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Unser Rundschreiben 6/2003 in Ausschnitten:

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Inhalt:

Editorial

Anton Schorer zum Ehrenmitglied ernannt
Petition an das Europäische Parlament Neu im BDEF: Modellbahner Allgäu
AKV: Zehn Jahre Bahnreform – Was nun? Neuer Schwung für die Schiene in Europa

Allianz pro Schiene: Verkehrspolitisches Forum

Bildkalender Gartenbahn 2004

Öko-Bilanz der Verkehrsmittel Offener Brief: Geht der DB Pünktlichkeit vor Sicherheit?
Schienenabbau à la Koch – Steinbrück Dampf-Plus nimmt Minister-Salon-Wagen der DDR wieder in Betrieb
Straßenstilllegungen ? Die Entwicklungsgeschichte der MpC
21. Horber Schienen-Tage 2003: „Viele Bahnen – ein System“ uno – das Spur-1-Magazin
Regionaltreffen im Herbst 2003 MÜT: Aktiv mit SELECTRIX
Jubiläumsherbst der Eisenbahnfreunde Weißeritztalbahn gerettet?
40 Jahre Eisenbahnfreunde Tuttlingen e. V. Modell und Hobby in Leipzig, 3. – 5. Oktober 2003

 

Editorial:

Liebe Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn!

"Advent, Advent, die Zeit die rennt, ..." Unter diesem Motto scheint für manch einen Zeitgenossen die augenblickliche Jahreszeit zu stehen. Wie üblich kommt die Weihnachtszeit völlig überraschend, und es ist doch noch so viel vorzubereiten und zu besorgen! Nicht so für Modelleisenbahner. Diese besondere Gruppe Menschen hat die letzten beiden Monate des Jahres geradezu herbeigesehnt, gelten doch die Wochen vor Weihnachten als Hochsaison der Modelleisenbahner. Für die Vorweihnachtszeit plant die Modellbahnindustrie ihre Neuerscheinungen und macht der Handel mit Modellbahnen seine größten Umsätze. Und schließlich werkeln zahlreiche Familienväter an der Weihnachtsüberraschung für die Junioren, die dann Mitte Januar enttäuscht dem Abbau der Elektrischen Eisenbahn zuschauen müssen. 
Wer mir an dieser Stelle widersprechen möchte, kann getrost umblättern. Die Übrigen möchte ich jedoch fragen: "Warum ist das so?" Und: "Muss das so bleiben?" Die Antwort auf die erste Frage bildet schlicht die Fehleinschätzung, Modelleisenbahn sei ein Kinderspielzeug. Es ist aber auch ein Spielzeug für Erwachsene (nicht nur Männer!). Das Fatale ist jedoch, dass beide Funktionen gleich gesetzt werden. Die Modellbahner finden kaum Anerkennung, werden nicht einmal ernst genommen. Mit der Folge, dass viele Modellbahner ihre angeblichen "Kindereien" im Verborgenen halten. Im anderen Extremfall verlangen Erwachsene von Kindern, dass sie ihre Züge vorbildgerecht langsam fahren, stilreine Zuggarnituren bilden oder maßstabsgerechte Gebäude bauen. Damit sind die Kleinen überfordert und verlieren schnell das Interesse an der Modellbahn. Das teure Spielzeug wandert wieder in den Karton und bleibt schlimmstenfalls für immer darin. 
Nun zur zweiten eingangs gestellten Frage. Natürlich können und sollten wir das ändern! Als erstes und Wichtigstes: Wir Modellbahner müssen zu unserem Hobby stehen und an die Öffentlichkeit gehen. Viele Vereine tun dies und präsentieren ihre Arbeiten auf Ausstellungen und an Tagen der Offenen Tür. Wir müssen auch gegenüber nicht Informierten den Mut haben, zu sagen, womit wir unsere Freizeit verbringen. Als Nächstes müssen wir unsere junge Generation vernünftig an das Thema heranführen. Am besten, die Kinder dürfen nicht nur mal mitspielen, sondern können mit eigenem Material das Hobby auf ihre Weise erspielen. Obendrein müssen wir dem Nachwuchs auch etwas zutrauen. Es ist erstaunlich, wie sorgfältig Kinder mit Dingen umgehen können, die ihnen etwas bedeuten. 
Fazit: Wenn wir ein Konzept schaffen, wie wir Kinder an die Modellbahn heranführen können, haben wir die Chance, dass sie dabei bleiben. Vielleicht finden sie sogar den Weg zu einem Verein, vorausgesetzt, er hat ein Konzept für seine Jugendarbeit. Und wenn dann die Väter ihre Söhne nicht mehr als Alibi benötigen, um ihrem Hobby zu frönen, dann hat die Modellbahn bald das ganze Jahr über Saison. 

Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr! 

Ihr Dieter Eikhoff, BDEF-Pressereferent

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Petition an das Europäische Parlament

Im Oktober 2003 reichte der BDEF eine weitere Petition beim Europäischen Parlament ein:

Der Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde (BDEF) e. V. (...) bittet das Europäische Parlament in Ergänzung seines Antrages vom 30. 10. 2002, den Sie mit Schreiben vom 28.11.2002 nach Prüfung gemäß der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments für zulässig und die darin aufgeworfenen Fragen als den Tätigkeitsbereich der Europäischen Union betreffend erklärt haben (350/2002), im Interesse, einen besseren Kostendeckungsbeitrag für die Netze durch Stärkung des Güterverkehrs auf der Schiene zu erwirtschaften, dadurch Personenverkehr zu erschwinglichen Kosten für alle Bevölkerungsgruppen zu erhalten, den schnellen Austausch von Gütern in einem gemeinsamen Markt sicherzustellen und der Erhaltung der Umwelt im 21. Jahrhundert gerecht zu werden, im folgenden Sinne initiativ zu werden:

Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Bahn-Güterverkehre unterstützt die Europäische Union die Einführung

•           von Kunststoff-Bremsklotz-Sohlen (K-Bremse)
•           einer Zusatzeinrichtung zum Fernbedienen der Bremsen während des Laufens der Wagen in Gleisen von
Rangierbahnhöfen [Ergänzung] und
•           der automatischen Kupplung (Z-AK) [Ergänzung]

bei den Eisenbahn-Unternehmen mit einer allen Unternehmen nach gleichen Richtlinien zugänglichen, mit Art. 92 EG-Vertrag im Einklang stehenden Restrukturierungs-Beihilfe.

Begründung:

Für eine verstärkte Nutzung der Eisenbahnen im internationalen Güterverkehr sind erhebliche Investitionen aller Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) erforderlich. Die Straßengüterverkehrsunternehmen haben über Jahrzehnte durch die nicht harmonisierten Verkehrskosten [Weißbuch der Kommission KOM (1998) 466] einen Wettbewerbsvorteil erlangt, den die EVU aus eigener Kapitalkraft nicht mehr aufholen können.

Die internationale Eisenbahnvereinigung UIC (Union International de Chemin de Fer) hatte bereits für 1968 die Umrüstung aller zu den UIC-Bahnen (damals noch Staatsbahnen) gehörenden Güterwagen mit der automatischen Kupplung vorgesehen. Aus technischen und finanziellen Bedingungen wurde der Termin nicht eingehalten und ständig verschoben. Inzwischen sind viele der in Jahrzehnten vorbereiteten Güterwagen ausgemustert; erhebliche volkswirtschaftliche Werte sind endgültig verfallen.

Untersuchungen mehrerer Institute für Eisenbahn- und Verkehrswesen der technischen Universitäten Berlin, Braunschweig, Delft, Dresden u. a., sowie des ERRI (European Rail Research Institute) der Europäischen Eisenbahnen in Utrecht haben ergeben, dass die Verwendung der automatischen Kupplung Z-AK und eines neu entwickelten Zusatzgerätes, das eine Beeinflussung der Bremse im Gleis laufender Wagen durch Fernsteuerung ermöglicht, das Rangieren der Güterwagen durch Einsparung von Zeit, Transportschäden und insbesondere durch Vermeidung von Unfällen verändern kann. Bei gleichzeitigem Einsatz der K-Bremse würde das Rangieren weniger Kosten und weniger Lärm verursachen, so dass der Einzelwagenverkehr vermehrt und zu vergleichbaren Kosten zum Lkw angeboten werden könnte.

Das Vorhaben hat eine europäische Dimension. Ohne eine entsprechende EU-Förderung wird es nicht in Gang kommen. Geschieht aber weiterhin nichts, können die Eisenbahnen nicht einmal mehr den Zuwachs bei den Güterverkehren übernehmen. Der dadurch notwendige, europaweite zusätzliche Straßenbau käme aber letztlich teurer als die einmalige Förderung der Umstellung auf neue Eisenbahn-Technik.

Damit könnte die von der EU angestrebte Belebung des Schienengüterverkehrs erreicht werden.

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AKV: Zehn Jahre Bahnreform – Was nun?

Auf seiner Herbsttagung im November in Fulda beschloss der Arbeitskreis Verkehrspolitik (AKV) des BDEF nach ausgiebiger Diskussion ein Positionspapier zur Schienenverkehrsinfrastruktur in Deutschland. Der Arbeitskreis betrachtet diese Thesen als konkrete Forderungen an die Verantwortlichen in der Politik und wird sie mit den entsprechenden Gremien und Funktionsträgern diskutieren. Das Ziel ist es, im Sinne des Wettbewerbs allen Betreibern gleiche Zugangsmöglichkeiten zum Schienennetz zu schaffen.

Den Wortlaut des Positionspapiers finden Sie hier.

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Allianz pro Schiene: Verkehrspolitisches Forum

Das nun schon traditionelle verkehrspolitische Forum der Allianz pro Schiene fand in diesem Jahr unter dem Thema „Nachhaltige Mobilität“ statt. Als Gesprächspartner geladen waren u. a. der Bundesumweltminister Jürgen Trettin und der Vorstandsvorsitzende der DB AG, Hartmut Mehdorn.

In seinem Eröffnungsstatement beklagte der Vorsitzende der Allianz pro Schiene, Norbert Hansen, unter Hinweis auf die Steuerbefreiung von Flugbenzin die immer noch währende Benachteiligung der Schiene durch die Politik, da Dieseltreibstoff und Elektroenergie für die Bahn immer noch voll versteuert werden.

Norbert Hansen nahm aber auch Stellung zu den aktuellen Anschuldigungen über Bilanzfälschungen bei der DB AG. Mit vielen blumigen Worten wurde viel relativiert, so dass der Berichterstatter, der bis dato davon noch nichts gehört hatte und erst später entsprechende Pressemeldungen las, sich verwundert fragte, um was es da überhaupt gehe.

In seinem Vortrag „Verkehrsträger im Umweltvergleich“ legte Richard Mergner, BUND und Vorstandsmitglied der Allianz pro Schiene, den Systemvorteil der Schiene offen. Hinsichtlich spezifischen Energieverbrauchs, CO2-Emissionen, Stickstoff- und Partikelemissionen sowie Flächenverbrauchs schneide die Bahn am besten ab. Bei Lärmemission aber gebe es bei einem umweltfreundlichen Schienenverkehr noch Verbesserungspotenziale. Schon heute bekämpfen Anwohner einzelne Ausbaumaßnahmen, weil sie durch eine Zunahme des Schienenverkehrs Lärmbelästigungen befürchten. Um die Akzeptanz bei den Menschen auch in Zukunft zu sichern, müssen die Bahnen noch leiser werden. Vergleicht man aber die externen Kosten, die sich in Auswirkung der Verkehrsträger der Allgemeinheit aufbürden, so schneidet die Bahn pro Tausend Personenkilometer bzw. pro Tausend Tonnenkilometer weitaus am günstigsten ab.

„Erfolge und Handlungsbedarf aus Sicht der Deutschen Bahn“ war das Thema, zu dem Hartmut Mehdorn referieren sollte. Zu Beginn seines langen, fast den Rahmen dieses Forums sprengenden Vortrages verblüffte Hartmut Mehdorn mit einigen Zahlen: Als weitaus größter Energieverbraucher in Deutschland hat die Bahn unter den massiven Kostensteigerungen zu leiden. Seit März dieses Jahres bis September sind die Kosten allein für Elektroenergie um 30 Prozent gestiegen. Diese enorme Teuerungsrate kann nur durch konsequente Effizienzsteigerung aufgefangen werden. Unter Hinweis auf das gerade erst neue Preissystem stellte er auch fest, dass sich Fahrpreiserhöhungen nahezu verbieten. Im internationalen Leistungsvergleich stehe die Deutsche Bahn an der Spitze, in keinem Land würden so viele Güter auf der Schiene transportiert wie in Deutschland.

Ungeachtet dessen fühlt sich die Bahn hinsichtlich der Umweltpolitik verpflichtet. Unter Hinweis auf die noch zu hohen Lärmemissionen wies Mehdorn auf die Anstrengungen der Bahn und der Industrie hin, die Fahrzeuge leiser zu machen. Durch die Deutsche Bahn werden hier jährlich ca. 60 Mio Euro investiert.

Der DB-Vorstandsvorsitzende forderte aber auch, sich den heutigen Mobilitätsanforderungen der Menschen zu stellen. Es sei nicht die Frage, welcher Mobilität der Vorzug zu geben sei, sondern wie alle Verkehrsmittel besser miteinander verknüpft werden könnten. Eine intelligente Verknüpfung sei ressourcen- und geldschonend. Das träfe insbesondere auf die Logistikkette von Haus zu Haus zu. Aber auch hier sei Wirtschaftlichkeit gefragt.

Die Deutsche Bahn fordere keine Subventionen oder steuerliche Bevorzugungen, sondern Gleichbehandlung, nur so gäbe es einen fairen Wettbewerb.

Auf den eingangs durch Norbert Hansen erwähnten Streit mit den Gewerkschaften antwortete Hartmut Mehdorn ebenso blumig. Er wies aber darauf hin, dass eine Modernisierung des Bahnverkehrs nur durch enorme Investitionen zu erreichen sei. Ziel sei es die Wirtschaftlichkeit zu steigern, auch unter Einsparung von Personal. Der Personalabbau solle dabei sozialverträglich vonstatten gehen. Ein möglicher Börsengang werde von der Bundesregierung beschlossen und nicht durch die Bahn selbst.

„Erfolge und Handlungsbedarf aus Sicht des Umweltministeriums“ stand als Überschrift über dem Vortrag von Bundesminister Jürgen Trittin.

Er will die Wettbewerbsnachteile für die Bahn beseitigen, damit Bahn fahren billiger werden kann. Hierzu trage schon die ökologische Steuerreform bei, die die Bundesregierung plane. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die geplante Lkw-Maut. Die Bundesregierung habe das Ziel, zu Gunsten umweltfreundlicher Verkehrsmittel mehr Fairness im Wettbewerb zu schaffen. Im Jahr 2005 solle die Mehrwertsteuer auf Bahnfahrkarten im Fernverkehr halbiert werden. Jürgen Trittin will sich ebenfalls dafür einsetzen, dass erstmalig auch Lärmschutzmaßnahmen an Fahrzeugen finanziell gefördert werden. Die Bundesregierung setze auf einen vernünftigen Mix der Verkehre. Zur Zeit arbeite sie gerade an einer Gleisanschlussförderung.

Jürgen Trittin stellte aber auch fest, dass mehr Wirtschaftswachstum nicht zu mehr Verkehr und so zu mehr Emissionen führen müsse. Seit dem Jahr 2000 gingen die Emissionen, insbesondere an CO2, im Verkehr zurück.

Jürgen Trittin kritisierte aber auch, dass die Verspätungen bei der Bahn so hoch gespielt würden. Im Auto säße man ohne Murren längere Stauzeiten ab. Hier sei dem Berichterstatter wieder eine persönliche Bemerkung erlaubt: Ob Jürgen Trittin wohl schon einmal spät abends auf einem zugigen Bahnsteig gestanden, durch Verspätung den Anschlusszug verpasst und nicht mehr gewusst hat, wie und wann er nun nach Hause kommt, ohne jegliche Information, da der Bahnhof zu dieser Zeit oder generell nicht besetzt ist? Ich verkneife mir hier den Vergleich mit dem Auto.

In der anschließenden Diskussion stellten sich die Referenten den Fragen des Publikums.

Da Jürgen Trittin gleich nach seinem Vortrag das Forum verlassen hatte, konzentrierten sich nun die Fragen auf Hartmut Mehdorn.

Auf die Kritik der Geschäftsführerin der Erfurter Industriebahn an Streckenschließungen, auf denen noch Güterverkehr betrieben wird, antwortete er, dass hier Wirtschaftlichkeitserwägungen den Vorrang hätten, z. B. wenn Brücken zu sanieren wären.

Beim neuen Fahrpreissystem beklagte er auf Nachfrage die mangelnde Medienresonanz.

Zur Frage nach der Umweltfreundlichkeit von Diesellokmotiven wies er darauf hin, dass bei Neubeschaffungen durch die Deutsche Bahn grundsätzlich Rußfilter bzw. analoge Schadstoffminderungssysteme gefordert werden.

Im Hinblick auf die geplanten Investitionen stellte Hartmut Mehdorn aber auch fest, die Haushaltsberatungen im Bund ließen darauf schließen, dass auch für die Bahn Mittelkürzungen zu erwarten seien. Gleichzeitig lobte er den Bundesverkehrswegeplan, dieser sei der beste, den es je für die Bahn gegeben habe.

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Öko-Bilanz der Verkehrsmittel

Auch zu weiteren Themen des Schienenverkehrs nahm die Allianz Stellung.

In Sachen Umwelt haben die Bahnen die Nase vorn: Die Bahnen sind nach den aktuellen deutschen Umweltdaten das umweltfreundlichste motorisierte Verkehrsmittel, weit vor Auto, Lkw und Flugzeug. Auf diesen Umweltvorsprung der Bahnen gegenüber ihren Konkurrenten auf der Straße und in der Luft wiesen die Allianz pro Schiene und ihre Mitgliedsverbände NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.) und BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.) anlässlich der Präsentation des Umweltberichts der Deutschen Bahn in Berlin hin. „Die Bahnen in Deutschland sind Energie sparender, nehmen weniger Fläche in Anspruch und stoßen weniger klima- und gesundheitsschädliche Schadstoffe aus“, erklärten Gerd Billen vom NABU und Richard Mergner vom BUND, beide Vorstandsmitglieder der Allianz.

Ein Umweltvergleich der Verkehrsträger, den die Allianz pro Schiene durchgeführt hat, zeigt auf, wie groß der Umweltvorsprung der Bahnen im Einzelnen ist. So verursachen Auto und Flugzeug im Personenverkehr bis zu dreimal mehr gesundheitsgefährdende Schadstoffe wie Stickoxide und Rußpartikel. In der Umweltkategorie Energieverbrauch sind die Bahnen doppelt so effizient wie Pkw und Flugzeug. Darüber hinaus verbraucht die Schiene nur ein Viertel der Fläche, die die Straße beansprucht. Gerd Billen, Geschäftsführer des NABU: „Die Bahnen sind gesünder und sparsamer. Eine nachhaltige Verkehrspolitik muss zudem den Flächenverbrauch stärker beachten. Die Verkehrswege in Deutschland beanspruchen mittlerweile eine Fläche von der Größe Thüringens.“

Der Lkw schneidet in der Ökobilanz des Verkehrs besonders schlecht ab: Lkw verbrauchen für dieselbe Transportleistung viermal mehr Energie als die Bahnen. Dabei stoßen sie zwölf mal mehr krebserzeugende Rußpartikel und 5,4 mal mehr klimaschädliche Treibhausgase aus. „Die Bundesregierung wird ihr Klimaschutzziel verfehlen, wenn sie die vorliegenden Umweltdaten des Verkehrs nicht ernst nimmt. Danach muss es heißen: Schiene vor Straße“, sagte Richard Mergner, Verkehrsexperte des BUND. Mergner verwies in diesem Zusammenhang auf eine Studie des DIW, der zufolge die CO2-Emissionen des Straßengüterverkehrs bis 2020 um 43 Prozent steigen werden.

Der Umweltvergleich der Verkehrsmittel basiert auf Daten und Methoden des Umweltbundesamtes und des Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU).

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Schienenabbau à la Koch – Steinbrück

Jeder sechste Zug im Nahverkehr muss bundesweit gestrichen werden, wenn die Ministerpräsidenten Koch und Steinbrück ihre Pläne zum Subventionsabbau realisieren. Von den vorgeschlagenen Kürzungen allein im Schienenpersonennahverkehr wären täglich über 650.000 Fahrgäste betroffen.

Die Allianz pro Schiene kritisierte die „eklatante Schieflage“ des Koch-Steinbrück-Papiers, das ein Viertel des gesamten Subventionsabbaus im Schienenverkehr vorsieht: Von den insgesamt bis 2006 angestrebten 15,8 Mrd Euro sollen 3,8 Mrd Euro zu Lasten der Schiene gehen. „Das ist kein Rasenmäher, sondern einseitiger Kahlschlag bei der Schiene“, urteilte Dirk Flege, Geschäftsführer des Schienenbündnisses.

„Schlagseite“ hat nach Angaben der Allianz pro Schiene auch die ungleiche Behandlung der Verkehrsmittel. Während Koch und Steinbrück bei der Schiene Mittel kürzen wollen, die keine Subventionen, sondern Investitionen darstellen und auch im Subventionsbericht des Bundes nicht aufgeführt werden, bleiben Mittel für den Straßenverkehr unangetastet. An den offensichtlichen Subventionen des Flugverkehrs durch Steuerbefreiungen, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer aktuellen Studie mit jährlich 2,7 Mrd Euro bezifferte, wollen die Ministerpräsidenten dagegen nichts ändern. Flege: „Koch und Steinbrück versuchen mit einer willkürlichen Subventionsdefinition, ihre einseitigen Kürzungsvorschläge als ,gleichmäßig und gerecht‘ zu verkaufen. Tatsächlich machen sie Klientelpolitik, von Gerechtigkeit keine Spur.“ ... „Die Zeche zahlen die Kommunen.“ Wenn etwa der Zuschuss für Schülertickets gestrichen wird, von dem nicht die Verkehrsunternehmen, sondern die Eltern profitieren, müssen die Kommunen einspringen. Flege: „Koch und Steinbrück rechnen ihren angeblichen Subventionsabbau schön. In Wahrheit verlagern sie die Kosten nur.“

Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) befürchtet bei dem geplanten Subventionsabbau steigende Preise und Angebotsrückgang bei Bussen und Bahnen. Die Ministerpräsidenten verließen mit ihren Plänen den politischen Konsens zur Förderung umweltfreundlichen Verkehrs und gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.

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Straßenstilllegungen ?

Auch Detlev Herzig, Mitglied des Arbeitkreises Verkehrspolitik im BDEF, hat sich Gedanken über Sparmaßnahmen im Verkehrswesen gemacht. Dabei hatte er folgende, nicht ganz ernst zu nehmende Visionen:

Hoppla, da hat sich unsere Regierung aber etwas Tolles ausgedacht. Um das Milliardenloch im Vermögenshaushalt des Bundes, der ja mehr ein Schuldenverwaltungshaushalt ist, ein wenig zu stopfen, sollen weniger benutzte Straßen stillgelegt, zurückgebaut oder in Einzelfällen geschont werden. Begonnen wird jetzt mit der A 27 zwischen Bremerhaven und Cuxhaven. Die A 27 wird in diesem Bereich auf eine Fahrspur zurückgebaut, etwa auf halber Strecke bleibt eine Ausweichstelle bestehen. Künftig kann man dann nur noch zu festgelegten Abfahrtzeiten in Bremerhaven und Cuxhaven losfahren (etwa stündlich), nach drei Minuten geht das „Zeitfenster“ zu, und man muss wieder eine Stunde warten. Die Autofahrer werden gleichzeitig erstmalig für eine Strecke zur Kasse gebeten. Minister Stolpe sagte in der Pressekonferenz: „Wir streben zum ersten Mal die Vollkostendeckung an und nennen das Trassenpreis.“

Erstaunen hat diese Vorgehensweise bei der Deutschen Bahn AG ausgelöst. Der Fernverkehrssprecher schien in einen Rausch zu verfallen, als er bekannt gab, was die Bahn vorhat. „Wir haben Mut, wir mähen zunächst die Dornen an der Strecke ab, bauen sie dann auf zwei Gleise aus und elektrifizieren sie.“ Künftig sollen die Autoreisezüge „Jan Cux“ und „Cuxi“ jede Viertelstunde verkehren und zum halben Trassenpreis der Straße fahren. Begeistert zeigte man sich in Cuxhaven. Ein Ratsmitglied hofft, Cuxhaven werde jetzt zum Westerland des „Nassen Dreiecks”.

Die Automobilclubs sprachen einstimmig vom „Ausverkauf Deutschlands“ und vom „Zahlmeister Autofahrer“ und forderten den Rücktritt Stolpes, Steuersenkungen und Mautfreiheit. Bei der nächsten Wahl gelte es, dem absurden Theater ein Ende zu bereiten.

Auch der BDEF hat sofort reagiert: er wird sein Konto in Cuxhaven bestehen lassen.

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21. Horber Schienen-Tage 2003: „Viele Bahnen – ein System“

Den etwa 200 haupt- und ehrenamtlichen Bahnexperten wurde wieder ein dichtgedrängtes Programm an Fachreferaten, Exkursionen und Vorführungen geboten.

Der Mittwoch Abend gehörte dem Dialog mit der Politik. Leider waren nur die beiden Bundestagsabgeordneten Karin Rehbock-Zureich (SPD) und Winnfried Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen) erschienen, während deren Kollegen von den anderen Parteien entweder entschuldigt oder nicht rechtzeitig nach Horb gekommen waren. Der Bundesverkehrswegeplan und die damit verbundenen größeren Vorhaben bis zum Jahr 2015 waren zentrales Thema des Dialogs.

Am Donnerstag wurden zuerst Projekte der Besteller vorgestellt. Der Nachmittag war ausgefüllt mit einem Infomarkt und Diskussionsbeiträgen.

Die Neuordnung der Eisenbahn, Ausschreibung und Wettbewerb sowie Technik standen am Freitagvormittag und -nachmittag auf dem Programm. Am Abend wurde in mehreren Arbeitskreisen diskutiert.

Am Samstag wurden neue Ansätze im Güterverkehr vorgestellt. Nachdem die Arbeitskreise vom Vorabend ihre Berichte abgegeben hatten, folgte noch das wichtige Thema Fahrgastaspekte. Zum Tagungsabschluss wurde am Nachmittag eine Resolution verabschiedet.

Auf der Abschlussexkursion am Sonntag erläuterte Gerhard Schnaitmann von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH die weiteren Planungen zum Ausbau der S-Bahn in der Region Stuttgart.

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Regionaltreffen im Herbst 2003

Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens hatten die Eisenbahnfreunde Friesland in die Küstenstadt Wilhelmshaven eingeladen und ein überaus interessantes Rahmenprogramm organisiert. Nach dem morgendlichen Treffen und der Begrüßung der rund 30 Teilnehmer durch den Vorsitzenden Jürgen Rode im Vereinsheim im Ortsteil Voslapp begann eine Stadtrundfahrt in einem Busoldtimer, welcher 1954 in den »Norddeutschen Fahrzeugwerken« in Wilhelmshaven gebaut worden war und nach dem Einsatz bei den städtischen Verkehrsbetrieben und einem Busunternehmer nun in der Obhut des „Vereins Wilhelmshavener Verkehrsgeschichte“ ist. Dies Programm wurde ergänzt durch Informationen über die Stadt, insbesondere über die Geschichte des Nahverkehrs (Oberleitungsbus, Straßenbahn, Vorortbahn). Leider sind einige der Kommentierungen zu Wilhelmshaven von Rainer Klanke, den Pressewart des Vereins, während der Fahrt durch die Stadt im Lärm des KHD-Dieselmotors untergegangen, mancher Teilnehmer wollten es sich allerdings nicht nehmen lassen, extra wegen des Motorengeräusches in der letzten Reihe zu sitzen…

Die Rundfahrt mit dem Bus endete vorerst am Kai des Marinemuseums Wilhelmshaven, wo dessen historische Barkasse für eine Hafenrundfahrt bereitstand. In deren Verlauf wurden die Geschichte, aber auch die Besonderheiten des Handels- und vor allem Marinehafens erläutert. Am gegenüberliegenden Bontekai wartete der Bus und brachte die Gruppe zum Mittagessen. Am Nachmittag stand dann der Besuch der Mole an der vierten Hafeneinfahrt auf dem Programm. Diese Mole liegt ausserhalb des eigentlichen Hafens an der Jade und ist die Mole, an der die Schiffe der Bundesmarine festmachen. Unter fachkundiger Führung von Dietmar Schnabel, seines Zeichens Aktiver des ausrichtenden Vereins und Fregattenkapitän a. D., stand die Besichtigung der Fregatte „Bremen“ auf dem Programm. Mit über 20 Dienstjahren ist sie eine der ältesten Fregatten, an der gleichen Pier lag mit der „Sachsen“ auch die neueste Fregatte der Bundesmarine. Verständlicherweise konnten wir die „Sachsen“ nicht besichtigen.

Später als vorgesehen begann der offizielle Teil der Regionaltagung im Vereinsheim der Eisenbahnfreunde Friesland, bei dem bewusst auf eine Vorstellung aller Vereine und ihrer Vertreter verzichtet wurde, um der schon fortgeschrittenen Zeit Rechnung zu tragen. Ein wohl herausragender Punkt der Tagesordnung dürfte die Suche nach einem Ausrichter für den Verbandstag 2005 gewesen sein, nachdem Husum zurücktreten musste. An zwei Vorschlägen im Norden hat es nicht gefehlt, es liegt nun an den jeweiligen Vereinsvorständen, zu entscheiden, ob man zu einer Ausrichtung des Bundesverbandstages 2005 bereit ist. Sicher ist dagegen, dass sich die Eisenbahnfreunde Hannover für 2004 zur Ausrichtung der Regionaltagung Nord bereit erklärt haben.

 

Eröffnet hatte den Reigen der Regionaltreffen am 27. September der TT-Modellbahnverein „Gotthardbahn“ e. V. in  Markranstädt. Die Mitglieder stellten ihre wieder aufgebaute Anlage in neuen Räumen vor. Am 18. Oktober trafen sich die südwestdeutschen Eisenbahnfreunde in Neustadt (Weinstr.) und besichtigten das dortige Eisenbahn-Museum der DGEG. 

Ein Tiefbohrloch in die Erdkruste bildete das Rahmenprogramm des Regionaltreffens Süd in Windischeschenbach. Im Westen fand das Treffen im Rahmen einer Modellbahn-Ausstellung am 1. November in Odenthal statt.

Bei den meisten Diskussionen stand das Thema Nachwuchsarbeit im Vordergrund, in Windischeschenbach hörten die Teilnehmer einen ausführlichen Vortrag zu diesem Thema.

In Neustadt ehrte der Stellv. BDEF-Vorsitzende Helmut Schmitz gemeinsam mit Peter Worch (Vorsitzender des MEC Karlsruhe) Kurt Erat mit der Goldenen Ehrennadel des Verbands. Er ist bereits über 40 Jahre Mitglied des MEC Karlsruhe, davon 38 Jahre im Vorstand.

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Jubiläumsherbst der Eisenbahnfreunde

Weiden: Eine ganze Reihe unserer Mitgliedsclubs hatte in diesem Herbst Grund zum Feiern. Gestartet wurde die Festreihe am 19. September 2003 beim Modell-Eisenbahn-Club Weiden e. V. mit dem 30-jährigen Jubiläum des Eisenbahnmuseums Weiden. Bei Kaiserwetter und mit viel lokaler Politprominenz am Vortag der Bayernwahl eröffnete der Vorsitzende Horst Scheiner gemeinsam mit dem Schirmherrn OB Hans Schröpf und unserem Schatzmeister Michael Krumm das neue Außengelände mit Ausstellungsstücken von historischem Wert, u. a. ein komplettes altes Stellwerk, das 1974 vor der Verschrottung gerettet wurde, verschiedene Signaltafeln, Kilometersteine, Gleise und eine echte Bahnschranke.

Der Verein wurde mit der Ehrenplakette des Bundesverbands deutscher Eisenbahnfreunde „für 30 Jahre erfolgreiche Tätigkeit für das Eisenbahn- und Modelleisenbahn-Hobby“ vom BDEF-Vorstand geehrt. Am gelungenen Festabend nahmen befreundete Clubs aus Bayern und Tschechien teil. Großes Interesse für das Museum – eines von dreien in Weiden – zeigte auch die lokale Presse.

Augsburg: 55 Jahre ist die Modellbahn-Interessengemeinschaft Augsburg e. V., Gründungsmitglied und Mitglied Nr. 1 im BDEF. Das Jubiläum wurde am 2. Oktober 2003 mit einem Festabend und der Eröffnung der Augsburger Modellbahntage gefeiert. Da der Verein bereits im Besitz der Ehrenplakette des BDEF ist, beschränkte sich unser Vertreter auf eine Würdigung der Verdienste der MIGA und bewunderte die vorbildliche stationäre Modellbahnanlage und die für Ausstellungen reisefähigen Module.

Bruchsal: 25-jähriges Jubiläum feierte am 25. Oktober 2003 der Modell-Eisenbahn-Club 1978 e. V. Bruchsal. Der erste Vorsitzende Gunter Raab ließ die Stationen des Clubs vorüberziehen, besonders hervorhebenswert die Öffentlichkeitsarbeit mit Ausstellungen und ein Gemeinschaftsprojekt mit der Vollzugsanstalt Bruchsal, aus dem einige bemerkenswerte Module entstanden sind. Die Festrede von Vereinsmitglied Richter führte durch die Geschichte des Eisenbahnstandortes Bruchsal von Anbeginn bis in das Jahr 2003. Es blieb noch Zeit für die Anerkennung der Vereinsarbeit durch Bürgermeister Hockenberg und die Verleihung der Landesehrennadel Baden-Württemberg an Gunter Raab. Abschluss der offiziellen Feier war die Verleihung der Ehrenplakette des BDEF durch Schatzmeister Michael Krumm. Bei einem Start um 19 Uhr wurde bis tief in die Nacht gefeiert.

München: Einer der ältesten Vereine dürfte der Modelleisenbahnclub München e. V. sein, der am 8. Dezember sein 70-jähriges Gründungsjubiläum bei einem gut besuchten Festabend feierte. Der Vorsitzende Michael Feierlein würdigte die lange und ereignisreiche Geschichte mit einer gekonnt gemachten Computeranimation, die per Beamer auf eine Großleinwand projiziert wurde. Trotz der Wirren des Zweiten Weltkrieges und mehrmaligen Umzügen in neue Vereinsheime konnte Feierlein mit Dokumenten aus der Frühgeschichte des Clubs aufwarten. Sogar die erste Eintragung ins Vereinsregister des Amtsgerichtes München – geschrieben in alter deutscher Sütterlin-Schrift – ist noch vorhanden.

Besonders erfreulich für den MEC München war, dass die 70-Jahr-Feier in den gerade fertig gewordenen neuen Clubräumen stattfinden konnte. Im Dachgeschoss eines großen Gewerbehofes nennt der MEC München nun ein Clubheim sein eigen, das vor allem durch seine Größe von einigen Hundert Quadratmetern und einen Mietvertrag über 25 Jahre besticht.

Der Vorsitzende des BDEF überreichte dem Vorstand des MEC München die Ehrenplakette des Verbandes. Eine besondere Freude war es anschließend, den seit über 55 Jahren höchst aktiven Werner Sawallisch mit der Goldenen Ehrennadel des BDEF auszeichnen zu können. Sawallisch war lange Jahre im Vorstand des MEC München tätig und zeichnet u. a. für die berühmte 60 x 10 Meter große Spur-0-Anlage bei der Verkehrsausstellung 1953 verantwortlich.

Windischeschenbach: Mit einem Festabend am 8. November und einer Ausstellung am 8. und 9. November wurde der Geburtstag „10 Jahre Modelleisenbahnfreunde Windischeschenbach und Umgebung e.V.“ gefeiert. In den Festansprachen wurde vielfach die besonders erfolgreiche Jugendarbeit hervorgehoben. Der stellvertretende Vorsitzende des BDEF, Dieter Hohmann, überbrachte die Grüße des Verbandes.

In diesen zehn Jahren ist der Verein zum größten Modelleisenbahn-Club der Oberpfalz herangewachsen. Die große Mehrzweckhalle in Windischeschenbach war zu zwei Dritteln mit den anspruchsvollen „Oberpfalzmodulen“ der MEF gefüllt, die Jung und Alt gleichermaßen begeisterten.

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40 Jahre Eisenbahnfreunde Tuttlingen e. V.

Am 6. Dezember 1963 trafen sich einige Tuttlinger Eisenbahnfreunde und gründeten den heutigen Verein EFT. Noch im gleichen Jahr traten sie als Mitglied Nr. 63 dem BDEF bei.

Das Interesse der Tuttlinger Eisenbahnfreunde galt und gilt noch heute der großen und der kleinen Eisenbahn. Nach langen Verhandlungen mit der damaligen Bundesbahn wurde dem Verein das stillgelegte Stellwerk 2 in Wurmlingen b. Tuttlingen ab 1966 zur Verfügung gestellt, das heute der Gemeinde Wurmlingen gehört. Hier wurde nach der Renovierung zunächst eine Rundumanlage in der Spurweite H0 gebaut, sowie eine kleine Bibliothek angelegt.

Die Vereinsabende finden jeden Freitag ab 20 Uhr in unserem Clubheim statt. Neben dem geselligen Beisammensein werden auch Module – angelehnt an das Fremo-System – gebaut.

Der Verein umfasst zur Zeit 47 aktive und passive Mitglieder, welche zum Teil seit 1999 an einer großen transportablen Modulanlage in der Spurweite H0 bauen, die digital (Lenz) gesteuert wird. Dies Anlage besteht aus einem Zweileiter- und einen Dreileiterteil, sodass das Wagenmaterial (isolierte Radsätze) auf der ganzen Anlage uneingeschränkt eingesetzt werden kann. Zur Zeit hat die Anlage – die mindestens einmal im Jahr der Öffentlichkeit gezeigt wird – eine Gesamtlänge von ca. 70 m mit vier Bahnhöfen und je einer Drehscheibe. Die einzelnen Module gehören zum großen Teil den Vereinsmitgliedern.

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Anton Schorer zum Ehrenmitglied ernannt

In einer außerordentlichen Vorstandsitzung wurde der langjährige Vorsitzende und Gründungsmitglied des MEC Kempten e. V., Anton Schorer, einstimmig zum Ehrenmitglied des Modell-Eisenbahn-Clubs Oberallgäu-Kempten e. V. ernannt. Anton Schorer war vom 24. Januar 1964 bis 28. September 1988 der 1. Vorsitzende des MEC Kempten e. V. Durch seine Initiative bekam der Club, der sich 1991 mit dem MEC Oberallgäu zum MEC Oberallgäu-Kempten vereinigte, sein Clubheim im ehem. Schnellzugbahnhof Kempten-Hegge, der bis heute Standort der Vereinigung ist. Mit großem Fleiß und Können baute der Verein zwei Großanlagen in fahrbaren Eisenbahnwaggons. Unter seiner Führung entstand auch die erste vollelektronisch gesteuerte H0-Anlage. Zum zehnjährigen Bestehen des Vereins richtete er mit seinen Mitgliedern den Bundesverbandstag des BDEF 1974 aus. Der Name Schorer wird für alle Zeiten mit dem Namen des MEC Oberallgäu-Kempten verbunden bleiben. Wir freuen uns daher sehr, dass wir Anton Schorer am 28. September 2003 die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft überreichen konnten. 2004 feiert der Verein sein 40-jähriges Vereinsjubiläum. Wir hoffen, dass wir sowohl unseren Ehrenvorsitzenden Johann Ambros als auch unser Ehrenmitglied Anton Schorer zu diesem großen Jubiläum begrüßen können. Der MEC Kempten/MEC Oberallgäu-Kempten hatte in seiner Geschichte nur drei Vorsitzende, die alle auf dem Bild vor dem Clubheim in Hegge zu sehen sind.

Kontakt: Modell-Eisenbahn-Club Oberallgäu-Kempten e. V. (im BSW), 87410 Kempten, Postfach 20 10, Tel.: 0831 28443, Internet: http://people.freenet.de/mec_oa_ke, e-Mail: mec.oa.ke@gmx.de

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Neu im BDEF: Modellbahner Allgäu

Nach langjähriger Vereinstätigkeit entschlossen sich zwei Modellbahner (Nenngrößen H0 und N), sich neuen Herausforderungen zu stellen. Durch die begrenzten Entfaltungsmöglichkeiten in ihrem früheren Verein war die Abspaltung nicht mehr zu verhindern. Außerdem wurde das Bedürfnis immer größer, die eigenen Anlagen und Dioramen der Öffentlichkeit vorzustellen. Unsere Philosophie ging auf, als sich weitere Interessenten uns anschlossen. Somit wurde die lose Vereinigung „Modellbahner Allgäu“ aus der Taufe gehoben.

Die erste positive Erfahrung wurde mit der H0-Modulanlage auf der Ausstellung „Modellbau Bodensee“ in Friedrichshafen gesammelt. Bei der 1. Allgäuer Hobby- und Weihnachtsmesse in Kempten/Allgäu waren wir nicht nur mit der H0-Modulanlage, sondern auch mit exklusiven Dioramen und superdetaillierten Nutzfahrzeugen in der Größe H0 präsent. Des weiteren befindet sich auch für die N-Bahnfreunde interessantes in unserer Runde. Eine ansprechende N-Anlage ist zur Zeit im Bau, die von der Konzeption her für Ausstellungen ausgelegt ist. Das Motto unserer Vereinigung: Die eigenen Anlagen und Dioramen der Öffentlichkeit vorstellen.

Kontakt: c/o Reinhard Kandler, Richard Wagner Str. 10, 87616 Marktoberdorf, Telefon: 08342 3246, E-Mail: reikamod@vr-web.de, Internet: www.modellbahner-allgaeu.de

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Neuer Schwung für die Schiene in Europa

Mitte des Jahres veröffentlichte die Generaldirektion Energie und Verkehr der Europäischen Kommission eine Broschüre zur Zukunft des Eisenbahnwesens in der EU. Erst Mitte Oktober wurde nun die 32-seitige, deutschsprachige Übersetzung dieser Broschüre unter dem Titel „Neuer Schwung für die Schiene in Europa – Schaffung eines integrierten europäischen Eisenbahnraums“ veröffentlicht.

Die Broschüre zeigt eindrucksvoll, dass die verantwortlichen in der Europäischen Kommission dem Schienenverkehr weiterhin einen sehr hohen – und damit angemessenen – Stellenwert zuweisen.

Der BDEF hat sich um diese Broschüren bemüht. Erfreulicherweise ist es gelungen, eine genügend große Anzahl davon zu erhalten, so dass diesem Rundschreiben je ein Exemplar beigelegt werden kann.

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Bildkalender Gartenbahn 2004

Mit „Gartenbahn 2004“ erscheint erneut ein großformatiger Bildkalender mit zwölf Fotos – plus Titelbild – aus dem Alltag der Gartenbahn. Verwendet wurden Fotos, die von Lesern der Zeitschrift „GartenBahn“ eingesandt wurden. Der Kalender ist im Modellbahnhandel (mit Gartenbahn im Angebot) und direkt vom KartenHaus-Verlag, Postfach 14 0102 – D-67021 Ludwigshafen, zum Preis von 8,– Euro (in Europa incl. Porto) erhältlich. Bestellung per Fax: +49 (0)621 633 9745, oder per E-Mail: office@gartenbahn.de

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Offener Brief: Geht der DB Pünktlichkeit vor Sicherheit?

In einem Offenen Brief an das Eisenbahn Magazin wehrt sich Christian Goldschagg, Geschäftsführer der Dampf-Plus, Betreiberin der 18 201, gegen Unterstellungen, ein von ihr bestellter Sonderzug hätte Verspätungen verursacht. Der Brief lautet:

Mit großem Interesse habe ich im EM 11/03 (Seite 38) den Bericht „Zusammenarbeit mit DB Nostalgiereisen“ gelesen. Obwohl nicht namentlich erwähnt, handelt es sich bei der „verursachten Blockade hochrangiger Regelzüge aus nichtigem Grund“ um einen von Dampf-Plus bestellten Sonderzug mit der 18 201!

Dass es sich hierbei jedoch, wie von Herrn Rethorn formuliert, nicht um einen „nichtigen Grund“ handelte, möchte ich durch nachfolgende Erklärung richtig stellen:

Gott sei Dank hat der Lotse auf dem Führerstand der 18 201 vor der Einfahrt in den Bahnhof Schleswig geistesgegenwärtig erkannt, dass unser gut besetzter Sonderzug auf das bahnsteiglose (!) Mittelgleis geleitet werden sollte, obwohl extra bei DB-Netz ein Fotohalt beantragt und zugesagt wurde. Auf diesen Fotohalt, bei dem auch die Lok für die Heimfahrt umgesetzt werden sollte, freuten sich alle Fahrgäste und warteten bereits an den Türen zum Ausstieg.

Es wäre wohl kaum zu verhindern gewesen, dass an diesem bahnsteiglosen Mittelgleis viele Fahrgäste ausgestiegen und zwangsläufig in die Gleisanlagen getreten wären. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dabei zu Personenschäden wegen durchfahrender Züge am Nebengleis gekommen wäre, war sehr hoch. Deshalb hat der Lotse den Lokführer angewiesen, nicht in dieses Gleis einzufahren sondern abzuwarten, bis das bestellte Gleis mit Bahnsteig vom Fahrdienstleiter freigegeben wird.

Der Fehler ist also nicht beim Personal des Sonderzuges entstanden, sondern bei DB-Netz oder beim Fahrdienstleiter von Schleswig.

Im Namen der Sicherheit und unserer Fahrgäste bedanke ich mich nochmals bei dem Lotsen, der durch sein Verhalten ein sehr wahrscheinliches, großes Unglück verhindert hat.

Wenn Herr Rethorn nun Bedenken hat, dass eine derartige Situation dazu führen könnte, dass bei „undifferenzierter“ Betrachtungsweise Sonderverkehre als „Pünktlichkeitskiller“ gewertet würden, steht im Prioritätenraster der DB-Nostalgie die Pünktlichkeit ihrer Züge wohl eindeutig vor der Sicherheit der Fahrgäste. Ich empfinde dies, und damit bin ich wohl nicht alleine, als unverantwortlich!

Der offizielle Schriftwechsel (zwischen Dampf-Plus und der DB) zu diesem Thema ist auf unserer Homepage www.dampfplus.de <http://www.dampfplus.de/>  („Schriftwechsel mit der DB“) nachzulesen.
Christian Goldschagg

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Dampf-Plus nimmt Minister-Salon-Wagen der DDR wieder in Betrieb

Dampf-Plus hat seit dem 27. September 2003 den einzigen Minister-Salonwagen aus dem Regierungs-Wagenpark der ehemaligen DDR wieder im Betrieb. Die damalige DDR Führung entschloss sich bald nach dem Krieg, eigene Salonwagen zu bauen, nachdem der Salonwagenpark des „Dritten Reiches“ (Reichsregierung) im Westen verblieben war. Insgesamt wurden für Minister der DDR neun Salonwagen gebaut. Der am 24. September 2003 in Rostock frisch hauptuntersuchte Wagen 61 50 89-40 021-7 ist auch mit dem Auslieferungsjahr 1982 als „Nachzügler“ der letztgebaute Minister-Salonwagen der DDR. Er hat eine Länge von 24,5 m, ist im originalen Dunkelgrün lackiert und ein klassischer „Hochdachwagen“.

Im Inneren verfügt der Wagen über einen großen Salon für zehn Personen sowie über zwei weitere große Abteile. Darüber hinaus gibt es einen Ofenraum, eine kleine Toilette, ein Dienstabteil, eine kleine Küche, drei Fahrgastabteile, sowie einen Waschraum mit Toilette und Dusche. 

Die Deutsche Bundesbahn hingegen hat nach dem Zweiten Weltkrieg lediglich einen Salonwagen für Willi Brandt bauen lassen.

Die Dampf-Plus GmbH verfolgt seit nunmehr drei Jahren das Ziel, möglicht viele dieser historischen Wagen vor dem Verschrotten zu bewahren und teilweise wieder betriebsfähig aufarbeiten zu lassen, um damit ein „stimmiges“ Produkt aus Loks und Wagen der Nachwelt zu erhalten.

Mit dem Minister-Salonwagen…021 hat Dampf-Plus nun bereits den vierten dunkelgrünen Wagen aus der DDR Führung betriebsfähig aufarbeiten lassen. Die anderen Wagen sind zwei Sitz-/Liegewagen, sowie der Minister-Barwagen 81 50 89-40 030-8. Alle Wagen werden Platz im Kultur-Fahrtenprogramm von Dampf-Plus finden und stehen darüber hinaus auch für VIP- bzw. für individuelle Einsätze zur Verfügung und können angemietet werden.

Erste Präsentation dieses schönen Minister-Salon-Wagens war eine Sonderfahrt mit 18 201 am 3. Oktober 2003 ab Halle nach Wernigerode und zurück. Als Nächstes plant Dampf-Plus, den Speisewagen der nationalen Volksarmee der DDR …013 in Rostock betriebsfähig aufarbeiten zu lassen.

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Die Entwicklungsgeschichte der MpC

Die Namen Gahler und Ringstmeier sind in Modellbahnerkreisen eng verbunden mit der Modellbahnsteuerung per Computer (MpC). Während der Leipziger Ausstellung Modell und Hobby entschloss sich das Unternehmen zur Fördermitgliedschaft im BDEF. Im folgenden stellt Frank Ringstmeier die Geschichte der MpC selbst vor:

Die gemeinsame Tätigkeit in einer Bauunternehmung und ihr beider Interesse für die EDV führte Gahler und Ringstmeier 1980 zusammen. Während Gahler die Wirkung abstürzender Flugzeuge auf Kernkraftwerke noch auf den Lochstreifen einer Diehl-Algotronik programmiert hatte, benutzte Ringstmeier hierfür bereits die Magnetstreifen eines TI-Taschenrechners. Nach dem Besuch einer Computermesse waren Loch- und Magnetstreifen jedoch passé, und wenig später stand ein Heimcomputer mit 64 kByte Speicher und Diskettenlaufwerk im Büro. Begünstigt durch die Modellbahnleidenschaft des Abteilungsleiters, der zwischenzeitlich die Herrschaft über seine Fahrstraßen-Diodenmatrizen verloren hatte, folgte dem beruflichen Einsatz des neuen Computers bald eine modellbahnorientierte Anwendung.

Im November 1984 entwarf Dietmar Gahler ein Interface zum Anschluss an den Systembus des Heimcomputers. Es sollte die Steuerbefehle eines Programms an eine externe Elektronik übermitteln. Gleichzeitig sollte es (Besetzt-) Meldungen von der Anlage an das Programm zurückgeben können. Nach dem Jahr ihrer Serienreife, bekam diese Interface-Steckkarte die Bezeichnung „8500“. Sie ist noch heute im Einsatz.

Noch im selben Jahr erschienen Steckkarten zum Schalten von Weichen mit Magnetantrieb (8502) sowie für Taster (8503) und LEDs (8504) in einem Stelltisch. Das Instrumentarium zur Entwicklung einer computergesteuerten Fahrstraßenschaltung war damit komplett. Sie wurde Ende 1986 fertig und benötigte einen 64 kB Schneider Heimcomputer, einen entfernten Verwandten des damals so beliebten „Commodore“. PCs waren für private Anwendungen noch zu teuer.

Nachdem Programm und Elektronik ihre Tauglichkeit auf der Anlage des Abteilungsleiters bewiesen hatten, bot Gahler die Fahrstraßenschaltung erstmals Anfang 1987 unter der Bezeichnung „MST“ (ModellbahnSTeuerung) in der Zeitschrift „modell-elektronik“ an.

Ab diesem Zeitpunkt geriet Frank Ringstmeier, bis dahin nur hautnaher Beobachter, in den Sog der Entwicklung. Während Gahler die Elektronik für den Fahrbetrieb (Steckkarten 8705, 8706 und 8707) entwarf, schrieb Ringstmeier das Programm unter dem Aspekt „Schalten und Fahren“ noch einmal vollständig neu. Während man tagsüber weiterhin Flugzeuge abstürzen ließ, sorgten nächtelange Versuche für jede Menge Feinschliff an Elektronik und Programm. Aber auch für unvergessliche Anekdoten, über die selbst heute noch gerne und herzlich gelacht wird.

Nach dem Bau einer mobilen N-Anlage mit externem Gleisbildstelltisch wurde die „Modellbahnsteuerung per Computer“ am 24. September 1988 das erste Mal in der Kleingarten-Anlage „Unverzagt“ in Wanne-Eickel vorgestellt. Informiert durch eine Anzeige in der „modell-elektronik“ fanden sich ca. 25 interessierte Modellbahner von Bayern bis Schleswig-Holstein ein. Die Vorführung wurde ein voller Erfolg.

Eine neue Technik hatte die Modellbahnsteuerung revolutioniert. Nicht nur der Einsatz eines Computers war neu. Es war vor allem die Tatsache, dass eine Mehrzugsteuerung ohne den Einbau von Lokdekodern ermöglicht wurde. Diese Technik ist nach wie vor die Domäne der Gahler+Ringstmeier-Steuerung.

Heute können fast alle verfügbaren Modellbahnartikel und Spurweiten mit der Steuerung betrieben werden. Mit den billiger werdenden PCs wurde das Programm für diese Rechner nochmals völlig neu geschrieben. Es befindet sich heute auf einem Niveau, das praktisch alle Modellbahnerwünsche – bis auf das noch fehlende Monitor-Gleisbild – erfüllt.

Um die Nachfrage nach einer MpC-Steuerung auch für Digitalsysteme befriedigen zu können, wurde die Elektronik 1994 um zwei weitere Module zum Erfassen und Einlesen von Belegtmeldungen auf Digitalanlagen (Platine BM1 und Steckkarte 9473) ergänzt und das Programm entsprechend erweitert. Es ist seitdem in zwei Versionen erhältlich: MpC-Classic (für Loks ohne) und MpC-Digital (für Loks mit Dekoder). Die im Internet unter „www.gahler.de“ befindliche MpC-Demoversion enthält eine kostenlos nutzbare Weichenschaltung mit 1000 Fahrstraßen für die gängigen Digitalsysteme. Einzige Voraussetzung ist ein Interface des Digitalsystems.

Zwei Eigenschaften, die der MpC in die Wiege gelegt wurden, begünstigen besonders Ihren Einsatz auf großen Anlagen: Eine maximale Datenrate durch den direkten Anschluss an den Systembus des Computers und eine maximale Rechengeschwindigkeit durch Verwendung von Assembler, der schnellsten Programmiersprache überhaupt. Beides ermöglicht (selbst bei Verwendung von alten 386er-Computern) nicht nur eine Echtzeitüberwachung von bis zu 400 Loks, sondern auch die Bedienung über vier externe Stelltische mit insgesamt 1512 Tastern und 2400 LEDs. Die MpC spricht damit besonders Modellbahner an, die vorbildorientiert Betrieb machen wollen. Wie man sie installiert und bedient und welche Funktionen sie zur Verfügung stellt, ist auf mehr als 450 Seiten ausführlich dokumentiert. Für Einsteiger steht eine 58-seitige Kurzfassung zur Verfügung. Modellbahnclubs erhalten Sonderkonditionen und können auch spezielle MpC-Seminare buchen.

Kontakt: Infos unter: www.gahler.de oder per e-Mail: mpc@ringstmeier.de

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uno – das Spur-1-Magazin

Es gibt immer wieder Überraschungen. So zum Beispiel bei der Messe „Modellbau Bodensee“ in Friedrichshafen, wo unser BDEF-Stand direkt gegenüber dem von unserem Fördermitglied Hübner angeordnet war. Wir hatten dadurch die Möglichkeit bei mancher Tasse Kaffee mit dem Geschäftsführer Georg Müller intensive Gespräche über Modellbahn und dabei speziell über die Spur 1 zu führen.

Überraschend war für uns, dass es bereits seit fast einem Jahr eine von der Firma Hübner Feinwerktechnik verlegte, eigene Fachzeitschrift für Spur-1-Freunde gibt, „uno – das Spur 1 Magazin“.

Dieses neue Magazin für den ständig wachsenden Kreis der Spur-1-Liebhaber ist vom Feinsten. Auf durchschnittlich 100 Seiten besten Kunstdruckpapiers werden reich bebilderte Beiträge zu allen Fragen der Spur 1 geboten. Ohne Berührungsängste wird über Produkte aller Hersteller im Bereich Spur 1 berichtet, werden Umbau- und Verbesserungsvorschläge sowie Besprechungen von Fahrzeugmodellen und Zubehör geboten, und auch Berichte von interessanten Anlagen fehlen nicht. Unter der Redaktionsleitung des anerkannten Spur-1-Fachmanns Uwe Lacina aus Hamburg wird also rundum für eine ausgewogene Informationsvermittlung für Spur-1-Freunde gesorgt.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Format von „uno“. Eine Fachzeitschrift in Querformat A4 ist nicht unbedingt Standard. Beim Durchblättern der Hefte kommt man aber schnell hinter das Geheimnis dieses ungewöhnlichen Formates: Abbildungen von Modellen können bis zu 40 Prozent größer dargestellt werden als bei Hochformat und zeigen somit mehr und besser sichtbare Details. Das Querformat ist also durchaus eine sehr begrüßenswerte Wahl.

„uno“ erscheint viermal jährlich und sollte bei keinem Spur-1-Freund fehlen, obwohl der Preis für das Jahresabonnement fast 100,- Euro beträgt. Vielleicht sind dies 100 Euro weniger für die Anschaffung von Modellen oder Zubehör, aber es sind sicher gut angelegte für eine intensivere und bessere Beschäftigung mit diesem Hobby der „Königsspur“.

Weitere Informationen und Abonnement bei:
Hübner Feinwerktechnik GmbH, Kaiserstraße 10,
78532 Tuttlingen, Tel. 07461 17070, Fax 07461 170728, ‚
e-Mail: info@huebner-modellbahn.de,
Internet: http://www.huebner-modellbahn.de
Und noch mal der ausdrückliche Hinweis: „uno“ ist keine Hübner-Herstellerinformation, sondern eine neutrale und umfassende Fachzeitschrift zum Thema Spur 1.

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MÜT: Aktiv mit SELECTRIX

Mit interessanten Entwicklungen seiner Firma und beim Digitalsystem SELECTRIX wartet Dieter Stollner, Geschäftsführer unseres Fördermitglieds MÜT GmbH – DIGIRAIL, auf.

Die Spur Z ist im Vormarsch
Die stark verbesserten Fahreigenschaften bei Z-Lokomotiven durch die Digitalisierung haben sich durchgesetzt. Die Nachfrage nach Produkten speziell für die „kleinste“ Modellbahnspurweite hat fast die Stückzahlen der größeren Spurweiten erreicht, was sicherlich eine Bestätigung für das Engagement im Spur-Z-Segment ist.Startset mit ST-TRAIN oder RAILROAD & Co.
Ab sofort sind die attraktiven Startsets Fahren sowohl mit der Steuerungs-Software ST-TRAIN als auch mit RAILROAD & Co verfügbar.

V 320 als Spur-5´´-Modell
Nach den Erfolgen mit großspurigen Modellen von Köf II und E 69 wird es nun gigantisch. Großes Aufsehen erregte MÜT mit der Vorstellung eines Prototyps der größten Einrahmen-Diesellok Deutschlands, der V 320 im Maßstab 1:11,3 für die 5-Zoll-Spur. Die Erstserie der bereits vorbestellten Maschinen wird bis Ende Dezember ausgeliefert werden. Entgegen bisheriger Tradition wird dieses Modell nahezu komplett vorgefertigt als „Rohkarosse“ ausgeliefert, da der für den Selbstbau erforderliche Maschinenpark, die Schweiß- und Rundbiegeverfahren usw., wahrscheinlich nur wenigen Modellbauern zur Verfügung steht. Auf Wunsch werden zur Komplettierung des Modells folgende Ausbaustufen angeboten: a) Motorisierung mit zwei oder vier Motoren inkl. Regelung, Beleuchtung und Akkusatz, b) Soundmodul mit Verstärker und Lautsprecher und c) Lackierung und Beschriftung.

SELECTRIX II
Wie vielleicht aus der Fachpresse oder aus dem einen oder anderen Internet-Forum bekannt, arbeiten die Entwickler des SELECTRIX-Systems an einer Weiterentwicklung des SELECTRIX-Standards. Bei voller Abwärtskompatibilität, d. h. alle Funktionen und Komponenten von SELECTRIX und DIGIRAIL funktionieren uneingeschränkt weiter, soll das Steuerungssystem erweitert werden. Angedacht sind z. B. eine deutliche Erweiterung des Adressraums auf 0000 bis 9999 über 64 Zusatzkanäle, eine Bereitstellung von bis zu sieben Funktionsausgängen (zusätzlich zur Lichtfunktion) und 128 Fahrstufen bei den Lok-Decodern.

Die Firma MÜT – DIGIRAIL hat in den Entwicklungsgang eingegriffen und den Entwicklern eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet, die SELCTRIX II noch besser machen können. Genauere Angaben dazu finden sich im Newsletter 2/2003 und im Internetauftritt von DIGIRAIL (www.digirail.de).

Seminarangebot
Die Seminare rund um SELECTRIX, DIGIRAIL und Steuerungssoftware werden weiterhin angeboten. Neu ist hier, dass – bei entsprechender Interessenlage und genügend Teilnehmern – Seminare auch außerhalb der Firmenräume von MÜT durchgeführt werden. Das Kursprogramm umfasst die Themengebiete Lokdecodereinbau, die Steuerungssoftware RAILROAD & Co., sowie die Steuerungssoftware ST-TRAIN.

Kontakt: Beim 8. Echtdampf-Hallentreffen vom 9. bis 11. Januar 2004 in Sinsheim oder über: MÜT-GmbH „Digirail“, Neufeldstraße 5, 85232 Bergkirchen, Tel.: 08131 45438-30, Fax: 08131 45438-58, eMail: muet@compuserve.com, Internet: http://www.digirail.de

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Weißeritztalbahn gerettet?

Wie die Sächsische Zeitung (SZ) vom 28. November 2003 berichtet, will der Bund zehn Mio Euro für den Wiederaufbau der von der Flut teilweise zerstörten Weißeritztalbahn zur Verfügung stellen, die aus Restmitteln der Fluthilfe fließen sollen. Damit ist aber erst eine Hälfte der vorraussichtlichen Kosten abgedeckt. Die andere Hälfte soll dem Bericht zufolge das Land Sachsen beisteuern. Offen bleibt weiterhin, wer die Betriebsführung übernehmen soll.

So haben sicherlich das Engagement der Interessengemeinschaft Weißeritztalbahn und die SZ-Unterschriftenaktion für den Erhalt der Kleinbahn dazu beigetragen, dass diese romantische Schmalspurbahn wieder fahren kann. Noch im August dieses Jahres hatte ex-BDEF-Vorsitzender Wolfgang Schacht eine gemeinsam mit der SMV, dem VdMT und dem BSW gesammelte Spende an die IG Weißeritztalbahn überreicht.

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Modell und Hobby in Leipzig, 3. – 5. Oktober 2003

Auch in diesem Jahr fand wieder die Ausstellung Modell und Hobby in der neuen Messe Leipzig statt. Mit dabei war der BDEF als Koordinator für den Modellbahnbereich. Auf seine Einladung waren Vereine aus ganz Deutschland, aber auch aus Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Polen gekommen, um ihre Modellbahnanlagen in verschiedenen Baugrößen dem Publikum vorzustellen.

Bei den ausländischen Anlagen fielen vor allem die französischen Kollegen mit ihrer originalgetreuen Nachbildung einer Gebirgsbahnstrecke auf. Auch die Modellbahnfreunde von den britischen Inseln fanden besonderes Interesse für ihre Auffassung von Modellbahn, waren aber auch selbst begeistert, wie die e-Mail nach ihrer Heimreise erkennen lässt:

Vielen Dank für die Einladung, mit der Modellbahnanlage „East Lynn“ an der „Modell und Hobby 2003“ in Leipzig teilzunehmen, und für die gute Betreuung. Wir haben den Aufenthalt sehr genossen. Es gab viel Interesse an der anderen Art, wie wir Briten unsere Anlagen betreiben. Ich hoffe, die Ausstellung war auch für Euch erfolgreich.

Nach Schluss der Ausstellung hatten wir alle eine ereignisreiche Rückreise nach Britannien. Unsere Fähre nach Harwich legte wegen starken Seegangs in der Nordsee mit acht Stunden Verspätung ab. Robin und Peter waren mit dem Flugzeug unterwegs und mussten wegen technischer Probleme in Hannover landen. Sie gelangten schließlich mit einem anderen Flug gegen Mitternacht nach Heathrow und mussten sich ein Taxi besorgen, um nach Hause zu kommen.

Aber diese Abenteuer konnten keinen von uns von dem Gedanken abbringen, Deutschland einen weiteren Besuch abzustatten.  Trevor Nunn

Der Zuschauerandrang in Leipzig brach wiederum Rekorde: Da der erste Öffnungstag mit dem 3. Oktober ein Feiertag war, kamen allein an diesem Tag 40.000 Besucher, die Hälfte der Gesamtzahl aus dem Vorjahr. Auch am Samstag waren die Gänge in den Messehallen mit rund 35.000 Menschen gut gefüllt, so dass am Sonntag die Besucherzahl des Vorjahres bald eingestellt war. Damit können die Veranstalter in den nächsten Jahren die magische 100.000-Grenze anpeilen. Die Aussichten stehen nicht schlecht.

Den Sonntag nutzte der BDEF-Vorsitzende Gerhard A. Bayer, um dem früheren LGB-Vertriebsleiter Klaus Baumann die Goldene Ehrennadel des Verbandes samt Urkunde zu überreichen (s. RS 5/03, S. 3). Der Zeremonie wohnte auch Firmenmitinhaber Wolfgang Richter bei. 

Der BDEF-Bundesvorstand wünscht allen Lesern des Rundschreibens ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2004 !

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© BDEF 2003
Letzte Änderung: 28. August 2005 (
GB)