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Unser Rundschreiben 4/2006 in Ausschnitten:

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Ältere Rundschreiben finden Sie unter "Dies und Das"

Inhalt:

Editorial

Neue Doppelstockwagen für die Regionalzüge München - Mühldorf

Der Versicherungsbeauftragte informiert

WM: über 30 Millionen zusätzliche Fahrgäste

Zum Thema "Stimmenthaltungen"

Zeitreise mit dem ET 65

UmWeltmeister - der öffentliche Nahverkehr

25 Jahre BSW-Modellbahngruppe Lindau im Bodensee

"modell-hobby-spiel" in Leipzig

40 Jahre MEC Wunstorf e.V.

InnoTrans 2006, Berlin 19. - 22. September 2006

Adolf-Heinrich von Arnim 90 Jahre

Transport eines Großtrafos

49. Bundesverbandstag WERNIGERODE, Rückblick, 2. Teil

Neu: "Modellbahntechnik aktuell"

Bahnstrecke nach Emden Außenhafen durchgehend elektrifiziert

"Schmankerl" für Gartenbahnfreunde

Computertechnik steuert Rangierbahnhof Seelze

"... der Mann, der die Eisenbahn malte..."

125 Jahre ERNST PAUL LEHMANN

Editorial:

Liebe Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn!

Als Editorial wurde in diesem Rundschreiben der Nachruf auf Olaf Herfen veröffentlicht.

Mit herzlichen Grüßen
Gerhard A. Bayer
BDEF-Vorsitzender

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Der Versicherungsbeauftragte informiert:

Aus gegebener Veranlassung möchte ich alle Vereine nochmals auf die Modalitäten bei der Meldung und Regelung von Schäden im Rahmen der Haftpflichtversicherung des BDEF hinweisen.

1. Die Schäden müssen innerhalb von 10 Tagen an den Versicherungsbeauftragten schriftlich, per e-Mail oder telefonisch gemeldet werden. Dabei sollte etwa die zu erwartende Schadenshöhe angegeben werden.

2. Von den beschädigten Sachen müssen Fotos gefertigt werden. (Sollte bei der heutigen Verbreitung von Digitalkameras eigentlich keine Probleme sein).

Die beschädigten Sachen müssen bis zur Regelung des Schadens aufbewahrt werden, damit sie auf Anforderung der Versicherung an diese geschickt oder von dieser besichtigt werden können!

3. Es müssen Aussagen ALLER beteiligten Personen schriftlich angefertigt werden und von diesen unterschrieben werden.

4. Name und Anschrift der geschädigten Person (oder Firma) muss festgehalten werden.

5. Kostenvoranschläge für die Reparatur und dann natürlich die Originalrechnung wird auf jeden Fall benötigt.

Ich bitte also nochmals diese Punkte zu beachten, um eine Ablehnung der Regelung eines Schadens zu vermeiden. Bitte informieren Sie allen Mitglieder Ihres Vorstandes, noch besser alle Mitglieder des Vereins über dieses unumgängliche Verfahren und geben diese Informationen auch an ein neues Vorstandsmitglied weiter, wenn ein Wechsel eintreten sollte. Sollten Sie die grünen Blätter über die Versicherungen nicht in Ihren Unterlagen finden, dann fordern sie diese bei der Geschäftstelle an.

Wenn Sie irgendwelche Fragen haben, dann rufen Sie mich bitte SOFORT an, wenn ein Schaden passiert ist. Sie sichern nicht nur sich selber die Regelung des Schadens, sondern erleichtern auch mir die Arbeit und die Zusammenarbeit mit der Versicherung.

Peter Briegel, BDEF-Beauftragter Versicherungen, Tel: 08191 46929, e-Mail: versicherungen@bdef.de 

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Zum Thema "Stimmenthaltungen"

Bei der ersten Abstimmung im Rahmen der Delegiertenversammlung in Wernigerode meldete sich ein Delegierter zu Wort und machte darauf aufmerksam, dass "Stimmenthaltungen" laut Vereinsrecht nicht zulässig seien, bzw. generell als Nein-Stimmen zu werten seien.
Nach der Delegiertenversammlung erreichten uns mehrere Anfragen und Stellungnahmen zu diesem Thema, das allgemein für eine gewisse Irritation führte. Da wohl viele unserer Mitgliedsvereinigungen bei ihren Mitgliederversammlungen ebenfalls Stimmenthaltungen abfragen, wäre der Hinweis auf die rechtliche Unzulässigkeit von grundlegender Bedeutung gewesen. Ein Mitgliedsverein teilte uns sogar mit, dass man extra den Rechtspfleger am zuständigen Amtsgericht befragt habe, der aber eine solche Regelung verneinte.
Es gibt eindeutige Hinweisen im Internet, wo ausgesagt ist, dass eine Enthaltung wie ein Nein zu werten sei (z.B. Deutscher Schützenbund).
In unserer BDEF-Satzung steht in §8 Abs. 10 "Stimmenthaltungen bleiben unberücksichtigt". Damit ist alles geklärt, da das gültige Recht die Entscheidung, wie mit Stimmenthaltungen umzugehen ist, der Vereinssatzung überträgt. Der BDEF wird weiterhin Stimmenthaltungen zulassen und abfragen. Viele Kommentatoren des BGB sehen dies auch als sinnvoll, da der Betreffende, der sich der Stimme enthält "auf die Beschlussfassung nicht anders einwirken will, als wenn er der Versammlung fern geblieben wäre oder sich vor der Abstimmung entfernt hätte".
Sogar das EU-Recht (EG-Vertrag Art. 205) nimmt ausdrücklich zu Stimmenhaltungen Stellung und klärt sie in unserem Sinne.

Um im eigenen Verein ähnliche Irritationen zu vermeiden, sollte man - zumindest bei der nächsten Änderung - in der eigenen Satzung eine entsprechende Aussage treffen. So oder so - beide Varianten sind zulässig.

Beispiele:
Der Landessportbund NRW sagt aus: "Die Stimmenthaltungen werden weder den Ja- noch den Nein-Stimmen zugeschlagen. Eine Einstimmigkeit wird durch Stimmenthaltungen nicht aufgehoben. Ein Abstimmungsergebnis kann zum Beispiel lauten: Einstimmig bei drei Enthaltungen."

Das OLG Köln (Vorlagebeschl. v. 16. 2. 2001) sagt aus. "Wie sich die Stimmenthaltung auf das Beschlussergebnis auswirkt, war lange Zeit umstritten. Ein Teil der Rechtsprechung und der Lehre hatten die Stimmenthaltung im Ergebnis als Ablehnung/Gegenstimme gewertet. Seit der Entscheidung des in WEG-Sachen zuständigen V. Zivilsenats des BGH vom 8. Dezember 1988, mit der dieser die vom II. Zivilsenat zu § 32 BGB vertretene Auffassung zur Bedeutung der Stimmenthaltung teilt, ist geklärt, dass Stimmenthaltungen bei der Bestimmung der Mehrheit i. S. v. § 25 Abs. 1 WEG nicht mitzuzählen sind. Entscheidend ist allein, ob die abgegebenen Ja-Stimmen die Nein-Stimmen überwiegen. Wer sich der Stimme enthält, will weder ein zustimmendes noch ein ablehnendes Votum, sondern seine Unentschiedenheit bekunden. 

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UmWeltmeister - der öffentliche Nahverkehr

Nach dem Ende der Fußball WM 2006 zieht die Allianz pro Schiene ein positives Fazit der "Green Goal"- Ziele: "Der öffentliche Nahverkehr hat den Fahrgastansturm während der WM gut bewältigt. Rund 60 Prozent der schätzungsweise 3,2 Mio. Stadienbesucher nutzten den sicheren und umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr. Nur 30 Prozent kamen mit dem eigenen Auto. Damit erweist sich der ÖPNV als echter UmWeltmeister", so Winfried Hermann, stellvertretender Vorsitzender der Allianz pro Schiene und Mitglied im Bundesvorstand der Naturfreunde Deutschlands.

Das Ziel einer klimaneutralen FIFA-WM 2006 in Deutschland wäre ohne den öffentlichen Nahverkehr nicht denkbar. Allein bei der Anfahrt zu den Stadien wurden rund 1,3 Mio. Fahrten mit dem Auto vermieden und damit viele Staus und der Ausstoß des Klimaschädlichen Gases CO2.

Hartmut Stahl, Projektleiter "Green Goal" beim Öko-Institut: Das "Green Goal"-Konzept mit dem ÖPNV als tragende Säule für einen umweltfreundlichen WM-Verkehr ist voll aufgegangen. Das Kombiticket hat sicherlich dazu beigetragen, dass die meisten Fans umweltfreundlich mit Bus und Bahn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu den Stadien gekommen sind.

Die Eisenbahn als umweltfreundlichstes motorisiertes Verkehrsmittel gewinnt doppelt. Viele Züge hatten eine Auslastung von teilweise über 90 Prozent. Die hohe Auslastung erhöhte die gute Umweltbilanz des Verkehrsträgers zusätzlich. Viele Eisenbahnunternehmen zogen deshalb eine positive Bilanz der WM-Wochen:

Ragnar Nordström, Geschäftsführer von Veolia-Verkehr (Connex): "Wir freuen uns, dass wir so viele Fußballfreunde für die Eisenbahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel gewinnen konnten. Das tröstet mich als gebürtigen Schweden auch ein wenig über den Ausgang des Achtelfinales hinweg."

Aber auch hier gilt, nach der WM ist vor der WM: "Die Topleistung des öffentlichen Nahverkehrs während der WM muss auch von der Politik honoriert werden. Jetzt geht es darum, den Abstieg in die Regionalliga zu verhindern. Hier sind die Länder gefordert, die Kürzungen des Bundes beim Nahverkehr auszugleichen, denen sie selbst zugestimmt haben", so Winfried Hermann.

Als Ersatz für die Kürzungen von mindestens 2,8 Mrd. Euro bis 2010 bei den zweckgebundenen Regionalisierungsmitteln erhalten die Länder vom Bund freiverfügbare 21,8 Mrd. Euro aus der Mehrwertsteuererhöhung. Die Forderung der Allianz pro Schiene: Bereits ein kleiner Teil der Mehrwertsteuergelder kann helfen, dass der öffentliche Nahverkehr auch weiterhin auf internationalem Niveau mithalten kann.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 15 Non-Profit-Verbände zusammengeschlossen: die Umweltverbände BUND, NABU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn, DBV und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, die drei Bahngewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL sowie die Eisenbahnverbände BDEF, BF Bahnen, VBB und VDEI.

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"modell-hobby-spiel" in Leipzig

Für die Messe "modell-hobby-spiel" vom 30. September bis 3. Oktober in Leipzig konnte der BDEF wieder die attraktive Vergünstigung für seine Mitglieder verabreden. Durch das Entgegenkommen der Messeleitung wird bei Vorlage des gültigen BDEF-Ausweises an den Kassen eine Ermäßigung der Tageskarte von 8,50 auf 6,- Euro gewährt (~30 % !).
Gegenüber einer Lösung mit Gutscheinen hat dieses Verfahren den Vorteil, dass viele Mitglieder eines Vereins die Vergünstigung wahrnehmen können.
Die "modell-hobby-spiel 2006" wird zum elften Mal veranstaltet und ist auch in diesem Jahr Treffpunkt für Modelleisenbahn-Begeisterte aus ganz Deutschland. Die vergangenen Veranstaltungen haben deutlich gemacht, dass sich die "modell-hobby-spiel" als einer der führenden Treffpunkte der Modellbau-, Spiel- und Kreativszene in Europa etabliert hat.
Unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Deutscher Eisenbahn-Freunde e.V. (BDEF), Europas größtem Dachverband für Eisenbahnfreunde, stellen Modelleisenbahn-Clubs aus Deutschland, Polen, Tschechien, Frankreich und Großbritannien detailgetreu gestaltete Anlagen zur Schau.
Für die Modellbahn-Jugend wird auch heuer wieder das bekannte "Junior College Europa(r)" stattfinden, bei dem Kinder und Jugendliche spielerisch an das Hobby herangeführt werden. Das "JCE 2006" wird auch dieses Jahr von unseren Freunden der Sächsischen Modellbahner Vereinigung SMV mit Unterstützung des BDEF organisiert und betreut.

Die BDEF-Anlagenschau auf der modell-hobby-spiel 2006 wird sämtliche gängigen Maßstäbe umfassen:

Das herausragende Merkmal von Z-Anlagen ist das Zeigen von Eisenbahn in viel Landschaft. Der Z-Stammtisch Rheinland-Ruhrpott ZSRR zeigt eine Komposition von Themen aus der Landschaft des Niederrheins und des Ruhrgebiets. Kenner der Region werden manches liebevoll gestaltete Detail wieder erkennen. Eine im ehemaligen BW untergebrachter Museumsbahnverein und ein kleiner Regionalflughafen sowie ein abgestürzter Kampfjet sorgen für Eyecatcher.

Der MEC Bliesen hat seine Module ohne konkretes Vorbild gebaut. Schwerpunkt ist ein attraktiver Zugbetrieb. Die Module sind so gestaltet, dass sie auch eigenständig bei den einzelnen Vereinsmitgliedern (Erbauern) als Dioramen eingesetzt werden können.

Von besonderem Reiz ist das polnische Modulensemble in Spur N. 10 Modellbahngruppen aus ganz Polen fügen ihre Module, die den Betrieb der Polnischen Eisenbahn thematisieren, zu einem über 30 m langen Arrangement zusammen. Nachdem uns unsere Polnischen Hobbyfreunde in den letzten 10 Jahren immer wieder mit ihren Anlagen begeistern konnten, erwarten wir mit Spannung ihre diesjährige Präsentation.

In N finescale ist wieder der St. Neots model railway club aus dem Vereinten Königreich zu Gast, dieses Jahr mit seinem Kleinkunstwerk "Kings Green Wharf". Mit einer dichten faszinierenden Atmosphäre rund um eine Kai-Anlage an einem Kanal wird der Besucher in den Bann gezogen.

Mit besonderem Interesse sehen wir der Präsentation des Modelleisenbahnclubs aus Prag entgegen, der uns in einer detaillierten Landschaft in der Spurweite TT den Nebenbahnbetrieb der tschechischen Eisenbahnen näher bringt. Stolz berichten die Eisenbahnfreunde aus Prag von dem großen Zuspruch, den sie bei ihren bisherigen Ausstellungen im In- und Ausland einheimsen konnten. Das 30 Meter lange Modularrangement wird seinen Eindruck auf die Besucher nicht verfehlen.

Mit ihrer "Chemins de Fer de Limousin", einer fiktiven Schmalspurbahn in Spur H0m, wird der Club de Modélisme de Draveil sicher das Tagesgespräch während der Ausstellung bestimmen. Mit einer unheimlich stimmigen landschaftlichen und kleinstädtischen Atmosphäre lässt dieses Kunstwerk Raum und Zeit vergessen und entführt die Besucher in eine verträumte Zeit aus den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Man möchte sich mit einer Flasche Rotwein vor der Anlage in einen Sessel setzen und nur noch genießen. Als zusätzlichen Clou haben unsere französischen Künstler noch "special effects" in Form von drehbaren Anlagensegmenten eingebaut, mit denen verschiedene Situationen nachgebildet werden: der Wochenmarkt weicht dem Zirkus, dieser dem Bolzplatz für die Kinder. Darüber hinaus gibt es noch viele Details zu entdecken, die wir jetzt noch nicht verraten wollen: was macht der Schafhirte hinter dem Busch und der Sargträger hinter der Kirche?

In Spur H0 setzen die Freunde der Westhavelländischen Kreisbahn eben dieser ein Denkmal. Mit aufwändigen Recherchen und unzähligen Ausflügen zur ehemaligen Trasse und noch existierenden Relikten dieser 1969 stillgelegten Nebenbahn haben die Mitglieder dieser rührigen Vereinigung die Details zusammengetragen, die sie für die Realisierung ihres Vorhabens benötigten. In Leipzig werden sie uns die beschauliche Zeit der 60er-Jahre präsentieren.

Auch der MEC Waren baut im Maßstab 1:87 (H0). Mit seiner Anlage "Bw Engelshausen" wird er besonders die Dampflokfreunde ansprechen. Obwohl diese Anlage kein konkretes Vorbild hat, sind alle typischen BW-Abläufe dargestellt. Die selbstgebaute Drehscheibe, das Modell des Wasserturms von Waren (Müritz) und der Bekohlungskran werden die Besucher an alte Zeiten erinnern. Als besonders Highlight ermöglichen die zahlreichen Miniaturlampen einen Nachtbetrieb.

Entsprechend der großen Verbreitung der H0-Spur ist es nicht verwunderlich, dass sich auch der MEC Oranienburg mit diesem Maßstab beschäftigt, gibt es doch dafür das am breitesten gefächerte Sortiment an Modellen und Zubehör. Ohne konkretes Vorbild aber in der DR-Epoche III / IV angesiedelt, demonstriert der Club einen abwechslungsreichen Fahrbetrieb mit seinem 7-gleisigen Haupt- und einem ebenso großen Schattenbahnhof. 150 lfd m Gleis wurden verbaut und 63 Weichen installiert. Dazu kommt noch ein 5-gleisiger Bergbahnhof mit beidseitig abzeigender Nebenbahn. Weitere Highlights sind die Dampflokbehandlungsanlagen, die Diesellok-Tankstelle, der motorisiert Straßenverkehr: eine Buslinie pendelt zwischen dem Stadtbahnhof und dem Bergbahnhof und der Steinbruch mit der H0e-Lorenbahn.

Der MBC Hettstedt entführt uns dieses Jahr in das Land der "unbegrenzten Möglichkeiten". Seine neue Anlage im Maßstab 1:87 (H0) nach amerikanischem Vorbild ist thematisch in den Rockies (Rocky Mountains) angesiedelt, ohne sich jedoch an einem konkreten Vorbild zu orientieren. Antrieb zum Bau dieser Anlage war der Wunsch, etwas von der überwältigenden Dimension amerikanischen Güterverkehrs mit den schier endlos langen Zügen in heimatliche Gefilde zu übertragen.
So werden z.B. bis zu 5 Meter lange Züge mit Dampf- und Dieseltraktion gefahren, die - gemessen an der Vorbildsituation mit ihren mehrere km langen Zügen - immer noch recht niedlich wirken, aber doch die Dimension des amerikanischen Güterverkehrs erahnen lassen.

Ebenfalls im Maßstab 1:87 bauen die Magdeburger Straßenbahnfreunde. Wie aber ihr Name schon verrät, schlägt ihr Herz für die historischen und modernen Fahrzeuge des städtischen Nahverkehrs im Original und natürlich auch im Modell. Zum 120-jährigen Jubiläum der Magdeburger Straßenbahn im Jahr 1997 schufen sie eine Präsentation der geschichtlichen Entwicklung des ÖPNV in der Stadt Magdeburg. Bereits zu diesem Termin konnten der Magdeburger Bevölkerung eine Reihe von historischen Fahrzeugen präsentiert werden, welche in Zusammenarbeit mit der MVB AG, durch die finanzielle Hilfe zahlreicher Sponsoren und die tatkräftige Arbeit der Vereinsmitglieder aufgearbeitet wurden. So die Triebwagen 70, 124 und der Beiwagen 352. Zum Jubiläum "100 Jahre Elektrische" konnten auf Grund erheblicher Eigenleistungen durch die Vereinsmitglieder, Spenden und Lotto-Mitteln die Fahrzeuge 23, 138, 300 fahrbereit gemacht werden. Die MSF tauschen mit den Nahverkehrsfreunden des deutschsprachigen europäischen Raumes ihre Erfahrungen bei der Erhaltung und Restaurierung von Zeitzeugen des historischen Nahverkehr in Europa aus. Die gegenwärtig Vereinsarbeit konzentriert sich auf dem Bau von Modellstraßenbahnanlagen, den Modellbau und die Verkehrsgeschichte. Freuen wir uns auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Modell.

Im Maßstab 1:45 (Spur 0) präsentiert sich dieses Jahr der MEV Grossräschen aus der Lausitz. Mit Nebenbahnmotiven zaubert er eine Atmosphäre in Anlehnung an das märkische Flachland . Die Beschränkung auf die Nebenbahn erlaubt eine kompakte Anordnung der Anlagensegmente und bietet - was für Anlagen in dieser Spurweite eher selten ist - eine überraschend detailreiche Gestaltung an Landschaft, Bauwerken und Szenen. Anlagenschwerpunkte sind zwei kleine Durchgangsbahnhöfe, auf denen vorbildgerechter Rangierbetrieb möglich ist und ein Gleisanschluss für örtliche Industrie. Auf der Anlage verkehren nur Triebfahrzeuge, die auf solchen Strecken auch eingesetzt wurden: BR 89, BR 89 mit Schlepptender, zweiachsige Triebwagen und BR 55 sowie Köf - weitere Fahrzeuge folgen. Die Anlage entstand in Segmentbauweise und hat eine Ausdehnung von 8 m x 3,25 m, verbaut wurden zehn Weichen und rund 60 m Gleise.

Die Modellbahnfreunde Niederrhein haben sich in der Königsspur (Spur I) Maßstab 1:32 vor allem vorgenommen, das Manko vergleichbarer Anlagen in dieser Spur - die fehlende Landschaftsgestaltung - auszugleichen. Da klar war, dass dieser Aufwand für die Gestaltung der Landschaft nur in einem überschaubaren Rahmen möglich war, wurde das Anlagenthema "Kleiner Bahnhof an einer eingleisigen Nebenbahnstrecke" gewählt: Die Schienen wurden eingeschottert, Bäume und Büsche, ja selbst Gräser zwischen dem Schotter wurden gesetzt, Bahnhof, Stellwerk, Untersuchungsgrube, usw. wurden gebaut, Straßen mit Menschen und Autos belebt und um der ganzen Sache auch eine räumliche Tiefe zu geben, wurden selbst angefertigte Hintergrundkulissen installiert. Aufgrund dieses Konzeptes dieser Anlage war nicht das Präsentieren von Loks und Wagen das Ziel, sondern die Darstellung eines realistischen Betriebsablaufes. Der von den Zuschauern einsehbare vordere Bereich mit dem Bahnhof zeigt konsequenterweise den normalen Betriebsablauf an einem Kleinstadtbahnhof. Manche Züge halten, andere fahren durch, Güterzüge werden für Überholungen "auf die Seite" genommen, Rangierfahrten finden statt, Dampfloks, werden mit Kohle und Wasser versorgt, Lokwechsel sind möglich, usw. Da die Mitglieder des Vereins eine Fülle von rollendem Material besitzen und es auch für Ausstellungen zur Verfügung stellen, können sehr viele verschiedene Züge präsentiert werden, vom kurzen Güterzug mit Personenbeförderung bis zum D-Zug. Bis zu sieben Garnituren können gleichzeitig auf der Anlage verkehren, hinzu kommen noch im sichtbaren Bereich abgestellte Strecken- und Rangierloks. Während eines Ausstellungstages werden von Zeit zu Zeit einzelne Zuggarnituren gegen neue ausgetauscht, so dass der Betrachter immer wieder etwas Neues entdecken kann. Auf einer Fläche von 15 m x 4m und auf 100 Meter Schienenlänge werden die großartigen Spur I Modelle an de Besuchern vorbeiziehen

Die Arbeitsgemeinschaft Eisenbahn Königslutter e.V. zeigt Ihre Spur-IIm-Anlage (Maßstab 1:22,5) in einem Oval vom 12 x 2,5 m. Zum Einsatz kommen überwiegend Fahrzeuge der Harzer Schmalspurbahnen oder anderer, überwiegend ostdeutscher Schmalspurbahnen aus dem Hause LGB (Lehmanns Großbahn Nürnberg). Die Anlage ist überwiegend mit Fotokulissen, von HSB-Gebäuden aus dem Hause Endell, ausgestattet. Mittelpunkt der Anlage ist im vorderen Bereich der Bahnhof "Drei Annen Hohne" und ein Ensemble von Häusern aus der Kirchstraße in Wernigerode. Im hinteren Bereich befindet sich der Bahnhof "Alexisbad" sowie das Stellwerk und das HSB Betriebswerk Wernigerode.
Die Landschaft auf der Anlage ist dem Harz nachempfunden. Im rechten Bereich ist ein kleines BW, der Güterschuppen, die "Hasseröderbaude" mit brennendem Grill und laufendem Brunnen sowie ein kleiner Wald angeordnet. Im linken Bereich befindet sich ein kleines Dorf mit Reliefhäusern im Harzer Stil, das Hotel "Goldener Hirsch", ein kleiner Markt und ein Teich. Die Landschaft wird ständig erweitert und lässt durch Austausch von Teilen andere Bilder zu.

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InnoTrans 2006, Berlin 19. - 22. September 2006
Publikumstage 23. - 24. September 2006

In Berlin, dem deutschen Zentrum für Verkehrstechnik-Kompetenz mit einer Fülle von Referenzobjekten und über 220 angesiedelten Firmen der Verkehrstechnikindustrie, bietet die InnoTrans die Plattform für nationale und internationale Anbieter und Nachfrager des Personen- und Güterverkehrs. Mit dem Ausstellungsschwerpunkt der Schienenverkehrstechnik (Railway Technology) hat sich die InnoTrans als internationale Branchenplattform etabliert. In direkter Anbindung zum Ausstellungsbereich in den Messehallen wird ein breites Spektrum spurgebundener Fahrzeuge auf der über zwei Kilometer langen Gleisanlage der Messe Berlin präsentiert. Weitere Angebotsschwerpunkte der Fachmesse sind "Railway Infrastructure", "Interiors", "Public Transport", "Transport IT" und "Services" sowie neu in 2006 "Tunnel Construction".

Im Rahmen der Fachmesse findet die InnoTrans Convention statt. Den thematischen Schwerpunkt bildet das Dialog Forum unter Federführung des Deutschen Verkehrsforums, des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), des Verbandes der europäischen Schienenverkehrsindustrie (UNIFE) sowie des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB). Von der Deutschen Bahn AG initiiert und organisiert bietet der European and Asian Rail Summit (EARS) Verkehrsministern und Generaldirektoren mittelosteuropäischer und asiatischer Verkehrsunternehmen die Möglichkeit zum Dialog.

Das Ausstellungssegment "Tunnel Construction" wird inhaltlich begleitet von international besetzten kompakten Diskussionsforen im Rahmen der InnoTrans Convention. Das "International Tunnel Forum" findet am 20. und 21. September 2006 statt und wird inhaltlich federführend von der STUVA (Studiengesellschaft für unterirdische Verkehrsanlagen e.V.) durchgeführt.

Die gelungene Verbindung von Fachmesse, anspruchsvollem Rahmenprogramm und Produkt-Präsentation auf dem Gleisgelände ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der Berliner InnoTrans.

Bisher haben sich weit über 1000 Aussteller für die Leitmesse der Branche angemeldet. Dazu gehören alle Weltmarktführer der Schienenverkehrstechnik - und wiederum der BDEF. 
Der BDEF wird auf seinem Stand neben der wichtigen Präsenz der Eisenbahn-Freunde auch eine attraktive Modellbahnanlage (gesponsort von ROCO) zeigen, die auf Wunsch der Messeleitung auch als "willkommener Ruhepol für gestresste Manager" dienen soll (Originalaussage Messeleitung!). Den BDEF findet man während der Fachmesse in Halle 4.1 Stand-Nummer 235. Wir freuen uns auf IHREN Besuch.

Fachmesse: Öffnungszeiten 9 - 18 Uhr
Eintrittspreise inkl. Katalog: Tageskarte: 32,- Euro, Dauerkarte: 42,- Euro
Besuchen Sie auch am 23. und 24. September 2006 die Publikumstage der InnoTrans 2006, das "Bahnhofsfest" für große und kleine "Eisenbahn-Freaks", das neben faszinierenden Exponaten aus dem Schienenverkehr ein buntes Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie mit Musik, Spiel, Spaß und Action bietet.
Der Eintritt zu den Publikumstagen ist frei. Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, Haupteingang Süd (Jafféstrasse). Die Publikumstage finden nur im Frei- und Gleisgelände der Messe Berlin statt. Die Fachmesse ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zugänglich.

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Transport eines Großtrafos

Der Transport eines neuen Trafos zum Kavernenkraftwerk in Wehr dürfte unzweifelhaft das größte Spektakel der letzten Monate gewesen sein. Und dieses Spektakel zog zahlreiche Zuschauer sowie die Medien in ihren Bann. Natürlich waren auch zahlreiche Vereinsmitglieder der Eisenbahnfreunde Wehratal e.V. live mit dabei. Der EW-Redakteur informierte laufend per e-Mail und Internet über den aktuellen Stand der Dinge. Endlich war auf "unserem Bahnhof" wieder einmal Betrieb.
Der Trafo, verladen auf dem 32-achsigen Wagen Uaai 86 80 997 2 901 - 4, reiste auf der Schiene von Nürnberg nach Wehr-Brennet an. Da der Transport nur unter Sperrung des Nachbargleises (teilweise mit Verschieben der Ladung entlang von Hindernissen) durchgeführt werden konnte, wurde überwiegend in den Nachtstunden und am Wochenende gefahren. In Nürnberg startete der Transport am 20. April, am 25. April hatte er dann den Bahnhof Rheinfelden erreicht. In der Nacht 29./30.04. wurde dann nach Wehr-Brennet weiter gefahren. Dort musste die so genannte "Zungen-und herzstücklose Anbindung" (ZHA) umgebaut werden, damit der Transport in das Ladegleis einfahren konnte.
Um 1.30 Uhr hatte der Trafo das Ladegleis erreicht und nachdem die Lok das Ladegleis wieder verlassen hatte, wurde die ZHA wieder zurück gebaut, damit die Züge der Hochrheinstrecke wieder verkehren konnten.
Am Vormittag des 30.4. wurde der Trafo dann unter den Blicken zahlreicher Zuschauer von der Schiene auf die Straßenfahrzeuge umgesetzt. Pünktlich um 15 Uhr begann dann der Straßentransport in Richtung Kaverne. Der Zeitplan für den Transport kam dann aber schnell durcheinander, weil zwischen Öflingen und Wehr an einem der Zugfahrzeuge ("Heuler") ein Schaden an der Kühler-Anlage auftrat. Der Transport musste auf der im Bau befindlichen Umgehungsstraße abgestellt werden bis aus Hanau die entsprechenden Ersatzteile eingetroffen waren. Am 1. Mai ging es dann mit 24 Stunden Verspätung problemlos weiter bis zum Kavernenkraftwerk. Dort wurde der neue Trafo zunächst abgesetzt. Mit der Transporteinheit wurde der alte (defekte) Trafo aus der Kaverne geholt und ebenfalls abgesetzt. Anschließend wurde der neue Trafo wieder übernommen und in die Kaverne gebracht.

Der Transport des alten Trafos von der Kaverne zum Bahnhof Wehr-Brennet erfolgte dann am Morgen des 4. Mai. Gegen 11 Uhr traf der Transport am Bahnhof ein. Da der Trafo infolge einer Gleisbaustelle nicht abgefahren werden konnte, die Transporteinheit aber für einen anderen Transport dringend benötigt wurde, setzte man den Trafo am Bahnhof ab. Die leere Transporteinheit verließ dann Brennet in der Nacht 04./.05. Mai. Es dauerte dann bis zum 22. Mai, bis die Transporteinheit wieder in Brennet bereit gestellt werden konnte. Am 23. Mai wurde der Trafo wieder auf die Schienenfahrzeuge umgesattelt und in der Nacht 23./24. Mai abgeholt und bis Rheinfelden gefahren. Am Bahnhof Wehr-Brennet kehrte wieder Ruhe ein.

Am 27. Mai ging der Trafo dann auf seine weite Reise nach Nürnberg. Und diese Reise dauerte wieder über eine Woche. Der alte Trafo wird in Nürnberg nun generalüberholt. In etwa einem Jahr soll er wieder nach Wehr zurückkehren und dort als Reservegerät eingelagert werden. Dann wird es in Wehr hoffentlich wieder ein ähnliches Spektakel geben.

Vom Transport machten die Eisenbahnfreunde Wehratal e.V. einige Hundert Fotos. Einige wenige davon haben wir für die Leser des BDEF-Rundschreibens ausgesucht.

Der  

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Neu: "Modellbahntechnik aktuell"

Am 10.07.2006 erschien die erste Ausgabe eines neuen Newsletters zum Thema Modellbahntechnik im Fachverlag für Computerwissen in Bonn, einem Fördermitglied des BDEF. "Modellbahntechnik aktuell" ist der neue unabhängige Praxisratgeber zu Digitalsteuerung, Elektronik und technischem Modellbahnbau. Die rasante Entwicklung in der PC- und Digitaltechnik machen die Modellbahn heute zu einem eigenen hochtechnischen Mikrokosmos. Da heißt es Schritt halten und aus den vielen Produkten und Schaltungsmöglichkeiten die beste technische Lösung mit vertretbarem Aufwand zu realisieren.
Das notwendige Kompaktwissen für diese große Aufgabe erhält man ab sofort mit dem neuen Praxisratgeber "Modellbahntechnik aktuell". Hier findet sich eine Zusammenstellung der wichtigsten Tipps, Tricks und professionellen Schritt-für-Schritt-Anleitungen wie man mehr aus seiner Modellbahn macht. Sofort-Hilfe-Lösungen bei Pannen, Checklisten, aktuelle Nachrichten aus der Technik-Szene und viele Tipps zum Geldsparen kommen dem anspruchsvollen Hobby direkt zu Gute.

Modellbahntechnik aktuell erscheint im Fachverlag für Computerwissen, einem Unternehmensbereich der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG in Bonn. Weitere Publikationen rund um PC und Technik sind unter www.computerwissen.de  zu finden.

Leser des Praxisratgebers können auch die kostenlosen Serviceleistungen von Modellbahntechnik aktuell nutzen:

* Exklusiver Online-Service mit Zugriff auf das komplette Archiv mit allen Beiträgen im praktischen PDF-Format,

* Aktuelle Tipps und Modellbahnsoftware zum Download,

* E-Mail-Service: 24-Stunden-E-mail-Hotline mit Antwortgarantie bei Fragen rund um den technischen Modellbahnbau,

* Sonderkonditionen für den limitierten H0-Sonderwagen und Vergünstigungen bei gemeinsamen Fahrten mit Sonderzügen, Modellbahntreffen und Messen,

* Kostenloser E-Mail-Newsletter: Alle 14 Tage das Neueste zu Digitalsteuerung, Elektronik und technischem Modellbahnbau direkt vom Chefredakteur.

Wer noch nicht Leser von "Modellbahntechnik aktuell" ist, kann den Informationsdienst gratis und risikolos 14 Tage lang testen. Die aktuelle Ausgabe wird kostenlos zugeschickt und man hat 14 Tage lang Zeit, alle Vorteile des Informationsdienstes ausgiebig zu nutzen. Der 14-Tage-Gratis-Test kann unter www.modellbahntechnik-aktuell.de  angefordert werden.

Kontakt: Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Theodor-Heuss-Str. 2-4, 53095 Bonn, Telefon: 0228-9550190, Fax: 0228-3696001

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"Schmankerl" für Gartenbahnfreunde

Mit der ersten Folge von "Traumanlagen" eröffnet das Großbahn-Magazin "Gartenbahn-Profi" eine neue Reihe von Spezialausgaben. Diese erste Spezialausgabe dreht sich ausschließlich um Modellbahnanlagen großer Maßstäbe auf der Spurweite von 45 Millimetern. Aber das ist schon so ziemlich alles, was die vier vorgestellten Großbahnanlagen miteinander verbindet. Da geht es um eine faszinierend schöne, mit atemberaubenden Brücken ausgestattete amerikanische Waldbahn. Die auf Modulen aufgebaute Innenanlage hat das Fällen riesiger Mammutbäume und deren Transport auf der Schiene zum Thema.
Doch es ist beileibe keine Frage des Platzes, sondern der Ideen, wenn es darum geht, eine Großbahn im Haus aufzubauen. Auch auf nur 15 Quadratmetern ist lebhafter Kleinbahnbetrieb möglich, sogar in Kombination mit Regelspur in Baugröße 11. Die Anregungen holte sich der Erbauer unter anderem im österreichischen Ybbstal.
Dass Großbahnen auch im Freien zuhause sind und ganze Gärten in kleine Traumlandschaften verwandeln können, das zeigen zwei Außenanlagen. Die eine besitzt deutsches Kleinbahnflair und fasziniert durch viele selbst gebaute Gebäude und eine hübsche Zahnrad-Bergbahn. Die andere Gartenbahn widmet sich dem Thema Schmalspur in der Schweiz, insbesondere der Rhätischen Bahn. Und natürlich gehören Berge und viele Brücken dazu. Doch erst das Gespür der Erbauer für die thematische Umsetzung mit Accessoires am Streckenrand und die passenden Bepflanzungen machen diese Gartenbahnen unverwechselbar.
Mit "Traumanlagen 1" gibt es eine Fülle von Anregungen, die eigene Groß- oder Gartenbahn zu gestalten. Die Anlagenporträts wurden übrigens eigens für diese Spezial-Ausgabe erstellt und stellen keinen Zusammenschnitt bereits erfolgter Veröffentlichungen dar.

Traumanlagen 1. Reihe Gartenbahn Profi Spezial, Ausgabe Nr. 1. Format DIN A4, 100 Seiten, Klammerheftung, mit 163 durchgehend farbigen Abbildungen. Werbefrei. Expromo Verlag Birgitta Gilbert, Postfach 290168, 47261 Duisburg, Preis 17,- € (D,A) bzw. 28,- CHF (CH)

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"... der Mann, der die Eisenbahn malte..."

.... so nannte Theodor Heuss den Maler Hermann Pleuer (1863 -1911). Pleuer zählt zu den wichtigsten Vertretern des Impressionismus in Süddeutschland. Als einer der ersten Künstler in Deutschland hat sich Ende des 19. Jahrhunderts der in Schwäbisch Gmünd geborene Hermann Pleuer - ähnlich wie Claude Monet in Frankreich - intensiv mit dem Thema Eisenbahn und Industrie auseinander gesetzt. Wobei ihm die "schwäb'sche Eisebahne" und hier vor allem der Stuttgarter Bahnhof Modell standen. Dabei entstanden nicht nur hochrangige impressionistische Kunstwerke sondern auch unersetzliche Zeitdokumente. Pleuer war fasziniert von den technischen Errungenschaften des Industriezeitalters und vom einsetzenden Rausch der Geschwindigkeit.

Parallel zur Hermann Pleuer Ausstellung wird in der Technikgalerie anhand von Modellen die Geschichte der württembergischen Staatseisenbahnen nachgezeichnet. Die Ausstellung "Auf der schwäb'sche Eisebahne... Modellbahnen - Bahnmodelle" bildet den technischen Gegenpol zur Präsentation des künstlerischen Schaffens von Hermann Pleuer. Im Mittelpunkt stehen die Württembergischen Staatseisenbahnen, die 1845 ihre erste Strecke (Cannstatt - Untertürkheim) eröffneten und 1920 in der Deutschen Reichsbahn aufgingen. Illustriert mit Fotos und Plänen wird die hoch interessante Entwicklung dieser für die industrielle Entwicklung des damals noch überwiegend agrarischen Königreichs Württemberg so bedeutungsvollen Einrichtung aufgezeichnet. Besonderes Interesse gilt dabei natürlich der 1861 eröffneten Remsbahn und dem Bahnhof Schorndorf. Zahlreiche Modelle von Eisenbahnwagen und Lokomotiven in unterschiedlichen Maßstäben (darunter Einzelstücke im Maßstab 1:10!) veranschaulichen das damalige rollende Material auf der Schiene. Natürlich dürfen dabei originale Relikte vergangener Eisenbahntage nicht fehlen. Ein besonderer Leckerbissen für Eisenbahnfreunde und solche, die es noch werden wollen, ist eine Schmalspurbahn (H0) in schwäbischer Landschaft des Leonberger Modellbauclubs e.V.
Die Modelle sind mit Unterstützung von Mitgliedern der AG Eisenbahnhistorie Stuttgart zusammengetragen. Die H0-Modelle gehören überwiegend einem Sammler aus Plochingen. Von ihm und BRAWA stammen einige Dioramen. Die Spur-1-Modelle sind eine Leihgabe der Fa. Schweickhardt, Waiblingen. Die Loks im Maßstab 1:10 kommen vom Bw Plochingen und der Sparda-Bank Stuttgart. Weitere Privatsammler und -modellbauer sind ebenfalls beteiligt.
Eintritt € 2,-. Die Ausstellung "Hermann Pleuer - Malerei" des Kulturforums Schorndorf in den Galerien für Kunst und Technik, Arnoldstr. 1, 73614 Schorndorf entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Schloss Fachsenfeld. Geöffnet von Dienstag, 1.8. bis Sonntag, 24.9. täglich von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, sonntags 10 bis 17 Uhr. Montags geschlossen.

eMail: kulturforum@schorndorf.de , Internet: www.kulturforum-schorndorf.de 

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Neue Doppelstockwagen für die Regionalzüge München - Mühldorf

Die SüdostBayernBahn hat für ihre Kunden neue Wagen bestellt. Von Mai bis Juli 2007 werden vom Fahrzeughersteller Bombardier 24 Doppelstockwagen der neuesten Generation, kurz Dostos, geliefert. Ab Sommer 2007 hat die SüdostBayernBahn damit doppelt so viele Doppelstockwagen wie bisher im Einsatz.
Durch die neuen Wagen kann die SüdostBayernBahn mehr Sitzplätze in den Zügen München - Mühldorf anbieten. Ein neuer Dosto-Zug mit acht Wagen hat 968 Plätze. Damit stehen den Fahrgästen über 30 Prozent mehr Sitzplätze gegenüber einem herkömmlichen Zug zur Verfügung.
Alle neuen Wagen sind mit Klimaanlage und einem Fahrgastinformationssystem ausgestattet. Damit bieten sie neuesten Servicestandard. Die ersten neuen Fahrzeuge hat der Fahrzeughersteller für Mai 2007 zugesagt.
Von der Qualitätssteigerung profitieren über 15.000 Fahrgäste, die täglich zwischen Mühldorf und München unterwegs sind. Auf dieser Strecke sind die Fahrgastzahlen in den letzten Jahren um rund 30 Prozent gestiegen.
Um schon kurzfristig mehr Kapazität bereitstellen zu können, hat der Freistaat Bayern für 2007 zwei neue Züge zwischen Mühldorf und München bestellt.
Durch die zusätzlichen Züge und die neuen Wagen wird die Qualität des Angebots auf der viel befahrenen Strecke verbessert.

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WM: über 30 Millionen zusätzliche Fahrgäste

VDV: Erwartungen der Veranstalter wurden um ein Mehrfaches übertroffen:

In den gut vier Wochen der Fußball-Weltmeisterschaft haben die Busse und Bahnen in den zwölf WM-Städten und bei der DB AG insgesamt mehr als 30 Millionen Fahrgäste zusätzlich zum normalen Tagesgeschäft befördert. "Dieses Ergebnis hat die Prognosen der Veranstalter um ein Mehrfaches übertroffen", stellte Herbert König, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) und Vizepräsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), erfreut fest. "Wir sind stolz, zum Gelingen des weltweit anerkannten fröhlichen und friedlichen Fußballfestes in Deutschland einen entscheidenden Beitrag geleistet zu haben."

"Zwei Millionen Ticketinhaber sind bei den 64 Spielen der WM mit Bussen und Bahnen zu den Stadien gefahren." Dies bedeute, dass mehr als 60 Prozent der Stadionbesucher öffentliche Verkehrsmittel genutzt haben. Damit sei das Ziel der FIFA, dass für eine reibungslose An- und Abreise zu den Stadien mindestens die Hälfte aller Stadionbesucher mit dem ÖPNV anreisen soll, deutlich übertroffen worden. Auch das umweltpolitische Ziel im "Green-Goal"-Konzept mit dem ÖPNV als tragender Säule für einen klimaneutralen und umweltfreundlichen WM-Verkehr sei voll aufgegangen. Erstmals in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften hatte der VDV mit der FIFA ein Kombiticket vereinbart. Dies berechtigte alle Inhaber von Eintrittskarten zu den WM-Spielen, am Spieltag bis zum frühen Morgen des kommenden Tages ohne zusätzliche Kosten alle Verkehrsmittel im Gebiet des Verkehrsverbundes des Spielortes zu nutzen. "Von dieser Möglichkeit haben die meisten Fans auch ausgiebig Gebrauch gemacht, indem sie die Fanfeste besucht haben oder in den Städten zum Einkaufen oder Besichtigen unterwegs waren", berichtete König. Auch die Resonanz auf die Fanfeste und die "Public-Viewing"-Angebote habe die Erwartungen erheblich übertroffen. Da diese zumeist in den Innenstädten angeboten wurden, habe der Prozentsatz der Fans, die mit Bussen und Bahnen angereist seien, sogar noch deutlich höher - vielfach bis 90 Prozent - gelegen.

Auch die 15.000 ehrenamtlichen FIFA-Volunteers bewegten sich in den WM-Städten mit Bussen und Bahnen zu ihren Einsatzorten, nachdem es auch für diese Gruppe eine Vereinbarung zwischen der FIFA und dem VDV und den Verkehrsunternehmen und -verbünden über die kostenlose Beförderung während der gesamten WM gegeben hatte.

Mehrere Verkehrsunternehmen hatten WM-Besucher aus dem In- und Ausland befragt, wie zufrieden sie mit dem Angebot und Service von Bussen und Bahnen seien. Dabei fanden es beispielsweise 90 Prozent (sehr) einfach, die benötigten Informationen zu erhalten. 93 Prozent waren mit der Pünktlichkeit der Verkehrsmittel (sehr) zufrieden, 92 Prozent lobten die Sauberkeit von Fahrzeugen und Haltestellen/Bahnhöfen und 89 Prozent waren mit der Fahrtenhäufigkeit (sehr) zufrieden.

Ob allerdings der enorme Zusatzeinsatz der Verkehrsunternehmen und -verbünde und die damit verbundenen Mehraufwendungen durch die zusätzlichen Einnahmen letztlich gedeckt werden, werde in den nächsten Wochen noch zu klären sein. Das Image des öffentlichen Personennahverkehrs in Deutschland und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe jedenfalls entscheidend hinzugewonnen.

Die WM habe auf jeden Fall in der ganzen Welt als Leistungsschau des ÖPNV in Deutschland gedient. "Viele kommen aus Gegenden, in denen neben dem Auto, den eigenen Beinen und ein bisschen Fahrrad kaum etwas anderes stattfindet", erläuterte der Botschafter des Umweltschutz-Konzeptes "Green-Goal" der FIFA, Prof. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a. D. und bis vor kurzem Direktor des UN-Umweltprogramms. Die organisatorische Leistung und die sauberen Fahrzeuge seien hervorzuheben. Seine Gesamtbewertung falle durchaus positiv aus. Das Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" sei bestens umgesetzt worden. Die Mobilität habe besser geklappt als erwartet. Töpfer spricht auch einen weiteren wichtigen Punkt an: "Viel zu wenig zur Geltung kommt, dass der ÖPNV einen wunderbaren Erlebnisaustausch und beste Kontaktmöglichkeiten bietet. Es zeigt sich unmittelbare Lebensfreude, es wird gemeinsam gefiebert und Identitäten werden auch über nationale Eigenheiten gelebt."

VDV-Vizepräsident König wies aber noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass die jüngst vom Bund und den Ländern beschlossenen massiven Kürzungen der öffentlichen Finanzmittel für den ÖPNV ein Schritt in die absolut falsche Richtung seien. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee habe gerade festgestellt, dass in den kommenden zehn bis 15 Jahren das Verkehraufkommen zwischen den deutschen Ballungszentren so anwachsen werde, dass es an das Niveau der WM heranreiche. "Das was wir bei der WM erlebt haben, wird dann Dauerzustand sein", sagte Tiefensee. Dazu stellte König klar, dass das öffentliche Verkehrssystem in Deutschland bei der WM weltmeisterlich gearbeitet und funktioniert hat. "Aber für eine dauerhafte Leistung auf diesem Niveau muss das System weiter ausgebaut und stärker finanziell ausgestattet werden. Die beschlossene massive Kürzung der Mittel sorgt dafür, dass wir in der Qualifikation ausscheiden."

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Zeitreise mit dem ET 65

In wenigen Jahren wird das Streckennetz der S-Bahn Stuttgart um die Tangentialstrecken zwischen Marbach/N und Backnang (S40) und Renningen und Böblingen (S60) erweitert. Der historische Elektrotriebwagen 465 006 startet am Sonntag, 30. Juli 2006 zu einer Rundfahrt auf diesen künftigen Ausbaustrecken der S-Bahn Stuttgart. Während der Rundfahrt erhalten die Reisenden aus erster Hand Informationen über den Stand dieser Ausbauprojekte.
Nach dem großen Erfolg der Sonderveranstaltung am 21. Mai unternimmt der historische ET 65 006 der SVG einen Ausflug in die Zukunft der Stuttgarter S-Bahn. Im Rahmen der Sonderfahrt am Sonntag, 30. Juli 2006 vom Stuttgarter Hauptbahnhof über Untertürkheim und Waiblingen wurde zwischen Backnang und Marbach/N die kleine Murrbahn bereist. Die heute in Marbach/N endende Linie S4 wird in ein paar Jahren bis zum heutigen Endpunkt der S3 nach Backnang verlängert. Weiter über Ludwigsburg und Leonberg zweigte die Sonderfahrt in Renningen von der Württembergischen Schwarzwaldbahn ab. Zwischen Renningen, Magstadt, Maichingen, Sindelfingen und Böblingen erfolgt ein zweigleisiger Ausbau der Rankbachbahn als künftige S-Bahn Linie S60, die ab 2010 in Betrieb gehen soll und die heutigen S-Bahn Linien S1 und S6 miteinander verbindet. Danach erfolgte die Rückfahrt über Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-West zum Hauptbahnhof.
Dr.-Ing. Dirk Vallée, leitender technischer Direktor des Verbandes Region Stuttgart (VRS), erläuterte den Fahrtteilnehmern aus erster Hand auf den Unterwegshalten am Bahnsteig die einzelnen Ausbaumaßnahmen auch im Hinblick auf Bauzeiten, Finanzierung und Betriebsprogramm. Der VRS ist Aufgabenträger und Besteller für die S-Bahn in der Region Stuttgart. Neben Qualitätsmanagement und Angebotsplanung ist der VRS auch für die Ausbauprojekte und Fortentwicklung der S-Bahn Stuttgart verantwortlich.

Die Baureihe ET 65 wurde in den Jahren von 1933 bis 1938 von der damaligen Maschinenfabrik Esslingen (mechanischer Teil) und der BBC in Mannheim (elektrischer Teil) gebaut. Mit dem ET 65 begann in der Region Stuttgart im Mai 1933 der elektrische Vorortverkehr im Eisenbahnbetrieb auf den Strecken nach Ludwigsburg und Esslingen (später auch nach Bietigheim, Plochingen, Ulm und Tübingen). Bis zu diesem Zeitpunkt wurden ausschließlich Dampflokomotiven eingesetzt. Das Fahrzeug symbolisierte den Wendepunkt von Dampf- auf Strombetrieb. Erst mit dem Start der Stuttgarter S-Bahn im Jahre 1978 wurden die Fahrzeuge nach über 45 Betriebsjahren ausgemustert. Neben dem ET 65 006 ist nur noch ein weiteres Fahrzeug (ET 65 005) aus dieser Zeit erhalten, welches derzeit aber nicht einsatzfähig ist.

Nach der Ausmusterung des ET 65 006 aus dem Betriebsdienst im Jahre 1980 war das Fahrzeug noch bis Ende 1997 für Sonderfahrten eingesetzt. Seit Oktober 2005 wurde der Triebzug hauptuntersucht und steht nun wieder für Sonderfahrten zur Verfügung. Über 100.000,- € privater Mittel der SVG wurden für die Modernisierung des Fahrzeuges aufgewendet.

Kontakt: Schienenverkehrsgesellschaft mbH (SVG), Marienbader Straße 48, 70372 Stuttgart, Tel. und Fax 0711 8878140, e-Mail: info@svgmbh.com , Internet: www.svgmbh.com 

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25 Jahre BSW-Modellbahngruppe Lindau im Bodensee

Der Startschuss fiel im Juli 1981 als neun Hobbyeisenbahner in einem kleinen Raum im Lindauer Hbf die Modellbahngruppe Lindau (B) gründeten. Bereits im Februar 1982 konnten wir den ersten vierachsigen Postwagen der ehemaligen Deutschen Bundespost (Postma/26) erwerben.
Es begann die Arbeit mit der Außenrenovierung, dem Innenausbau und dem Bau unserer ersten rund 26 m² großen Eisenbahnanlage der Spur N, welche die Region um Lindau/Bodensee aus dem Jahre 1929 darstellt. Schon damals war geplant, den bestehenden Kopfbahnhof Lindau von der Insel auf das Festland zu verlegen, allerdings im Anschluss an den bestehenden Güterbahnhof Lindau-Reutin. Die Landschafts- und Hintergrundgestaltung zeigte das Westallgäu, den Bodenseeraum sowie das angrenzende Vorarlberg.
Kurze Zeit später wurde zusätzlich ein zweiachsiger Postwagen (Post 2-a/14) übernommen um auch ein geräumiges Vereinsheim einrichten zu können. Nach dem Erwerb eines zweiten vierachsigen Bahnpostwagen 1987 konnte der Zweiachser an die Westallgäuer Eisenbahnfreunde in Röthenbach/Allgäu abgegeben werden. Im neuen Wagen entstand zusätzlich ein großer Ausstellungsraum mit Vitrinen und der gemütlicher Vereinsraum mit Möglichkeit der Bewirtschaftung.
Unsere Wagen waren in den Reisezugwagenpark der DB eingestellt und auf zahlreichen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet, in Österreich und der Schweiz zu Gast, im Jahr wurden dabei teilweise mehr als 9.000 km zurückgelegt. Höhepunkte für die Mitglieder waren sicherlich die Überführungsfahrten in Dampfzügen aber auch über die NBS. Über 100.000 Besuchern konnten wir dabei einen (hoffentlich) positiven Einblick in die Möglichkeiten unseres Hobbys und manchen fachlichen Rat geben.
2003 standen sowohl eine erneute Hauptuntersuchung der beiden Wagen, als auch eine gründlichen Überarbeitung unsere Anlage an. Nachdem die rechtlichen und technischen Auflagen für den Betrieb unserer Ausstellungswagen immer aufwendiger wurden, haben wir uns nach langen Diskussionen entschlossen, unser bisheriges Konzept zu verlassen und einen Neuanfang mit einer Modulanlage zu wagen. Unser Ziel ist es mit dieser Anlage weiterhin Modellbaumessen, Bahnhofsfeste usw. flexibel besuchen zu können.
In unseren zwei Wagen sollen Teile der eingleisigen Bodenseegürtelbahn und der zweigleisigen Allgäubahn zwischen Lindau und Immenstadt entstehen.
Um gestalterisch etwas mehr Möglichkeiten zu haben und um den kompletten Selbstbau von Gebäuden zu vermeiden soll dabei bewusst kein exakter Nachbau im Maßstab 1:160 erfolgen. Vielmehr werden in einer am Vorbild orientierten Landschaft die Originalgleispläne der 80er-Jahre umgesetzt. Hierbei wird sich aber sicherlich das eine oder andere Detail widerspiegeln.
Nach einjähriger Planungs- und Bauzeit sind die ersten vier Module, die nach einer vereinsinternen Norm gebaut wurden, fertiggestellt.

Wir sind eine Freizeitgruppe in der Stiftung Bahn-Sozialwerk mit derzeit über 50 Mitgliedern. Wir sind dem Bundesverband Deutscher-Eisenbahn-Freunde (BDEF) und dem Verband Österreichischer Modell-Eisenbahn-Clubs (VOEMEC) angeschlossen.

Kontakt: Stiftung Bahn-Sozialwerk Modellbahngruppe Lindau im Bodensee, Postfach 16 07, 88106 Lindau, Tel. 0170 4424930, Fax 08382 975611, e-Mail: info@mbg-lindau.de , Internet: http://www.mbg-lindau.de 

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40 Jahre MEC Wunstorf e.V.

Im Jahre 1966 veranlasste der Kaufmann Jahns ne Anzeige in der Örtlichen Presse, wo er Modelleisenbahninteressierte zu einem Treffen in eine Wunstorfer Gaststätte einlud. Bei diesem Treffen erschienen ca. 20 Personen. Dabei wurde vereinbart, sich demnächst wieder zu treffen. Zu dieser neuerlichen Zusammenkunft kamen nur noch 4 Personen. Diese kamen dabei überein, sich regelmäßig zu treffen. So erfolgte im August 1966 von diesen die Gründung des Clubs. 1968 konnte der Bahnhof Hagenburg der damaligen Steinhuder Meer-Bahn gemietet werden. Es wurde eine erste Gemeinschaftsanlage in der Spurweite H0 gebaut.
Bereits 1970 wurde mit Familienangehörigen der erste Vereinsausflug zum DEV nach Bruchhausen-Vilsen unternommen. Es folgte im November eine kleine Modelleisenbahnausstellung. Wegen Verkauf des Gebäudes erfolgte 1971 der Umzug in den Steinhuder Bahnhof der ebenfalls der Steinhuder Meer-Bahn gehörte. Hier fand der Club, der inzwischen ein paar Mitglieder dazu gewonnen hatte, in den alten Abfertigungsräumen sein neues Domizil. Die Hauptbahn dieser Anlage wurde mit Wechselstrom betrieben, wahrend eine Nebenbahn mit Gleichstrom fuhr.
1975 veranstaltete der Bahnhof Wunstorf einen Tag der offenen Tür an der auch der MEC Wunstorf teilnahm. Nachdem auch der Bahnhof Steinhude den Besitzer wechselte, konnten 1977 mit der Anmietung des ehemaligen Warteraums 1. Klasse im Bahnhof Wunstorf neue Räume bezogen werden. Vorher, im Jahre 1976, gab sich der Club eine Satzung und trat im gleichen Jahre dem Bundesverband Deutscher-Eisenbahnfreunde e.V. (BDEF) bei. Durch Eintragung unter der Nr. 542 in das Vereinsregister im Jahre 1980 führt der Club den Namen "Modelleisenbahn-Club Wunstorf e.V."
Grundelement der neuen Clubanlage im Bahnhof Wunstorf war die Nachbildung der Gleisanlagen dieses Bahnhofs in der von uns nach wie vor bevorzugten Spurweite H0. Gefahren wurde im Wechselstrom-System.
1985 nahmen wir am Altstadtfest in Wunstorf mit einigen Schaustücken teil.
Im Zuge der Umbaumaßnahmen der Deutschen Bundesbahn mussten wir im Frühjahr 1986 auch hier wieder abbauen. Es wurden uns aber im Dachgeschoss des Bahnhofs Ersatzräume angeboten. Diese wurden von uns in Eigenleistung in mehreren Monaten renoviert. Anschließend wurde sofort mit der Planung einer neuen Anlage sowie deren Bau begonnen. Thema war eine zweigleisige Hauptbahn mit Bahnhof Bahnbetriebswerk, Haltestellen mit Privatanschlüssen. Vom Hauptbahnhof zweigte eine Nebenbahn ab, die durch eine Mittelgebirgslandschaft führte und in einem kleinen Endbahnhof mündete. Die letzten beiden Teile der Nebenbahn waren ausziehbar und konnten separat betrieben werden. Eine eingebaute Pendelautomatik ermöglichte hier etwas Bewegung ohne Aufsicht. Auch hier erhielt das Wechselstrom-System den Vorrang.
2002 wurden uns von der DB AG größere Räume ohne Dachschräge, die sich im gleichen Treppenaufgang, nur eine Etage tiefer befinden, angeboten. Diese wurden 2003 bezogen. Augenblicklich wird eine neue Anlage, Spurweite H0, gebaut. Hier werden auf einer Anlage, die sich über drei Raume erstreckt, Schienen für das Wechselstrom- und das Gleichstromsystem (Spurweite H0) verlegt. Beide Systeme werden nebeneinander aber niemals auf der gleichen Schiene verkehren.

Seit 1996 bauen wir auch an Modulen der Spurweite H0m. Diese werden dem Streckenverlauf der Steinhuder Meer-Bahn aus den 60er-Jahren nachempfunden und wurden u.a. 1998 beim 100-jährigen Jubiläum dieses Unternehmens ausgestellt. Gegenwärtig verfügt der Club über 26 Module, die im Modell den Streckenverlauf vom Wunstorfer Bahnhof bis Steinhude und vom Bahnhof Wunstorf-Stadt bis Bokeloh und weiter zu der Kalischachtanlage darstellen. Die Gleisanlagen wurden im Bereich Wunstorf vorbildmäßig als 3-Schienengleis (H0/H0m) ausgeführt. Die meisten Weichen wurden im Selbstbau erstellt. Die gesamte Streckenlange beträgt zur Zeit 35 m. Verschiedentlich wurde diese Module in den Sommerferien in der Turnhalle des Schulzentrums Steinhude an mehreren Wochenenden zahlreichen Besuchern gezeigt. Die Standardmodule haben eine Lange von 1,40 m und eine Breite von 0,60 m. Daneben werden noch Kurvenstücke im Winkel von 45° eingesetzt. Die Breite der Module von der Schachtanlage wurde mit 0,90 m festgesetzt.

Eine dritte Modelleisenbahnanlage (H0-2L) befindet sich seit 2001 als Dauerleihgabe im Spielzeugmuseum im Wunstorfer Ortsteil Steinhude. Diese zeigt auf einer kleinen Fläche viele Details und wird von den Besuchern sehr gut angenommen.

Neben dem Anlagenbau führen wir Besichtigungen durch oder hören auch Vorträge über das große Gebiet der Eisenbahn. Aber auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. So werden für die gesamte Familie Fahrten oder Ausflüge durchgeführt, die u.a. mehrfach die Museumseisenbahn in Bruchhausen, das Besucherbergwerk in Kleinenbremen, die Extertal-Bahn, das Otterzentrum Hankensbüttel, das Expo-Projekt "Oceanis" in Wilhelmshaven, die Museumseisenbahnen in Minden, Rinteln, Lüneburg, Celle und Norden, die Harzer Schmalspurbahnen in Wernigerode, Nordhausen und Gernrode oder auch den Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn zum Ziel hatten.

Seit Jahren beteiligen wir uns an der Ferien(s)paßaktion der Stadt Wunstorf Wir veranstalten regelmäßig, trotz der vielen Umzüge in 40 Jahren, am 1. Wochenende im Dezember jeden Jahres unsere "Tage der offenen Tür". Aber auch andere Aktivitäten sollten noch genannt werden. So beteiligten sich 1996 fast alle Mitglieder als ehrenamtliche Wahlhelfer bei der Kommunalwahl in Wunstorf. 1998 erfolgte eine gemeinsame Ausstellung mit dem Heimatverein Steinhude in den Räumen des Fischer- und Webermuseums. Gezeigt wurden einzelne Module von der Steinhuder Meer-Bahn. Später erfolgte eine Vorführung von Teilen der Modulanlage in den Räumen der Stadtsparkasse Wunstorf Im Jahre 2004 waren wir mit der Anlage aus dem Spielzeugmuseum bei der Stadtsparkasse zu Gast. Gleichzeitig wurden in den Räumen des Heimatvereins Wunstorf diverse alte Dokumente, Bilder und Lageplane von der Steinhuder Meer-Bahn gezeigt. Obwohl unser Hauptanliegen der Bau von Modelleisenbahnen ist, sammeln wir seit Beginn Utensilien von der DB und der Steinhuder Meer-Bahn, die uns von verschiedenen Gönnern überlassen wurden. Wir besitzen alte Lageplane aus 1894, alte Dienstvorschriften, Kassenbücher und anderes mehr.

Seit 1999 sind wir vom Finanzamt Nienburg nach Änderung unserer Satzung als gemeinnützige Körperschaft anerkannt .

Von den damaligen Gründungsmitgliedern gehören zwei (Rolf Steil und Gerhard Oppermann) immer noch dem Club an.

Kontakt: Modelleisenbahn-Club Wunstorf e.V., Gerhard Oppermann, Im Südfelde 27, 31515 Wunstorf, Tel. 05031 12327, Fax 05031 120565, e-Mail: mecwunstorf@yahoo.de , Internet: http://vereine.freepage.de/mecwunstorf 

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Adolf-Heinrich von Arnim 90 Jahre

Am 21 Mai 2006 feierte Adolf-Heinrich von Arnim seinen 90 Geburtstag. Noch immer ist dieser auch im BDEF sehr gut bekannte Eisenbahner, Eisenbahnkenner und -freund für die Sache des Schienenverkehrs unermüdlich "im Einsatz" zuletzt noch wieder an den Horber Schienen-Tagen im November 2005. Er gehörte mit zu den ersten, die sich in und für "Pro Bahn" begeisterten.

Sein Werdegang, der seit seiner Kindheit schon von der Eisenbahn in Berlin geprägt war, führte ihn als Jurist nach dem Krieg zunächst zur Reichsbahn in Hamburg. Nach Funktionen bei den Direktionen in Köln und Frankfurt/M., beim Deutschen Industrie- und Handelstag (Beurlaubung von der DB 1955-58) sowie im Bonner Verkehrsministerium (Abordnung von der DB 1958-61) gelangte er ins Gesundheitsministerium und auch zum Umweltministerium. "Dies hinderte mich nicht, als leidenschaftlicher Bahnfreund fast 30 Jahre lang im Fahrplan-Ausschuss des Deutschen Industrie- und Handelstages mitzuwirken und Jahr für Jahr vielleicht 600 Anträge zur Verbesserung des deutschen Fernverkehrs zu erarbeiten (mit ca. 10 Prozent Erfolgsquote)". Auch als Bonner Kommunalpolitiker setzte er sich für integrierte Verkehrskonzepte vom Stadtbus bis zum internationalen Fernverkehr ein und wirkte beim BUND, beim VCD und im ADFC mit.

Wiederholt konnten von ihm Beiträge in den "Hamburger Blättern" oder auch in den "GRV-Nachrichten" gelesen werden. Immer hatte man dabei den sicheren Eindruck, dass der Autor weiß, wovon er spricht. Mit dieser Eigenschaft brillierte von Arnim auch regelmäßig bei den Sitzungen des Arbeitskreises Verkehrspolitik im BDEF, dem er viele unschätzbare Anregungen und Ideen vermittelte.

Sein besonderer und zugleich einziger Geburtstagswunsch war es, mit einem Sonderzug alle Gäste, Freunde. Verwandte und ehemaligen Kollegen, von Köln aus über die Stätten seines Wirkens und Lebens, nämlich über Bonn, Koblenz. Frankfurt und Erfurt nach Berlin zu fahren. Vom BDEF waren die Mitglieder des AKV eingeladen.

In Charlottenburg, welches im Jahre 1916, dem Geburtsjahr des Jubilars, noch eine selbständige Stadt war, sollte der Zug enden, und von hier aus seine Rückfahrt nach Köln antreten. Dieser Wendepunkt, so wünschenswert und symbolträchtig er auch gewesen wäre, musste bedauerlicherweise aus betrieblichen Gründen nach Berlin Friedrichstraße verlegt werden.

Mit insgesamt sieben Reisezugwagen, darunter fünf Rheingold-Fahrzeugen aus dem Park des Freundeskreises Eisenbahn Köln e.V., FEK, sowie zwei angemieteten Wagen, die am Zugschluss liefen, konnte den weit über 200 Gästen der Geburtstagsfeier wie auch der Geburtstagsfahrt ein angemessener Komfort geboten werden. Im geräumigen Gesellschaftswagen WGm war es den Gästen möglich, dem hochverehrten Jubilar zu gratulieren. Zwischendurch fanden im TEE-Barwagen ARD am dortigen Klavier kleine musikalische Einlagen und Theaterstücke zu seinen Ehren statt, die per Lautsprecher in den ganzen Zug übertragen wurden.

Wir wünschen Adolf-Heinrich von Arnim noch viele Jahre seines kraftvollen Schaffens und die dazu erforderliche gute Gesundheit.

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49. Bundesverbandstag WERNIGERODE, Rückblick, 2. Teil

A1/B3: Stadtrundgänge

Freundlich wurden die Teilnehmer von einer Stadtführerin und einem Stadtführer vor der Tourismus-Information begrüßt. Nachdem sich beide ein Bild über die Teilnehmer gemacht hatten, stellten sie fest, dass die Teilnehmer über die HSB qualifiziertere Auskünfte geben könnten als Sie selber. Begonnen wurden die Stadtführungen jeweils am Brunnen auf dem Nicolaiplatz, wo die ersten interessanten Informationen über die Entwicklung der Stadt Wernigerode an die Teilnehmer weitergeleitet wurden. Nun ging es die Breite Straße hinab Richtung Wernigerode Hbf. Trotz mehrerer verheerender Stadtbrände gibt es in Wernigerode sehr viele alte Fachwerkhäuser, die nach den Bränden wieder hergerichtet wurden und damit der Nachwelt erhalten blieben und der Stadt heute einen enormen Tourismus bescheren. Direkt gegenüber dem Nicolaiplatz steht die Ratsapotheke deren Gebäude aus dem Jahre 1894 stammt, deren Tradition aber nachweislich bis ins Jahr 1574 zurückreicht.
Das Krummelsches Haus aus dem Jahre 1674 war der nächste Anlaufpunkt. Durch seine vollkommen in Holz geschnitzte Fassade gehört es zu den begehrtesten Fotoobjekten in Wernigerode. Die Krellsche Schmiede repräsentiert als ein großes Handwerkshaus den süddeutschen Stil in Wernigerode. Als gebürtiger Schwabe erbaute der Grobschmied Michael Krell 1678 sein Fachwerkhaus mit Stallungen und Scheunen. Dazu errichtete er eine Gastwirtschaft, um seine Kunden bewirten zu können während ihre Pferde beschlagen wurden. Bis 1977 diente die Schmiede dieser Handwerkskunst.
Nun ging es zu den Resten der alten Stadtbefestigung. Ein 1992 restaurierter Halbschalenturm am Wallgraben, sowie ein weiterer Turm am Vorwerk, der 38 Meter hohe Westerntorturm und einige wenige Reste der Stadtmauer erinnern heute noch an den einstigen Mauerpanzer, der ehemals die Stadt umgab. Vorbei an der Liebfrauenkirche, sie brannte 1751 bei einem der vernichtenden Stadtbrände bis auf die Grundmauern nieder, ging es Richtung Kleinstes Haus. Für heutige Zeiten unvorstellbar, dass hier eine vielköpfige Großfamilie mit 13 Personen gelebt hat.
Weiter ging es die Marktstraße hinunter, vorbei an der Blumenuhr zum Schiefen Haus. Die ehemalige Mühle bekam vom Zilierbach hergeleitet über den Mühlengraben das Wasser um die Mühle anzutreiben. Das Wasser des Mühlgrabens umspülte ständig die Fundamente des Hauses und als Folge senkte sich die Ostfassade des Hauses bis sie auf festes Felsengestein traf. Seither steht das Fachwerkhaus schief und wurde nur innen mit Hilfe neuer Wände optisch gerichtet. Zur Zeit des BDEF-Verbandstages beherbergte das Schiefe Haus die Leitung der Landesgartenschau in Wernigerode.
Nun befanden wir uns im ältesten Teil von Wernigerode. Die Kirche St. Sylvestri, eine kreuzförmige Basilika wurde erstmals genannt im Jahre 1230 und wurde damals dem Hl. St. Georg geweiht. Umgeben vom Oberpfarrkirchhof und der Klintgasse sind hier Fachwerkhäuser des ältesten Bautyps aus dem 16. Jahrhundert zu bestaunen. 1777 besuchte Goethe inkognito den Pfarrerssohn Plessing im Haus Nr. 12 und diskutierte mit ihm über "Die Leiden des jungen Werther". Vorbei an den herrlichen Fassaden der alten Fachwerkhäuser ging es hinunter zum Rathaus. Zuerst bestaunt man die Fassade des Waaghauses, einen Anbau an der rechten Seite, der heute als Herberge der Stadtverwaltung dient. Beeindruckend sind die vom Wernigeröder Holzbildhauer Otto Welte geschaffenen Figuren an der Fassade.
Auf dem Marktplatz angekommen, steht man am Wohltäterbrunnen und schaut gegen ein zuletzt im Jahr 1993 renoviertes Gebäude, das im Jahre 1277 als Spielhaus erstmals erwähnt, seit 1528 als Rathaus dient und seitdem unzähligen Brautpaaren einen wunderbaren Rahmen für ihre Hochzeit bietet.
Ein Musterbeispiel für die Erhaltung des historischen Ortskernes ist das "Hotel Gothisches Haus". Es wurde Anfang der 1990er-Jahre vollkommen entkernt. Nur die historisch wertvolle Fassade blieb erhalten und wurde restauriert. Hinter der Fassade befindet sich heute ein sehr modernes Hotel mit allen Annehmlichkeiten eines heutigen Großstadthotels.
Auf dem Weg zurück zur Tourismus-Information kommt man dann noch am "Cafe Wien" vorbei, das bereits 1583 erbaut wurde und mehrere Großbrände glücklich überstand. Die Fassade des Hauses ist eine Augenweide und die Qualität des Cafes ist es auch.
Ein sehr interessanter und kurzweiliger Rundgang durch Wernigerode ist zu Ende. Viele werden die bunte Stadt im Harz nicht nur wegen der Harzer Schmalspurbahnen noch einmal besuchen.

B2: Schlossbesichtigung

Neben den bei Verbandstagen traditionellen Stadtrundgängen gehörte in Wernigerode die Besichtigung des Schlosses zum Programm. Am Morgen des Christi-Himmelfahrt-Tages versammelte sich eine kleine Gruppe hinter dem Rathaus um mit der Wernigeröder Schlossbahn den Anstieg, ca. 170 Höhenmeter über dem Marktplatz, in Angriff zu nehmen.
Vorbei an den herrlichen Fachwerkfassaden und an einigen Sehenswürdigkeiten von Wernigerode fuhr die Schlossbahn über die Lindenallee und die Straße "Am Lustgarten". Der "Lustgarten" ist eine Miniaturnachbildung der Ideale von Versailles, so jedenfalls hatte sich Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode die Gartenanlage vorgestellt. Auf drei Ebenen waren Bäume und Pflanzen angeordnet. Zwei Springbrunnen und ein kleines Lustschloss gestalteten die Anlage. Erhalten blieb bis heute nur die Orangerie die zwischen 1713 und 1719 entstand.
Über die Schlosschaussee wurde das Schloss erreicht. Nun standen noch einige Höhenmeter zu Fuß an, um auf die große Schlossterrasse zu gelangen. Von hier aus hat man einen paradiesischen Blick über den Harzrand bis hin zum Brocken.
Nun begann die Führung durch die Räume des Schlosses. Nach 1990 wurden die Ausstellungsräume nach und nach wieder in den alten Zustand versetzt, ohne dabei auf die Vermittlung der Strukturgeschichte des Schlosses zu verzichten. Seit 1999 ist das Schloss wieder ein national wertvolles Kulturdenkmal und wird heute für Opernaufführungen sowie Schlosskonzerte regelmäßig genutzt. Es finden hochwertige Sonderausstellung zur Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts (1803-1918) des gesamten Harzraumes statt. Mit der Schlossbahn ging es anschließend wieder hinunter in die Stadt, wo der nächste Programmpunkt wartete.

C3: Glasmanufaktur HARZKRISTALL

Am Freitag, dem 26.05.06, fuhren 46 Damen und Herren mit dem Linienbus in das 6 km entfernte Derenburg, um die Glasmanufaktur "Harzkristall" zu besuchen.
Eine junge kompetente Mitarbeiterin der Manufaktur erklärte die Entstehung und Fertigung des Glases. Seit 4.000 Jahren fasziniert die glühende Glasmasse - die aus Quarzsand, Soda, Kalk und Pottasche besteht - die Menschheit. Die Pottasche erzeugt den Glanz im Glas. Die Glasmasse ist im Ursprung transparent. Durch das Zusetzen von Metalloxyde entsteht farbiges Glas, wie z. B. Kobalt für Blau, Eisen für Grün, Gold für Rot und einfaches Gebrauchsmehl für Gelb. Das Glas wird bei 1.300 °C geschmolzen, der Ofen hält 24 Std. lang konstant diese Temperatur. Wird das glühende Glas in Sägespäne getaucht, entstehen Bläschen, das so genannte "Antiquaglas".
Beeindruckend war die Fertigkeit der Glasmacher, die bei glühender Hitze mit der Glasmasse arbeiten. Der Beruf des Glasmachers ist ein Lehrberuf, die Lehrzeit beträgt 3 Jahre. Zurzeit wird in Derenburg eine "Glasmacherin" ausgebildet.
Vor der Wende war die Glashütte mit 50 Beschäftigten staatlich. Anfang Oktober 2004 wurde der Betrieb privatisiert. Heute beschäftigt die Glashütte 37 Mitarbeiter und gehört zu den wenigen noch produzierenden Mundglashütten in Deutschland und ist einzigartig in Sachsen-Anhalt.
Nach der interessanten Führung hatten wir Zeit in den Ausstellungsräumen die fertigen Produkte zu bestaunen. Außer vielen Gebrauchs- und Ziergegenständen wie Gläser, Vasen, Schalen, Krügen usw. gibt es noch eine umfangreiche Weihnachtsartikelabteilung zu besichtigen, die uns wegen der mäßigen Außentemperaturen nicht so abwegig erschien.
Der Abschluss dieses erlebnisreichen Rundganges war der Besuch des hauseigenen Bistros. Nach einer Stärkung ging es mit dem Linienbus zurück nach Wernigerode. Es war ein schöner Nachmittagsausflug.

C4: DELEGIERTENVERSAMMLUNG

Mit wenigen Minuten Verspätung begann am Freitag, dem 26. Mai 2006 um 15:15 Uhr in der Sporthalle beim Gästehaus "Zur Alten Mühle" in Wernigerode die BDEF-Delegiertenversammlung 2006. Die Veranstaltung wird durch eine animierte Computerpräsentation unterstützt.
Die Delegiertenversammlung war satzungsgemäß einberufen und mit den durch die anwesenden Delegierten vertretenen 138 Stimmrechte beschlussfähig.

Das Versammlungsprotokoll lag diesem Rundschreiben bei.

C5: Verkehrspolitisches Forum

Das bewährte verkehrspolitische Forum im Rahmen des Bundesverbandstages wurde Freitagabend ab 20 Uhr mit Beteiligung von etwa 40 Teilnehmern durchgeführt. In gewohnt guter Manier moderierte Detlev Herzig wieder einmal die eingeladenen Gäste: Herr Panitz von der NASA (Nahverkehrsservice Sachsen Anhalt GmbH), Herr Bauer, Betriebsleiter der HSB (Harzer Schmalspur-Bahnen) sowie leicht verspätet Prof. Dr. Monheim der Uni Trier. Die Themen des verkehrspolitischen Forums waren:

- Die Schiene im optimal vernetzten ÖV im ländlichen Raum im Zeichen knapper Kassen,

- Die Duo-Bahn als technische Möglichkeit zur Vernetzung im ÖV und

- Erforderliche Rahmenbedingungen zur Vernetzung im ÖV.

Zuerst stellte Herr Panitz von der NASA GmbH anhand einiger Folien dar, wie der ÖV in Sachsen-Anhalt und speziell in den Netzknoten Halberstadt, Wernigerode und Quedlinburg betrieben wird. Eindrucksvoll wurde die derzeitige Situation in Bezug auf Anschlüsse und Vernetzung der Eisenbahnen mit Bussen dargestellt. Es gibt sowohl Vollknoten (Anschlüsse bestehen in beide Richtungen), als auch Richtungsknoten (Anschlüsse nur in der Hauptverkehrsrichtung). Zwischen den Knoten ergeben sich daher die zu realisierenden Fahrzeiten. Die NASA GmbH bestellt die Verkehre auch nach wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ein nicht zu vernachlässigender Faktor ist die demographische Entwicklung in Sachsen Anhalt; die Bevölkerung nimmt in etwa 20 Jahren um ca. 1/3 von 3 Mio. Einwohnern ab. Also wird in Zukunft das Nachfragepotential von ÖV sinken, andererseits aufgrund des höheren Anteils an Älteren sich kaum kalkulierbar verändern. Dadurch ist es bereits in den letzten Jahren zu Streckenschließungen gekommen. Mit Sorge wird daher die Kürzung bei den Regionalisierungsmitteln gesehen.
Leider gibt es noch immer Informations- und Kommunikationsprobleme der einzelnen Verkehrsträger und Betreiber untereinander. Herr Bauer der HSB räumte ein, dass z. B. mit der DB noch kein Konsens über die gegenseitige Aufnahme von Fahrplaninformationen gefunden wurde! Hierzu beteiligte sich das Auditorium mit gezielten und fundierten Einwürfen. Prof. Monheim forderte wie alle Anwesenden, dass sich die Beteiligten Verkehrsträger aufeinanderzu bewegen und kurzfristig Lösungen finden. Denn die durch umfassende Fahrplaninformation verbesserte Kundennähe ist im Kampf um Verkehrsanteile das A und O in der Verkehrspolitik.
Bei der Finanzierung von regionalen Eisenbahn-Bauvorhaben haben sich erhebliche Preisunterschiede zwischen DB AG-Projekten und denen anderer EIU (Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen) mit einfacherem Standard gezeigt.
Herr Bauer berichte über die Möglichkeiten von ÖV und dessen Umsetzung im Einklang mit dem touristischen Verkehr bei der HSB, deren größter Einnahmequelle. Die daraus resultierenden technischen Bedingungen, auch den Fahrzeugeinsatz betreffend, stellen die HSB immer wieder vor Herausforderungen, die diese jedoch bisher immer mit Bravour gemeistert haben! Ein Konzept wurde bereits vor Jahren mit dem Übergang HSB / Straßenbahn auf der Strecke von Nordhausen nach Ilfeld umgesetzt. Die Triebwagen der HSB sind nach BOStrab zugelassen und dürfen damit in Nordhausen auch das Netz der Straßenbahn befahren (zur Zeit ca. 150m auf den Bahnhofsvorplatz). Andererseits fahren Nordhäuser Combino-Straßenbahnen auf der HSB bis Ilfeld.
Prof. Monheim rief die BDEF-Mitgliedsvereinigungen und deren Mitglieder auf, sich für das Verkehrsmittel Eisenbahn zu engagieren. Sie sollten Aufwand und Nutzen von Verkehrsprojekten häufiger hinterfragen und insbesondere auf die Gleichbehandlung der Verkehrsträger achten. Den Abgeordneten des Deutschen Bundestages als Vertreter des Eigentümers der Bundesverkehrswege müsse durch vielfache Schreiben deutlich gemacht werden, welchen Nutzen kleine, gut geplante Eisenbahn-Verkehrsvorhaben häufig hätten.
Es war mal wieder ein interessanter, diskussionsreicher Abend, der den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele Anregungen gab. Politik pro Schiene erfordert auch weiterhin ständige Initiative!

E1: Modellbahnzentrum Lautenthal

Sonntagmorgen, der letzte Programmpunkt stand an. Mit dem Bus besuchten wir unser Fördermitglied "Modellbahnzentrum Lautenthal". Mit einem Reisebus der Wernigeröder Verkehrsbetriebe und einem sehr aufgeschlossenen Fahrer ging es auf die Fahrt nach Lautenthal. Da das Zeitfenster bis zur Öffnung der Ausstellung ausreichend war, nahm der Busfahrer den Weg über sehr schöne Nebenstrecken und fuhr dabei eine Schleife durch den Ostharz der uns dann überraschenderweise noch einige Eindrücke von der Rübelandbahn bescherte. Über Blankenburg, Quedlinburg und Thale kamen wir nach Elbingerode, wo wir aus dem Bus einen Blick in den riesigen Tagebau der Fels Werke werfen konnten. Von dort aus ging es über Königshütte, Elend und Braunlage nach Lautenthal.
Unser Fahrer hatte die Fahrstrecke so berechnet, dass wir 10 Minuten vor Öffnung pünktlich ankamen. Dort erwarteten uns bereits etliche Verbandstagsteilnehmer, die von dort aus gleich mit dem PKW ihre Heimreise antreten wollten.
Im Modellbahnzentrum gibt es Modellanlagen der Spurweiten Z, N, TT, H0, I und IIm in unterschiedlicher Größe zu bewundern. Bemerkenswert ist das TT-Schaustück, erbaut vom Modellbauer Detlef Paul aus Dresden, mit dem Nachbau einer Szene aus dem Elbtal mit dem Nachbau eines Elbdampfers. Den größten Raum nimmt die H0-Anlage ein. Von der Andeutung eines Hafenbeckens an der Küste über eine Mittelgebirgslandschaft, bis hin zu den Alpen, hat man einige Ausschnitte unseres Landes dargestellt. Neben Vitrinen mit Sondermodellen ist im Modellbahnzentrum auch ein gut bestücktes Fachgeschäft, wo die Teilnehmer noch den ein oder anderen Einkauf tätigten.
Nach knapp zwei Stunden machten sich die Teilnehmer der Busfahrt auf den Weg zum Bahnhof Goslar, wo einige auf die Bahn umstiegen und den Weg nach Hause antraten. Die restlichen Teilnehmer wurden von unserem Fahrer sicher wieder nach Wernigerode gebracht. Nun verabschiedeten sich auch die letzten Teilnehmer des Verbandstages voneinander und wünschten sich ein gesundes Wiedersehen 2007 in Berlin.

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Bahnstrecke nach Emden Außenhafen durchgehend elektrifiziert

Am Freitag, 23. Juni 2006, wurde der elektrische Zugverkehr auf der Strecke von Emden Hauptbahnhof nach Emden Außenhafen aufgenommen.
Die Elektrifizierung des drei Kilometer langen Streckenabschnitts schließt die Lücke zum elektrifizierten Streckennetz der Deutschen Bahn. Züge aus dem Binnenland können erstmals mit elektrischer Traktion (E-Lok) bis unmittelbar zum Fähranleger der AG Ems durchfahren. Dort bestehen Anschlüsse an die Schiffe nach und von Borkum. Damit wird die Anbindung der Insel deutlich verbessert, weil für zahlreiche Borkum-Reisende das Umsteigen in Emden Hauptbahnhof entfällt.
Die Arbeiten für die Elektrifizierung begannen im April dieses Jahres. Insgesamt 68 Oberleitungsmasten wurden aufgestellt, deren Standfestigkeit insbesondere den an der Küste vorherrschenden Windverhältnissen angepasst werden musste. An den Masten wurden rund 4000 Meter Oberleitung "aufgehängt". Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 1,6 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen hat dabei die Finanzierung des Projektes übernommen. Mit Fertigstellung der durchgehenden Elektrifizierung gibt es wieder eine direkte IC-Verbindung (IC 2333) von Koblenz über Bonn, Köln, Düsseldorf und Münster nach Emden Außenhafen. Hier besteht direkter Schiffsanschluss zur Insel Borkum. Zurück geht es für die Inselurlauber mit IC 432 "Borkum" von Emden Außenhafen über Münster, Köln, Koblenz und über die Grenze hinweg nach Luxemburg.
Im Regionalverkehr fahren bis zu sechs RegionalExpress-Züge der Linie Münster - Meppen - Emden täglich über den Emder Hauptbahnhof hinaus nach Emden Außenhafen und damit bis zum Fähranleger. Die modernen Doppelstockwagen dieser Züge verkehren bereits seit einigen Monaten auf der Strecke von Münster bis Emden Hauptbahnhof und bieten neben dem jetzt umsteigefreien und komfortableren Reisen auch ausreichend Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Kinderwagen und sonstiges Urlaubsgepäck. Die Regional-Züge fahren täglich zwischen 7 - 20 Uhr. In Emden Hbf bestehen jeweils günstige Anschlüsse von und nach Oldenburg/Bremen.
Das Fahrplanangebot der Bahn zwischen Emden Hbf und Emden Außenhafen ist gezielt auf die Abfahrts- und Ankunftszeiten sowie der saisonalen Verkehrstage der Schiffe der AG Ems abgestimmt. Durchgehende Fahrkarten nach Borkum, einschließlich Schiffspassage und Inselbahn, sowie die Kombination Bahn/Flugzeug und auch Katamaran-Zuschläge, inklusive Sitzplatzreservierung, sind in allen DB Reisezentren und DB Agenturen erhältlich. Nahverkehrsfahrkarten gelten auf dem Abschnitt Emden Hbf - Emden Außenhafen in den beiden IC-Zügen ohne Aufpreis.
Reisegepäck kann als DB-Kuriergepäck von Haus zu Haus direkt auf die Insel geschickt werden.
Informationen zu Bahnreisen nach Borkum gibt es in allen DB Reisezentren, DB Agenturen und im Internet unter www.bahn.de/nordseeinseln .

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Computertechnik steuert Rangierbahnhof Seelze

Die Bauarbeiten im östlichen Teil des Rangierbahnhofs Seelze, dem so genannten West/Ost-System, sind abgeschlossen. Mehr als 41 Millionen Euro hat die Bahn in den vergangenen zwei Jahren in die Modernisierung der Anlage investiert.
Am 10. Juli 2006 nahm Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche zusammen mit Klaus Junker, Vorstand Betrieb der DB Netz AG, Eckart Fricke, Vorstand Produktion der Railion Deutschland AG, sowie Hans-Jürgen Meyer, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Niedersachsen/Bremen, die Anlage offiziell in Betrieb.
Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Walter Hirche sagte bei der Inbetriebnahme: "Der Rangierbahnhof in Seelze als wichtiges Drehkreuz für den Güterverkehr wird durch die Modernisierung noch leistungsfähiger. Als Baustein der Logistikkette sichert er damit gleichzeitig Arbeitsplätze, denn Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sind immer auch Zukunftsinvestitionen für mehr Beschäftigung."
"Der Rangierbahnhof Seelze ist als zentrale Drehscheibe im nationalen und internationalen Schienengüterverkehr eine der wichtigsten Zugbildungsanlagen der Bahn", so Klaus Junker. "Mit der Modernisierung der Gleisanlagen in West/Ost-Richtung, die nun abgeschlossen ist, entsteht eine moderne Infrastruktur, die für unsere Kunden ein qualitativ hochwertiges Leistungsangebot bietet."
Die neu eingebauten Gleisbremsen und Förderanlagen für die 34 Richtungsgleise der West/Ost-Gleisanlage des Rangierbahnhofs werden weitgehend automatisiert von einem Computer gesteuert. Eine Vielzahl technischer Daten, wie etwa das Gewicht der Güterwagen, deren spezielle Laufeigenschaften oder die äußeren Witterungseinflüsse werden im Rechner gespeichert. Hieraus werden der zielgenaue Laufweg der Güterwagen durch den gesamten Rangierbahnhof errechnet, die Weichen automatisch gestellt und die Brems- und Förderanlagen entsprechend gesteuert. Durch den Einsatz modernster Rangiertechnik wird die Leistungsfähigkeit des West/Ost-Systems von 135 Wagen auf rund 200 Wagen pro Stunde bei höchstem Sicherheitsstandard gesteigert.
Die Modernisierung des West/Ost-Systems in Seelze ist Bestandteil eines bundesweiten Investitionsprogramms für Rangierbahnhöfe, in dessen Rahmen die Deutsche Bahn AG die wichtigsten Güterverkehrsdrehscheiben mit neuer Rangiertechnik ausrüstet. Für die Modernisierung wurden im letzten Bauabschnitt für das West/Ost-Systems 25 Kilometer Gleise auf mehr als 30.000 Schwellen und 15.000 Tonnen Schotter verlegt. 100 Kilometer Kabel sichern die Datenübertragung. Die Gesamtkosten für Modernisierung und Erneuerung belaufen sich auf 65 Millionen Euro.
Der Rangierbahnhof Seelze liegt westlich von Hannover im Verkehrskreuz wichtiger Nord-Süd- und Ost-West-Zugverbindungen. Mit täglich rund 5.000 behandelten Güterwagen nimmt die Anlage einen Spitzenplatz unter den größten Rangierbahnhöfen in Deutschland ein.
Das Zusammenstellen von Güterzügen, die so genannte Zugbildung, hat ein festes Schema: Ankommende Güterzüge werden in Einzelwagen aufgelöst und je nach Bestimmungsort neu zusammengestellt. Die Auflösung geschieht durch Ausnutzung der Schwerkraft, indem man die auseinander gekuppelten Güterwagen des Zuges über eine Rampe, den Ablaufberg, rollen lässt. Das vorhandene Gefälle ersetzt dabei die sonst erforderliche Rangierlokomotive. Durch die Gleisbremsen am Hang des "Berges" in der Geschwindigkeit reduziert, rollen die Wagen dann sanft in die jeweiligen Richtungsgleise. Das jetzt erneuerte West/Ost-System in Seelze hat 34 dieser Gleise, das bereits 2004 modernisierte Ost/West- System 18. Die neu eingebauten Förderanlagen in den Richtungsgleisen ziehen die zum Stillstand gekommenen Güterwagen zusammen, so dass sie gekuppelt werden können und so ein neuer Zug entsteht.

Rangierbahnhof Seelze:
• Länge 5,5 km
• Breite 350 Meter
• 135 km Gleise, 510 Weichen
• 70 % des Aufkommens am späten Nachmittag und in der Nacht
• Bauzeit Modernisierung 2003-2006
• Erste offizielle Inbetriebnahme 1. April 1909

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125 Jahre ERNST PAUL LEHMANN

Es war ein ganz besonderes Wochenende - vom 14. bis 16. Juli feierte die Firma Lehmann ihr 125-jähriges Firmenjubiläum. Und etwa 30.000 Freunde der Lehmann-Gartenbahn kamen nach Nürnberg, in das LGB-Stammwerk, in das Vedes-Verwaltungsgebäude, in das DB-Museum, zum Nürnberger Hauptbahnhof, zum Straßenbahnmuseum - kurz überall dorthin, wo sich EPL mit seiner LGB präsentierte. Und eines muss man EPL lassen: Die Leute können feiern! Von mehreren echten (Schmalspur-)Dampfloks über unzählige Modellanlagen von Clubs und Einzelpersonen bis zu Kinderspielen war einfach ALLES geboten. Fast selbstverständlich, dass auch für das leibliche Wohl der vielen Gäste reichlich gesorgt war.

Das Besondere war sicherlich auch, dass man ständig und überall spürte, wie die Lehmänner und -frauen mit viel Freude und Engagement das Fest präsentierten. Es war ein bezauberndes Wochenende. Vielen Dank an die Firma Lehmann.

Der BDEF hatte die Gelegenheit erhalten, sich mit seinem Messestand und einer Vitrinenausstellung von Um- und Selbstbaumodellen zu präsentieren, was auch zu vielen interessanten Gesprächen und Kontakten Anlass gab.

Beim offiziellen Festabend zum Jubiläum konnte der BDEF-Vorsitzende die Chefs des Hauses Lehmann für ihre besonderen Verdienste um die Modelleisenbahn und speziell um die weltweite Verbreitung der Gartenbahn auszeichnen: Der Seniorchef Wolfgang Richter erhielt die wohlverdiente Ehrennadel des Verbandes in Gold, sein Sohn Rolf und sein Neffe Johannes - die beiden derzeitigen Geschäftsführer - jeweils die Ehrennadel in Silber.

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© BDEF 2006
Letzte Änderung: 04. Dezember 2007 (GB)