das Gleisanschlussprogramm auch in ganz Europa umgesetzt werden. Engpässe sind auf internationaler Ebene zu beseitigen. Dabei liegen diese Engpässe nicht immer an den grenzüberschreitenden Strecken. Die in der EU zum Ausbau des Schienennetzes zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sind effizient dort einzusetzen, wo Flaschenhälse zu beseitigen sind. 
Erforderlich ist es auch, den Luftverkehr neu zu ordnen. Deutschland strebt zwar eine Kerosinsteuer an, findet damit aber auf EU-Ebene kein Gehör. Ebenfalls werden auch von der EU konkrete Ziele zum Straßenverkehr erwartet, denn auf deren Straßen werden sich in den nächsten Jahren 70 Millionen PKW bewegen. 
Absolute Priorität hat der Klimaschutz. Dessen Ziele, Einsparung an Energie von 20 %, CO2 von 20 % und der verpflichtende Anteil von regenerativen Energie von ebenfalls 20 % kommen dem Verkehrsträger Schiene zu gute. Hierdurch lässt sich auch die Lebensqualität deutlich verbessern. Das Ziel der Bundesregierung ist es deshalb, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Hierfür will sie die Wettbewerbsvorteile für die Schiene weiter herausarbeiten, um zu einem sinnvollen Modalsplitt zu kommen. Aber auch mehr Investitionen in das Schienennetz sind erforderlich. So sollen jährlich 4,5 Mrd. Euro zum Neu- und Ausbau des Schienenetzes investiert werden, davon 40 % der Gelder für den Güterverkehr. Erforderlich sind Gleisanschlüsse in der Fläche. Auch liegt im kombinierten Verkehr die Zukunft. Hier muss noch mehr erreicht werden, vor allem sind neue innovative Lösungen erforderlich. Insbesondere muss gegen das Imageproblem des Schienengüterverkehrs durch Lärmimmissionen angegangen werden. Es sind deshalb noch erhebliche Investitionen in den aktiven und passiven Lärmschutz erforderlich. Das Problem ist aber, dass der passive Lärmschutz durch Lärmschutzwände in den Ballungszentren bei der Bevölkerung auf mangelnde Akzeptanz trifft. Eine Lösung wäre in lärmabhängigen Trassenpreisen gegeben. Natürlich stellte sich Minister Tiefensee auch im Anschluss an seinen Ausführungen den Fragen aus dem Auditorium. Im Folgenden sind hier die wichtigsten wiedergegeben:
Prof. Dr. Höft von der Fachhochschule Brandenburg stellte fest, dass der Warenladungsverkehr insbesondere in der Fläche zusammengebrochen ist, unter anderen, weil die Schieneninfrastruktur in den letzten Jahren erheblich zurückgebaut wurde. Was unternimmt nun die Bundesregierung um gegen zu steuern? Hierzu Minister Tiefensee: Der Bund bekennt sich zur Finanzierung zum Ausbau der Fläche mit festgelegten Qualitätsparametern. Die Bahn übernimmt die Verpflichtung zur Einhaltung der Qualitätsstandards in der Fläche. 
Eine daran anschließende Frage war nach den Terminals für den kombinierten Verkehr. Sollen diese weiterhin am Rande der Ballungszentren errichtet werden, was zu Akzeptanzproblemen führt, da dann die Verlader für den gesamten Transportweg gleich den LKW wählen. Deren Anordnung in den Zentren wäre günstiger. Dazu der Minister: „Es ist vorstellbar, dass diese Verladeterminals auch in den Ballungszentren, aber auch in einzelnen Städten errichtet werden“. Dies wäre auch eine Frage der Technologie, erforderlich ist ein Masterplan Verkehr und Logistik. Wichtig ist es dann aber Güterverkehr vom Personenverkehr zu separieren. Hier sind der Ausbau der Strecken und insbesondere der Knoten- und Verknüpfungspunkte erforderlich, um nicht in Kollision mit dem Personenverkehr zu geraten. Denn bisher wird der Güterverkehr vorwiegend nachts abgewickelt, um diese gegenseitige Beeinträchtigung zu vermeiden. Anderenfalls kann es wieder zu Konflikten wegen Lärmimmissionen mit den Anwohnern kommen. Auf die Frage, wie denn die lärmabhängigen Trassenpreise gestaltet werden sollte, wusste der Minister keine Antwort.
Der Minister machte aber auch unmissverständlich klar, dass alle Fragen zum Wettbewerb und zur Kostengerechtigkeit der Verkehrsträger nur im Kontext der Verkehrspolitik auf europäischer Ebene gemeinsam gelöst werden können.
Im Hinausgehen sagte die Geschäftsführerin der Erfurter Bahn GmbH, Heidemarie Mähler, zu ihrem Nachbar, in ihrem Einzugsbereich sind in letzter Zeit drei Gleisanschlüsse durch die Deutsche Bahn abgebaut worden. Der Chronist erinnert sich in diesem Zusammenhang an eine frühere Veranstaltung der Allianz pro Schiene, wo auf eine diesbezügliche Frage von Frau Mähler Bahnchef Mehdorn antwortete, wegen der paar Wagen lohne es sich nicht den Anschluss vorzuhalten. Es war vielleicht doch ein Sonntag, an dem diese Veranstaltung stattfand. 

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DB übernimmt modernen Großhacker

Kunden profitieren von intelligenter, CO2-neutraler Ressourcennutzung.

Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Services Südost GmbH, Fahrwegdienste, übernahm den ersten modern ausgerüsteten Großhacker zur Energieholzsammlung am Bahndamm und schlägt damit einen weiteren umweltbewussten Weg in der Trassenpflege ein. Das leistungsfähige Fahrzeug findet ab sofort zunächst im süddeutschen und danach im bundesweiten Bahnnetz Verwendung. Unter anderem wird es auch bei Forstverwaltungen, beispielsweise bei den Bayerischen Staatsforsten in Kooperation mit der BCT BioMa Chip Trans Pellet GmbH, eingesetzt. Hauptauftraggeber für den mobilen Großhacker ist die BioMa Energie AG mit Sitz in Salzburg zur Aufbereitung von Energieholz in den jeweiligen Kraftwerken. 
Der von DB Services Fahrwegdienste gemeinsam mit der MAN (Fahrgestell), Holzmatic Engineering GmbH (Häcksleraufbau) und Palfinger GmbH (Ladekran) entwickelte Großhacker ist speziell für den Holzschlagabraum vorgesehen. Neueste Technik: Mit seinen 480 PS und einem Trommeldurchmesser von einem Meter kann das Spezialfahrzeug Baumstämme bis zu einem Durchmesser von 70 Zentimetern verarbeiten. Weitere Qualitätsmerkmale sind extreme Robustheit, Sicherheit sowie lange Lebensdauer. 
Zum optimalen Einsatz des Häcksler hat DB Services Fahrwegdienste einen Kooperationsvertrag mit der BioMa Energie AG und der BCT BioMa Chip Trans Pellet GmbH abgeschlossen. Ziel ist die Lieferung von Holzhackschnitzeln zur Verwendung als Brennstoff für die Biomasse-Heizkraftwerke der BioMa Energie AG. Somit kann die gesamte Logistikkette vom Holzeinschlag bis zur CO2-neutralen Energieerzeugung abgedeckt werden. 
„Mit der Sammlung und Zerkleinerung des naturbelassenen Holzes zur Erzeugung von umweltfreundlicher Energie stellen wir einmal mehr das Umweltbewusstsein unseres Unternehmens unter Beweis“, sagte Markus Egerer, Sprecher der Geschäftsführung DB Services Südost GmbH, Fahrwegdienste bei der Übernahme des Fahrzeugs. „Der mit innovativer Technologie bestückte Großhacker ist maßgeschneidert für den harten Geländeeinsatz. Mit ihm sind wir bestens gerüstet, unsere hohen Qualitätsanforderungen bei der Vegetationspflege sicher zu erfüllen.“ 

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NOCH Katalog 2008 online

Wer im Internet auf die Homepage des Wangener Modellbahnzubehörherstellers NOCH geht, findet gleich auf der Startseite eine interessante Neuigkeit: den Online-Katalog. Ab sofort gibt es die Möglichkeit, im NOCH Katalog 2008 online zu blättern, und zwar ganz einfach durch einen Doppelklick auf die Seite am unteren Rand. Ausgewählte Textabschnitte oder Bilder kann man durch die praktische Zoom-Funktion vergrößern. Mit einem Klick auf das Fernglas öffnet sich ein Suchdialog, in dem man nach Stichworten suchen kann. 

Wer es gleich ausprobieren will, kann unter www.noch.de  nachschauen. Wer den Katalog jedoch lieber „in Händen halten“ möchte, kann ihn von dort aus auch direkt bestellen (5,- Euro unverbindliche Preisempfehlung + Porto). 
Kontakt: 
NOCH GmbH & Co. KG, 
Postfach 14 54, 
88230 Wangen im Allgäu, 
Lindauer Straße 49, 
Internet: www.noch.de  oder www.noch.com
e-Mail: info@noch.de

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Unsere besten Wünsche . . . 

An dieser Stelle möchte der gesamte Vorstand des Bundesverbandes allen Vereinigungen und Einzelmitgliedern des BDEF sowie deren Mitgliedern und Angehörigen ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das Jahr 2008 wünschen. Selbstverständlich gelten diese guten Wünsche auch unseren Partnern in der Industrie, bei der Bahn und bei den Verkehrsbetrieben, verbunden mit dem Dank für die gute Zusammenarbeit. Auch den Firmen der Modellbahnindustrie und den Zubehörherstellern sei Dank gesagt. 
Besonders bedanken möchten wir uns auch bei den Fördermitgliedern des Bundesverbandes, die durch ihre ideelle und materielle Unterstützung wesentlich dazu beitragen, die erfolgreiche Arbeit des BDEF zu ermöglichen und zu zeigen, dass wir mit unserem Engagement für Eisenbahnfreunde und Modelleisenbahner weiterhin auf dem richtigen Weg sind.

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen zu den bevor stehenden Feiertagen und zum Jahreswechsel

Ihr 
BDEF-Vorstand

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Unsere Mitgliedsvereinigungen bitten wir, 
die ausgefüllten grünen Abfragebogen 
mit den Angaben für 2008 termingerecht 
an die Geschäftsstelle zurückzusenden !
© BDEF 2007
Letzte Änderung: 18. November 2008 (GB)