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Unser Rundschreiben 4/2005 in Ausschnitten:

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Ältere Rundschreiben finden Sie unter "Dies und Das"

Inhalt:

Editorial

5 Jahre Allianz-pro-Schiene

Konkurs bei Fa. ROCO

25 Jahre Modelleisenbahnfreunde Heusweiler

BuGaGaBa

Neues von der Modellbahn-Marktanalyse

Sonderzüge zu "50 Jahre Österreichischer Staatsvertrag"

4. Bergische Modellbahntage

Sinsheim geht nach Stuttgart

Historische "Rheingold"-Wagen

Begehbare Vitrine im Eisenbahnmuseum Weiden

Skandinavien-Eröffnung im MiWuLa Hamburg

Modellbahntreff in Göppingen

Regionaltreffen 2005

120 Jahre Firma Auhagen

Balingen - Eskilstuna, hin und zurück

35 Jahre Eisenbahnfreunde Königslutter

 

Editorial:

Liebe Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn!
Eigentlich hat Deutschland eine der interessantesten Dampfloks der Geschichte. Aufgebaut auf dem Fahrwerk einer Lok der Baureihe 61 des legendären Henschel-Wegmann-Zuges ist die 18 201 zwar - oder gerade - ein Einzelstück, aber immerhin die derzeit schnellste Dampflok der Welt und betriebsfähig. Betriebsfähig? Laut den verschiedenen Fristen, die über Fahrt oder Stillstand einer Dampflok entscheiden, ist sie sogar noch einige Zeit betriebsfähig. Warum sie dann dennoch nicht mehr fährt, ist ein kleines Rätsel, dessen Lösung sicherlich eine große Anzahl von Dampflok-Liebhabern sehr interessieren würde. Verschiedensten Presseveröffentlichungen der letzten Monate konnte man immer wieder entnehmen, dass sich der derzeitige Eigentümer der 18 201 - unser Fördermitglied Dampf-Plus, vertreten durch Christian Goldschagg - und die Deutsche Bahn AG in Sachen Betrieb dieser Lok erheblich in den Haaren liegen. Es war davon die Rede, dass "d+" diese einmalige Lok ins Ausland verkaufen möchte, da ein Betrieb in Deutschland nicht mehr ermöglicht wird. Diese Ankündigung rief unverzüglich den Denkmalschutz auf den Plan, der seine Ansprüche an diesem besonderen Kulturgut anmeldete, die einem Verkauf entgegenstehen würden. Interpretiert man die Veröffentlichungen, stellt sich der Sachverhalt relativ einfach dar: Die DB AG hat den Eigentumsübertrag der Lok an Christian Goldschagg im Jahre 2003 an die Bedingung geknüpft, dass sie ausschließlich von Personal, das die DB AG stellt, gefahren werden darf. Wiederholte Versuche von "d+" dieses Bedingung zu erfüllen, und für Fahrten Personal von der DB zu bekommen, schlugen fehl. Auf entsprechende Vertragserfüllung pochend wurde "d+" mitgeteilt, dass "kein Anspruch auf das Personal bestehe". Geplante Fahrten wurden dadurch unmöglich gemacht.
Wenn sich zwei streiten, sollte man immer die Meinungen beider Seiten kennen, bevor man den Sachverhalt beurteilt. Ich stelle jedoch fest, dass es viele Veröffentlichungen von Seiten "d+" gibt, die trotz der Schwere des Problems durchaus sehr fair und moderat erscheinen. Von der DB AG hingegen gibt es meines Wissens keine öffentliche Stellungnahme - oder Entgegnung (?) -, was bedauerlicher Weise eine gerechte Beurteilung verhindert. Von Christian Goldschagg wissen wir, dass er mehrfach um Stellungnahmen gebeten und uneingeschränkte Gesprächsbereitschaft signalisiert habe, was jedoch bis jetzt zu keinem Ergebnis führte. Obwohl sogar Vermittlungsversuche von dritter Seite erfolglos blieben, möchten wir an dieser Stelle den beiden Ds - d+ und DB AG - das Angebot machen, als Moderator, und eventuell Schlichter, für die unseres Erachtens dringend nötigen Gespräche zu fungieren. Gerne stellen wir auch Platz in unserem Rundschreiben zur Verfügung - gleich viel jeweils für eine Stellungnahme von der DB und eine von "d+" (die Redaktionsadresse findet sich am Heftende im Impressum!).
Als "Freunde der Eisenbahn" möchten wir beiden Parteien helfen und wir möchten gerne die 18 201 wieder in ihrer einmaligen Pracht erleben!..
Mit herzlichen Grüßen 
Ihr
Gerhard A. Bayer

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Konkurs der Firma ROCO

Der Marktführer für Zweileiter-Gleichstrom-Modelleisenbahnen - die Firma ROCO - hatte am 15. Juli Konkurs angemeldet. Inzwischen wurde von den betroffenen Banken in Salzburg die Auffanggesellschaft "Modelleisenbahn GmbH" gegründet, die seit 25. Juli mit etwa der Hälfte der ehemaligen ROCO-Belegschaft weiter produziert.
Einer der Hauptgründe für die Finanz-Probleme bei ROCO seien, so die Salzburger Nachrichten vom 14.7., dass in den vergangenen Monaten der deutsche Markt eingebrochen sei und dort die Nachfrage für die hochwertigen Produkte von Roco stark sank. Weiter hieß es, dass ROCO aber in hohem Maße von Deutschland abhängig ist und 65 Prozent des Umsatzes am deutschen Markt erzielt werden.
Österreichs "Die Presse" blies am Tag darauf ins gleiche Horn und schrieb "Das Unternehmen, das 1960 in Salzburg gegründet wurde, avancierte zum weltweit größten Anbieter von Modelleisenbahnen (??). Dass ROCO nun in der Krise steckt, ist auf den Hauptabsatzmarkt Deutschland zurückzuführen".
Nach dem am 15. Juli beantragten Konkurs wurde in einem Artikel der gleichen Agentur etwas relativiert. Auch der Weltmarktführer Märklin (jetzt stimmt's) hätte unter dem Kaufverzicht von uns Deutschen gelitten, aber durch Reduzierung seiner Belegschaft um ein Drittel darauf reagiert. Und dann kommt am Ende des Artikels etwas verschämt, dass die missliche Lage bei ROCO in Branchenkreisen eng mit dem Eigentümer Maegedefrau in Zusammenhang gebracht werde.
Interessant war in der offiziellen Pressemitteilung von ROCO die Veröffentlichung der ganzen Firmenstruktur, die dem "normalen" Modelleisenbahner bislang verborgen war. ROCO war halt ein Modellbahnhersteller und sonst nichts. Dass sich in Wirklichkeit eine ganze Konzerngruppe mit mehreren Firmen dahinter verbirgt, konnte man folgenden Hinweis entnehmen: "Betroffen (vom Konkurs) sind ROCO Modellspielwaren GmbH mit den Standorten Hallein-Rif, Gloggnitz und Banska-Bystrica (SK), die ROCO Werkzeugbau GmbH & Co. KG mit dem Standort Gloggnitz, und die ROCO Besitz- und Beteiligungs-GmbH in Hallein Rif. Die anderen Gesellschaften der ROCO Gruppe, das sind die ROCO Holding GmbH als Konzernmutter, die ROCO Anlagen GmbH und die ROCO Modellspielwaren Vertriebsgesellschaft m.b.H. in Freilassing sind nicht von der Insolvenz betroffen".
Nach Eröffnung des Konkursverfahrens, war es natürlich leicht über eventuelle Managementprobleme und sonstige Fehler zu diskutieren. Schaute man in einige der bekannten Internetforen, so wurde man dort geradezu überschwemmt mit den Besserwissereien der - nach eigener Einschätzung - wahren Sachverständigen für Betriebsführung und Modellbautechnik. Allgemeiner Tenor: Das war ganz klar, das hatte man schon lange erwartet, usw. Sicher ist, dass ROCO im letzten Jahr erhebliche Probleme hatte. Wie schon die Presse andeutete, machte der Wiederanlauf in Hallein nach dam Umzug doch mehr Probleme, als erwartet. Ersatzteillieferungen, die über ein halbes Jahr dauerten waren da noch ein eher kleines Problem. Die Kaufzurückhaltung aller Kunden - nicht nur der Deutschen ! - tat sein Übriges, die Situation zu erschweren.
Und dann muss da noch ein Problem gewesen sein: Im Verlauf des letzten Jahres verlor ROCO eine größere Anzahl verantwortlicher Führungskräfte. Leute, die verantwortlich waren, dass ROCO zu einem führenden Modellbahnhersteller wurde und die u.a. auch dafür verantwortlich waren, dass der Exportanteil nach Deutschland die besagten 65 Prozent betrug. All diese Führungskräfte gingen unseres Wissens von sich aus, da sich in deren Augen der geschäftsführende Alleininhaber Maegdefrau eher als "alleinführender Geschäftsinhaber" darstellte. Vielleicht hat die Entmachtung von guten Führungskräften durch die Allein-Führungsansprüche einen Teil der Misere zu verantworten.
In der Presseberichterstattung der folgenden Tage überschlugen sich dann die Meldungen, die zeitweise jeglichen Weiterbestand der Firma in Frage stellten. Glaubt man den Salzburger Nachrichten und den darin zitierten Aussagen des Generaldirektors des Raiffeisenverbands Salzburg und des Arbeiterkammer-Präsidenten, hat Peter Maegdefrau für die noch in seinem Eigentum verbliebenen Patent- und Markenrechte Forderungen von über 10 Millionen Euro gestellt. Nur wenn er, Maegdefrau, diese Entschädigung erhält, wäre er bereit, diese Rechte an die neue Firma abzutreten, da man ihn "nicht enteignen könne". Maegdefraus Verhalten sei skandalös und verantwortungslos, kommentierte AK-Präsident Siegfried Pichler am Mittwoch, dem 20. Juli, bei einem Mediengespräch in der Halleiner Arbeiterkammer. Maegdefrau, der zwar noch verschiedene Teile der Roco-Holding kontrolliere aber bei den insolventen Firmen als handlungsfähiger Geschäftspartner ausgeschlossen worden sei, pokere jetzt um seine eigenen Vermögenswerte, kritisiert der AK-Chef.
Seit Montag 25. Juli wird wieder produziert und ausgeliefert. Bei seiner Arbeit setzt der Sanierer Leopold Heher auf "bewährte Kräfte". Im Restrukturierungsteam sitzen unter anderem Ex-Roco-Geschäftsführer Christian Plohberger und Ex-Roco-Vertriebschef Josef Wadislohner, die beide aus den oben erwähnten Gründen die Firma verlassen hatten.
Die Zahl der Mitarbeiter wurde von 800 auf 450 fast halbiert. Alle drei Standorte (Hallein, Gloggnitz und Banska Bystrica) sollen gehalten werden. Hallein bleibt das Zentrum der Gruppe - allerdings mit nur noch 80 Mitarbeitern. Im Werkzeugbau in Gloggnitz soll die Hälfte der Mitarbeiter übernommen werden. Den Personalstand in der Slowakei (künftiger Produktionsstandort) will Heher jedoch von 230 auf 270 aufstocken. Die neue Produktion soll sehr schlank aufgebaut werden. In diesem Konzept sind auch Zukäufe aus Asien (z.B. Waggons) und die Auslagerung von Arbeiten vorgesehen. "Wir werden das Lager, den Transport und die Kommissionierung einem Profi übergeben." Dass das Scheitern der Verhandlungen mit Roco-Eigentümer Peter Maegdefrau ohne Folgen bleiben wird, glaubt auch Heher nicht. "Unsere Konstruktion ist rechtlich sehr, sehr gut abgesichert. Wir sehen eventuellen Querschüssen gelassen entgegen." Die Patente seien "in hohem Maß an den Raiffeisenverband verpfändet. Wir können damit arbeiten." Der Markenname Roco - ein Teil der Konkursmasse - soll wieder verwendet werden.
Am 25. Juli meldete der Österreichische Rundfunk ORF, dass Peter Maegdefrau mit einem Hausverbot für das Werksgelände in Hallein belegt wurde.
Die ständig aktuelle Berichterstattung findet sich in den "Salzburger Nachrichten" im Internet unter www.salzburg.com/sn (Suchwort "roco") aus denen wir zum Teil zitiert haben.

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BuGaGaBa

Dass in München die Bundesgartenschau BuGa 2005 stattfindet dürfte sich herumgesprochen haben. Die Medien beanstanden allerdings zum Teil den geringen Anteil an "Garten", der in weiten Bereichen durch "Betonkunst" ersetzt ist. Um die Besucherzahlen etwas zu steigern hat sich die BuGa-Leitung nun verschiedene "Events" ausgedacht, von denen man ein größeres Publikumsinteresse erhofft.
Schon vor Beginn der BuGa hatte der Modellbauclub Siemens München MCSM bei der Ausstellungsleitung angeregt, die BuGa durch eine Lehmann-Gartenbahn zu ergänzen, da immerhin Hunderttausende von Gartenbesitzern in Deutschland eine solche Bahn betreiben. Und Garten-Bahn gehört nach Meinung des MCSM eben zu Gartenschau.
Leider wurde diese Idee von der BuGa abschlägig beantwortet. Erst jetzt besann man sich und lud den MCSM ein, für knapp zwei Wochen im August eine Gartenbahn zu präsentieren. Gerne nahmen die Verantwortlichen des Modellbauclub Siemens München diese Einladung an und werden nun vom 12. bis 22. August den Besuchern eine "Bundesgartenschau-Gartenbahn BuGaGaBa" bieten.
Da während der laufenden Ausstellung keine Erdarbeiten mehr möglich waren, wird sich die aufgebaute Anlage als reine Flächenanlage präsentieren. Auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern - gleich am Eingang Ost der BuGa - fahren die digitalen LGB-Züge, mit Sound, und zeigen den Besuchern die Attraktivität des Hobbys Gartenbahn. Für Kinder gibt es eine eigene kleine Strecke, wo sie selbst Lokomotivführer spielen dürfen und Spaß an Modelleisenbahn entwickeln können.

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Sonderzüge zu "50 Jahre Österreichischer Staatsvertrag"

Am 15. Mai 1955 wurde im Schloss Belvedere in Wien der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet, welcher dem seit Ende des 2. Weltkrieges vierfach besetzten Österreich nach 10 Jahren wieder die volle Unabhängigkeit gab. Die Unterzeichner des Vertrages waren die Außenminister der vier Siegerstaaten W. Molotov (UdSSR), J. Foster Dulles (USA), H. MacMillan (Großbritannien) und A. Pinay (Frankreich). Mit Inkrafttreten des Staatsvertrages erloschen alle Befugnisse des Alliierten Rates mit Sitz im Haus der Industrie.
Mit einem großen Festakt im Schloss Belvedere wurde am 15. Mai der 50. Jahrestag der Staatsvertragsunterzeichnung gefeiert. Anschließend an den Festakt hatte der Österreichische Bundeskanzler zu einem Mittagessen im Haus der Industrie eingeladen. Viele tausend Menschen waren gekommen, um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen.
Als standesgemäßes Transportmittel der etwa 160 Ehrengäste vom Oberen Belvedere zum Haus der Industrie hatte das Bundeskanzleramt den Einsatz historischer Straßenbahnzüge einer langen Autokolonne vorgezogen. Für unsere österreichischen Kollegen vom Verband der Eisenbahnfreunde VEF in Wien eine besondere Herausforderung. Die mustergültig restaurierten Straßenbahn-Garnituren der VEF-Arbeitsgruppe Straßenbahn eignen sich hervorragend, den Fahrgästen das Flair vergangener Jahrzehnte zu vermitteln. Außerdem war es eine gute Gelegenheit, die Aktivitäten des VEF einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können und den Status historischer Schienenverkehrsmittel als wertvolles Kulturgut zu festigen.
Mit der Abwicklung einer derart hochrangigen Fahrt war die Arbeitsgruppe Straßenbahn bislang noch nicht beauftragt. Schon die Vorbereitungszeit unterschied sich deutlich von den üblichen Abläufen, so z.B. durch eine interministerielle Besprechung im Bundeskanzleramt mit Vertretern der Präsidentschaftskanzlei, des Bundesministeriums für Äußeres, der Bundespolizeidirektion Wien, der Betriebslenkung der Wiener Linien und der VEF-Arbeitsgruppe Straßenbahn.
Nach der Vorbereitung und Generalreinigung der vorgesehenen Straßenbahn-Garnituren rückten am Sonntag, dem 15. Mai 2005 drei M-Zweiwagenzüge aus, besteckt mit rot-weiß-roten Fähnchen, um in der Schleife Südbahnhof Aufstellung zu nehmen. Hier folgte auch die aus Sicherheitsgründen bei Staatsakten vorgesehene Durchsuchung der Fahrzeuge durch die Staatspolizei, wobei auch ein Sprengstoffspürhund die Wagen beschnupperte. Pünktlich um 12.15 Uhr - wie im Protokoll vorgesehen - fuhren die Züge in die für den restlichen Verkehr gesperrte Prinz-Eugen-Straße ein und nahmen vor dem Seiteneingang des Oberen Belvedere Aufstellung. Zahlreiche Schaulustige umringten die Straßenbahnzüge und die Polizei konnte nur einen schmalen Weg im Spalier des Publikums für die Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur zum Einsteigen in die Straßenbahnfahrzeuge freihalten. Die Fahrt gestaltete sich für das Zugpersonal ungewöhnlich: Die Straßen waren für den Verkehr gesperrt und alle Ampeln für die Oldtimer-Straßenbahnzüge auf Grün gestellt. So konnte die ohnehin kurze Strecke vom Oberen Belvedere zum Schwarzenbergplatz ohne Aufenthalt durchfahren werden.
Der BDEF gratuliert der VEF-Arbeitsgruppe Straßenbahn zu dem souverän durchgeführten Transfer für das Staatsvertragsjubiläum.

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"Sinsheim" geht nach Stuttgart

"Firmengruppe Schall wechselt mit ihrem Portfolio von Sinsheim in die Landesmetropole"
Pressemitteilung der Stuttgarter Messe- und Kongressgesellschaft (SMK):
Die SMK und der private Messeveranstalter Paul Eberhard Schall (Frickenhausen) spannen ihre Kräfte zusammen. Nach mehrmonatigen Verhandlungen haben sich die beiden Partner auf eine langfristige Kooperation geeinigt. Diese sieht vor, dass die Firmengruppe Schall als Gastveranstalter ab Herbst 2007 Zug um Zug ihr komplettes Messeprogramm von Sinsheim in die Neue Messe Stuttgart verlagert. Nach gegenwärtigem Stand wären dies zehn Veranstaltungen: die technischen Fachmessen Control, Microsys, Motek, Blechexpo, PaintTech, sowie Druck & Form auf der einen Seite und die Publikumsausstellungen Car & Sound, Faszination Modellbau, Faszination Motorrad und das Echtdampf- Hallentreffen. Dies haben die beiden Geschäftsführer Ulrich Kromer (52) und Paul Eberhard Schall (66) im Rahmen der SMK-Jahrespressekonferenz 2005 am 8. Juni in Stuttgart bekannt gegeben.
Ulrich Kromer bezeichnete die neue Kooperation mit der Firmengruppe Schall, die bereits von 1964 bis 1981 Messen in Stuttgart veranstaltet hatte, als "Meilenstein für die Weiterentwicklung des Standorts". Das Paket der zehn nun nach Stuttgart kommenden Schall-Messen umfasst derzeit rund 3.500 Aussteller und 220.000 Besucher. Zum Vergleich: im Jahr 2004 zählte die Messe Stuttgart 10.701 Aussteller und eine Million Besucher. Wichtiger noch als die reinen Zahlen ist freilich die Qualität und die inhaltliche Ausrichtung vor allem der technischen Fachmessen der Schall-Gruppe. SMK-Geschäftsführer Kromer: "Das passt optimal in unser Portfolio und wird stark dazu beitragen, das Profil der Neuen Messe Stuttgart als Standort für Hightech und Innovation national und international weiter zu schärfen."
Auf der Jahrespressekonferenz der SMK ließ Paul Eberhard Schall an der neuen Ausrichtung der Firmengruppe Schall keinen Zweifel: "Wir planen, bereits im Herbst 2007 mit der Motek nach Stuttgart zu gehen - und wir werden auf jeden Fall ab 2008 alle anderen Messen in Stuttgart durchführen." Über mehr als 15 Jahre hinweg sei das Messegelände in Sinsheim für sein Unternehmen der ideale Standort für alle Messen und Ausstellungen gewesen. Das Gelände an der A6 sei mit großem Aufwand und unternehmerischem Risiko stets bedarfsgerecht ausgebaut und weiter entwickelt worden, um den Anforderungen der Aussteller und damit auch der Veranstaltungen gerecht zu werden. Doch die Grenzen für internationale Messen in Sinsheim seien nun erreicht: Eine Erweiterung des Messegeländes über die derzeitige Veranstaltungsfläche hinaus ist nicht mehr möglich und der überwiegende Teil der Aussteller und Messebeiräte fordert wegen fehlender Flächenkapazität und mangelnder Infrastruktur eine Standortverlegung. Diesen Forderungen schließen sich angesichts des neuen Messegeländes in Stuttgart und der dadurch verstärkten Wettbewerbssituation auch die Vertreter kleinerer Veranstaltungen an.
Die Firmengruppe Schall hält es deshalb für unternehmerisch unsinnig und unverantwortlich, gegen die Interessen der Aussteller an bisherigen Strukturen festzuhalten. "Die Zukunft fordert mutige Entscheidungen von uns, wenn wir weiterhin in der obersten Liga mitspielen und nicht ins Mittelfeld abrutschen wollen. Unsere Messen werden nur dann für die Zukunft Bestand haben, wenn wir die berechtigten Interessen unserer Aussteller aktiv unterstützen. Deshalb die Entscheidung für Stuttgart," erklärte Paul Eberhard Schall. Er wolle mit dieser Entscheidung auch zeigen, wie stark er als Unternehmer dem Wirtschaftsraum Baden-Württemberg und seiner Heimatregion Stuttgart verbunden ist.
Der Neuen Messe Stuttgart attestiert Schall nicht zuletzt aufgrund seiner 40-jährigen Branchenerfahrung gute Zukunftschancen. "Wenn wir uns für neue Wege entscheiden, dann entscheiden wir uns immer auch für das Beste. Die Neue Messe Stuttgart liegt inmitten einem der interessantesten Märkte und wird das innovativste und attraktivste Gelände Deutschlands - wenn nicht gar Europas werden." Genau dies sei der Rahmen, den sein Unternehmen für seine international erfolgreichen Messen brauche.
Was Sinsheim betrifft, werde die Firmengruppe Schall bis 2008 alles tun, um die Qualität ihrer Veranstaltungen und Dienstleistungen dort für ihre Aussteller zu sichern und im Rahmen der Möglichkeiten auszubauen - "wir werden vor allem aber all unser Know-how und unsere Kernkompetenzen als Messemacher in die Weiterentwicklung investieren, damit wir alle gemeinsam erfolgreich in eine neue Etappe in Stuttgart starten können."

Manfred R. Meliset vom Verlag "Gartenbahn" betrachtet diese Situation wie folgt:
Messe Sinsheim dicht
Mit einer Übergangsfrist von 2 Jahren müssen wir Modelleisenbahner der Metropol-Region Rhein-Neckar uns daran gewöhnen, keinen Messestandort mehr vor der Haustüre zu haben. Hessen und Rheinland-Pfalz waren ja eh schon Niemandsland, was eine größere Modellbau-Messe betrifft, aber jetzt kommt der Kahlschlag. Ob in Zukunft Modellbauer aus den Großräumen Frankfurt, Wiesbaden und Mainz nach Stuttgart fahren werden, ist fraglich. Eine Tageszeitung in Heidelberg brachte am 8.6. die Schlagzeile: "Messe Sinsheim haut ab nach Stuttgart" und der Mannheimer Morgen einen Tag später: "Messe-Karawane zieht weiter nach Stuttgart".
Angeblich haben die "Großen der Branche" einen stärkeren Standort - wie Stuttgart - befürwortet. Im Kraichgau stehen die Signale jedenfalls auf Rot; aus mit Investitionen in Sinsheim und der Region. Da wird wohl kaum ein Hotelier mehr in Ausbau und Renovierung seines Betriebes investieren wollen, wenn ab 2007 die Gäste ausbleiben werden, die ihm an mehreren Terminen im Jahr vernünftige Übernachtungszahlen gebracht haben. Aber auch die öffentlichen Investitionen in Form von Straßenbaumaßnahmen, die auf Druck der Schall-Gruppe getätigt wurden, sind jetzt sprichwörtlich für die Katz'. Dabei darf natürlich nicht vergessen werden, dass wir nicht nur von zwei eher kleinen Messen, wie der Faszination Modellbau, oder gar dem Hallen-Echtdampf reden. Da geht es um insgesamt 10 größere Veranstaltungen, die nach Stuttgart verlagert werden. Wie der Tagespresse weiter zu entnehmen war, haben die Mitarbeiter der Messe Sinsheim von diesen Plänen erst durch die Medien erfahren.
Die Messe Stuttgart spricht natürlich von einem "Meilenstein für den Messestandort". Bekommt man doch gerade mit der Faszination Modellbau einen Frühjahrstermin - direkt nach der Spielwarenmesse - ins Ländle. Da kann und wird man dann getrost auf die eher müde "Modellbahn Süd" im Herbst zu Gunsten der Schall-Messe in Friedrichshafen verzichten. Wobei auch hier im Endeffekt, weit größere Veranstaltungen im Vordergrund stehen, als das, was uns Modellbauer interessiert.
Die Großen mögen frohlocken, aber die Kleinserienhersteller, die bislang die Würze in der Suppe Sinsheim ausmachten, haben heute schon Sorgenfalten. Denn eines ist sicher, die Rieseninvestition Messe auf den Fildern müssen sich amortisieren. Mit günstigen Standgebühren können allenfalls die Branchenführer rechnen, die so viel beschworenen Mittelständler und Kleinstunternehmen, die ja ansonsten immer so wichtig sind für den Standort Deutschland, die bleiben garantiert außen vor. Man könnte sagen, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird, aber hier wurden Fakten geschaffen. Ob dieser Deal mit ein Grund für die Absage der ModellAktuell Nürnberg war, wissen sicher nur die absoluten Insider. In der "verlassenen Region" beschäftigt man sich - laut Zeitungsberichten - schon mit den Zahlenspielen, was denn die Schall-Gruppe an zu unrecht bezogenen Zuschüssen zurückzahlen muss. Man wird's dank Stuttgart verschmerzen können.

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Begehbare Vitrine im Eisenbahnmuseum Weiden

Das Eisenbahnmuseum Weiden hatte vor einiger Zeit von der Weidener Firma PFA einen ehemaligen 26,4-m-Postwagen erworben, der mit zwei weiteren Wagen im Museumsgelände am Bahnhof aufgestellt und in eine "begehbare Vitrine" umgebaut wurde. Der Postwagen mit der Bahn-Nr. 518000-95076-7 Post-mrz, in den Farben elfenbein-türkis hatte noch die ursprüngliche Originalausstattung, wie sie vor Jahren, als die Briefe und Pakete der Post noch mit der Bahn transportiert wurden, eingerichtet war. Für die Nutzung als erweiterte Museumsausstellungsfläche wurde ein Teil dieser Einrichtung entfernt. Viele sehenswerte Ausstellungsstücke, Anlagen und andere Exponate waren bisher in den hinter dem Postwagen befindlichen Güterwagen deponiert und der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Auf den nun zusätzlich 76 m² Ausstellungsfläche entstand eine "begehbare Vitrine", in der wertvolle Exponate der Weidner Eisenbahngeschichte erstmals den Besuchern gezeigt werden. Diese "begehbaren Vitrine" wurde am 2. Juli feierlich eröffnet. Der Vorsitzende des MEC Weiden und Leiter des Eisenbahnmuseums Horst Scheiner begrüßte die Vertreter von Stadt, Behörden, Sponsoren, Bundesverband, Gäste und Gründungsmitglieder. Er erläuterte die Anstrengungen und Aufwendungen zur Restaurierung des Bahnpostwagens.. Die Aufstellung lindert die bisherige Platznot im Museumsgebäude deutlich. Nach den Ansprachen des Oberbürgermeisters Hans Schröpf, des Stellvertretenden BDEF-Vorsitzenden Dieter Hohmann, sowie vom Leiter der Niederlassung Philatelie Weiden der Deutschen Post AG Stefan Friedl, konnte der mit einer interessanten Mischung von Exponaten ausgestattete Wagen besichtigt werden. Die Ausstellungsgegenstände reichen von Originalunterlagen von der Grundstücksbeschaffung für das erste Weidener Bahnhofsgelände über zwei Vitrinen mit Artikeln der Deutschen Post Collection, Bahnsteig-Fahrkartenautomat, Original-Inneneinrichtung der Postsortieranlage, bis zu Modellbahnanlagen, Dioramen und Schaukästen mit Fahrzeugen, etc.
Anschließend erfolgte die Besichtigung des Museums u.a. mit der attraktiven H0-Modellbahnanlagen und der zahlenmäßig wohl größten Sammlung von H0-Triebfahrzeugen.
Der Abend klang mit Speis und Trank vor dem Museum bei Fachsimpelei aus.

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Modellbahntreff in Göppingen

Zum fünften Mal, mit zweijährigem Abstand, befand sich ganz Göppingen buchstäblich im Modellbahn-Fieber. Märklin hatte am 11.u. 12. Juni zum Modellbahntreff 2005 gerufen und die Fans kamen selbst aus Übersee angereist. Wie bereits vor zwei Jahren wurden rund 40.000 Besucher gezählt, die sicher alle auf ihre Kosten kamen, zumal das Veranstaltungsprogramm wieder sehr reichhaltig war.
Die Eröffnung des Modellbahn-Events fand am Vorabend im Innenhof des Göppinger Rathauses vor geladenen Gästen statt. Die Eröffnungsrede hielten der Göppinger Oberbürgermeister und der Märklin Geschäftsführer Paul Adam. Umrahmt - im wahrsten Sinne des Wortes - wurde die Feier von einer Auswahl handgemalter Original-Katalogblätter aus der Frühzeit von Märklin.
Die Stadthalle war für die kleinen Nenngrößen N und Z sowie Trix H0 vorbehalten. Interessante Einblicke gab es auf dem Trix-Stand, wo die Konstruktion der neuen US-Ellok GG-1 auf einer Leinwand, betrachtet durch eine 3D-Brille, räumlich dargestellt wurde. Zum ersten mal konnte sich auch die Produktionsstätte in Ungarn mit einem eigenen Stand präsentieren, wo u.a. auch die Fertigung der Märklin-Modelle in Nenngröße 1 stattfindet. Diverse Seminare und eine modellbahngerechte Kinderbetreuung gehörten ebenfalls zum Gebotenen. Auch für die weiblichen Besucher gab es in der Stadthalle etwas Besonderes. Der Puppenhersteller "Käthe Kruse" konnte sein 100-jähriges Bestehen feiern und hatte auf der Bühne einen großen Messestand aufgebaut. Fachkundiges Personal stand für die Nöte der Puppenmütter mit Rat und Tat bereit. Als Sonderauflage gab es eine Käthe Kruse Puppe in einer wunderschönen Eisenbahner-Uniform mit einer Abfahrtskelle und einem kleinen Koffer, der eine Z-Bahn beinhaltete.
In der Hohenstaufenhalle präsentierte sich die Fa. Märklin mit ihrem Angebot in der Nenngröße H0 und 1 selbst. War es in den vergangenen Jahren so, dass der Besucher einen Modellbahnwagen selbst montieren konnte, so hatte man diesmal auch eine Lokmontage mit ins Programm einbezogen. Auch vom anwesenden Reparatur-Service wurde wiederum reichlich Gebrauch gemacht. Zahlreiche Firmen für Zubehör, Vitrinen und Druckerzeugnissen rundeten das Programm ab. Auch die Fa. Hübner, die auf dem Spur 1 Sektor tätig ist und viele Jahre mit Märklin kooperiert hatte, war mit einem Stand vertreten. Nicht zufrieden stellen konnte dagegen das sogenannte "VIP-Zelt" vor der Hohenstaufenhalle, wo der Insider-Club, Märklin-Profi-Club, Trix-Insider-Club und der 1.FC Märklin untergebracht waren. Man erkannte dies auch bei Märklin und wird zum nächsten Modellbahntreff sicher eine bessere Lösung finden.
Die "High-Speed-Weltmeisterschaft" fand diesmal nicht in der Eissporthalle, sondern auf dem Gelände der Gleisbau-Firma Leonhard Weiss statt. Das mit einem Gleisanschluss an der Bahnstrecke nach Ulm gelegene Grundstück konnte vom Bahnhof Göppingen mit einer Schienenbus-Garnitur angefahren werden.
Im Bahnhof Göppingen standen zahlreiche Lokomotiven und Schienenfahrzeuge zur Besichtigung bereit. U.a. eine E 69, eine Siemens-Dispolok ES 64 U2-037, eine V 100, zwei Dampflokomotiven der Baureihe 50 und eine badische BR 75, sowie eine preuß. P 8 (Baureihe 38). Auch Pendelfahrten mit Dampflokomotiven und Dampfzugfahrten über die Geislinger Steige wurden angeboten. Führerstandsmitfahrten auf einer Dampflok der Baureihe 01 standen ebenfalls auf dem Programm.
Im Blickpunkt der Öffentlichkeit stand natürlich auch das Märklin-Museum. Hier waren unter anderem auch die im Januar dieses Jahres geraubten Exponate des spektakulären Einbruchs wieder zu sehen. Dank der perfekten Arbeit der Kripo Göppingen und Wien konnten alle Stücke wiederbeschafft werden. Der Zustand mancher Modelle wies aber deutliche Spuren auf. Auf dem Freigelände vor dem Museum konnten sich die Besitzer von Märklin Echtdampf-Maschinen von den anwesenden Fachleuten Rat holen. Hierzu zählte auch, zur Freude zahlreicher Besucher, der bekannte Dampfbahner Otto Stranitzky, genannt "OSTRA".
Ein Festzelt, ebenfalls auf dem Museumsgelände, sorgte für das leibliche Wohl der Besucher und Ehrengäste. Der Eintrittpreis zum Besuch der Veranstaltung betrug 6,- Euro. Die Busse der Verkehrsbetriebe Göppingen brachten die Besucher in ständigem Kreisverkehr zu den einzelnen Veranstaltungsorten. Die anwesenden Mitarbeiter von Märklin und Trix waren hochmotiviert und gaben den Besuchern umfassend Auskunft, das galt auch für die Mitglieder der Geschäftsführung. Auch Petrus muss Freude an der Veranstaltung gehabt haben, und bescherte der Veranstaltung ein sonniges aber nicht zu warmes Sommerwetter.

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120 Jahre Firma Auhagen

Anlässlich des 120-jährigen Firmenjubiläums lädt Auhagen zu einem Tag der offenen Tür in das Werk in Marienberg ein. Dieser Tag der offenen Tür findet statt am 20. und 21. August 2005, jeweils von 9 bis 18 Uhr.
Geboten wird unter anderem:
– Einblicke in die Herstellung von Auhagen-Bausätzen,
– Ausstellung zur Geschichte der Firma Auhagen,
– Jubiläumsangebote,
– Auhagen-Bastelstraße,
– Tillig-Wagen mit Sonderdruck zur Selbstmontage,
– Souvenirs und Sondermodelle,
– "Hagen v. Ortloff zum Anfassen". Der Moderator der Sendereihe "Eisenbahn-Romantik" erzählt über seine Arbeit, stellt Eisenbahnfilme vor und gibt auch Autogramme,
– Präsentation der Sächsischen Modellbahnproduzenten e.V.,
– Essen und Trinken wie beim Volksfest,
– – und das große Jubiläumsgewinnspiel.
Die Auhagen-Mannschaft unter Leitung der attraktiven Geschäftsführerin Ute Klinner freut sich auf zahlreichen Besuch.
Anreisebeschreibung:
– Anreise mit dem Linienbus:
Linie 207 Chemnitz Busbahnhof - Olbernhau, Haltestelle Pobershauer Brücke, Fußweg ca. 100 m in Richtung Marienberg.
– Anreise mit der Eisenbahn:
Nutzen Sie die Fahrplanauskunft der DB AG via Internet.
– Anreise mit Kfz:
1. Bis Marienberg bitte Routenplanungsservice benutzen.
2. Marienberg vom Markt über die Freiberger Straße auf der B171 in Richtung Olbernhau verlassen.
3. Nach ca. 4 Kilometer Fahrt und dem Passieren von fünf Bahnübergängen befindet sich das Auhagen-Firmengelände unmittelbar hinter einer Eisenbahnbrücke auf der linken Straßenseite.
4. Parkplätze sind ausgeschildert. Während des Tages der offenen Tür wird ein Shuttleverkehr mit Nostalgie-Omnibus eingerichtet. Hin- und Rückfahrt für Erwachsene 1,- €, Kinder bis 12 Jahre 0,50 € (Fahrscheine im Bus). Es ist nur mit kurzen Wartezeiten zu rechnen, der Bus pendelt auf einer Strecke von 8 km.
Lassen Sie sich das Nostalgie-Fahrerlebnis nicht entgehen - und natürlich nicht den Tag der offenen Tür !

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35 Jahre Eisenbahnfreunde Königslutter e. V.

Etwas besonderes soll es zum Bestehen "35 Jahre Eisenbahngeschichte im Modell und Vorbild" in Königslutter geben.
1970 begann es mit einem Filmvortrag im Stadthaus vom letzten Dampf der Baureihe 78 von Lüneburg über Dannenberg nach Uelzen. Ein weiterer großer Filmabend fand 1980 im Gemeindesaal der Stadtkirche statt. Der Erlös der Veranstaltung kam Bedürftigen in der Stadt zu Gute.
Im Mai 1982 fand die erste LGB-Freilandschau unterhalb vom Kaiserdom in der Glockenkampanlage statt. Der Zuspruch war mehr als gut und so wurde in den Folgejahren immer wieder eine Freilandschau veranstaltet. Die ersten großen Bauwerke entstanden. Carl-Heinz Bialke, ein Mitglied aus Hamburg, im Verein als "Herrgottsschnitzer" bezeichnet, präsentierte bereits 1989 die 6,60 m langen Elbbrücken. Bei vielen Freilandveranstaltungen waren diese Brückenbauwerke, sie waren die Überquerung der Heidteichsriede, ein großer Anziehungspunkt. Ständig wurden die Anlagen vergrößert, eine zweite Brücke wurde gebaut, ebenso ein sechsständiger Ringlokschuppen mit Wasserturm. Und die Schaffenskraft von Carl-Heinz Bialke setzte sich weiter fort, es folgte der Nachbau vom Postamt Königslutter. Im Jahr 1995, zum 25-jährigen Jubiläum der Eisenbahnfreunde Königslutter fand im ehemaligen Güterschuppen am Bahnhof eine große LGB-Schau statt. Auch der Preußenzug, mit einer Dampflok bespannt von den Braunschweiger Verkehrsfreunden, verkehrte zum Jubiläum auf der Strecke zwischen Braunschweig und Helmstedt. Schon lange hatte der Bahnhof von Königslutter keinen Dampf erlebt, an diesem Jubiläumswochenende wurde alles nachgeholt. Auch die durchfahrenden ICE fuhren bewusst langsam durch den Bahnhof und begrüßten alle Besucher mit einem kräftigen Pfiff.
Einer zweiten großen Herausforderung stellten sich die Eisenbahnfreunde zur Elm-Lappwald-Messe in Helmstedt. Im großen Saal des Schützenhauses wurde eine tolle Anlage präsentiert und sie war während der gesamten Messe mit der größte Anziehungspunkt. In den Jahren 1994 bis 2001 zeigte der Verein mehrmals eine Freilandanlage beim Burgfest in Brome. 1997 wurde bei der Freilandschau am Glockenkamp der Bahnhof Königslutter als Modell präsentiert. Gezielt und voller Elan planten wir nun das 30-jährige Jubiläum. Es wurde ein Super-Festival für Eisenbahnfreunde. In Hamburg baute Carl-Heinz die Brockenbauten, Bahnhof, Brockenhotel, Wetterwarte und Sendeturm vorbildgetreu nach. Ein Sonderwagen mit Aufdruck wurde hergestellt und die gesamte Freilandschau stand unter dem Motto "wir holen den Brocken nach Königslutter". Es gelang hervorragend: über 2500 Besucher strömten zur Schau unterhalb vom Kaiserdom und waren begeistert von der großen Anlage mit dem "Modell-Brocken". Der nächste Schritt war eine Adventsausstellung im "Avalon" Hotel über zwei Wochenenden im Jahre 2001 und ebenso ein großer Erfolg. Konnten doch hier in einer Innenanlage viele Details aufgebaut werden. Zum zweitenmal wurden spezielle Vorführungen für Kindergärten durchgeführt. Auf der Suche nach weiteren Räumlichkeiten für unsere Eisenbahnausstellungen konnten wir 2003 in den Herbstferien erstmals in der Pausenhalle der Realschule eine Anlage präsentieren. Diese hatte eine Ausdehnung von über 100m² und wurde auf Platten erstellt, so dass im Gegensatz zur Benutzung von Modulen eine reichhaltige Gestaltung der Landschaft durchgeführt werden konnte. Der Erfolg blieb nicht aus und so wurden bald die Weichen für die Jubiläumsschau "35 Jahre Eisenbahnfreunde Königslutter" gestellt. Die Veranstaltung findet wieder in der Pausenhalle der Realschule an der Wilhelm-Bode-Str. statt. Und da es ein Jubiläum ist, wird es wieder mal etwas Neues geben. In der Innenanlage wird erstmalig der Brocken mit eingebaut. Als "Bonbon" zum Fest entstand bei unserem Hamburger Mitglied der Bahnhof Drei Annen Hohne in allen Details, ein gelungenes Modell. Damit wird bei der Schau 2005 der Fahrbetrieb auf der HSB-Strecke Drei Annen Hohne - Brocken dargestellt. Daneben werden aber auch viele Zuggarnituren aus der großen Auswahl von LGB und anderen Herstellern zu sehen sein. Auch einige Eigenbauten z. B. das "Harzkamel" BR 199 und der HSB Triebwagen VT 187 sind in der Anlage zu finden. Für die Jüngsten und die Modellbahner von Morgen ist der Montag reserviert. Für den Tag nach dem Jubiläumswochenende erhalten alle Kindergärten in Königslutter eine Einladung zum kostenlosen Besuch der Ausstellung. Im Rückblick auf die lange Vereinszeit muss aber auch ein großes Dankeschön an die Stadt Königslutter und den vielen Sponsoren der Lutteraner Geschäftswelt gesagt werden, aber auch der Firma Lehmann gilt ein herzliches "Dankeschön". Manche Unterstützung aus Nürnberg gab den Ausstellungen noch den letzten Kick. Neben Modellbahnausstellungen pflegen die Eisenbahnfreunde aber auch gute Kontakte zu befreundeten Vereinen, so zu den LGB Freunden Niederrhein, den LGB Freunden Norddeutschland, den LGB Freunden Hildesheim und dem 1. Braunschweiger LGB Treff. Ebenso unternimmt der Verein Reisen zu Modellbahnausstellungen und zu Museumseisenbahnen. Besonders die nahe Harzquerbahn war oft das Ziel der Eisenbahnfreunde. Geselliges im Mitgliederkreis kam ebenfalls nicht zu kurz und somit ist der Verein durch seine 35-jährige Geschichte zu einem Stück "Gewachsenes" in Königslutter geworden.
Die Eisenbahnfreunde wünschen allen Besuchern aus Nah und Fern viel Freude bei der Jubiläumsschau vom 22. bis 24. Oktober 2005. Kontakt: 1. Vorsitzender Dieter Hauschild, Samuel - Hahnemann Str. 21, 38154 Königslutter, Tel. 05353 3509, Fax 05353 910715, E-Mail: hauschild-koenigslutter@t-online.de

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5 Jahre Allianz-pro-Schiene

Am 14. Juni 2000 - während der Eisenbahnmesse rail#tec in Dortmund - wurde die Allianz pro Schiene als Verein gegründet. Neben den drei Eisenbahnergewerkschaften GdED, GDBA und GDL unterzeichneten die beiden mitgliederstärksten Umweltverbände BUND und NABU, die beiden Fahrgastverbände Pro Bahn und Deutscher Bahnkunden Verband sowie der VCD die Satzung als Gründungsmitglieder. Ebenfalls dabei: Die drei berufsständischen Organisationen VGB, VHB (mittlerweile zu BF Bahnen fusioniert) und VDEI, zwei Automobilclubs (ACV und ACE), der Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde BDEF, die "Vereinigung für Bildung bei den Bahnen", Germanwatch und als einzige regionale Organisation der LBU aus Niedersachsen.
Aus Anlass des fünfjährigen Bestehens der Allianz pro Schiene am 14. Juni 2005 würdigen Vertreter aller politischen Parteien und Verbände das politische Engagement des Schienenbündnisses. "Der jahrzehntelang vernachlässigte Verkehrsträger Schiene kann nur durch den Schulterschluss von Gewerkschaften, Unternehmen, Umwelt- und Verbraucherverbänden genug Druck auf die Politik ausüben, um endlich faire Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Renaissance der Schiene ermöglichen", so die zentrale Botschaft des Vorsitzenden Norbert Hansen anlässlich des 5-jährigen Bestehens des Bündnisses.
Mit seinem Anliegen, mehr Menschen für das umweltfreundlichste und sicherste Verkehrsmittel zu gewinnen, findet das Bündnis zunehmend Anerkennung und Gehör - quer durch alle Lager. Hier einige Auszüge aus den Grußworten:
Gerhard Schröder, Bundeskanzler: "Eine starke Volkswirtschaft braucht ein modernes und leistungsfähiges Schienenverkehrssystem. Als konsequenter Anwalt für den Verkehrsträger Schiene leistet die Allianz pro Schiene hierfür einen wichtigen Beitrag".
Manfred Stolpe, Verkehrsminister: "Die Allianz pro Schiene mahnt uns, dass wir noch einiges zu tun haben".
Eduard Oswald, MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Vorsitzender des Verkehrsausschusses: "Wenn der Eisenbahn heute ein so hoher Stellenwert zukommt, dann ist das vor allem auch dieser Organisation zu verdanken, die sich mit großem Engagement und ungeheurer Durchsetzungskraft für die Belange des Schienenverkehrs stark macht".
Albert Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: "Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden".
Dirk Fischer, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-CSU Bundestagsfraktion: "Eine treibende Kraft für Perspektiven und Visionen im Schienenverkehr"
Dr. Johannes Ludewig, Exekutiv-Direktor der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER): "Die Allianz pro Schiene ist europaweit einzigartig. Die Arbeit der Allianz pro Schiene in Deutschland ist wichtig für die Eisenbahnen und beispielgebend für andere EU-Staaten".
Dr. Angelika Zahrnt, Bundesvorsitzende des BUND: "Die Zukunft gehört der Schiene. Wenn die Weichen richtig gestellt werden. Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis, das engagiert mit Erfolg dazu beiträgt, dass verkehrspolitische Vernunft Vorfahrt erhält.
Weitere Zitate, sowie einen chronologischen Überblick über die wichtigsten Etappen seit der Gründung der Allianz pro Schiene finden sich in der Jubiläums-Broschüre als pdf-Datei unter: www.allianz-pro-schiene.de 

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25 Jahre Modelleisenbahnfreunde Heusweiler e.V.

Acht Männer gründeten 1980 die "Modelleisenbahnfreunde Heusweiler e.V.". Inzwischen sind daraus fast 30 Mitglieder geworden, darunter auch zwei Frauen. Im November 1981 wurde eine erste Ausstellung in Form einer Vitrinenschau mit Bahnmodellen und Zubehör während der Weltsparwoche in der Sparkasse Heusweiler durchgeführt. Sparwochen gab es zu dieser Zeit auch im Verein, denn weder Geld noch geeignete Räume waren vorhanden, um die gewünschte Anlage zu bauen. Entsprechend der Satzung erstreckte sich die Tätigkeit des Vereins zunächst auf die Beratung und Unterstützung der Mitglieder beim Bau eigener Modellanlagen. Fachsimpeleien mussten in Lokalen oder in den Wohnstuben der Mitglieder stattfinden.
Um die Grundkenntnisse und Anregungen beim "großen Bruder Bundesbahn" zu erhalten, wurden Studienfahrten unternommen und Bahnhöfe, Strecken und Bahnbetriebswerke besichtigt. Sogar zum Startschuss des ICE zwischen Fulda und Kassel reiste eine Abordnung der Heusweiler Modellbahner an. Mit eigenen Schaukästen und Vitrinen folgten weitere Ausstellungen. Aufgrund des dadurch erlangten Bekanntheitsgrades wurde dem Verein von der Gemeinde im Sport- und Kulturhaus Wahlschied ein Clubraum zur Verfügung gestellt. Was lag näher, als in dieser Halle Ausstellungen für die Öffentlichkeit anzubieten, die alle von Erfolg gekrönt waren, während im Clubraum der Traum von einer festen Vereinsanlage realisiert werden konnte.
Einen Rückschlag erlitten die Modellbahnfreunde Mitte der Achtzigerjahre: die durch den Kohleabbau entstandenen Grubensenkungen gingen auch an Wahlschied und speziell am Clubraum nicht spurlos vorüber. Die bereits gut vorangeschrittene Anlage, in der unzählige Arbeitsstunden steckten, wurde durch die Verwerfung stark beschädigt. Wegen drohender Einsturzgefahr musste der Clubraum sogar für die Dauer eines Jahres aufgegeben werden. Nach der Sanierung des rund 50 Quadratmeter großen Raumes wurde die neue Anlage in Modulbauweise erstellt Über 30 Module in der Spurgröße H0 entstanden so, teils im Besitz der Mitglieder, teils im Clubeigentum. Damit auch die N-Bahner im Verein zu ihrem Recht kommen, ist an einer Stelle der Anlage auch eine Bahn im Maßstab 1:160 integriert. Gefahren wird im Zweileiter-Gleichstrom-Betrieb.
Weiterhin unternehmen die Mitglieder Informationsfahrten, so erst kürzlich ins Miniatur-Wunderland in Hamburg, nach Fonds-du-Gras in Luxemburg und auch zu den großen Modellbahnmessen. An der Modulanlage wird immer noch kräftig gebaut, die Technik verbessert und überarbeitet.
Die komplette H0-Modulanlage der Modelleisenbahnfreunde Heusweiler ist mehr als 60 Meter lang. Nur ein geringer Teil konnte in den vergangenen Jahren interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des Heusweiler Ferienprogramms in Clubraum der MEF in Heusweiler-Wahlschied gezeigt werden. Zuletzt komplett aufgebaut war die Anlage vor fünf Jahren und damit der Blickfang bei der Ausstellung anlässlich des 20-jährigen Vereinsjubiläums.
Anlässlich des nunmehr 25-jährigen Vereinsjubiläums haben sich die Modelleisenbahnfreunde etwas Besonderes ausgedacht. Die "eingemotteten" Anlagenteile werden hervorgeholt, restauriert, elektrisch überarbeitet und in einer rund 30 Meter langen Anlage neu zusammengestellt, die dann gleich an mehreren Terminen allen interessierten kleinen und großen Modellbahnfans in der Wahlschieder Sport- und Kulturhalle gezeigt wird.
Damit die Eisenbahnfans auch sehen können, welche Mühe und Arbeit, aber in erster Linie welcher Spaß am Basteln, der Aufbau einer solch großen Anlage macht, besteht die Gelegenheit zum Zuschauen und Reinschnuppern bei den ersten Fahrversuchen am 8. August 2005 und am 16. August 2005 jeweils ab 19.30 Uhr.
Höhepunkt der Aktivitäten wird dann die Modellbahn-Jubiläumsausstellung am
Samstag, dem 20. August 2005 von 14 bis 19 Uhr und am
Sonntag, dem 21. August 2005 von 10 bis 18 Uhr.
Es werden neben der Clubanlage weitere große und kleinere Anlagen präsentiert. Darüber hinaus können Besucher ihre eigenen, mitgebrachten Fahrzeuge der Nenngrößen H0 (Gleichstrom- und Wechselstrom) und N auf den ausgestellten Anlagen fahren lassen. Für praktischen Rat bei allen Problemen und Fragen zur Modellbahn stehen die Clubmitglieder natürlich gerne zur Verfügung. Weitere Auskünfte zu den Veranstaltungen gibt der Vorsitzende des Vereins, Gerd Ziegler, Tel. 06806 83493.
Und noch der besondere Hinweis: Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei! Für Mitglieder und Gäste wird dies sicher ein richtiges Jubiläums-Fest.

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Neues von der Modellbahn-Marktanalyse

Über den Erfolg unserer Modellbahn-Marktanalyse, die in Zusammenarbeit mit www.modellbahn-links.de  entstand, haben wir schon mehrfach berichtet. Nach dem Bericht im BDEF-Rundschreiben 3/2005 konnten wir erfreut feststellen, dass "Spiel-Info", das Mitteilungsblatt des Bundesverbandes Spielwaren im Hauptverband des Deutschen Einzelhandels einen Bericht über unsere Marktanalyse als Titelstory in Spiel-Info 3/2005 aufnahm und den Lesern mehrere Ergebnisse vermittelte. Als Resümee heißt es: Die Ergebnisse lassen in vieler Hinsicht wertvolle Rückschlüsse auf den Modelleisenbahnmarkt in Deutschland zu.

Bei der Umfrage zu der Marktanalyse im Spätherbst 2004 hatte nur eine einzige Fachzeitschrift den Fragebogen eingeheftet - die Schweizer Zeitschrift Eisenbahn-Amateur. So nahm es nicht Wunder, dass wir sehr viele ausgefüllte Bogen aus der Schweiz erhielten. Die Anzahl war so hoch, dass es möglich war, eine statistisch fundierte Auswertung nur für den Schweizer Markt vorzunehmen. Diese "Modellbahn-Marktanalyse 2004 - SCHWEIZ" ist zwischenzeitlich fertiggestellt und den Freunden des Schweizer Verbandes SVEA übergeben worden, der exklusiv die Veröffentlichung (www.svea-asea.ch) und den Vertrieb innerhalb der Schweiz übernimmt.

Parallel zu der Umfrage bei den Modelleisenbahnern lief auch eine zusätzliche Umfrage bei den Modellbahn-Fachhändlern. Durch die Hilfe unseres Fördermitglieds LGB konnte der spezielle Fragebogen an die Modellbahn-Fachhändler zusammen mit einem LGB-Händler-Rundschreiben verteilt werden. Bei dieser Umfrage lag das Schwergewicht auf Fragen zum Verhältnis zwischen Handel und Herstellern. Als Ergebnis entstanden einzelne Analysen, die jeweils ausschließlich die Ranking-Werte eines einzigen Herstellers beinhalten, und die den betreffenden Firmenchefs vertraulich übergeben wurden. Fachhändler, die an der Umfrage teilgenommen hatten, können eine allgemeine Auswertung - ohne Firmenspezifika - anfordern.

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4. Bergische-Modellbahntage

Die Bergischen-Eisenbahn-Freunde aus Wipperfürth führen die vierten Bergischen-Modellbahntage in diesem Jahr in Overath bei Köln, vom 1. bis 3 .November 2005, durch. Hier werden von verschiedenen Clubs Anlagen in unterschiedlichen Spurweiten im Schulzentrum Cyriax in der Zeit von 10 bis 17 Uhr vorgeführt. Zusehen sein werden eine LGB-Anlage der LGB Freunde Rhein/Sieg, Herr Blachut mit seiner Modulanlage in Spur 0, die Modellbahn AG des Gymnasiums Overath mit ihren H0-Modulen (aus dem Wettbewerb Modellbahn und Schule), der Ruhrpot-Märklin-Insider-Stammtisch mit seiner Märklin H0-Modulanlage, einige kleinere Stände von Einzelpersonen mit Dioramen bzw. Anlagenteile in versch. Spurweiten und Modellbahn-Technik bzw. Bauteilen. Die Bergischen-Eisenbahn-Freunde werden ihre N-Modul- und Segmentanlage (Bhf Wipperfürth, in maßstäblicher Größe), sowie die Nostalgieanlage (Modellbahn der 50er-Jahre) und die H0-Modulanlage (befahrbar mit allen Strom-Systemen) vorführen. Außerdem gibt es einen Basar mit gebrauchtem Modellbahnmaterial. Für das leibliche Wohl wird mit Kaffee und Kuchen u.ä. gesorgt.
Für die Anlagenausstellung wird ein Kostenbeitrag für Erwachsene 5 €, Kinder 2 € und Familien 10 € genommen.
Kontakt: Klaus Dieter Lang, Eschenweg 15 a, 51688 Wipperfürth, Telefon: 02267 1895 oder 0177 4298416, Telefax 02266 8867. Vereinsadresse: Gaulstraße 39, 51688 Wipperfürth

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Historische "Rheingold"-Wagen

Der Freundeskreis Eisenbahn Köln e.V., Eigentümer und Betreiber der historischen Rheingold-Wagen von 1928, veröffentlichte am 10. Juli folgende Pressemitteilung, die wir gerne abdrucken:
Unnötiger Wirbel um Erwerb und Einsatz
historischer "Rheingold"-Wagen
Durch jüngst über Internet verbreitete Pressemitteilungen ist ein unvollständiges und teilweise sogar falsches Bild über die Rückführung der ehemaligen "Rheingold"- und "Rheinpfeil"-Aussichtswagen aus Schweden und deren weitere Verwendung entstanden.
Der Freundeskreis Eisenbahn Köln e.V. als weithin bekannter "Rheingold"-Traditionsträger seit 35 Jahren und Eigentümer bzw. Betreiber von derzeit sieben Original-"Rheingold"-Wagen der Baujahre 1928/29 und 1962/69 sieht sich durch solche Veröffentlichungen in seinen allgemein anerkannten Aktivitäten beeinträchtigt und legt im allseitigen Interesse Wert auf folgende Richtigstellungen:
l Erste Gespräche und Bemühungen um die Rückführung ehemaliger "Rheingold"- bzw. "Rheinpfeil"-Wagen nach Deutschland hat vor Jahren der dem Freundeskreis Eisenbahn Köln e.V. angehörige Dr. Günter Stier geführt.
l Seine Bemühungen führten zum Erwerb eines ersten Original-"Rheingold"-Aussichtswagens von 1962, der am 10. Juni 2005 über die Scandlines-Fährstrecke Trelleborg - Sassnitz nach Deutschland zurückgeführt wurde.
l Dieses Fahrzeug wird nach einer Grundüberholung dem betriebsfähigen Wagenpark historischer "Rheingold"-Züge von 1928/29 bzw. 1962/69 des Freundeskreis Eisenbahn Köln e.V. bzw. der Rheingold-Zug Betriebsgesellschaft mbH zugeführt.
l Nach über weit über 1.000 seit den siebziger Jahren durchgeführten Einsätzen historischer "Rheingold"-Wagen durch den Freundeskreis Eisenbahn Köln e.V. und durch seine Rheingold-Zug Betriebsgesellschaft mbH ist auch der von Dr. Stier in Schweden erworbene "Dome-Car" für Komfortreisen im In- und Ausland vorgesehen. Von einer "Alleinstellung" bei Erlebnisfahrten mit historischen "Rheingold"-Wagen durch einen kommerziellen Reiseveranstalter kann keine Rede sein.
l Nach Dr. Stiers erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen mit der schwedischen "Tågkompaniet" hat auch die DB über den Erwerb solcher Fahrzeuge verhandelt und als Folge die Vulkaneifelbahn GmbH drei "Dome-Cars" erworben. Diese wurden gleichfalls am 10. Juni 2005 über die Ostsee, und zwar nach Rostock, trajektiert. Zwei von ihnen sind dem Vernehmen nach für Schienenkreuzfahrten gemeinsam mit der DB AG vorgesehen. Der Dritte soll zunächst als Ersatzteilspender dienen und anschließend in den Bestand des Verkehrsmuseums Nürnberg gelangen.
l Wie schon bisher legen der Freundeskreis Eisenbahn Köln und die Rheingold-Zug Betriebsgesellschaft beim Angebot ihrer historischer "Rheingold"-Wagen großen Wert auf sachdienliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Gleiches gilt für kooperationswillige Partner. In diesem Sinne werden die genannten Kölner Organisationen bzw. Unternehmen auch weiterhin ihre historischen "Rheingold"-Fahrzeuge im Rahmen von Sonderfahrtenprogrammen anbieten und darüber hinaus auf Anfrage von Interessenten für Charterreisen, Firmenpräsentationen, Jubiläen und auf Ausstellungen zum Einsatz bringen.

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Skandinavien-Eröffnung im MiWuLa Hamburg

Am 13. Juli um 11 Uhr hat Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust den berühmten roten Knopf gedrückt. Ein tiefes Nebelhorn ertönte und zum Glück klappte alles reibungslos - im Miniatur Wunderland in Hamburg weht nun skandinavischer Wind. Die Züge setzten sich brav in Bewegung und per Fernsteuerung fuhren zwei Schiffe los. Als Ehrengäste konnten zudem die Generalkonsule Dänemarks, Finnlands, Norwegens und Schwedens begrüßt werden. "Skandinavien" hieß die Herausforderung an das Modellbauteam. Mit dieser feierlichen Eröffnung ging der bisher größte Teil-Abschnitt dieser Anlage in Betrieb. Faszinierende Landschaften, reizvolle Perspektiven über landesspezifische Details Dänemarks, Norwegens und Schwedens, Hunderte von liebevollen kleinen Details machen auch diesen Abschnitt zu einem Besucher-Genuss der besonderen Art.
Die Modellbahn der Superlative glänzt mit immer neuen technischen Highlights und jährlich einem neuen Bauabschnitt. Mit sicherer Künstlerhand gestaltete Miniaturlandschaften zeigen landesspezifische Details aus Deutschen Landen, zeichnen eine liebevolle Hommage an die Heimatstadt Hamburg und ermöglichen dem interessierten Besucher einen Streifzug von Küste zu Küste Nordamerikas. Nicht nur einmal machte das Projekt des Hamburger Modellbauteams um Frederik und Gerrit Braun Schlagzeilen. Auch diesmal lockte die Einladung zahlreiche Journalisten und Medienvertreter in die Hamburger Speicherstadt.
Skandinavien und seine Reize zogen die Fertigkeiten und Kreativität der Modellbauer und Techniker in den letzten zwölf Monaten voll in ihren Bann. Entstanden sind beeindruckende skandinavische Landschaften, reizvolle Perspektiven über landestypische Details Dänemarks, Norwegens und Schwedens. Bestechend sind Hunderte von liebevollen kleinen Details und Geschichten die selbst zurückhaltende Besucher begeistern.
Ganz nach dem Motto "geht nicht - gibt's nicht" schufen die Wunderländer auch diesmal wieder einzigartige technische Höhepunkte wie z.B. ein etwa 30.000 Liter fassendes Echtwasserbecken in dem etwa 40, wie von Geisterhand fahrende Schiffe, ab Herbst 2005 ihre Kreise ziehen und die realistische Simulation von Ebbe und Flut.
Beginnt man einen Rundgang durch das 300 qm große Neu-Mini-Skandinavien fallen dem Betrachter neben den sanften dänischen Hügel- und Dünenlandschaften auch eine niedlich ausgestaltete dänischen Kleinstadt auf. Schon schweift das Auge vorbei an einem Fischereihafen in die Ferne, der Küste entlang um sich am Horizont über die imposante Størebelt-Brücke nach Norwegen zu gelangen. Hier begegnet man einer fantastischen nordischen Bergwelt. Beim Erreichen der Schiffsanleger und Docks sowie der Verladeeinheit für Erz wird es technisch. Viel Bewegung hat das Wunderland Team in diese perfekt inszenierten Miniaturen hineingezaubert. Die Ortsbilder sind landestypisch und voller Leben. Die Frage nach Wikingern, geheimnisvollen Trollen und Elfen soll beim Entdecken nicht unbeantwortet bleiben. Alle haben ihren Platz im nordischen Miniland. Zieht man weiter Richtung Norden, wird man von einer kreativen verspielten Schneelandschaft überwältigt. Ein sanfter Blick über Rentierherden und beschneite Weiten in das angrenzende Eismeer lässt ein bisschen Fernweh aufkommen und lädt zum verweilen ein. Aber wie im richtigen Leben holt den Betrachter mit einem Seufzen der Alltag wieder ein, denn harte Arbeit drangt sich nun in die verschneite Idylle. Eine technisch diffizile Erzbergwerksmine, wie sie für den Norden Skandinaviens typisch ist, zeigt mit Funktionalität und beeindruckender Transparenz den Abbau und die Verladung von Erzen unter eisigen Bedingungen.
Für einen außergewöhnlichen Eindruck sorgt zusätzlich die faszinierende Lichtsteuerung. Aber auch mit inzwischen über 150.000 Lampen auf der gesamten Anlage ist die Kreativität der Wunderland-Techniker noch lange nicht am Ende.
Mit diesen Impressionen geht der kleine Skandinavienrundgang zu Ende. Was bleibt ist ein fantastischer Eindruck und das sichere Gefühl, einigen der Geheimnisse, wie es sie nur in einer Miniaturlandschaft made by Miniatur Wunderland gibt, auf die Spur gekommen zu sein.
Mit der Fertigstellung des neuen Abschnittes wuchs das Miniatur Wunderland auf eine Anlagenflache von 900 qm und ist damit unangefochten die größte Modelleisenbahn der Welt. Rund 5,5 Millionen Euro Baukosten und etwa 250.000 Arbeitsstunden waren nötig um aus einer ungewöhnlichen Idee dieses einmalige Familienerlebnis entstehen zu lassen. Bis 2010 sind noch weitere vier Abschnitte geplant. Damit wächst das Miniatur Wunderland bis dahin auf etwa 1.700 qm Anlagenflache - eine gigantische Zahl.
Bis voraussichtlich November sollen 40 Schiffe in den Betrieb gehen, die dann von Computern gesteuert durch die "Nord-Ostsee" fahren. Z.B. die beiden großen Fähren (Scandlines Kronprins Frederik und Superfast Ferries VII) werden dann am Fähranleger anlegen, die Bugklappe wird sich öffnen und per Car-System sollen dann diverse LKW und ein Zug auf die Fähre fahren. Danach fährt sie beladen weg. Dieses und diverse andere Highlights werden die Schiffsteuerung zu einem gigantisches Erlebnis machen. Rein optisch ist der Abschnitt fertig und wird alle Besucher begeistern.

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REGIONALTREFFEN 2005

Traditionsgemäß finden im Herbst die Regionaltreffen des BDEF statt. Diese Regionaltreffen bieten den Teilnehmern in "privaterer" Atmosphäre die Möglichkeit, dem BDEF-Vorstand und den Clubs aus der Region ihre Ideen, Wünsche und Probleme darzulegen. Gerne nutzen viele auch die Möglichkeit, sich mit den Clubs aus der gleichen Region über spezifische Themen dieser Region zu unterhalten.
Alle ausrichtenden Clubs bieten - abgestimmt auf die örtlichen Gegebenheiten - attraktive Rahmenprogramme an und passende Räumlichkeiten für die eigentlichen Gespräche.
Versäumen Sie nicht, an diesen Regionaltreffen teilzunehmen! Zeigen Sie, dass Sie als Mitglied im BDEF Teil einer starken Gemeinschaft sind - genau gesagt der stärksten in Europa ! - und lassen Sie Ihre Hobbykollegen teilhaben an Ihrem Wissen. Oder partizipieren Sie vom Wissen und Können anderer.

Wir freuen uns, Sie in großer Zahl auf den diesjährigen Regionaltreffen wiederzusehen. Bis dahin!

08.10.2005: Regionaltreffen SÜDWEST, in Mengen bei der Privaten Modellbahnvereinigung Bodensee-Oberschwaben.
22.10.2005: Regionaltreffen WEST, in Olpe/Biggesee bei der Interessengemeinschaft Eisenbahn Olpe.
29.10.2005: Regionaltreffen MITTE, in Herborn beim BSW-MEC Dill anlässlich 25-jährigem Vereinsjubiläum.
05.11.2005: Regionaltreffen OST, in Brandenburg beim Freundeskreis der Westhavelländischen Kreisbahn e.V.
05.11.2005: Regionaltreffen SÜD, in Dietenhofen. Gastgeber ist die Firma HERPA.
12.11.2005: Regionaltreffen NORD, in Lüneburg bei der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg

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Balingen - Eskilstuna, hin und zurück .....

von Friedhelm Gerwig

Seit mehreren Monaten arbeite ich in einem internationalen Projekt in Eskilstuna, einer alten schwedischen Stadt, etwa 120 km westlich von Stockholm. Jede Woche dasselbe: Flug Stuttgart über München oder Frankfurt - und damit es nicht so langweilig ist über Berlin, Hamburg oder Düsseldorf - nach Stockholm Arlanda und von dort mit dem Arlanda-Express nach Stockholm Central (übrigens knapp 40 Kilometer für 19,00€ einfach), umsteigen und eine Stunde weiter mit den Triebwagen der SJ nach Eskilstuna. Das kostet dann, je nach Tageszeit zwischen 9,00€ und 12,50€ für etwa 100 km. Reisezeit von Haus zu Hotel um die 8 Stunden. Die ganze Reise mit der Bahn? Ich weiß nicht. Meine liebe Frau schüttelt den Kopf, entscheidet aber nach kurzem Nachdenken zu Gunsten der Bahn. Klar, Sie liebt mich und sieht die Sache aus Sicht Ihrer emotionalen Wahrscheinlichkeitstheorie. Die Überlebenschancen bei Zugunfällen sind immer höher als beim Absturz eines Flugzeuges. Ein kleiner pro-Bahn-Virus, der latent in mir ruht, beginnt in mir aktiv zu werden. Mal sehen, ob das überhaupt geht? Also ins Internet. Den Favorit www.bahn.de geklickt. Verbindungen suchen kostet ja zunächst nichts. Von? Natürlich von Balingen. Nach? Eskilstuna C, das hab ich zwischenzeitlich oft genug gelesen. Wann? Am Montag, nicht zu früh, also ab 8.00 Uhr. Zurück? Freitag am Abend zu Hause sein, um wenigstens das Wochenende mit der Familie zu erleben. Die Eingaben sind erledigt, Verbindungen werden gesucht. Erstaunlich, das Programm kennt sogar die Bahnhöfe in Schweden. Nach kürzester Zeit gibt es drei Vorschläge in beiden Richtungen. Reisezeit zwischen 19 und 23 Stunden. Hm, schon heftig. Schlafen im Nachtzug? Sollte kein Problem sein, da ich eigentlich überall schlafen kann. Preisauskunft nicht möglich, was heißt das? Vielleicht doch teurer als fliegen? Kann eigentlich nicht sein, die Billigflieger fliegen nicht nach Stockholm. Also, es gibt eigentlich keine Gegenargumente mehr. Zwei Nächte im Hotel für die Firma gespart! Das sind in Schweden immerhin fast 250,- €. Ich bestelle die Fahrkarten. Ich staune wirklich über einen DB-Mitarbeiter aus Frankfurt, der mich bereits 30 Minuten später anruft. Einzelabteil im Schlafwagen gibt es nur bei erster Klasse Fahrkarte. Dann bietet er mir einen Sondertarif der Schwedischen Bahn SJ im X2000 zwischen Stockholm und Kopenhagen an! Sage noch einer, die Bahnmitarbeiter wissen nicht Bescheid. Die Fahrscheine, am Mittwoch bestellt, sind bereits am Freitag zu Hause angekommen. Also die Vorbereitung der Reise war bestens.
Montag, 18. April 2005, 8.48 Uhr ab Balingen mit dem Regioshuttle der Hohenzollerischen Landesbahn nach Tübingen. Von Tübingen nach Stuttgart natürlich nicht die modernen, sehr leisen Doppelstockwagen erwischt, sondern die alten, neurot gestrichenen, sehr lauten Reisezugwagen. Die positive Seite ist, man kann den Rollkoffer noch ins Gepäcknetz legen, was bei den Dostos nicht geht. Stuttgart Hauptbahnhof, Gleis 15, ICE erste Generation bis Hamburg. Ob ich mich 11.23 Uhr schon auf einen Mittagsschlaf einstelle? Zum Glück will der Laptop kurz vor Fulda nicht mehr, da der Akku nach immerhin 2½ Stunden zur Neige geht. Und Netzanschluss im ICE? Ich hatte ihn nicht gebucht, wenn es ihn überhaupt gibt. So viel ich weiß nur im ICE 3. Nach einem kurzen Spätnachmittagschlaf fährt der ICE pünktlich nach über 800 Kilometern Reiseweg in Hamburg Hauptbahnhof ein. Ich weiß nicht, warum über unsere Bahn so viel geschimpft wird. Flugzeuge haben viel öfter irgendeine irgendwie begründete Verspätung. Weiter geht es mit dem EC 38 über Lübeck, Puttgarden, Rødby nach Kopenhagen mit einem kurzen, Fähre fähigen ‚Gumminasen'-Dieseltriebwagen der DSB. Der ausgelegte Zugbegleiter verspricht einen Imbisswagen. Wunderbar, eine Tasse Kaffee erscheint angebracht. Nachdem ich den ganzen Zug abgesucht habe finde ich lediglich einen Kaffeeautomaten ohne Münzeinwurfmöglichkeit. Hocherfreut über diesen Service der DSB bin ich schlagartig ernüchtert, als mir der lebendige Zugbegleiter erklärt, dass der Automat nur Besitzern von Fahrscheinen der ersten Klasse zur Verfügung steht. Auch meine Bitte eine Tasse Kaffee wirklich kaufen und bezahlen zu wollen, wurde abschlägig entschieden. Auch das gibt es noch. Wir verkaufen nichts, nicht einmal gegen Bezahlung. Nun, die Fährgesellschaft ‚Scandlines', die den Triebwagen am Stück von Puttgarden nach Rødby mit der ‚Prins Harald' verschifft, bietet reichhaltig Speisen und Getränke. Und das zu Preisen die sogar deutlich unter den Tarifen des ICE-Speisewagens liegen. Der DSB-Triebwagen wird übrigens vom dänischen Lokführer aufs Schiff gefahren. Der deutsche Kollege verabschiedet sich vorher. Ich frage mich, ob Lokführer, die einen Triebwagen auf die Fähre fahren dürfen, eine spezielle Fährfahrzulassung benötigen? Sicher.
Nach weiteren etwa 200 Kilometer Nachtfahrt durch Dänemark kommt der EC38 mit einigen Minuten Verspätung in Kopenhagen-Central an. Wenig später geht's mit dem Øresund Zug, ebenfalls einer der eigentümlich aussehenden Gumminasentriebwagen, diesmal aber mit Elektroantrieb, über die Øresund Tunnelbrücke nach Malmö-Central. Trotz stockdunkler Nacht entsteht der Eindruck einer ausgezeichneten Leistung der beteiligten Tunnel- und Brückenbauer. Am Meeresboden im Tunnel auf eine künstliche Insel und weiter über die Brücke über einige an den Positionsleuchten deutlich erkennbare Frachter hinweg nach Schweden. In zwanzig Minuten was vor kurzer Zeit noch ein Aufwand von 1 Stunde (Hoovercraft) bzw. 1,5 Stunden mit der Autofähre war. Malmö-Central ist gegen Mitternacht menschenleer. Am Gleis 6 steht ein überlanger Vierzehn-Wagen-Nachtzug nach Stockholm. Der Versuch, mit dem Schlafwagen Schaffner im fast leeren Zug ein Doppelabteil alleine belegen zu dürfen, scheitert. Entweder waren es Sprachprobleme, was ich eher nicht glaube, oder es waren die Vorschriften, was eher wahrscheinlich ist. Die Vorschriften sind so vielfältig, dass der Eindruck entsteht, in Schweden ist noch mehr geregelt als in Deutschland. Gut, mein Kabinengenosse scheint bereits auf der oberen Liegefläche zu schlafen - zum Glück geräuschlos. Im Schlafwagen finde ich eine Steckdose mit 230V! Bei Schummerlicht mit Leselampe kann ich immerhin schnell den Speicherchip der Kamera auf den Rechner kopieren und den leeren Akku etwas laden. Der Zug fährt ab, ohne jegliches Signal. Noch ein Halt nach ca. 50 km in Ljungby und dann 600 Kilometer mit Tempo 100 bis 120 ohne Zwischenhalt nach Stockholm-Central. Die Strecke wird tagsüber vom X2000 genutzt, der mit bis zu 200 Stundenkilometer unterwegs ist. Deswegen eine sehr ruhige Fahrt in den typischen Wellblechwagen der SJ. Das alles endete in einem wunderbaren Tiefschlaf von fünf Stunden. Erstaunt sehe ich in Stockholm, dass der Zug doch insgesamt besser genutzt war als ich vermutete. Der Zug bleibt auf Gleis 17 für 45 Minuten stehen. Das heißt, man kann sich ordentlich frisch machen und rasieren. Nur, diesen Vorteil erfährt nur der Reisende, der der schwedischen Sprache mächtig ist. Da ich davon keine Ahnung habe, bin ich sofort ungewaschen und nicht rasiert ausgestiegen. Dies natürlich in der Annahme, dass der Zug nach wenigen Minuten im Betriebswerk abgestellt wird. Zwischenzeitlich hat mich ein Kollege aufgeklärt. In Schweden wird von vielen Geschäftsleuten die Übernachtung im Schlafwagen für ca. 70 Euro der Übernachtung im Mittelklassehotel ab ca. 125 Euro vorgezogen.
Es ist jetzt 6.30 Uhr am 19. April. Der Zug nach Eskilstuna ist bereits am Bahnsteig bereitgestellt und fährt pünktlich um 6.55 ab. Stockholm, Flemingsberg, Södertälje Sud, Nykvarn, Läggesta (Museums Dampf Schmalspurbahn!!) Strängnäs und Eskilstuna C. Insgesamt eine Stunde mit bis zu 200 Stundenkilometern, durch Tunnels bis 3 Kilometer Länge in High Speed und ohne druckdichte Fahrzeuge. Nicht für empfindliche Ohren geeignet. In Eskilstuna angekommen gibt es zunächst im sehr gepflegten Bahnhofsrestaurant eine gute Tasse Kaffee und zwei Butterhörnchen. Ein Frühstück im Schlafwagenzug nach Stockholm wird nicht angeboten, ja nicht einmal Getränke konnten gekauft werden. Rund 23 Stunden unterwegs, viele neue Erfahrungen gesammelt und bereits bei Ankunft gespannt auf die Rückreise. Um 9.00 Uhr bringt mich ein Taxi zu der Firma in Eskilstuna.
Das schwedische Volk hat ein sehr gelassenes Verhältnis zur schwedischen Staatsbahn SJ. Man spürt tatsächlich positive Ergebnisse einer sozial liberalen Politik. Das möchte ich an drei Beispielen erklären.
Auf der Strecke von Stockholm nach Eskilstuna und Arboga, der ‚Sydbanen', werden überwiegend von Bombardier (früher Adtranz) projektierte Triebwagen, die wahrscheinlich in Schweden in den früheren Asea Fabriken in Lizenz gebaut wurden, ein-gesetzt. Bereits erwähnt habe ich, dass die Fahrzeuge nicht druckdicht sind. Bei den vielen Fahrten mit diesen Fahrzeugen gab es hin und wieder ähnliche Überraschungen, wie bei den von der DB genutzten Baureihen 611 und 612. Neigetechnik haben die Schweden nicht, also die kann nicht ausfallen. Aber hin und wieder verlieren die Triebwagen den Kompressor. Ich habe das selbst erlebt. Während etwa 30 bis 40 Sekunden schlägt etwas mit viel Getöse an den Wagenboden. Sofort kommen Gedanken an gebrochene Radreifen, bis dann die Vernunft sagt, dass bei einem früherer Blick auf ein Rad dasselbe als Vollrad erkannt wurde. Irgendwie rechnet man aber bei diesen Geräuschen, dass der Zug im nächsten Moment mindestens im Gleisschotter stecken bleibt. Die Zugbegleiterin, die gerade Fahrkarten kontrolliert ist ziemlich blass im Gesicht. Auf meine nicht sehr intelligente Frage ‚What's happening?' erhalte ich die eingeübte Antwort ‚don't worry, the train will be stopped with an automatic emergency system, if there is anything serious' (keine Sorge, der Zug wird automatisch gebremst, wenn es eine ernsthafte Störung ist). Plötzlich, der Lärm versiegt, der Zug verliert aber deutlich an Geschwindigkeit. Im Bahnhof Nykvarn bleibt der Zug stehen. Der Zugführer, sein Stellvertreter und die Zugbegleiter schauen unter den zweiten Triebwagen. Die Reisenden steigen aus, ich als ohnehin neu-gieriger Ingenieur natürlich auch. Tatsächlich, am Boden des zweiten Triebwagens, in dem ich saß, baumeln zwei offensichtlich abgerissene Luftschläuche und ein etwas skurril wirkender, abgerissener Kabelbaum. Alle offiziellen Mitarbeiter der SJ greifen zum Mobiltelefon. Es wird unendlich viel diskutiert, wieder telefoniert, noch mal diskutiert. Nach 15 Minuten wird alles ruhig. Ich spreche mit dem Zugführer, der mir im besten Englisch erklärt, dass der Triebwagen 2 tatsächlich den Druckluftkompressor verloren hat. Das kann ja heiter werden. Die Reisenden reden miteinander. Jeder begegnet der neuen Situation zunächst mit ganz großer Gelassenheit. Keine bösen Worte, niemand beklagt sich. Das ist das, was ich am schwedischen Volk bewundere. Alles wird mit großer Ruhe zunächst analysiert. Es wird schon eine Lösung geben. Nach weiteren etwa 15 bis 20 Minuten klingeln ein paar Mobiltelefone der SJ Mitarbeiter fast gleichzeitig. Jeder bekommt jetzt seine Anweisung wie weiter zu verfahren ist. Die Reisenden werden gebeten wieder einzusteigen. Der Zugführer erklärt mir, bevor er unter den Zug steigt, dass er die Genehmigung bekommen hat, den Triebwagen 2 zu schleppen. Die Fahrt wird als Schleppfahrt mit max. 60 km/h bis Eskilstuna fortgesetzt. Er muss jetzt aber unter dem Zug prüfen, ob herunterhängende Teile das Gleisbett und damit die Sicherheitselemente berühren können. Das ist wohl nicht der Fall. Die verbleibenden 60 km werden in gemütlicher Fahrt zurückgelegt. Die Verspätung am Ende ist 90 Minuten. Keiner schimpft, keine Diskussion um Schadensersatz, mit der typischen nordischen Ruhe werden solche Dinge gemeistert.
Ein weiteres Erlebnis hatte ich im Dezember 2004. Der Zug aus Arboga fährt zur Weiterfahrt nach Stockholm C auf ‚spor 1' in Eskilstuna C ein. Pünktlich, auf die Minute. Vor dem Einsteigen sehe ich einen SJ Mitarbeiter mit seinem Rucksack aus dem vorderen Zugteil aussteigen. Schön, er hat jetzt seinen Dienst beendet und ist auf dem Weg nach Hause. Ich nehme Platz und erwarte das typische piep piep piep piep piep, das das Schließen der Türen einleitet. Es piept, die Türen gehen zu und der Zug fährt ..... nicht ab. Fünf Minuten, zehn Minuten, nichts, aber auch gar nichts passiert. Nach zwanzig Minuten hört man eine Durchsage in bestem Schwedisch. Ein in meiner Nähe sitzender etwa 12-jähriger Junge übersetzt mir mit seinen überraschend guten Englischkenntnissen. ‚Einer der beiden Lokführer hat sich in Eskilstuna krank verabschiedet und jetzt muss ein Ersatzlokführer eingesetzt werden. Der sei bereits mit dem Taxi aus Arboga unterwegs'. Ein Lokführer alleine darf in Schweden wohl nicht fahren. Tatsächlich, nach weiteren 10 Minuten, hält direkt am Zug ein Taxi, ein SJ Mitarbeiter steigt aus - ohne zu bezahlen - und geht in den Zug. Der Zug fährt mit 30 Minuten Verspätung ab. Während meines Erstaunens über die ganz große Ruhe und Gelassenheit der Reisenden rechne ich nach, dass der Taxifahrer die 60 Kilometer von Arboga nach Eskilstuna mit mindestens 130 km/h gefahren sein muss. Erlaubt sind 90 km/h. Ob die SJ wohl für sein Bußgeld im Zweifel aufkommt?
Die dritte Begebenheit fand im Oktober 2004 statt. Der Triebwagen von Eskilstuna nach Stockholm ist pünktlich im Bahnhof Strängnäs abgefahren. Er beschleunigt sehr gut auf die in den nächsten Kilometern erlaubte Geschwindigkeit von 160 km/h. Plötzlich, nach der Überfahrt einer Weiche, nach der es mit nur einem Gleis weitergeht, eine echte Notbremsung. Der Zug kreischt und steht nach kurzer Zeit. Der von manchem Fahrgast erwartete Knall ist ausgeblieben. Nach kurzer Zeit wieder eine Durchsage in schwedischer Sprache. Diesmal kein Übersetzer da, also weiter warten. Der Lokführer läuft durch den Zug - heute ein dreiteiliger - in den anderen Führerstand. Nach kurzer Zeit fährt der Triebwagen rückwärts. Er überfährt die Weiche eines Abzweiggleises und bremst wieder ab. Und was sehen meine bereits etwas müden Augen. Der Lokführer kommt wieder vorbei um in den anderen Führerstand zu gelangen. Nach wenigen Minuten fährt der Zug wieder vorwärts in das Abzweiggleis. Die Weiche wurde vom zentralen Stellwerk umgestellt. Der Triebwagen hält wieder. Und wieder begegnet der Lokführer den Fahrgästen wegen eines weiteren Führerstandswechsels. Nach wenigen Augenblicken sehen wir einen Gleisbauzug vorbeifahren. Ach ja, der kam dann wohl auf der eingleisigen Strecke entgegen. Immerhin, die sprichwörtlich guten, schwedischen Sicherheitssysteme haben funktioniert. Unser Zug fährt aus dem Abzweig wieder heraus, der Lokführer wandert ein letztes Mal durch den Zug und die Fahrt nach Stockholm wird mit immerhin 45 Minuten Verspätung fortgesetzt.
Und weiter geht's in der Firma im schwedischen Eskilstuna. Mein Chef und Auftraggeber, ein in Italien lebender schwedischer Staatsbürger, meldet sich mit einer e-Mail für Mittwoch Abend eintreffend in Eskilstuna an und plant eine Besprechung für Donnerstag ab 10 Uhr. Mist, die Rückreise habe ich bereits für Donnerstag 11.05 Uhr ab Eskilstuna vorgesehen. Was nun? Die Rückreise einen Tag verschieben? Tja, Zugbindung gebucht für den Euronight von Kopenhagen nach Würzburg! Das gibt zusätzliche Kosten. Diplomatisch vorsichtig bitte ich um Terminverschiebung und konnte erreichen, dass die Besprechung in den Zug ab 11.05 Uhr von Eskilstuna nach Stockholm verlegt wurde.
Der Chef fährt weiter von Stockholm-Central zum Flugplatz und ich nehme X2000 der SJ nach Kopenhagen Platz. Die X 2000 sind etwa so alt wie die ICE 1 der DB, aber optisch innen bereits weitaus mehr ‚patiniert' als unsere ICE's. Oder die Innenreinigung wurde überoptimiert bzw. fast auf Null wegrationalisiert. Leider. Die X2000 sehen von außen richtig modern aus. Innen sind sie bereits ziemlich ‚angegammelt'

Na ja, es gibt ein Bistro und die Preise sind für schwedische Verhältnisse kommod. Man gönnt sich ja sonst nichts. Also werde ich mir einen kleinen Weißwein zum Clubsandwich (wie immer 30cm lang, mit Käse oder Schinken) genehmigen. Landschaftlich ist diese Fahrt ein Erlebnis. Wald, Wasser, hin und wieder sogar ein ‚Mouse' (gibt's nur in Schweden und sieht aus wie ein Elch ohne Geweih). Sehr selten kleine Siedlungen. Immer im Abstand von ca. 100 Kilometer ein Bahnhof. Da die maximale Geschwindigkeit von 200 km/h nicht immer gefahren werden kann, ist der Blick durchs Fenster sehr kurzweilig. Irgendwann bekomme ich einen Sitznachbarn. Das Schöne in Skandinavien ist, man kommt mit Englisch sofort ins Gespräch, wenn man nur will. Auf einer Strecke von 200 km bis zur Station Lund erfahre ich, dass mein Nachbar Experte für Sicherheits- und Überwachungselektronik an Tankkraftfahrzeugen bzw. Kesselwagen ist. Er war unter anderem am Sicherheitskesselwagen ‚Caesar', der von Alstom LHB gebaut wurde, als Consultant beteiligt. Zwischen Lund und Malmö gibt es Durchsagen in schwedischer Sprache. Im Gespräch mit einem anderen Reisenden erfahre ich, dass der X2000, der laut Fahrplan nach Kopenhagen fahren soll, heute eben nicht nach Kopenhagen fährt. Um nach Kopenhagen via Östersundbrücke mit dem X2000 zu fahren, muss dieser über spezielle Sicherungssysteme verfügen. Leider verfügt unser X2000 nicht über das erforderliche System. Und überhaupt verfügt fast keiner dieser Triebwagen über eine Zulassung für die Öresundbrücke. Einer der wenigen, zugelassenen Züge ist eigentlich auch nur zu Testzwecken zugelassen. Und überhaupt, alle X2000 enden in Malmö. Von dort fahren im 20 Minuten Takt die Züge der Östersund Bahn (eigentlich ein S-Bahn-Netz zwischen Dänemark und Schweden) Richtung Kopenhagen-Central. Also bitte umsteigen. Ein schüchterner Reisender, womöglich ohne Englischkenntnisse, wird das erst erfahren, wenn der X2000 nach dem Halt in Malmö C ins Betriebswerk rollt. Auch an dieser Stelle ein Lob für unsere Deutsche Bahn. Im ICE sind fast alle Durchsagen neuerdings in Englisch zu hören.
Ankunft in Kopenhagen gegen 18.00 Uhr. Es gibt im gesamten Hauptbahnhof unzählige Bildschirme die die Abfahrt der Züge anzeigen. Immer zwei Schirme pro Gleis. Der Zeithorizont in dem die Züge angezeigt werden ist etwa 1 Stunde. Tja, laut meiner Fahrplanübersicht soll der DB-Nachtzug Kopenhagen - München 19.40 Uhr abfahren. Aber wo? Wahnsinn, ich finde einen kompletten Fahrplan an der Wand! Ich erschrecke zutiefst, mein DB-Nachtzug ist dem Fahrplan nicht bekannt! Ist da was falsch gelaufen? Kein Problem, ich werde im Reisezentrum nachfragen. Schnell eine Nummer zum Anstellen in Warteschlange ziehen! Von wegen, das Reisezentrum in Kopenhagen Hauptbahnhof ist seit 18 Uhr geschlossen. Was nun? Ich muss es wissen. Ich entdecke eine Tür mit einer dänischen Aufschrift die möglicherweise bedeutet, dass dahinter der Vorstand des Bahnhofes sein Büro hat. Anklopfen und nach 5 Sekunden Warten auf ein Verbot einfach reingehen. Glück gehabt. Tatsächlich eine Dame im Büro. Sie versteht mein Anliegen sofort und sucht nach dem Abfahrtsgleis des DB-Nachtzuges. Sie bestätigt, dass es den Zug gibt, ist aber nicht in der Lage das Gleis zu benennen, wo er fahren wird. Vermutlich irgendwo zwischen Gleis 6 und 9. Alle Züge nach Deutschland fahren in diesem Bereich ab. Tja, dass muss der Reisende einfach wissen! Also zurück in die Halle und schön pendeln zwischen den Schirmen Gleis 6 bis 9 und geduldig warten bis der Zug auf einem der acht Bildschirme auftaucht. Sollte er je dort nicht zu finden sein, hat man ja immer noch mindestens 50 Minuten Zeit, die anderen Schirme an Gleis 1 bis 5 und 10 bis 14 abzuchecken. Zeitalter der Informationstechnologie! Vielleicht ist bald das Handy für Alle ein Muss, damit solche Information dem Reisenden mittels SMS zugestellt werden können! Wieder ein Lob für die Deutsche Gründlichkeit. In allen großen, deutschen Bahnhöfen fahren alle Züge jeden Tag zu fast 100% auf demselben Gleis ab. Nicht so in Kopenhagen. Irgendwie scheint aber das Chaos doch strukturiert zu sein. Gegen 18.50 taucht der DB-Nachtzug tatsächlich auf dem Schirm an Gleis 8 auf. Wunderbar. Die Heimreise ist gesichert. Der DB-Nachtzug fährt 10 Minuten vor der Abfahrt ein.
Der Wagen und das Vier-Mann-Liegeabteil, das ich mit einer dänischen Kleinfamilie (Eltern mit etwa 10-jähriger Tochter) teile, ist schnell gefunden. Die Familie reist nach Rom, also werden sie mit Sicherheit bis zum Ziel München schlafen. Das Abteil nebenan ist leer. Schön, keine Störungen zu erwarten. Die Familie entscheidet zu spielen. Sprachkenntnisse sind eher schlecht. Ich versuche zu erklären, dass ich in den Speisewagen gehen werde, um etwas zu essen und erst später zum Schlafen zurückkommen werde. Wir einigen uns über die Verteilung der Liegen. Unten rechts für mich. Ich muss ja in Würzburg aussteigen. Ein Speisewagen im Nachtzug ist eine tolle Sache. Wieder ein dickes Plus für die Deutsche Bahn. Gegen 22.30 Uhr beschließe ich zu Schlafen. Nur, die Rechnung ging nicht auf. Mittlerweile sind vier dänische ‚Kegelbrüder' beim Halt in Odense zu ihrem Jahresausflug ins Nebenabteil eingezogen. An Schlafen war nicht zu denken. Die Reisetaschen der dänischen Kegelbrüder waren voll von bestimmten Weißblechdosen mit schäumendem Inhalt. Der erste Abfallbehälter im Gang war bereits über voll mit den bereits geleerten. Die Stimmung sehr ausgelassen. Nach weiteren leeren Dosen kamen Gesangsdarbietungen dazu. Freundliche Ermahnungen anderer Mitreisender kamen nicht mehr in der mentalen Zentrale der dänischen Kegelbrüder an. An Schlafen war nicht zu denken. In Hannover torkelten die Mannen dann schlecht und recht aus dem Zug. Dort ist Betriebshalt. Die hintere Hälfte des Nachzuges geht nach Dortmund, die vordere Hälfte nach München. Na ja, bescheiden wie ich bin, freue ich mich auf verbleibende drei Stunden Schlaf zwischen Hannover und Würzburg. Das wirklich schöne Erlebnis war, dass vor dem Aussteigen in Würzburg der Schaffner im Speisewagen sogar noch Kaffee und Brötchen angeboten hat. Ein toller Service. Auf den Interregio-Express von Würzburg nach Stuttgart musste ich fast eine Stunde warten. Die DB-Nachtzüge sind eben nicht vertaktet. Warteräume sind um diese Zeit noch geschlossen, also bleibt nur die Bank in der Bahnhofshalle. Es gibt wohl zu wenig Nachtreisende um hier andere Lösungen anzubieten. Ich habe es überlebt und auch die ‚Geschosse' der in der Halle kreisenden Tauben haben mich als Ziel verfehlt. Der Wagen des IRE nach Stuttgart, in den ich dummerweise eingestiegen bin, wurde in einem Spätheimkehrerzug des Vortags eingesetzt. Die Toilette zeigte sehr deutliche Spuren eines Menschen, der wegen übermäßigem Alkoholkonsum wohl übergelaufen sein muss. Die Reinigungstrupps in der Nachtschicht sind bei der DB wahrscheinlich seit langem bereits gestrichen. Augen zu und durch, so meine Devise und außerdem gab es weitere Toiletten und soviel leere Plätze, dass ich auf einer Bank sogar noch eine Stunde schlafen konnte. Der Rest ist Routine. Der schnelle Neigetechnik IRE, der nicht mehr Neigen kann, bzw. darf, von Stuttgart nach Tübingen. Dort Umsteigen in den bekannten Regioshuttle der HZL. Auf der Fahrt nach Balingen per Handy noch den Abholdienst am Bahnhof organisieren und zwischendurch Nachdenken, warum wohl die Hohenzollerische Landesbahn mit neuen Regioshuttles zwischen Tübingen und Sigmaringen mit nicht gerade üppig besetzten Fahrzeugen Geld verdient, was der DB in Jahren zuvor nie gelungen sein soll. Das sind die letzten Gedanken eines reisenden Ingenieurs. Denkergebnis? Dieses Geheimnis wird nicht gelüftet werden können. Pünktlich 11.18 Uhr am 19. April in Balingen. Meine liebe Frau wartet bereits. Nur eines ist sicher, ich muss noch mindestens drei Stunden Schlaf nachholen.
Ob ich jemals noch einmal nach Stockholm mit der Bahn reise weiß ich nicht. Die Erfahrungen dieser Reise möchte ich jedoch nicht missen. Begegnungen mit Menschen in und außerhalb Deutschlands sind immer wertvoll. Und eines ist sicher, sollte ich im Rahmen meines Berufes wieder längere Zeit an einem Ort im europäischen Ausland sein müssen, einmal per Bahn dorthin, das ist ein Muss! Und noch etwas ist mir wichtig: unsere deutsche Bahn ist wesentlich besser als manche ‚Dauerkritiker' meinen. Auch die Preise sind im Vergleich zu Schweden im Niedrigtarifbereich.
Friedhelm Gerwig, geboren 1950, als Diplomingenieur für Kunststofftechnik seit 1996 als selbständiger Projektmanager in internationale Aufgaben eingebunden. Gründung des Vertriebsunternehmens GECONVVM für Modellbahnen im Jahre 1998 und Einführung der Marke MEHANO in Deutschland. Seit Januar 2004 nur noch eigene Modelle, seit Januar 2005 Vertrieb der Modelle durch die GECONVVM AT-Stautz Technik GmbH.
In einem der nächsten BDEF-Rundschreiben werden wir einen Bericht von Friedhelm Gerwig über die Entstehungsgeschichte der Fa. GECONVVM veröffentlichen

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Letzte Änderung: 10. Oktober 2005 (GB)