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Unser Rundschreiben 1/2004 in Ausschnitten:

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Inhalt:

Editorial

Neues Fördermitglied: Artur Schnabel GmbH 
Zum Umgang mit der DIN-Norm VDE 0100 Teil 711 Athearn aufgekauft
DGEG-Jahrestagung in Neustadt (Weinstr) Modellbauwelt Hamburg 2003
AKM: Tagung der Arbeitsgruppe "Vorbild und Modell"  Es ist Zeit!
Neu im BDEF 2003 Neuer Auhagen-Katalog
Neu im BDEF: IG Hallertauer Modelleisenbahner Eisenbahn immer noch sicherstes Verkehrsmittel
Ehrungen für Horst Thiele und den MBC Sassnitz  

 

Editorial:

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Liebe Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn!
Vereine, Clubs und Interessengemeinschaften gelangen immer wieder in die Fänge unserer beiden deutschen Syndikate GEZ und GEMA, wie wir aus häufigen Hinweisen unserer Mitgliedsvereinigungen wissen. Selbstverständlich hat jeder gute Bürger Verständnis dafür, dass auch die von diesen beiden Organisationen „betreuten“ Abgaben rechtens und demzufolge zu entrichten sind. Wenn ich in meinem Wohnzimmer Radio höre oder abends den Fernseher einschalte, muss ich halt die Gebühren zahlen, die den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten zufließen und den Sendebetrieb finanzieren. Und wenn in einer öffentlichen Gaststätte das Trio „The Happy Railroaders“ zum Tanz aufspielt, kann man der Logik folgen, dass GEMA-Gebühren für die öffentliche Darbietung von Musik fällig sind – die Komponisten, Texter usw. leben von diesen Abgaben. Gleiches gilt natürlich für die öffentliche Vorführung von Filmen auf Zelluloid, Video oder DVD.
Nicht nachvollziehbar ist und bleibt, dass ein Verein Gebühren an die GEZ (Gebühren-Einzugs-Zentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten) abführen muss, wenn er einmal in der Woche beim Vereinsabend ein Radiogerät einschaltet. Jedes einzelne Mitglied zahlt ja schon seine eigene Gebühr. Noch unverständlicher wird der Abgabenzwang für Fernseh(!)-Gebühren, wenn ein Videorecorder im Club steht, auf dem ein Mitglied ein Home-Video seiner neuen H0-Anlage zeigt. Laut GEZ geht es aber darum, dass ein Videorecorder technisch auch in der Lage ist, Fernsehsendungen zu empfangen, was bereits den Gebühreneinzug rechtfertigt, selbst wenn keine Empfangsantenne vorhanden ist.
Ähnlich ist es bei der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte), deren Sinn im Ursprung darin bestand, den Autoren die ihnen zustehenden Tantiemen zuzuführen. Wenn die GEMA-Spione – und die gibt es wirklich – z. B. auf Modellbahnmessen zur Kasse bitten, weil ein ausstellender Verein ein selbstgedrehtes Video von der Schmalspurbahn Dingshausen – Irgendried oder über die Entstehung des Anlagenunterbaus zeigt, bleibt die Frage, ob nun die privaten Videofilmer von der GEMA Tantiemen erhalten. Die Antwort ist natürlich „nein“! Vor der GEMA kann man sich bei „öffentlicher Darbietung“ nicht schützen, es sei denn durch Verzicht.
Fernseh-Gebühren an die GEZ kann man vermeiden, wenn man aus dem Recorder und dem Monitor die HF-Module ausbaut und damit die technische Voraussetzung eines Empfangs nicht mehr vorhanden sind. Eine nicht vorhandene Antenne reicht nicht aus. Radio-Gebühren an die GEZ sind auch nur durch Verzicht vermeidbar. Unter Verzicht versteht die GEZ nicht, dass ein Radio nicht benutzt wird. Gebührenpflicht besteht bereits, wenn in den Clubräumen (z. B. in einem Magazinschrank) ein – so wörtlich – „Empfangsgerät vorgehalten“ wird.
Vielleicht helfen Ihnen diese kurzen Hinweise, unliebsame Überraschungen mit GEZ und GEMA zu vermeiden. Kaufen Sie sich anstelle der jährlich über 60,– EURO reinen Rundfunkgebühr (ohne Fernsehen) lieber eine neue Lok für die Vereinsanlage.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Gerhard A. Bayer, BDEF-Vorsitzender

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Zum Umgang mit der DIN-Norm VDE 0100 Teil 711

Der Modelleisenbahnclub Wentorf e. V. richtete über seinen Vorsitzenden Olaf Wulf die folgende Frage an uns:
Seit November 2003 gilt die Deutsche Norm DIN VDE 0100 Teil 711 „Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art: Ausstellungen, Shows und Stände“. Hier wird unter anderem gefordert, dass Endstromkreise mit RCDs mit IFN≤30mA zu schützen sind und die Anlage gem. VDE 0100 Teil 610 zu prüfen ist.
Uns würde hierzu interessieren, wie der BDEF zu diesem Thema steht. Modelleisenbahnausstellungen fallen in den Anwendungsbereich der DIN VDE 0100 Teil 711. Somit entstehen neue Gesichtspunkte für den Ausstellungsbetrieb.
Beobachtungen auf Modelleisenbahnausstellungen haben ergeben, dass die „Verkabelung“ auf der Kleinspannungsseite wie auch auf der Niederspannungsseite sehr abenteuerlich sein kann. Weiterhin kann ich mir nicht vorstellen, dass die Anlagen entsprechend der VDE 0100 Teil 610 geprüft worden sind. Es verfügt sicherlich nicht jeder Verein über dementsprechend kompetentes Fachpersonal und die notwendigen Messgeräte.
Bitte ziehen Sie bei Ihrer Betrachtung dieser Thematik auch den Versicherungsschutz hinzu. Kann eine Nichtbeachtung der o. g. Normen zum Verlust des Versicherungsschutzes führen (z. B. wegen grober Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz)?

In extremer Kurzform lässt sich wohl sagen, dass für die bauliche Seite bis zur Steckdose der Besitzer des Raums verantwortlich ist, für den Bereich von der Steckdose bis zur Modellbahnlokomotive oder zum Lämpchen im Faller-Haus jedoch der Modellbahnbetreiber. Um Genaueres zu erfahren, reichten wir die Anfrage an einige „Spezialisten“ im Vorstand weiter. Wir hoffen, mit den folgenden Antworten nicht nur die Diskussion in Wentorf unterstützt zu haben.

Peter Briegel (Versicherungsfachmann und BDEF-Versicherungsbeauftragter):
Von Versicherungsseite kann ich dazu nur sagen, dass mir das bisher nicht untergekommen ist. Solange kein Vorsatz nachgewiesen werden kann, muss die Versicherung bezahlen. Außerdem sollten die Vereine im eigenen Interesse darauf achten, dass 220 V führende Verkabelungen entsprechend der Normen für Elektrikinstallationen beschaffen sein müssen.

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Hans-Werner Bürkner (Mitarbeiter der Bauaufsicht Berlin und Stellvertr. BDEF-Vorsitzender):
Da ich kein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Elektrotechnik bin, erfolgt die nachfolgende Stellungnahme zum o. a. Schreiben nur aus bauordnungsrechtlicher Sicht.
1. Persönliche Vorbemerkungen
Wie wichtig dieses Thema ist, kann jeder nachvollziehen, der einmal auf Ausstellungen unter die Anlagen sieht. Auch wir, d. h. mein Club, haben da leidliche Erfahrungen sammeln müssen: Ein Freund, vom Beruf Elektriker, hatte vor einiger Zeit eine abenteuerliche Schaltung konstruiert, so dass auf einer Ausstellung ständig die Sicherungen durchbrannten. Wie es dann so ist, beschuldigt jeder jeden, nur selbst will jeder korrekt gearbeitet haben. Bis wir dann doch mal die eigne Anlage überprüften und den Fehler fanden.
Als ich dann die Neuausgabe der NEM 609 von 2000 bekam, stellte ich diese im Club vor und ich behalte mir vor, die Elektroinstallation vor allem auf der Niederspannungsseite selbst zu kontrollieren.
Seit ich nun offiziell mit den NEM befasst bin, schneide ich das Thema NEM bei Besuchen anderer Clubs an, schon aus dem Grund, Anregungen für die weitere Normenarbeit zu bekommen. Vielfach stoße ich leider auf Ratlosigkeit und Desinteresse. Dass ich auch die Elektroinstallation dabei anspreche, liegt in meiner beruflichen Tätigkeit begründet. Aber in den Clubs herrscht die Überzeugung, immer alles richtig zu machen.
Schon deshalb erachte ich es auch als wichtig, dieses Thema einmal offiziell anzusprechen.
2. Ordnungsrechtliche Grundlagen
Grundsätzlich ist Baurecht Ländersache, was aber in den Grundanforderungen kaum wesentliche Unterschiede aufweist. In letzter Zeit haben sich die Länder nun doch weitgehend an der Musterbauordnung orientiert. Die Anforderungen an bauliche Anlagen, dazu gehören auch haustechnische Anlagen wie z. B. Elektroanlagen, regeln sich nach den Bauordnungen der Länder. Daneben gibt es ein umfangreiches Baunebenrecht, z. B. für Versammlungsstätten u. a. Sonderbauten. In diesen Gesetzeswerken und Verordnungen sind dann weitergehende Anforderungen an den Bau und den Betrieb dieser (baulichen) Anlagen vorgeschrieben, es werden überwachungspflichtige Anlagen und Anlagenteile einschließlich der dafür erforderlichen Überwachungen benannt.
Bei einer DIN (Deutsche Industrie-Norm) handelt es sich rechtlich gesehen immer noch um eine Empfehlung, sie ist nicht rechtsverbindlich, es sei denn, diese DIN ist in den Ländern bauaufsichtlich eingeführt. DIN werden lediglich als „Anerkannte Regeln der Technik“ angesehen. Es ist aber jeder Bauherr, Betreiber und Verwalter von Grundstücken, respektive Gebäuden gut beraten, diese Normen zu beachten. Andererseits wird aber auch die allgemeine Formel: „Anerkannte Regel der Technik“ immer mehr, auch von Gerichten, in Frage gestellt.
In der DIN 57 100 (VDE 0100) sind die grundsätzlichen Anforderungen für die Errichtung von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V benannt.
Weitergehende Anforderungen an Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in baulichen Anlagen für Menschenansammlungen allgemein waren nach DIN VDE 0108 Teil 1 geregelt, darüber hinaus für Versammlungsstätten nach DIN VDE 0108 T 2 und für Geschäftshäuser und Ausstellungsstätten nach DIN VDE 0108 Teil 3. In diesen DIN VDE sind jeweils Querverweise in Bezug auf Prüfungen und Schutzgrade auf die DIN VDE 0100 T 610 ff. bzw. T 700 ff. enthalten, aber wie gesagt, darüber sollen die Elektriker richten.
Ob nun mit der Neufassung der DIN VDE 0100 Teil 711 wesentliche Änderungen gegenüber früherer Ausgaben verbunden sind, kann ich nicht beurteilen, da diese mir nicht vorliegt, ist aber unerheblich, wenn es um die Verantwortlichkeiten für Personen und Sachen geht.
Letztendlich waren die Anforderungen der VDE 0100 mit ihren Teilen und insbesondere der o. g. Vorschriften grundsätzlich immer schon zu beachten.
Für den Zustand und den Betrieb von baulichen Anlagen, dazu gehören selbstverständlich auch die elektrischen Anlagen, ist grundsätzlich der Eigentümer, der Betreiber oder der Verwalter, jeweils der Inhaber der tatsächlichen Gewalt, verantwortlich. So ist der Vermieter von Ausstellungsräumen für deren Zustand und somit auch für die E-Anlage verantwortlich. Für alle Schäden, die sich aus einer fehler- oder schadhaften E-Anlage ergeben, kann er in Haftung genommen werden.
Den Betreibern von Ausstellungsräumen, ob selbst Veranstalter oder nur Vermieter, obliegt aber auch die Pflicht, vorher zu erkunden, welche Anforderungen an die Räume (Eignung) und somit auch an die elektrische Anlage in Bezug auf Spannung, Leistung u. a. durch den Aussteller für den Betrieb der Ausstellungsstücke gestellt werden. Er muss demnach auch sicherstellen, dass er diesen Anforderungen gerecht wird. Versäumt der eine oder andere Vertragspartner dieses abzuklären, kann es im Schadensfall gegenseitig zu Haftungsanforderungen kommen. Der oder die Aussteller, d. h. die ausstellenden Clubs oder Einzelpersonen können oder müssen darauf vertrauen, dass im gegebenen Fall die E-Anlage den Vorschriften entspricht. Für das Ausstellungsgut, also die Modellbahnanlage, ist wiederum der Aussteller, entweder der Club als e.V. oder als Privatperson verantwortlich. Dieser hat dafür zu sorgen, dass die elektrische Ausrüstung niederspannungsseitig und auf der Kleinspannungsseite den anerkannten Regeln der Technik entspricht.
Anders ist es, wenn in vereinseigenen Clubräumen eine Ausstellung stattfinden soll, hier ist natürlich der Club als Besitzer oder Mieter für den Zustand der Räume selbst verantwortlich.
Grundsätzlich sind die Besitzer für den ordnungsgemäßen Zustand ihrer Grundstücken oder eigenerworbenen Räumen verantwortlich. Beim Kauf von Gebäuden oder speziellen Räumen hat der Käufer das erworbene Objekt in Bezug auf Einhaltung aller behördlichen Auflagen und Sicherheitsanforderungen, z. B. hinsichtlich Bauordnungs- und Gewerberecht u. a. zu überprüfen, es sei denn, im Kaufvertrag ist anderes vereinbart. Beim Mieten eines Objekt stellt der Vermieter die Mietsache im ordnungsgemäßen Zustand zur Verfügung, auch hier gilt, wenn vertraglich nichts anderes vereinbart. Der Mieter muss aber auch prüfen, ob die von ihm vorgesehene Nutzung der Mietsache oder Einrichtungen dieser seinen Anforderungen genügt (z. B. Spannung und Leistung der elektrischen Anlage). Mit der Übernahme des gekauften oder gemieteten Objektes ist der Käufer bzw. Mieter für die Sache verantwortlich und muss für den ordnungsgemäßen Zustand sorgen. Als Mieter muss er, wenn auch hier nichts anders vereinbart, bei auftretenden Schäden oder Mängel an der Bausubstanz oder Ausrüstung unverzüglich seinen Vermieter benachrichtigen und darauf dringen, dass dieser den Mangel in einer angemessenen Zeit abstellt, unabhängig davon, ob der Schaden oder Mangel selbst verschuldet wurde, das ist dann nur dafür erheblich, wer für die Kosten aufkommt.
Grundsätzlich gilt aber, dass in den Bauordnungen der Länder ein Bestandsschutzparagraph enthalten ist. Hier ist geregelt, dass die bauliche Anlagen immer nur in den Zustand wieder herzustellen sind, in dem sie rechtmäßig (nach dem zur Zeit der Errichtung geltenden Recht) errichtet wurden. Eine Pflicht zur Um- oder Nachrüstung auf Grund später geänderter gesetzlicher Grundlagen besteht nicht. Ausnahmen hierfür gelten nur bei wesentlichen Änderungen an der baulichen Anlage (in der Praxis Ermessenssache und damit oft ein Streitpunkt) oder wenn in den neuerlassenen Vorschriften die Auflage enthalten ist, dass bestehende Anlagen nachzurüsten bzw. anzupassen sind (i. d. R. beim Umwelt- bzw. Immissionsrecht). Aber auch hier sind dann (meist langjährige) Übergangsfristen gegeben.
Im Schadensfall, ob unverschuldet oder verschuldet, ist man aber immer dann in der Pflicht, wenn dritte zu Schaden gekommen sind. Schon aus diesem Grunde empfiehlt sich eine Haftpflichtversicherung (bzw. Mitglied im BDEF zu sein).
Die Versicherungen können sich aber in ihren Anforderungen bzw. Versicherungsbedingungen nur an das geltende (Bauordnungs- und Gewerbe-)Recht halten. Im Schadenfall prüft die Versicherung dann auch zuerst, ob der Versicherungsgegenstand den behördlichen Vorschriften entspricht.
Bei grob fahrlässig oder vorsätzlich verursachten Schäden werden in der Regel Versicherungsleistungen dann ganz oder teilweise ausgeschlossen. Aber der Verband der Schadenversicherer (VdS) honoriert es auch, wenn über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus zusätzliche Sicherheitseinrichtungen vorgesehen werden.

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Martin Deutgen (Dipl. Ing. in einer Firma für Hochleistungssteuerungen und BDEF-Webmaster):
Für meinen Geschmack muss man die ganze Sache in zwei Teilen betrachten, denn erstens bezieht sich VDE 0100, T710 auf die Ausstattung des Raumes (bei VDE Betriebsstätte genannt), und da ist nicht erst seit 2003 der Einsatz eines RCDS (im Volksmund „FI“ genannt) vorgeschrieben. Diese Regelung gab es schon als ich 1988 mit der Lehre angefangen habe. Demnach muss jeder Bereitsteller eines Raumes diese Ausstattung vorhalten. In jedem Fall sollte man sich als Veranstalter vom Vermieter des Saales bestätigen lassen, dass diese Anforderungen erfüllt sind (meines Wissens gibt es für gewerbliche Vermieter von Räumen, und darunter fällt auch die Gemeinde mit ihrer Turnhalle, die Pflicht, die Anlage regelmäßig prüfen zu lassen). Führt ein Verein eine Schau in eigenen Räumen durch, ist er selber verpflichtet, diese Prüfung durchzuführen bzw. durchführen zu lassen.
Zweitens muss auch die Modellbahnanlage einer solchen Vorschrift genügen. Wie Herr Wulf schreibt, ist dies sehr schwierig einzuhalten oder auch zu überprüfen. Eisenbahnanlagen gleich welcher Größe sind „elektrisch betriebenes Spielzeug“, und für deren Betrieb erlaubt zum Beispiel die VDE 0551 nur spezielle Spielzeugtransformatoren. Ein selbst gebautes Netzteil aus einem Billigtrafo kommt dafür also nicht in Frage. Die oft abenteuerliche Verkabelung ist ein zusätzliches Problem.
In meinen Augen ist es das einzig richtige, vor einer solchen Veranstaltung die Elektrik von einer Fachkraft begutachten zu lassen. Damit würden schon einmal viele mögliche Schwachpunkt eliminiert, z. B. die beliebte Verkettung von Dreifach-Steckdosen oder die zum Teil aufgerollte Kabeltrommel. Und bei einem Treffen von Modulfreunden muss man sich wirklich jedes einzelne Modul anschauen,  dann aber als Veranstalter auch den Schneid haben, jemanden ob augenfälliger Mängel von der Teilnahme auszuschließen.

Soweit die eingeholten Stellungnahmen. Von Claus Dahl, dem Leiter der BDEF-Arbeitsgruppe Elektrik und Elektronik im Arbeitskreis Modellbahn kommt noch der Hinweis auf die Normen Europäischer Modellbahner (NEM). Die oben angesprochenen Mängel waren für die Technische Kommission des MOROP schon vor Jahren Anlass, die NEM 609 aufzustellen. Darin sind alle bis dahin denkbaren Möglichkeiten zur Verhinderung elektrischer Unfälle bei Menschen und Sachwerten angegeben. Sollte ein Leser neuere Erkenntnisse besitzen, bitten wir um eine Mitteilung an den Vorstand oder die Geschäftsstelle, damit eine eventuelle Änderung der NEM in die Wege geleitet werden kann.

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DGEG-Jahrestagung in Neustadt (Weinstr)

Die traditionelle Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V. (DGEG) findet vom Dienstag 4. Mai bis Sonntag 9. Mai.2004 statt. Den interessierten DGEG-Mitgliedern und allen Eisenbahnfreunden werden interessante Studienfahrten und Besichtigungen in Frankfurt am Main, Darmstadt, Mannheim, Heidelberg, Neustadt (Weinstr) und Karlsruhe angeboten. Es werden DB-AG Betriebe, Straßen- und Stadtbahnen, Werkbahnen, Eisenbahnzulieferer und Museumsbahnen besucht. Das Programm kann bei DGEG Bahnen und Reisen Bochum AG Studienfahrten, Postfach 10 20 45, 47410 Moers, reisen@dgeg.de , www.dgeg.de  kostenlos angefordert werden.

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AKM: Tagung der Arbeitsgruppe „Vorbild und Modell“

Am 25. Oktober 2003 trafen sich auf Einladung des Modellbahnreferenten Bernd Waterholter die bisherigen und die neuen Mitglieder der Arbeitsgruppe „Vorbild und Modell“ des BDEF im Clubheim des MEC Hannover in der niedersächsischen Landeshauptstadt, in der sich auch der Sitz der BDEF Geschäftsstelle befindet.
An der Tagung nahmen teil: Richard Gentner, Carsten Hilbers, Gerhard Krauth, Bernhard Rieger, Dietmar Schnabel, Bernd Waterholter und der Leiter der Arbeitsgruppe Hans Zschaler. Zu Gast war außerdem der Geschäftsführer des BDEF, Jürgen Dreyer.
Es standen folgende Themen zur Beratung an:

1. Differenzierung der Epochen Norm NEM 806 D
Hierfür wurde die Erstellung von Zeittafeln vorgeschlagen, in denen in chronologischer Reihenfolge die Veränderungen im Erscheinungsbild der Eisenbahn (Fahrzeuge, Signale, Bahnbauten u. a.) von der jeweiligen Einführung und die Einsatzdauer dargestellt werden. Diese Zeittafeln sind keine NEM Normen, sondern dienen zu deren Ergänzung. Sie sollen insbesondere den Neueinsteigern und jugendlichen Modelleisenbahnern dienen, die sich mit einem bestimmten Zeitraum der 150-jährigen Eisenbahngeschichte in Deutschland befassen wollen.

2. Revision vorhandener Modellbahn-Normen
Gerhard Krauth, langjähriger technischer Referent des MOROP für den deutschsprachigen Raum und jetziges Ehrenmitglied des MOROP, erläuterte die von ihm zur Revision einzubringenden Entwürfe verschiedener Normen. Es handelt sich dabei um die NEM 010 (Maßstäbe, Nenngrößen, Spurweiten), die Norm 103 (Umgrenzung des lichten Raumes), Norm 112 (Gleisabstände), sowie die Normen 310 und 311 (Radsätze usw.)
Die einzelnen Vorschläge wurden diskutiert und soweit erforderlich darüber abgestimmt. Das gleiche gilt bei noch zusätzlich erforderlichen Normen im mechanischen bzw. statischen Bereich.

3. Modell-Vorschläge für die Industrie
Von einzelnen Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Vorbild und Modell“ wurden im Jahr 2003 zum Teil recht umfangreiche Vorschläge für neue bzw. revisionsbedürftige Modelle an die Modellbahn-Hersteller abgegeben. Ferner wurde der Vorschlag gemacht, an Hand eines Musterblattes entsprechende Typenblätter von noch nicht realisierten Modellen zu erstellen und an die jeweils in Frage kommenden Hersteller zu verteilen. Die Teilnehmer des Treffens wollen zur nächsten Tagung des AKM Ergebnisse vorlegen.
Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe „Vorbild und Modell“ ist für Frühjahr 2004 vorgesehen. Interessierte Modellbahner, die hier mitarbeiten möchten, sind herzlich willkommen.

Ein vollständiger Satz der aktuell gültigen Normen ist über die Geschäftsstelle gedruckt auf Papier oder auf CD jeweils für 18,– Euro zzgl. Versandkosten (in D 2,50) erhältlich.

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Neu im BDEF 2003

Als Fördermitglieder konnten wir im Jahr 2003 die Firmen bloxxs, KIBRI Spielwarenfabrik GmbH, MO-Miniatur, ESU – electronic solutions ulm GmbH & Co. KG, ZeitscHieneN, Modellbahn-Museum Füssen und Gahler + Ringstmeier neu begrüßen.
Die Entwicklung bei den Mitgliedsvereinigungen kann wieder als sehr zufriedenstellend bezeichnet werden. 
Folgende 16 Clubs schlossen sich dem BDEF bis zum 31. Dezember 2003 neu an:
553      Eisenbahn AG des Heinrich-Heine-Gymnasiums Bottrop
547      Eisenbahnclub Waldkraiburg e. V.
565      Eisenbahnfreunde Bad Waldsee e. V.
561      Eisenbahnfreunde Enztal e. V.
555      ESV Bischofsheim e. V. Abt. Modellbahn/Modellbau
557      Modell Eisenbahner Soest 03
552      Modellbahn Rathenow
564      Modellbahner Allgäu
558      Modellbahninteressengemeinschaft Vallendar
551      Modellbauclub Contwig e. V.
559      Modell-Eisenbahn-Club Frickenhausen e. V.
556      Modelleisenbahnverein Burgstädt e. V.
155      N-Bahn-Club Rhein-Neckar e. V.
562      Private Modellbahnvereinigung Bodensee-Oberschwaben
554      Schwarzatalbahn e. V.
560      St. Augustiner Modellbahner
Zum 1. Januar 2004 können wir bereits folgende Mitglieder neu begrüßen:
563      GermaNTRAK, NTRAK German Division e. V.
568      Interessengemeinschaft Hallertauer Modelleisenbahner
567      Murgtäler Modellbahnclub
566      Werners Bahn
Als Einzelmitglieder konnten wir neu begrüßen: Peter Beuth, Hans-Joachim Gilbert, Peter Gruner, Peter Kaphengst, Uwe Kohley, Dr. Otto Raab, Torsten Rehbein, Bernhard Rieger, Dieter Schubert, Dieter Voigt, Christian Wennmacher.
Wir freuen uns über die neuen Mitglieder – Fördermitglieder, Vereine und Einzelmitglieder – und hoffen auf viele Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit.

Ausgeschieden
Zum 31. Dezember 2003 schieden folgende Vereine aus dem Bundesverband aus:
Eisenbahnclub Rosenheim e. V. (Nr. 378), Modelleisenbahnfreunde Bürstadt e. V. (Nr. 456) und die Eisenbahnfreunde Ebersbrunn (Nr. 511).
Die Vereine Kölner Eisenbahn Club (Nr. 86) und Modell-Eisenbahn-Club Mittleres Vilstal (Nr. 261) wurden aufgelöst und schieden somit automatisch aus dem Verband aus.
Die Modellbaufreunde Senden (Nr. 479) mussten leider aus dem Bundesverband ausgeschlossen werden.

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Neu im BDEF: IG Hallertauer Modelleisenbahner

Keimzelle war ein Lehrlingsaustausch in Amerika, an dem 1989 unter anderem zwei Modellbahner teilnahmen. Die beiden kannten einander vorher nicht. Durch Zufall stellte sich heraus, dass beide schon seit vielen Jahren das gleiche Hobby – die Modellbahn – betrieben. Anfang der neunziger Jahre unternahmen die beiden einige „Eisenbahn-Entdeckungsreisen“ in die nähere Umgebung (Ober- und Niederbayern). Schon damals reifte die Vision, eine große gemeinsame H0-Gleichstrom-Anlage zu errichten. 1994 wurde (allerdings nur von einem) mit dem maßstäblichen Nachbau des Bahnhofes Enzelhausen begonnen, der von Anfang an als transportables Segment bzw. Modul und als Teil dieser Großanlage geplant war. Im Dezember 1995 war das erste Teilstück mit dem Empfangsgebäude Teil einer Ausstellung im Bahnhof Mainburg. Mitte der neunziger Jahre bekam der Besitzer vom Enzelhausen-Modell einen neuen Nachbarn. Der wurde durch die Anlage mit dem Modellbahnvirus „wieder infiziert“. Er packte seine Märklin-Sachen aus der Kindheit wieder aus und begann, eine stationäre Modellbahn zu bauen. Noch im Rohbauzustand wurden die Drei-Leiter-Gleise wieder abgebaut und auf Gleichstrom umgestellt. Die beiden bauten 1999 ein Modul mit einem Meter freier Strecke nach Fremo-Norm. Kurz darauf nahm der besagte Nachbar den Nachbau des Bahnhofes Attenkirchen in Angriff. Der Bahnhof Enzelhausen war im September 1997 (Zolling) und im November 1999 (Freising) nochmals ausgestellt. Bei jeder Veranstaltung wurden Kontakte geknüpft.
Ebenfalls im November 1999 stellte der Enzelhausen-Besitzer die „Chronik der Holledauer Lokalbahnen“ von Josef Schmalzl (geschrieben 1984) mit dessen Einwilligung ins Internet. Fotos und Beschreibungen vom Enzelhausener Bahnhof als Modell waren damals schon mit dabei. In der Folge meldeten sich im Laufe der Zeit drei Personen über das Netz, weil sie auf die Seiten gestoßen waren und ebenfalls Interesse zeigten. Von den dreien hatte nur einer eine Modellbahn, der zweite keinen Platz und der dritte gar das Hobby neu angefangen.
So gab es mit der Konstellation ein Problem: Alle hatten Kontakt mit ein und derselben Person, aber die Leute kannten sich untereinander kaum oder überhaupt nicht. Somit war es nur eine logische Schlussfolgerung, alle miteinander bekannt zu machen. Am 24. April 2002 wurde in einer Gastwirtschaft ein Tisch reserviert. Es gab ein gemeinsames Abendessen, jeder stellte sich vor und erzählte ein wenig von sich. So kam gleich eine herzliche, gemütliche Stimmung auf, als bestünde die Gemeinschaft schon länger.
Unser zehnter Mann kommt vom MEC Freising. Jetzt baut er nicht nur an deren Vereinsanlage, sondern auch eigene Module.
Ab dem 24. April 2002 gab es monatliche Treffen, die ähnlich dem „Rotationsprinzip“ in den Privatwohnungen der Mitglieder abgehalten wurden. Schon Anfang Mai 2003 hatten wir unser erstes Arrangement mit ausschließlich eigenen Modulen auf die Beine gestellt. Im Jahr 2003 haben wir einen 180 m2 großen Raum der Gemeinde Haag ausgebaut. Dieser Raum ist als Reservefläche für das Schulhaus vorgesehen und war beim Bau im Rohbauzustand belassen worden. So hat sich angeboten, dass die Modellbahner kostenlos den Innenausbau zu einem Ausstellungsraum erledigen, wobei die Gemeinde die Materialkosten übernommen hat. Jetzt hat die Gemeinde einen Ausstellungsraum (1200-Jahr-Feier steht an) und die Modellbahner halten ihre monatlichen Treffen dort ab. Solange der Raum nicht anderweitig genutzt wird, dürfen dort auch mit den Modulen Arrangements aufgebaut werden. Spätestens durch diese Raumnutzung wurde es notwendig, eine Versicherung der Gruppe abzuschließen. Nicht zuletzt deshalb sind wir zum 1. Januar 2004 Mitglied des BDEF geworden.
Kontakt: Interessengemeinschaft Hallertauer Modelleisenbahner, Alois Graßl, Holzbrünnlstraße 6, 85410 Haag/Amper.
eMail: alois-grassl@t-online.de ,
Internet: http://www.bockerl.de 

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Ehrungen für Horst Thiele und den MBC Sassnitz

Zu seinem 35-jährigen Jubiläum hatte der Modellbahnclub Sassnitz e. V. seine 30. Ausstellung angekündigt und empfing von 10 bis 16 Uhr fast 800 junge und alte eisenbahnbegeisterte Besucher in seinen Vereinsräumen in einer Schule in Sassnitz. Der Verein, am 4. Dezember 1969 gegründet, steht seit 1993 unter der Leitung von Horst Thiele. Für seine Verdienste um den Verein verlieh ihm der stellvertretende Vorsitzende des BDEF Hans-Werner Bürkner am Ende der Ausstellung die Goldene Ehrennadel. Als sei es damit nicht genug, überreichte Bürkner dem Verein auch die Ehrenplakette des BDEF. Sie soll nun, so Thiele, die Mitglieder anspornen, weiterhin in Ihrer Freizeit einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen. Ihr nächstes großes Event haben die Rüganer Eisenbahnfreunde am 9. April: Für diesen Tag ist die „Osterhasenfahrt“ mit dem Rasenden Roland geplant.

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Neues Fördermitglied: Artur Schnabel GmbH

Die Firma Artur Schnabel GmbH stellt seit 1905 Modelle im hochwertigen Zinnguss her. Bisher als Hersteller mit Vertrieb über den Großhandel nur in Fachkreisen weltweit bekannt, liegt ihre Stärke in der Entwicklung und Produktion in Deutschland. Schnabel fertigt deshalb auch einzelne Teile für Mitbewerber. Der Gedanke, die hochwertigen Standmodelle der Zinnlokomotiven fahrbar zu machen, führte zu einer komplette Neuentwicklung, die höchsten Anforderungen entspricht. Das Kaufbeurer Unternehmen sieht sich nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Eisenbahnherstellern, sondern als eine Ergänzung. Es will der Spezialist für die Anfänge der Eisenbahngeschichte (Epoche I) werden. Mit diesem Ziel hat sich Schnabel als Fördermitglied dem BDEF angelehnt. Näheres über das Unternehmen findet sich im Internet unter
www.schnabel-h0.com .

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Athearn aufgekauft

Wie wir einer Meldung in der neuesten Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift „Model Railroader“ entnehmen, wurde am 5. Januar 2004 die Firma ATHEARN von der amerikanischen Firma „Horizon Hobby“ gekauft. ATHEARN ist eine der ältesten und größten Modelleisenbahnhersteller in den USA und wohl jedem Modelleisenbahner, der sich nur ein klein wenig für amerikanische Modelle interessiert, bestens bekannt. Neben einfach zu montierenden Bausätzen von H0-Fahrzeugen, hat sich ATHEARN mit seiner Produktlinie „Genesis“ – einer Serie von hochdetaillierten Modellen – einen Namen gemacht. Relativ neu war ATHEARN in den Bereich der Baugröße N eingestiegen und hat dort sehr ansprechende Modelle angeboten.
Von der Horizon Hobby wird berichtet, dass es sich um einen der größten amerikanischen Spielwaren-Großhändler handelt, der seit 1996 auch Modelleisenbahnen im Sortiment hat. Genauso gehören aber Fernsteuer-Autos und -Flugzeuge, sowie Modellschiffe zum Vertriebsprogramm. Der Stammsitz von Horizon Hobby ist Champaign, Illinouis. Mit Wirkung vom 1. März 2004 wird Horizon Hobby den exklusiven Vertrieb aller Athearn-Produkte an den Fachhandeln vornehmen.
Der Stammsitz von ATHEARN soll weiterhin in Compton, Südkalifornien bleiben, wo auch Entwicklung, Kundendienst und Fertigung angesiedelt sind. Ebenso wird der derzeitige Präsident von ATHEARN, Tim Geddes, sein Amt weiter ausüben.

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Messe: Modellbauwelt Hamburg 2003

Vom 28. bis 30. November 2003 fand in den Messehallen Hamburg wieder die Ausstellung Modellbauwelt statt. Die Halle 7 war hierfür ausschließlich der Modelleisenbahn gewidmet. Der BDEF war nach einigen Jahren Pause wieder mit dabei. Die Organisation und Betreuung sowie auch der Auf- und Abbau des Messestandes, lagen diesmal in den Händen des Modellbahnreferenten Bernd Waterholter und des Geschäftsführers Jürgen Dreyer.
Inmitten der Halle 7 hatte der BDEF einen recht dekorativen Stand, der auch von der Modellbahnwelt Hamburg mit einer Urkunde ausgezeichnet wurde. Die zwei Meter lange BDEF-Vitrine beherbergte auf zwei Etagen Modellbahnfahrzeuge in den Spurweiten Null bis Z. Sie waren unter dem Motto: Schnelltriebwagen vom „Fliegenden Hamburger“ bis zum TEE zusammengestellt. Die verschiedenen Modelle vom SVT der Bauart „Hamburg“ trafen voll den Geschmack des Publikums. Hierbei leisteten die Firmen Fleischmann, Lemke, Liliput und Roco kräftige Unterstützung.
Die Vorführanlage von Fleischmann in der Baugröße H0 sorgte am Stand stets für regen Andrang. Sie stellte dank ihrer Gestaltung und der Maße von 1,2 m x 3 m einen besonderen Anziehungspunkt für Familien und Kinder dar. Mindestens drei Züge fuhren gleichzeitig und ohne Störungen an allen drei Tagen mit täglich acht Stunden. Besonders hatte es den Zuschauern die Zahnradbahn angetan, wenn die kleine Lok ihre Wagen bei einer Steigung von 30 % den Berg hinauf schob.
Viele Modellbahner und auch die norddeutschen Mitgliedsvereine begrüßt es, dass der BDEF auch mal wieder im Norden unserer Republik zugegen war. Ab 2004 findet die Modellbauwelt Hamburg wieder jährlich statt und zwar wie bereits in 2003 unter der Regie der Messe Hamburg. Die Verbesserungen konnte man nach der großen Kritik aus dem Jahr 2001 deutlich spüren. Die Objektleitung war sehr um alle Aussteller bemüht und für jede Anregung dankbar. Es gibt Hoffnung, dass es mit dem jungen Team in Hamburg wieder bergauf geht. Die nächste Modellbauwelt findet vom 19. bis 21. November 2004 statt.

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Verbandstag in Stuttgart

Seit einigen Tagen liegt das endgültige Programm des Verbandstages 2004 vom 20. bis 23. Mai in Stuttgart vor. Gleichzeitig ist es auch im Internet einzusehen. Dort können Teilnehmer auch gleich online ihre Buchungen vornehmen. Wer es lieber konventionell mag, kann die dem Rundschreiben beiliegenden Formulare verwenden.

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Claus Dahl, Leiter der Arbeitsgruppe Elektrik und Elektronik im Arbeitskreis Modellbahn (AKM) sandte uns seine persönlichen Gedanken zum gegenwärtigen Stand der Steuerungstechnik bei der Modellbahn, die er mit einem Aufschrei überschrieb:

Es ist Zeit!

Das 4. Jahr des neuen Jahrtausends ist angebrochen, in vielen technischen Bereichen gibt es rasante Entwicklungen, nur die systematische Entwicklung der Technik der Modellbahnsteuerungen verharrt auf alten Gleisen und holpert vor sich hin.
Es ist Zeit, dass sich die maßgeblichen Europäischen Modellbahnfirmen mit allen anderen Interessengruppen zusammensetzen und die Rahmenvorgaben für ein universelles Modellbahn-Steuersystem konzipieren. Die Computertechnik macht es vor und weist gleichzeitig auf gangbare Wege. Die auf ihr basierende Steuertechnik ist derartig weit entwickelt, dass so gut wie alle technischen Voraussetzungen (– gegebenenfalls durch Anpassung –) existieren, um ein mit mehreren Ausstattungsniveaus ausgeführtes und den Ansprüchen der Modellbahner entsprechendes, zu allen Fahrstromarten kompatibles und geschlossenes Steuersystem zu gestalten.
Die Industrie hat bei der Gestaltung der Modellbahn-Modelle höchste Perfektion erreicht, nur ihre Steuerung hat sie von Anfang an auf primitivem oder niedrigem Niveau gehalten, was ihre Produkte gewissermaßen entwertet und was sicher auch dem anfangs wenig entwickelten, niedrigen Niveau der Steuertechnik geschuldet ist. Und die auf Nebenlinien entstandene Vielfalt nicht zu einander passender Techniken ist gerade beim hohen Stand der elektronischen Lösungsansätze für den Ungeschulten, was für die Menge der Modellbahner zutrifft, unübersehbar.
Obwohl seit etwa zehn Jahren immer wieder fordernde und mahnende Stimmen laut wurden, muss erstaunlicherweise festgestellt werden, dass aus der Masse der Modellbahner kein deutlich vernehmbares Echo folgt. Sie, so scheint es, nimmt das oft verwirrende, auf Firmentraditionen beruhende Vorgehen der Industrie fast widerspruchslos hin.
Die Generation der „Alles-Selbst-Machenden“ Modellbahner, die neben ihren Anlagen auch ihre Steuerungen mit zum Teil raffinierten Lösungen aufgebaut haben, wird in wenigen Jahren aus biologischen Gründen nicht mehr aktiv sein.
Die nachrückenden Modellbahner sind aus dem Alltagsleben heraus ganz andere Techniken gewöhnt, so dass ihre Ansprüche an die Steuerungen wachsen. Sie wollen die Komponenten der Steuerungen wählen und einfach nur zusammenstecken. Danach muss es funktionieren, die Computertechnik macht es vor. Trotzdem verbleibt für die Modellbahner auch mit dieser perspektivischen Technik noch genügend Anpassungsarbeit der Steuerung an die subjektiv gestaltete Modellbahnanlage.
Ein universelles Modellbahnsystem mit allen notwendigen Sensoren und Aktoren kann nur funktionieren, wenn alle Komponenten der Steuerung von der Zentrale (z. B. Gleisbildstellpult) bis zur letzten peripheren Steuerung (z. B. Weichensteuerungen) durch Rahmenbedingungen bestimmt werden. Wie bei der Computertechnik müssen Leitungen mit einheitlichen Steckverbindern die Baugruppen verbinden und standardisierte Steuersignale zwischen ihnen übertragen. Nur so entstehen Effektivität und Wirtschaftlichkeit. Und wie bei der Computertechnik bleibt für die Industrie immer genügend Freiraum für die Gestaltung der Komponenten sowohl hard- wie auch softwaremäßig. Eine möglichst vereinfachte und sichere Anwendung der Steuertechnik bedingt auch sicher neue Absatzchancen. Und vergessen wir nicht, auf dem mechanischen Sektor der Modellbahntechnik ist die Koordinierung mit Hilfe der Modellbahner und ihrer Organisationen weitgehend gelungen.
Die im Gegensatz dazu unkoordinierte technische Entwicklung bei den Modellbahnsteuerungen hat leider die Modellbahner in Interessengruppen gespalten. Die einen schwören nach wie vor auf den Gleich- oder Wechselstrombetrieb, die anderen auf Digitalbetrieb, von Untersystemen einmal abgesehen. Bei nüchterner Betrachtung sind aber alle Systeme unvollständig, da ihnen die Anpassungsfähigkeit an die vom Vorbild abzuleitenden (Modellbahn-) betrieblichen Bedingungen entweder ganz fehlt oder sie nur auf niedrigem Niveau vorhanden ist. Die für Steuerungen unbedingt erforderlichen Melde- und Messfunktionen fehlen, sind unvollständig und rudimentär vorhanden oder lassen sich nur schwierig in vorhandene Konzepte einfügen. Auch können die digitalen Steuerungen die dafür erforderlichen Leistungen der Datenübertragung nicht erbringen, weil ihre Übertragungsgeschwindigkeiten zu klein und sie in der schnelllebigen Welt der Elektronik mit ca. 25 Jahren auch veraltet sind. Diese digitalen Steuerungen haben nur einen sinnvollen Einsatzbereich, und zwar zwischen Gleis und Fahrzeug, alle anderen Aufgaben stellen eine Überfrachtung dar.
Trotzdem ist es anzuerkennen, dass der US-amerikanische Verband NMRA mit seiner fast ausschließlich aus Industrievertretern bestehenden Europäischen DCC-Gruppe jährlich darüber berät, wie dieses System zu verbessern ist. Die eigenen Europäischen Landesverbände sind weniger an dem Thema interessiert, hauptsächlich BDEF und SMV stehen der Problematik freundlich gegenüber und unterstützen die Bemühungen einiger ihrer Mitglieder. Da auch die Verbände durch Firmen gesponsert werden, ist das besonders hervorzuheben. Positiv wirkende und vorwärtsweisende Kritik darf doch wohl durch Verbraucherverbände, was die Modellbahner-Verbände sind, erlaubt sein. Schließlich sind auch die kritischen Modellbahner Abnehmer der Produkte. Anders ist wohl die Situation der Modellbahnzeitschriften. Sie nehmen sich des Themas nicht oder sehr ungern an, offensichtlich sind sie zu sehr von der industriellen Werbung abhängig. Zumindest muss man feststellen, dass ein sich vor einiger Zeit für die Entwicklung der Modellbahntechnik einsetzender renommierter Chefredakteur ziemlich schnell seine Aktivitäten eingestellt hat. Und damit werden sie ihrer Vorreiterrolle als Fachzeitschriften nicht gerecht.
Und der MOROP, der als Europäischer Verband grundsätzlich für die Interessen der Modelleisenbahner eintreten müsste, steckt auch in Zwängen. Vor allem kann man feststellen, dass es an notwendigen Einsichten fehlt. Es zeigt sich, dass einige Berater noch viel zu sehr in alten Anschauungen denken. Ob Ignoranz, Anmaßung oder Unwissenheit über die technischen Entwicklungen wirken, weiß man nicht, jedenfalls werden vorwärtsweisende Gedanken immer wieder ausgebremst. Nicht ohne Grund hat der Vorsitzende des BDEF, Herr Bayer, auf der Dresdner Tagung der Technischen Kommission gefordert, in Fragen der technischen Entwicklung perspektivisch und fortschrittlich zu denken.
Diese Aufforderung sollten alle Interessengruppen zum Anlass nehmen, sich im Neuen Jahr zusammenzufinden, um im ersten Schritt die zu lösenden Aufgaben zu formulieren. Und machen wir uns nichts vor, der Umfang der Arbeit übersteigt, wie die historischen Abläufe zeigen, die Möglichkeiten einzelner. Deshalb ist das Zusammenwirken aller Interessengruppen notwendig. Wer macht den Anfang? Das 50-jährige Bestehen des MOROP wäre eine gute Gelegenheit dafür!
Burg im Januar 2004, Claus Dahl

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Neuer Auhagen-Katalog

Der Modellbahnzubehör-Hersteller Auhagen aus dem Erzgebirge legt nur alle zwei Jahre einen neuen Katalog auf. Eigentlich ein gutes Zeichen, bedeutet es doch, dass die dargestellten Produkte keine kurzlebigen Eintagsfliegen sind, sondern über einen längeren Zeitraum die Nachfrage der Kunden befriedigen sollen. Trotzdem erschien zur Nürnberger Spielwarenmesse 2004 schon der 8. Katalog, seit das ehemalige Familienunternehmen aus den Überresten des DDR-Modellbahn-Kombinats wieder entstanden ist. Und er hat gegenüber seinem Vorgänger weitere 20 Seiten zugelegt und umfasst jetzt stolze 166 Seiten. 
Obwohl die im Jahr 2004 zu erwartenden Neuheiten bereits im Katalog enthalten sind, gibt es zur Messe natürlich einen Neuheiten-Prospekt. Nach den Bahnbauten der letzten Jahre widmet sich Auhagen in H0 nun dem Wohnungsbau. Dabei passt der „Eichenhof“ vom Titelbild, bestehend aus Wohngebäude, Stallungen und Scheune, gut zu den preußischen Bahnhöfen aus gleichem Hause. Durchaus nicht hundertprozentig identisch sind die Varianten als belgischer oder niederländischer Hof. Aus insgesamt fünf reichlich mit Stuck verzierten Stadthäusern besteht der Straßenzug „Schmidtstraße“. Für die TT- und N-Freunde gibt es vom Vorbild her eher schlichte Mehrfamilienhäuser aus den fünfziger und sechziger Jahren. Erfreulich, dass Auhagen auch weiterhin am Angebot von allerlei Tüten mit Kleinteilen wie Dachrinnen oder Fenstern festhält, die man sonst nur in den berühmten „Bastelkisten“ der Modellbahner findet.

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Eisenbahn immer noch sicherstes Verkehrsmittel

Neueste EU-Zahlen belegen: Die Eisenbahnen sind europaweit mit Abstand das sicherste Verkehrsmittel. „Die Wahrscheinlichkeit, im Pkw zu sterben ist 30mal größer, als in der Bahn tödlich zu verunglücken“, teilte die Allianz pro Schiene unter Verweis auf das vor kurzem veröffentlichte „Statistische Taschenbuch 2003“ der EU-Kommission mit.
Nach den EU-Angaben starben in den 15 Mitgliedsländern der Gemeinschaft im Durchschnitt 5,9 Autoinsassen pro Milliarden Personenkilometer. Für die Zugpassagiere betrug der Wert lediglich 0,2. „Auch im Vergleich zum Bus und zum Flugzeug sind die Bahnen das gefahrlosere Verkehrsmittel“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege. Flege: „Die Wahrscheinlichkeit, im Flugzeug oder im Bus bei einem Verkehrsunfall zu sterben, ist doppelt so hoch wie auf der Schiene“. Beide Verkehrsmittel wiesen nach den aktuellsten vorliegenden Daten im Jahr 2001 laut EU einen Wert von 0,4 Getöteten pro Milliarden Personenkilometer auf.
Erfreut zeigte sich das Schienenbündnis über den Trend der vergangenen 30 Jahre. „Sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene geht die Zahl der Todesopfer kontinuierlich zurück“, stellte der Geschäftsführer fest.
In Deutschland ist das Bahnfahren genauso sicher wie im EU-Durchschnitt. Nach neuesten Allianz pro Schiene-Berechnungen kamen sowohl in 2001 als auch in 2002 hierzulande lediglich 0,2 Zugreisende pro Milliarden Personenkilometer ums Leben – das entspricht exakt dem EU-Durchschnittswert.

Mit der Feststellung, der Aufruf zum Lkw-Tankboykott sei „Steuerflucht“ und „Tanktourismus ist Steuerflucht“ kritisierte die Allianz pro Schiene es, dass der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) seine Mitglieder auffordert, im Ausland zu tanken. „Lkws sind die größten Nutznießer der bedauerlichen Maut-Probleme, nun wollen sie sich auch noch um die Mineralölsteuer drücken“, sagte Dirk Flege, der Geschäftsführer des Schienenbündnisses am Montag in Berlin. Lkw fahren seit August 2003 völlig kostenlos auf deutschen Straßen, da sie aufgrund der mehrfach verschobenen Lkw -Maut weder die neue leistungsbezogene Straßenbenutzungsgebühr noch die vorher gültige Euro-Vignette zahlen.
Der BGL rufe nach Einschätzung der Allianz pro Schiene seine Mitglieder zur Steuerflucht auf. Flege: „Das ist Abzocke zu Lasten der Autofahrer, die sich schließlich keinen 1200-Liter-Tank einbauen lassen können und die über ihre Mineralölsteuerzahlung einen beträchtlichen Beitrag zur Straßenfinanzierung leisten.“ Die Allianz pro Schiene erinnerte daran, dass Lkw die Straßen 60.000 mal stärker als Pkw schädigen und deshalb mit der Maut erstmals nennenswert an den Wegekosten beteiligt werden sollen.

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© BDEF 2004
Letzte Änderung: 28. August 2005 (
GB)