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Unser Rundschreiben 1/2003 in Ausschnitten:

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Inhalt:

Editorial 1

Neu im Bundesverband: I.M.O. Korntal

Editorial 2 Neu im Bundesverband: MBC Weil der Stadt
"Zugfahren preiswerter machen" Neues Fördermitglied: Bloxxs - aller Anfang ist schwer
Eisenbahner des Werks Opladen wehren sich Nachwuchsförderung aus Wiener Sicht
46. Bundesverbandstag 2003 in Kaufbeuren: 
Die Eisenbahnfreunde Kaufbeuren laden ein
MEC Karlsruhe im Museum
Fahrt zur und mit der Schmalspurbahn "Öchsle" Theodor Horn im DGEG-Ruhestand
Große Rundfahrt zum und auf dem Bodensee Bergbahnen von EU-Richtlinien bedroht
Die Dampflokomotive 41 018 Modellbahn = Fortbildung
Der Rad-Dampfer " Hohentwiel" MOROP: 91. Tagung der Technischen Kommission in Lyon
Verkehrspolitische Exkursion "Fuchstalbahn" Sonderwagen vom Post Museums Shop
Wir gratulieren: 25 Jahre Eisenbahnfreunde Springe Fahrdienstleiter mit beweglichem Arm
Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums stellen im Landtag aus Hübner-Neuheiten 2003
Neu im Bundesverband: AG des Heinrich-Heine-Gymnasiums Bottrop Petition an Europäisches Parlament
Neu im Bundesverband: Braunschweiger LGB-Treff  

Editorial 1:

Liebe Freunde der großen und kleinen Eisenbahn!

In den festlichen Tagen um Weihnachten brach zwischen dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, und dem Bundesvorsitzenden des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, ein öffentlich ausgetragener Streit aus, der sich um das neue Tarifsystem der DB im Personenverkehr drehte und schließlich mit den unterschiedlichen Auffassungen über ein Krisenmanagement der Bahn zum extremen Wintereinbruch zu Weihnachten sicher noch nicht endete.

Zunächst einmal zum Preissystem, über das in fast allen Tageszeitungen Deutschlands und der gesamten Fachpresse zur Genüge berichtet wurde. Auch der BDEF hat hierzu seine Stellungnahme abgegeben (die auf den Internetseiten des BDEF nachzulesen war). Hier und heute geht es um den Umgang der DB mit Kritik. Wenn die Bahn und ihr Chef glauben, mit der Androhung von Klagen, Prozessen und mit persönlichen Beleidigungen („realitätsfremd“, „profilierungssüchtiger Funktionär, der seine Existenzberechtigung nachweisen muss“) die richtigen Argumente zu haben, dann irren sie ganz gewaltig. Gleiches gilt für das Verhältnis zwischen Connex (und letztlich allen anderen konkurrierenden Anbietern von Verkehrsleistungen auf der Schiene) und der DB. Nicht mit Gericht, Klagen und pauschalen, teilweise unverschämten Beleidigungen der Konkurrenten ist langfristig ein Marktanteil zu halten oder ein neuer dazu zu gewinnen, sondern nur mit der Qualität der eigenen Angebote. Aber das, was aus dem Hause Mehdorn zur Zeit geliefert wird, hat oft mit Qualität nur sehr wenig zu tun. Im Übrigen: wenn das neue Preissystem wirklich so einfach und genial ist, warum sind dann Millionen Euro Werbeaufwand nötig, um dieses geniale System in die Köpfe der Kunden zu bringen?

Nun zum Umgang der Bahn mit den winterlichen Verkehrsverhältnissen zu Weihnachten. Ein plötzlicher Eisregen mit den Folgen von vereisten und heruntergerissenen Oberleitungen sowie umgestürzten Bäumen auf Schienen ließ weite Teile des Verkehrsnetzes insbesondere in Norddeutschland zusammenbrechen. Dieser plötzliche Wintereinbruch und die zahllosen liegen gebliebenen Züge sind für sich alleine sicher kein Kritikpunkt an der Bahn. Aber der Umgang damit, der war sensationell schlecht bis katastrophal. Die Vorhaltung von Ressourcen für den Winter ist eine Pflicht von DB Netz, die nicht mit Wirtschaftlichkeitsaspekten niedergerechnet werden darf. Eine Kostenrechnung für die Vorhaltung einer einzelnen Schneeschleuder ist schon vom Ansatz her falsch, da der Wert nicht in der Vorhaltung alleine liegt, sondern im Nutzen, der durch das Funktionieren des gesamten Systems Eisenbahn auch bei widrigen Wetterverhältnissen erreicht wird. Auch die Reduzierung des Diesellokbestandes durch Verschrottung von abgeschriebenen, aber noch funktionsfähigen Fahrzeugen ist der falsche Weg. Es muss nicht auf jedem Bahnhof eine Diesellok bereit stehen, aber eine in jedem Knoten ist sehr wohl denkbar. Man beachte einmal die Bahnen in der Schweiz. Hier findet sich auf fast jedem Bahnhof, der mindestens ein Ladegleis hat, ein Schienentraktor. Der wird nicht als Streckenlok aufwändig unterhalten, sondern steht als Rangiergerät mit minimalen Kosten jederzeit bereit. Für ein Rangiergerät sind auch nicht Lokführer mit einer teuren Ausbildung notwendig, sondern es reichen hierfür eingewiesene örtliche Kräfte.

Herbst und Winter waren in früheren Jahren einmal schlagkräftige Werbeargumente der Bahn, weil ihr Funktionieren im System durch entsprechende Vorsorge weitgehend gesichert war. Heute ist die Technik mit viel Elektronik jedes Jahr aufs Neue überrascht durch den Einbruch der herbstlichen Jahreszeit mit Laubfall auf den Schienen und Schnee und Eis auf Oberleitungen und in Weichen.

Das Nachsehen haben die Kunden der Bahn, insbesondere im Personenverkehr. Überforderte örtliche Personale, wenn überhaupt vorhanden, überforderte Zugbegleiter, wenig bis keine Informationen an die Reisenden, stundenlanges Ausharren in gestrandeten Zügen, all dies nicht nur Folgen „Höherer Gewalt“, sondern auch zu einem gehörigen Maß von zuviel Abbau von Ressourcen, von zuviel empfindlicher statt robuster Technik, von zuwenig Information an Zugangsstellen wie in den Zügen. Hier sollte Mehdorn ansetzen und nicht mit Attacken gegen die Freunde der Bahn. Vielleicht sind die Freunde der Bahn der Eisenbahn oft näher als viele Manager in Berlin oder Frankfurt.

Mit herzlichen Grüßen
Norbert Huppert

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Editorial 2:

Für die vielen dem BDEF entgegengebrachten Weihnachtswünsche und Grüße zum Neuen Jahr möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Aus den schön und teils sehr persönlich gestalteten Grußkarten und -briefen sehen wir, dass die Arbeit der Dachorganisation und ihrer Vorstandsmitglieder Zustimmung findet. Über diese Anerkennung freuen wir uns sehr.
Was wird das Jahr 2003 alles bringen? Die Modelleisenbahner warten wieder auf das ein oder andere Modell, das vor wenigen Tagen in Nürnberg vorgestellt wurde. Ob es wohl 2003 in den Fachhandel kommen wird? Und sie sind hoffentlich nicht allzu verärgert, dass das Neue Jahr trotz der sehr schlechten Konjunktur erstaunlicherweise mit Preiserhöhungen im Modellbahnangebot beginnt.
Der BDEF-Vorstand wird auch 2003 mit unverändertem Engagement für Sie da sein. Wir werden vielfältige Möglichkeiten haben, uns persönlich zu treffen: Im Mai beim Bundesverbandstag in Kaufbeuren, bei den sechs Regionaltreffen im Herbst, bei den Messen in Sinsheim, Dortmund, Leipzig, Stuttgart und München. Noch im Verhandlungsstatus sind Teilnahmen an einigen weiteren interessanten Messen.
Und diesem Rundschreiben 1/2003 werden mindestens fünf weitere folgen!
So bleibt mir nur, Ihnen Allen viel Erfolg bei den angestrebten Zielen zu wünschen, und ich freue mich auf ein herzliches „Auf Wiedersehen“ im Jahre 2003
Ihr
Gerhard A. Bayer, Vorsitzender

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„Zugfahren preiswerter machen“

Die Allianz pro Schiene ist ein Zusammenschluss von 16 Non-Profit-Organisationen, darunter der BDEF und alle wichtigen Arbeitnehmerorganisationen im Schienenbereich, aber auch der Fahrgastverband Pro Bahn, sowie 28 Fördermitgliedern aus der Wirtschaft, darunter die Deutsche Bahn AG, Connex und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Die Allianz richtete verschiedene Forderungen an die Volksvertreter:

„Endlich halbe Mehrwertsteuer im Bahn-Fernverkehr“

Die Allianz pro Schiene forderte die Regierung erneut dazu auf, endlich den Mehrwertsteuersatz im Fernverkehr der Bahn zu reduzieren. Dabei setzt sich nicht nur der grüne Regierungspartner seit langem dafür ein, Bahnfahren durch eine halbierte Mehrwertsteuer attraktiver zu machen. Auch die Opposition „unterstützt die Forderung günstigerer Fahrscheine voll und ganz“, wie vom verkehrspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dirk Fischer, verlautete.

„Jetzt muss auch die SPD endlich Farbe bekennen, ob sie es ernst meint damit, den umweltverträglicheren Schienenverkehr zu fördern“, urteilt der Allianz-pro-Schiene Geschäftsführer Dirk Flege. Schließlich erhebe kein anderes Land in Europa auf Bahnfahrten im Personenfernverkehr den vollen Mehrwertsteuersatz. Von diesem Wettbewerbsnachteil sind in Deutschland die Fernverkehrsanbieter Deutsche Bahn AG und Connex betroffen.

Von der Halbierung der Mehrwertsteuer profitieren vor allem die Kunden: Bahnfahrten ab 50 km würden um zehn Prozent billiger. „Dadurch kann die Bahn neue Fahrgäste gewinnen - das macht den Einnahmeausfall des Finanzministers in Teilen wieder wett“, so Flege.

Krankenkassen von Straßenunfallkosten entlasten

„Externe Kosten des Verkehrs müssen Verursacher tragen!“

Die Allianz pro Schiene begrüßt die Überlegungen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, bestimmte Risikogruppen aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen auszunehmen, und fordert die Regierung zu einem umfassenden Ansatz auf, der die Unfallkosten des Verkehrs vollständig den Verursachern anlastet. „Es reicht nicht aus, einzelne Verkehrsteilnehmer, wie zum Beispiel Motorradfahrer, als Risikogruppe einzuschätzen. Alle Teilnehmer des Straßenverkehrs sind eine Risikogruppe“, erklärt Geschäftsführer Flege.

Die Allianz pro Schiene verweist auf den rot-grünen Koalitionsvertrag. Darin heißt es wörtlich: Die Preise der Mobilität sollten sich nach den verursachten Kosten richten. „Nur so kommen auch die Sicherheitsunterschiede der einzelnen Verkehrsmittel positiv zum Tragen“, erläutert Flege. Die Bahn sei laut Unfallstatistik 2001 noch immer 37 mal sicherer als die Straße. Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen haben im Jahr 2001 Unfälle auf der Straße allein den Krankenkassen rund 2 Milliarden € Kosten verursacht. Hinzu kommen die ebenfalls erheblichen Lohnersatzleistungen, die mit dieser Zahl noch nicht erfasst werden.

„Angesichts leerer Gesundheitskassen und steigender Beiträge kann es nicht angehen, dass der Straßenverkehr ausgerechnet über die Krankenkassen subventioniert wird“, so Flege. Statt dessen sollten spezielle Versicherungen für die Verkehrsteilnehmer ausgeweitet werden. Schließlich lägen exakte Unfallstatistiken vor, anhand derer die Versicherungswirtschaft den benötigten Leistungsumfang genau berechnen könne.

Die Allianz pro Schiene finden Sie im Internet unter: www.allianz-pro-schiene.de.

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Eisenbahner des Werks Opladen wehren sich

Die Belegschaft des Eisenbahnwerkes Leverkusen-Opladen (ehemaliges AW Opladen) kämpfen gegen die Schließung ihres Werkes. Im letzten halben Jahr wurde die Zahl der Mitarbeiter schon auf die Hälfte reduziert. Für die verbliebenen 500 soll am 31. Dezember 2003 Schluss sein, das jedenfalls hat der Bahnvorstand im Juni 2001 beschlossen. Dabei sind seit 1998 noch insgesamt 15 Millionen € zur Modernisierung der Werkstätten nach Opladen geflossen.
Das Werk wurde vor fast genau 100 Jahren, am 1. Oktober 1903, eröffnet. Aus diesem Anlass richten Belegschaft und Betriebsgemeinschaft, vertreten durch den Betriebsrat, vom 21. bis 23. März 2003 Jubiläumsfeierlichkeiten auf dem Werksgelände aus. Karten dafür zu je 3,- € können unter Tel. (0 21 71) 40 34 90 bestellt werden.
Seit dem 23. Januar besteht eine ständige Mahnwache vor dem Rathaus in Leverkusen-Wiesdorf, und für den 29. Januar hat die Gewerkschaft Transnet eine Demonstration geplant, zu der auch Leverkusens Oberbürgermeister Paul Hebbel als Gastredner erwartet wird. Um die Situation der Mitarbeiter dieses Werkes weitgehend bekannt zu machen, haben Betriebsrat und Eisenbahner eine eigene Internetseite geschaltet: www.100-jahre-aw.de
Dazu schrieb uns einer der Opladener Eisenbahner: „Wir, das sind alle Mitarbeiter, würden uns freuen auch auf Ihre Unterstützung bauen zu können! Geben Sie diese Homepage ruhig an Freunde und Bekannte weiter! Nur so können wir der Willkür dieses Bahnvorstandes entgegentreten! Wir würden uns sehr über Ihre Unterstützung freuen!!!!!!!!!!!!!!!
Eure Eisenbahner des Werkes Opladen!!!“

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46. Bundesverbandstag 2003 in Kaufbeuren:

Anmeldeformulare für den 46. Bundesverbandstag finden Sie hier.

Die Eisenbahnfreunde Kaufbeuren laden ein

Zum 46. Verbandstag laden die Eisenbahnfreunde Kaufbeuren e. V. Sie ins schöne Allgäu ein. Viele verbinden mit dem Allgäu Begriffe wie „Milch, Butter und Käse“, doch dies ist nicht alles, was die immer beliebter werdende Urlaubsregion zwischen dem Bodensee und Kaufbeuren ihren Gästen zu bieten hat.
„Perle im Schwabenland“, so nennt das Kaufbeurer Heimatlied liebevoll die kreisfreie Stadt mit ihren zur Zeit 44 000 Einwohnern. Und das mit gutem Recht: Die Lage im hügeligen Alpenvorland, eingebettet in das Tal der Wertach, ist reizvoll. Auch der historische Altstadtkern hat einen ganz besonderen Charme; mittelalterliche Türme und historische Bürgerhäuser weisen auf die lange Geschichte Kaufbeurens hin.
Der Föhn (warme, südliche Luftströmung), der in dieser Region an manchen Tagen das schöne Wetter garantiert, lässt das Massiv der Allgäuer Alpen in greifbare Nähe rücken. In einer halben Autostunde eröffnen sich den Kaufbeurer Bürgern bzw. Urlaubern in dieser bizarren Bergwelt hervorragende Freizeitmöglichkeiten wie Bergwandern oder Skifahren.
Die bahnseitige Verkehrsanbindung sowohl von der rund 80 Kilometer nordöstlich gelegenen Landeshauptstadt München als auch von der 60 Kilometer entfernten Fuggerstadt Augsburg kann dank des bekannten Allgäu-Schwaben-Takts mit einem Halbstundentakt als optimal angesehen werden.
Im kulturellen Bereich hat Kaufbeuren auch Einiges zu bieten. Nicht nur die musikalischen Auftritte bekannter Gruppen auf den Kunstbühnen, sondern auch das kleine aber feine Theater, die Konzerte in den Kirchen und das jährlich Mitte August stattfindende Tänzelfest, übrigens das älteste Kinderfest in Bayern, machen die ehemalige freie Reichsstadt lebenswert. Bekannte Namen, wie der Schriftsteller Ludwig Ganghofer oder der frühere Bundesarbeitsminister Walter Riester sind hier geboren. Seit einiger Zeit hat die Stadt sogar eine Heilige. 2001 sprach Papst Johannes Paul II. die Klosterschwester Crescentia von Kaufbeuren, die im 18. Jahrhundert lebte und wirkte, heilig. Ihr gläserner Sarkophag ist im Kloster zu besichtigen.
Kaufbeuren hat seinen Ursprung vermutlich im 8. Jahrhundert. Zu dieser Zeit errichteten die Franken in der Nähe eines Übergangs über die Wertach einen Königshof, auf der die Siedlung „Buron“ (althoch-deutsch „bei den Häusern“) entstand, die 1116 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Ende des 12. Jahrhunderts übernahmen die Staufer die Herrschaft und gestalteten eine Stadt mit groß angelegten Straßenzügen. Die ansässigen Kaufleute sorgten für einen blühenden Fernhandel, der Buron wirtschaftlich aufblühen ließ. Nach dem Ende der Stauferherrschaft wurde Buron Reichsstadt; der Name änderte sich in „Beuren“, und ab 1300 nannte man sie Kaufbeuren. Reichtum und wirtschaftliche Blüte prägten im Mittelalter die vergleichsweise kleine Stadt, die für Textilien und für seine Schmiede bekannt war, die Rüstungen und Waffen bester Qualität herstellten. Mitte des 15. Jahrhunderts lebten rund 2500 Menschen in der Stadt. Verheerende Seuchen und der Dreißigjährige Krieg dezimierte die Einwohnerzahl und brachte die Stadt um ihren Wohlstand, der erst wieder einsetzte, als um 1840 die industrielle Revolution in Kaufbeuren Einzug hielt. Eine große Baumwollspinnerei und -weberei siedelte sich an, die bis zu 1000 Arbeitsplätze schaffte.
1847 war ein entscheidendes Jahr für Kaufbeuren, denn am 1. September wurde ein weiterer Abschnitt der Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Augsburg nach Kaufbeuren eröffnet. Somit war die Stadt an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Fünf Jahre später wurde eine weitere Teilstrecke nach Kempten in Betrieb genommen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte die Stadt fast 9000 Einwohner. 1935 wurde Kaufbeuren Standort eines Flugplatzes. Während des Zweiten Weltkrieges wurde in einem Werk, das in einem Waldgebiet einige Kilometer vom Stadtkern entfernt errichtet worden war, Sprengstoff hergestellt. Auf diesem ehemaligen Dynamit-Gelände befindet sich heute der Stadtteil Neugablonz, in dem sich ab Anfang der fünfziger Jahre Heimatvertriebene aus dem Sudetenland ansiedelten. Trotz der beiden strategischen Ziele blieb die Stadt vor Luftangriffen weitgehend verschont und wurde auch bei Kriegsende kaum beschädigt. Die Neugablonzer Glas- und Schmuckindustrie stellt ebenso wie die Technische Schule der Luftwaffe 1 für Kaufbeuren auch heute noch einen enormen Wirtschaftsfaktor dar, wobei die stark export-orientierte Schmuckindustrie erheblich von Wirtschaftsschwankungen beeinflusst wird.
Kaufbeuren hält für seine Gäste viel Sehenswertes bereit: Von Wehrtürmen und Resten der Stadtmauer aus dem Mittelalter über Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu modernen Museen wie dem Kunsthaus. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten liegen im Zentrum und sind problemlos zu Fuß erreichbar. Auf einem Streifzug durch den Stadtkern entdeckt der Besucher so manche idyllische Gasse und viele gemütliche Plätze. Im Rahmen der angebotenen Stadtführungen können sie dies persönlich am Besten kennen lernen.
Die Eisenbahnfreunde Kaufbeuren freuen sich auf Ihren Besuch im schönen Allgäu und hoffen, mit dem vorliegenden, abwechslungsreichen Programm einige Ihrer Erwartungen und Wünsche erfüllen zu können. Nähere Informationen können Sie auch im Internet unter folgender Adresse abrufen:
www.eisenbahnfreunde-kf.de 

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Fahrt zur und mit der Schmalspurbahn „Öchsle“

Eine Schmalspurbahn hat viele Leben - Dem „Öchsle“ ging es wie so vielen Eisenbahnstrecken im Land: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verband es als technisches Meisterwerk Ochsenhausen mit der Oberamtsstadt Biberach und brachte eine nie gekannte Mobilität. Doch als sich etliche Jahrzehnte später der Autoverkehr im Wirtschaftswunderland Deutschland immer mehr durchsetzte, da sah man plötzlich nur noch Nachteile. Die Züge waren nicht flexibel genug, zu laut, zu unbequem und zu langsam. Wer wollte schon mit dem Risiko leben, dass der Bahn an einer Steigung die Puste ausgehen könnte.
Das Aus fürs „Öchsle“ kam in zwei Etappen: Am 31. Mai 1964 fuhr der letzte reguläre Personenzug, kurz darauf baute die Bahn die Schienen auf den letzten Kilometern zwischen Warthausen und Biberach ab. Fast 19 Jahre später, am 31. März 1983 stellte die Deutsche Bundesbahn auch den Gütertransport ein. Die Liebherr-Kühlschränke aus Ochsenhausen mussten die Reise in die Elektrogeschäfte auf der Straße antreten.
Doch vermissten mittlerweile so viele Menschen ihr heiß geliebtes „Öchsle“, mit dem Generationen von Menschen zur Schule und zur Arbeit gefahren waren. Wie lustig war es für die Kinder gewesen, an den Bergstrecken vorne aus dem Zug zu springen und hinten wieder einzusteigen - auch wenn dafür eine Ohrfeige vom Schaffner drohte. Der Entschluss stand schnell: „Das Öchsle darf nicht sterben!“ Und so gründete sich der Verein „Öchsle Schmalspurbahn e. V.“, dem gemeinsam mit dem Landkreis und den Anliegergemeinden ein paar Jahre später das schier Unmögliche gelang: Die Dampfeisenbahn fuhr wieder!
Am 29. Juni 1985 begann das zweite Leben des „Öchsle“. Sechs Sommer lang lockte die Bahn Gäste aus nah und fern, dann ging den ehrenamtlichen Betreibern die Luft aus. Doch nicht für lange: 1996 startete die Bahn wieder durch: Diesmal getragen von einer Aktiengesellschaft, in die sich viele Eisenbahnfreunde einkauften. Die Bahn lief und lief: Im Jubiläumsjahr 1999, 100 Jahre nach der triumphalen Jungfernfahrt, reisten über 40.000 Menschen mit dem Öchsle in die Vergangenheit. Viele Gruppen hatten die Bahn auch zu Sonderfahrten gemietet. Doch der Zahn der Zeit nagte am Material: Die alte Dampflok „Rosa“, die schon bis in die dreißiger Jahre das „Öchsle“ gezogen hatte, schwächelte; mit dem Dieselersatz konnte sich niemand so recht anfreunden. Auch die Strecke und der Lokschuppen mussten instand gesetzt werden, so dass es 2001 dann wieder hieß: Das „Öchsle“ steht still!
Allerdings wieder nur für kurze Zeit: Hinter den Kulissen wurde das neue Betriebsmodell gezimmert, am 1. Mai 2002 konnte es wieder losgehen. Unter Dampf, versteht sich. Jetzt steht mit der „Berta“ eine Ersatzlok für die gute, alte „Rosa“ zur Verfügung. Rund 300 Fahrgäste können in den historischen Wagen Platz nehmen. Lokführer, Heizer, Schaffner und Getränkeverkäufer kommen aus den Reihen des „Öchsle“-Vereins. Zwei Fahrtenpaare stehen den Sommer über an jedem Samstag, Sonntag und Feiertag sowie am zweiten Donnerstag im Monat auf dem Fahrplan. Außerdem kann das „Öchsle“ für Sonderfahrten gemietet werden.
Beim Bundesverbandstag 2003 werden wir von 11.30 bis ca. 18 Uhr eine ausgedehnte Exkursion zum und mit dem „Öchsle“ auf seinem 750-mm-Gleis unternehmen. Dieser Programmpunkt kann unter B2 gebucht werden. 

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Große Rundfahrt zum und auf dem Bodensee

Die große Rundfahrt anlässlich des 46. Bundesverbandstages wird maßgeblich von zwei Besonderheiten bestimmt. Seit einigen Jahren wird erstmalig wieder eine Dampflokomotive den Zug der großen Rundfahrt ziehen und, um uns dem Rausch des Dampfes voll hingeben zu können, wird anschließend noch eine kleine Kreuzfahrt auf dem Bodensee mit einem echten, alten Dampfschiff stattfinden. Dampf satt! Mit der Dampflok 41 018 fahren wir von Kaufbeuren nach Lindau im Bodensee (Inselbahnhof) - dort wartet im Hafen das Nostalgie-Dampfschiff „Hohentwiel“ und fährt uns nach Bregenz, wo wir wieder den Sonderzug besteigen. Anschließend Rückfahrt über die Allgäubahn nach Kaufbeuren. Die große Rundfahrt wird unter D1 gebucht.

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Die Dampflokomotive 41 018

Die 41 018 wurde im Rahmen von insgesamt 25 Neuanlieferungen ihrer Reihe als erste 41er der RBD Hannover zugeteilt und im Bahnbetriebswerk Lehrte stationiert. Doch schon 1943 gab Lehrte alle 41er an andere Bahnbetriebswerke ab, die 41 018 kam nach Stendal. In den Kriegswirren des Januar 1945 verließ die Lok Stendal und tauchte erst am 15. Mai 1945, wenige Tage nach Kriegsende, im Bahnbetriebswerk Hannover-West wieder auf.
Knapp ein Jahr später wurde die Lok erneut versetzt und gelangte zum damals wichtigsten 41er-Bahnbetriebswerk, nach Osnabrück Hbf. Weitere Stationen für die 41 018 sind die Bahnbetriebswerke Mönchengladbach, Köln Bbf und Köln Eifeltor. Dann rollte die Lok im Januar 1961 ins Ausbesserungswerk (AW) nach Braunschweig, wo sie im Rahmen einer Zwischenuntersuchung einen Neubaukessel mit Verbrennungskammer und gleichzeitig eine Ölhauptfeuerung erhielt.
Mit völlig neuem Aussehen kehrte die Maschine wieder zum Bw Osnabrück Hbf zurück. Im Mai 1967 wechselte die 41 018 bei der Bundesbahn ein letztes Mal das Bw und kam nach Rheine in Westfalen, wo die letzten 41er der Bundesbahn zusammengezogen wurden.
Kurz vor dem endgültigen Ende des Dampfbetriebes schlossen sich dann acht Eisenbahnfreunde hauptsächlich aus dem Großraum München zusammen, um eine der Maschinen vor dem Schneidbrenner zu bewahren. Die Wahl fiel auf die 41 018. Daraufhin wechselte die Maschine in das Eigentum dieser neu gegründeten Interessengemeinschaft 41 018 e. V. (die spätere Dampflok-Gesellschaft München).
Das „Dampfverbot“ der Bundesbahn sorgte dafür, dass die 41 018 rund 17 Jahre lang nicht mehr auf Bundesbahngleisen fahren durfte. Von 1980 bis 1993 wanderte die Lok deshalb ins „Exil“ nach Österreich aus. Auf diese Weise befuhr sie nahezu alle wichtigen Gebirgsstrecken der ÖBB: von Salzburg bis Wien, von Graz bis Bregenz.
Im November 1993 kehrte die Maschine schließlich auf deutsche Schienen zurück. Seither wird sie hauptsächlich vor Sonderzügen im süddeutschen Raum und nach Österreich eingesetzt. Seit dem Jahr 2000 ist die 41 018 fest in das Nostalgieprogramm des DB-Museums eingebunden und bespannt die von München ausgehenden Dampfsonderzüge unter der Regie der Deutschen Bahn AG.

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Der Rad-Dampfer Hohentwiel

Im Jahre 1911 hatte die Königlich Württembergische Dampf-Schifffahrt (KWD) einen Bestand von sechs Dampfschiffen. In diesem Jahre bestellte die KWD bei Escher Wyß & Cie in Zürich ein „Halbsalonschiff“ nach dem Typ der 1909 erbauten DS Friedrichshafen. Das Schiff wurde unter der Baunummer 576 begonnen und erhielt nach dem als württembergische Exklave im Hegau gelegenen Vulkankegel den Namen Hohentwiel. Am 11. Januar 1913 erfolgte auf der Schiffswerft in Friedrichshafen der Stapellauf.
Um mit der aufkommenden Motorschifffahrt Schritt halten zu können, musste die Hohentwiel in den Jahren 1933 bis 1935 einen Umbau über sich ergehen lassen. Dieser stand unter der Maxime, einen Raddampfer in Ausstattung und Kapazität den modernen Motorschiffen der dreißiger Jahre anzupassen. In der ersten Umbauphase 1933 in Kressbronn wurden Einrichtung und Mobiliar aus dem Halbsalon der ersten Klasse entfernt und der Salon zur zweiten Klasse degradiert. Die erste Klasse wurde in die auf dem Vorschiff und auf dem Oberdeck neu erstellten Säle verlegt. Dadurch rückte das Steuerhaus auf das zweite Oberdeck. Die Vorschiffskajüte wurde in Abstell- und Mannschafträume umfunktioniert. Am 1. November 1962 wurde die Hohentwiel nach 49 Betriebsjahren ausgemustert und aus der Flottenliste gestrichen. Als einziges Bodensee-Dampfschiff erlitt sie nicht das Schicksal der Verschrottung. Das stillgelegte Schiff wurde vom Bregenzer Segelclub (BSC) erworben und 1963 nach Bregenz überführt. Nach etwa einjähriger Liegezeit im Bundesbahnhafen und nach Erneuerung des Überwasseranstrichs wurde die Hohentwiel 1964 an ihren Liegeplatz in den Bregenzer Segelhafen geschleppt, wo sie die nächsten 20 Jahre liegen bleiben sollte. Fortan diente der Dampfer als Restaurant und Clubheim des BSC. Als äußeres Zeichen des nun österreichischen Besitzes erhielt das Schiff rot-weiß-rote Schornsteinringe. Mitte der sechziger Jahre erfuhr das Schiff, in seiner äußeren Silhouette noch intakt, seine erste Amputation: Auf Anordnung der für den Landschaftsschutz zuständigen Behörde mussten Rauchkappe und Steuerhaus entfernt werden.
Zu Beginn der achtziger Jahre wurde dem BSC ein festes Clubheim an Land in Aussicht gestellt. Somit schien das Schicksal des einst so stolzen Schiffes endgültig besiegelt zu sein. Buchstäblich fünf Minuten vor zwölf, im Oktober 1984, wurde die Vereinigung Internationales Bodensee-Schifffahrtsmuseum gegründet. Mit einer Handvoll Gründungsmitglieder, ein „paar Mark“ in der Tasche und einer unerschütterlichen Ausdauer begann das „Abenteuer Hohentwiel“. Und besonders zwei Männern, den „geistigen Vätern“ der Hohentwiel, ist es zu verdanken, dass der letzte Raddampfer auf dem Bodensee nicht verloren ging: Altlandrat Klaus Henninger und Projektleiter und Kapitän Reinhard E. Kloser.

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Verkehrspolitische Exkursion „Fuchstalbahn“

Wer nicht gerade in dem Grenzgebiet Oberbayern - Schwaben heimisch ist, wird wohl den Namen „Fuchstalbahn“ noch nicht allzu häufig oder nie gehört haben. Dennoch hat diese nur noch im Güterverkehr genutzte Strecke eine interessante Geschichte aufzuweisen.
Bereits 1873 wurde die Bahnlinie München - Memmingen mit der Stichbahn Kaufering - Landsberg (Lech) eröffnet. Nur wenige Jahre später, nämlich 1877, wurde die nördliche Verlängerung über Kaufering hinaus bis nach Augsburg in Betrieb genommen.
Im Jahre 1881 wurde „von höchster Stelle“ eine Planungserlaubnis für eine „Vizinalbahn“ von Landsberg (Lech) nach Schongau erteilt, also die südliche Erweiterung der Strecke. Planung und Bau dieser durch das „Fuchstal“ führenden Strecke benötigten lediglich fünf Jahre, so dass 1886 die Gesamtstrecke von Landsberg (Lech) bis Schongau eröffnet werden konnte. Zum Teil einer geschlossenen „Ringbahn“ wurde die Strecke erst, nachdem im Jahre 1917 die letzte Lücke zwischen Peißenberg und Schongau geschlossen worden war.
Eine interessante Planung in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts war ein angedachter Lückenschluss zwischen Schongau und Füssen. Zum damaligen Zeitpunkt gab es sehr ernst zu nehmende Ideen, die Bahnstrecke über Füssen weiter nach Süden zu bauen und als sogenannte „Ortler-Fernbahn“ eine fast geradlinige Verbindung bis Mailand zu bekommen. Für diesen Fall wäre natürlich die Verbindung Schongau - Füssen von hoher Bedeutung gewesen. 1891 wurde die Streckenplanung Schongau - Füssen eingestellt. Über die Ortler-Fernbahn wurde erst vor etwa 15 Jahren in Füssen das letzte Mal ernsthaft (!) diskutiert.
Nachdem 1984 der Personenverkehr auf dem Teilstück Landsberg (Lech) - Schongau eingestellt worden ist, wird die Strecke zur Zeit nur noch für einen regen Güterverkehr genutzt (hauptsächlich wird eine große Papierfabrik in Schongau bedient!). Seit 1997 bedient die „Augsburger Localbahn“ den Güterverkehr, die Strecke blieb aber bei der Deutschen Bahn AG.
Eine erneute Nutzung der Fuchstalbahn für den Personenverkehr ist ein interessantes verkehrspolitisches Anliegen und wird auf breiter Basis gefordert. Leider sind die Entscheidungsträger (noch?) nicht ganz dieser Meinung. Eine „Initiative Fuchstal-Bahn e. V.“ bündelt seit einiger Zeit die Interessen und setzt sich sehr für die Wiederinbetriebnahme ein, die laut einem Gutachten der Tübinger Nahverkehrsberatungsgruppe als durchaus wirtschaftlich und machbar eingeschätzt wird.

Internet: www.fuchstalbahn.de 

Die Teilnehmer der verkehrspolitischen Exkursion des BDEF-Verbandstages 2003 können sich selbst ein Bild von dieser Strecke machen und am Freitag, dem 30. Mai 2003, mit einem exklusiven Sonderzug die Strecke bereisen. Gebucht wird diese Exkursion unter dem Kennbuchstaben C2.

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Wir gratulieren: 25 Jahre Eisenbahnfreunde Springe

Aktivitäten rund um die Eisenbahn gab es in Springe und Umgebung schon lange, sie wurden aber Mitte der siebziger Jahre durch die Ankündigung der Einstellung des Dampfbetriebes immer häufiger. Fotos und Schmalfilme waren die begehrte Ausbeute. Trotzdem dauerte es noch bis zum 6. Februar 1978, bis eine gute Handvoll Enthusiasten - vom Schüler bis zum Rentner - den Verein „Eisenbahnfreunde Springe“ ins Leben rufen konnten.
Zum ersten Vorsitzenden wurde Heinz Mahler gewählt und ist es bis heute geblieben. Die Interessenlage der Mitglieder bezog sich in den ersten Jahren vor allem auf die „große“ Eisenbahn, wobei Tonschmalfilme (später Videos), Schallplatten und Fotos produziert und an den Vereinsabenden Mitgliedern und Gästen präsentiert wurden.
Der Verein besitzt auf Grund örtlicher und finanzieller Bedingungen bis heute kein eigenes Vereinsheim, sondern die einmal pro Monat stattfindenden Vereinsabende finden nach mehrfachem, zwangsläufigem Wechsel seit ca. 15 Jahren im Café Kumlehn in Springe statt.
Neben den Vereinsabenden wurden DB-Einrichtungen der näheren und weiteren Umgebung besichtigt, Vereinsfahrten zu Museumseisenbahnen, Modellbahnen, Ausstellungen und zu technischen Anlagen bereicherten das Vereinsleben. Da fast jedes Mitglied auch Modellbahner ist, wurden seit Mitte der achtziger Jahre Module gebaut. Die Vorteile lagen in der individuellen Gestaltung unter Einhaltung von Vereinsvorgaben und der Lagermöglichkeit im Hause des einzelnen Mitgliedes. Erste öffentliche Präsentationen fanden Mitte der achtziger Jahre auf der Internationalen Modellbahnausstellung in Hannover, der Modellbau Nord in Bremen und zusammen mit historischen Exponaten im Heimatmuseum Springe statt. Zum 10. Vereinsjubiläum wurde gemeinsam mit Modellbahnfreunden aus Berlin die inzwischen auf über 140 m Streckenlänge angewachsene Modulanlage in einer Schulaula gezeigt.
Leider war dieses Jubiläum auch der Anfang interner Unstimmigkeiten, die letztlich zum Austritt einiger „Modulmacher“ und zur Beschränkung der Modellbahnaktivitäten des Vereins auf Modellbahnabende mit der sogenannten Vereinsvorführanlage für die gängigsten Spurweiten und Stromsysteme führte. Der Schwerpunkt des Vereinslebens mit nun reduzierter Mitgliederzahl lag daher auf Abenden mit Videos, Diaschauen und auf Fahrten.
Inzwischen hat sich im Verein wieder eine Gruppe gebildet, die - stark an Nordmodul angelehnt - eine neue Modulanlage erstellt hat; dabei sind einige Bahnhöfe und Wendemodule Vereinseigentum. Diese Anlage wurde zuletzt im Oktober 2002 mit großem Erfolg als Jubiläumsschau in Springe gezeigt. Zukünftig soll an den Modulen weitergearbeitet werden, aber auch das übrige Vereinsleben wird nicht zu kurz kommen, da wir ja kein reiner Modellbahnclub sind. Die Mitgliederzahl hat inzwischen die Zahl 20 überschritten (darunter sind zwei Frauen). 

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Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums stellen im Landtag aus

Selten wird ein Schultag zum Wintermärchen - der 12. Dezember 2002 war beides für die freiwillige Eisenbahn Arbeitsgemeinschaft am Heinrich Heine Gymnasium Bottrop. Dieser Tag stellte den bisherigen Höhepunkt in deren dreijährigem Bestehen dar. Auf Einladung von DB Regio Nordrhein-Westfalen hatten die Mitglieder ihr „Ruhrpotpourri an der Emscher“, bestehend aus den Modellen der Bottroper Halde Beckstraße mit dem Tetraeder, den renovierten Gebäuden von Arenberg-Fortsetzung, dem Oberhausener Wasserturm und dem Gasometer, der Essener Zeche Zollverein und der ACT-Skihalle als acht Meter lange Modellbahnanlage errichtet, auf der neben einem Kohlenzug die modernsten DB-Regio-Nahverkehrszüge wie der Talent, der S-Bahnzug 423 und zwei Doppelstockzüge als Teil der DB-Regio-Ausstellung im Foyer des Düsseldorfer Landtages verkehrten.
Für knappe zwei Wochen wurde die Anlage vom NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück, seinem Kabinett, über 1000 Landtagsbesuchern, etwa 200 Abgeordneten - unter ihnen auch Barbara Wischermann und Klaus Strehl aus Bottrop -, etlichen Angestellten und ihren Kindern bestaunt und gelobt. Die angebotenen Prospekte und Informationen über Bottrop und Oberhausen wurden gern angenommen. Filmaufnahmen machten die Kamerateams des „DB Bahn TV“ und des WDR.
Auch die Eröffnungsredner Landtagsvizepräsident Dr. Helmut Linssen, DB-Regio-NRW-Präsident Heinrich Brüggemann und NRW-Verkehrsminister Dr. Axel Horstmann fanden ebenfalls anerkennende Worte. Den „protokollarischen Höhepunkt“ bildete die Einladung des Landtagsvizepräsidenten an die drei Mädchen und sieben Jungen sowie den Leiter der AG, Sebastian Fernholz, zu einem angeregten halbstündigen Gespräch in den Empfangssaal, der einen hervorragenden Blick auf den Rhein und den Medienhafen bietet. Dort verriet Dr. Linssen, dass er mit seinen Enkeln gerade deren Modellbahn aufgebaut habe.
Weitere Programmpunkte waren unter anderem der Besuch des Plenarsaals während einer Debatte, ein Gespräch mit dem Verkehrsausschusssprecher Heinz Hardt, eine Führung durch den Medienhafen und das Stadttorhochhaus mit der NRW-Staatskanzlei, wo die Heine-Gruppe am Kabinettstisch Platz nehmen durfte. Begleiter/innen waren dabei angehende DB-Regio-Lokführer/innen, deren Lehrer die Hobbyeisenbahner vom Heine-Gymnasium einlud, „eine Runde auf seinen E-Loks“ in Köln zu fahren!
Den Abschluss dieses Tages bildete ein Dämmerschoppen im Restaurant des Rheinturms, 180 Meter hoch über den Lichtern von Düsseldorf als Belohnung für Hunderte freiwilliger Stunden im Eisenbahnkeller des Heine-Gymnasiums. Dort hofft die AG, am 25. Januar 2003, dem Tag der offenen Tür, wieder viele Gäste begrüßen und die Spende von DB Regio NRW, das vierteilige S-Bahnzug-Modell Typ 423 als ihr neuestes Fahrzeug in Aktion zeigen zu können.
Ein besonderer Dank gebührt dem Organisator der DB Regio NRW, Herrn Bouillon, für diesen unvergesslichen Tag.

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Neu im Bundesverband: AG des Heinrich-Heine-Gymnasiums Bottrop

Nach diesem Bericht über die rührige Schul-Arbeitsgemeinschaft des Heinrich-Heine-Gymnasiums, Bottrop, freut es uns besonders, dass diese Gruppe unter Leitung ihres Lehrers Sebastian Fernholz mit Wirkung vom 1. Januar 2003 Mitglied im BDEF wurde.
Zu ergänzen wäre noch, dass die Gruppe bei den Modul-Wettbewerben von „Modellbahn und Schule“ im Herbst 2001 in München und im Herbst 2002 in Köln erfolgreich ihre Module mit Themen aus ihrer Ruhrgebietsheimat ausstellte.
Kontakt: Sebastian Fernholz, Bergstraße 145, 46119 Oberhausen, Tel. (02 08) 60 63 21.

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Neu im Bundesverband: Braunschweiger LGB-Treff

Einmal andersherum als in den meisten Fällen ging es bei den Braunschweiger LGB-Fans zu: Erst hatten sie ein Clubheim, darauf gründeten sie am 14. März 2002 ihren Verein. Auch in einem weiteren Punkt stellen die Braunschweiger etwas Besonderes dar: Treibende Kraft ist eine Frau. Der vierköpfige Vorstand ist sogar zu drei Vierteln weiblich. Jeden Donnerstag ist „Arbeitstag“ im Clubheim, das nach der Grundeinrichtung nun eine ca. 50 m2 große Modellbahnanlage im Gartenbahnmaßstab erhält. Seit dem 19. Oktober sind die LGB-Freunde auch online. Den Internet-Auftritt gestalteten die Jugendlichen des LGB-Treffs. Eine clevere Möglichkeit, den Nachwuchs an den Vereinsaktivitäten zu beteiligen, muss diese Aufgabe doch am PC erledigt werden.
Kontakt: 1. Braunschweiger LGB Treff e. V., 38116 Braunschweig, In den Rosenäckern 39, Tel: (05 31) 5 20 65 /66 (Büro Rauch), Telefax (05 31) 50 88 00 (Büro Rauch) Internet: http://www.lgb-treff.de

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Neu im Bundesverband: I.M.O. Korntal

Zwei Modelleisenbahner lernen sich zufällig bei einem Modellbahnflohmarkt kennen, es muss so im Jahre 1994 gewesen sein. Sie treffen sich bald wieder und beschließen, doch mal was ganz anderes zu machen als die üblichen Modellbahn-Börsen, eine Veranstaltung, bei der ein Modellbahn-Flohmarkt höchstens die Nebensache ist, eine Veranstaltung, bei der viele Anlagen möglichst aller Spurweiten in Aktion sind, eine Veranstaltung, die jedes Jahr ganz anders aussieht. Und da der eine der beiden Modellbahner zufällig der Schulleiter einer Jugendmusikschule ist, findet sich auch schnell ein Veranstaltungskonzept: Die Musikschule stellt ihr Gebäude zur Verfügung, der Erlös geht in die Instrumentenkasse der Schule, und die handwerklich begabten Modellbahner wirken jederzeit bei notwendigen Renovierungsarbeiten im Schulhaus mit. So ist die I.M.O Korntal heute ein Teil des Förderkreises der Musikschule Korntal-Münchingen.
Doch zurück zu den Anfängen: die Öffentlichkeit muss ja informiert werden: also startet das ganze Unternehmen - dies ist wohl das Gründungsdatum der I.M.O Korntal - beim Weihnachtsmarkt 1995 mit einem Kreis LGB-Schienen auf dem Boden eines Klassenzimmers und vielen Info-Zetteln, die auf die ersten Korntaler Modellbahn-Tage gleich Anfang Januar 1996 hinweisen. Dieser ideale Termin ist auch der einzig mögliche für eine solche Ausstellung: die Nähe zu Weihnachten und die unterrichtsfreie Zeit in den Ferien, denn spätestens am 2. Weihnachtsfeiertag beziehen die ersten Aussteller ihre Räume und bauen auch teilweise noch die entscheidenden Ausstellungs-Module. Mittlerweile haben die Modellbahntage ein sicheres Publikum von meist über 2000 Besuchern, womit auch die Kapazitäten des alten Schulhauses erschöpft sind. Zusätzlich stellt die I.M.O Korntal auch bei den Modellbahnmessen in Stuttgart, Sinsheim, Köln oder auch Friedrichshafen aus, nicht immer unter eigener Flagge, sondern oft als Partner anderer Gruppierungen, denen Material- oder Personalunterstützung gewährt wird, insbesondere der IG Spur II (Martin Graf) und  den Erbauern einer gigantischen H0-Modul-Anlage nach US-Vorbild, die als SMR (Stuttgarter Model Railroaders) aus der I.M.O und anderen umliegenden Clubs hervorgegangen sind.
Besondere Kontakte haben sie zu den Modellbahnclubs in Stuttgart, Leonberg und Filderstadt, die die Aktivitäten von Anfang an unterstützt haben. Dass die I.M.O weiterhin eine lose Interessengemeinschaft bleiben wird, hängt damit zusammen, dass die Beteiligten keine vereinseigenen Räume oder Anlagen haben und immer nur projektweise arbeiten. Der Vorteil? Es sind immer nur die Modellbahner dabei, die Spaß am aktuellen Projekt haben. Und das sind unter anderem viele Kinder und Jugendliche (inzwischen auch schon die Eltern) besonders aus der Chorschule, so dass der Altersdurchschnitt immer sehr niedrig liegt.
Bis dieses Porträt erscheint, werden die 8. Korntaler Modellbahntage schon wieder hinter uns liegen. Gleich am Eingang wird die I.M.O. stolz ein neues Schild präsentiert haben: „Mitglied im BDEF“.
Kontakt: I.M.O. - Korntal, Vorsitzender Peter Meincke, 70499 Stuttgart, Zorndorfer Str. 13, Tel.: (07 11) 8 87 56 39, Fax: (07 11) 8 38 67 28. Internet: http://go.to/imokorntal; eMail: p.meincke@gmx.de

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Neu im Bundesverband: MBC Weil der Stadt

Weil der Stadt (KS): Der Modellbahnclub Weil der Stadt wurde 1987 von zehn Mitgliedern gegründet und ist seit dem 27. August 1996 ein eingetragener Verein. Zur Zeit besteht der MBC aus 21 Mitgliedern, darunter sieben Jugendliche.
Die Mitglieder des MBC treffen sich jeden Donnerstag Abend von 18 - 22 Uhr in den Clubräumen im Dachgeschoss des alten Schulhauses in der Merklinger Hofmauerstraße. Dort hat der Club Anfang des Jahres 2001 von der Stadt Weil der Stadt größere Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen. Der MBC hat erst vor kurzem den Ausbau, die Renovierung und die Einrichtung der neuen Räumlichkeiten abgeschlossen. Ein Raum wurde zu einer Werkstatt hergerichtet. Momentan beschäftigt sich der MBC mit dem Unterbau, auf dem später einmal die Anlage stehen soll, und mit der landschaftlichen Planung der Anlage. Die Planung des Schienenverlaufes ist zu 99 Prozent abgeschlossen.
Die Aktivitäten des MBC reichen über den Donnerstagabend hinaus: So veranstaltet der MBC jährlich einen Tag der offenen Tür (am ersten oder zweiten Sonntag nach Weihnachten), ein Sommerfest, das auf Grundstücken von Mitgliedern stattfindet, und eine Weihnachtsfeier, die in Gaststätten in der Umgebung stattfindet. Der MBC veranstaltet auch Ausflüge zu anderen Modellbahnclubs, zu Messen oder Ausstellungen.
Außerdem hat sich der MBC in den letzten Jahren am Sommerferienprogramm der Stadt Weil der Stadt beteiligt. Rund zehn Jugendliche aus Weil der Stadt und den Stadtteilen konnten an diesen Tagen ein Diorama (bestehend aus einem Bergpanorama mit Häuschen) herstellen und ein Modellauto zusammenbauen. Das Material stellten die Firmen Faller, Vollmer und Kibri freundlicherweise zur Verfügung. Informationen für das diesjährige Sommerprogramm finden Sie auf der Homepage unter Veranstaltungen. Im Menü „unsere Eisenbahn“ können Sie den Verlauf der Anlagenbauarbeiten mitverfolgen.
Da wir jetzt neue Räumlichkeiten bekommen haben, können wir wieder neue Mitglieder aufnehmen. Falls Sie sich für Modellbahnen interessieren und unserem Club als aktives oder passives Mitglied beitreten wollen, können Sie gerne an einem Donnerstag Abend bei uns vorbeischauen, mit unserem Vorstand telefonisch in Verbindung treten oder eine eMail an uns schreiben. Wir freuen uns sehr über Interessenten, insbesondere über solche der jüngeren Generation.
Kontakt: MBC Weil der Stadt, Altes Schulhaus Hofmauerstr., 71263 Merklingen, Tel: (0 70 33) 3 33 19, Internet:
www.mbc-weilderstadt.de , eMail: info@mbc-weilderstadt.de

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Neues Fördermitglied: Bloxxs – aller Anfang ist schwer

Im Herbst 2002 konnte der BDEF ein neues Fördermitglied begrüßen: „bloxxs“ bietet wetterfeste Modellbausätze aus Natursandstein für komplette Gebäude, aber auch Komponenten und Baumaterial für eigene Konstruktionen, für große Modellbahn-Maßstäbe. Die Marke bloxxs ist unter den Modellbahnzubehör-Herstellern noch relativ jung. Markus J. Lindl, einer der „bloxxs-Macher“ erzählt von den Schwierigkeiten beim Start.

Da standen wir nun. Es war im November 1997, wir hatten ein tolles Produkt - einfache und preisgünstige Holzbausätze im Maßstab 1:32 für Kinder ab acht Jahren - und machten uns Gedanken. Gedanken, wie wir jetzt am besten den Verkauf ankurbeln würden... Und so fing alles an: Wir hatten diese Holzbausätze entdeckt, kleine Mengen eingekauft. In unserem Bekanntenkreis riss man uns die Bausätze aus der Hand. In unserer ersten Euphorie hatten wir unser Lager bis unter das Dach aufgefüllt, aber die Abverkaufszahlen hielten bei Weitem nicht, was wir uns versprochen hatten. Also platzierten wir lokal im Raum München Anzeigen, um direkt an Endkunden zu verkaufen. Die Anzeigenkosten, mehrere Tausend DM, brachten uns genau vier neue Kunden. So konnte es also nicht laufen. ...Also saßen wir da, und machten uns Gedanken... Wir beschlossen, neue Erfahrungen zu sammeln und direkt mit Modellbau-Geschäften und Spielwarengeschäften zu sprechen. Nach dem Besuch von acht Geschäften innerhalb eines Nachmittags waren die Resonanz und auch unsere Stimmung gemischt.
Vor allem aber mussten wir lernen, dass kein Händler Zeit hatte, sich unserer Idee zu widmen. Wie gesagt, es war im November 1997. Am späten Nachmittag, so gegen 17:30 Uhr, kam dann endlich die erste ehrliche Antwort in Form einer Frage: „So lange beschäftigen Sie sich aber noch nicht mit Spielwaren, oder?“, sagte ein Spielwarenhändler zu uns. In kurzen Worten erklärte er uns die Spielregeln:
-           Sie müssen auf die Nürnberger Spielwarenmesse als
Aussteller.
-           Dort wird der Bedarf für das Jahr geklärt und in Form von
Bestellungen platziert.
-           Geliefert wird dann in verschiedenen Lieferungen während des Jahres.

„...und außerdem ist jetzt die Vorweihnachtszeit und ich habe keine Zeit mehr. Danke!!“ Durch diese krasse, zugegeben etwas überspitzte, Darstellung wussten wir: „Wir müssen nach Nürnberg“. Ein erster Schritt. Der folgende Anruf bei der Messegesellschaft Nürnberg ließ nicht viel Spielraum für Optimismus. Wir könnten uns auf der Warteliste eintragen lassen, aber die Chance, einen Stand zu bekommen, sei - gelinde gesagt - sehr gering. Nach meinem jetzigen Erfahrungsschatz zu urteilen war das sehr milde ausgedrückt. Also doch nicht nach Nürnberg? Aufgeben? Niemals!
Ein zweiter Anruf lieferte dann allerdings die Adresse des Herausgebers des Messekataloges, und eine Idee nahm neue Formen an: Wir versuchen, einen Unterausstellerplatz zu bekommen. Gesagt, getan. Wir durchforsteten den Messekatalog nach Firmen, die zu unseren Modellbausätzen passen würden, und schrieben an die 100 Aussteller des letzten Jahres an. Die meisten hatten keinen Platz, um uns mit auf den Stand zu nehmen. Doch dann Licht am Ende des Tunnels. Ein langjähriger Aussteller aus Österreich und erfolgreich im Geschäft seit Generationen, wollte unsere Produkte sehen, bevor er eine Entscheidung treffen wollte. Wir machten eine Reise nach Österreich, wir schlossen eine Vereinbarung und waren als Mitaussteller auf seinem Stand. Wir hatten es geschafft. Acht Quadratmeter bloxxs.
Die Strapazen, so kurzfristig einen Messeauftritt zu planen, zu organisieren und durchzuführen, möchten wir an dieser Stelle lieber nicht in unser Gedächtnis zurückrufen. Die Nürnberger Spielwarenmesse 1998 selbst war für uns sehr erfolgreich. Wir konnten jede Menge Kontakte knüpfen, unsere Produkte erregten Interesse, und wir konnten vor allem eines: LERNEN. Einige bemerkenswerte Aufträge, die direkt aus der Messeteilnahme der Nürnberger Spielwarenmesse 1998 resultierten, belohnten die Anstrengungen. In der Zwischenzeit hatten wir die Eintragung als Warenzeichen „bloxxs“ beim Deutschen Patentamt beantragt und erfahren, dass „bloxxs“ zumindest noch nicht registriert und geschützt war. Also entwickelten wir unsere „Corporate Identity“, wie es auf schön neudeutsch so heißt, und machten die ganze Produktpalette etwas runder.
Wir ließen von Profis Prospekte entwerfen, entwickelten eine einheitliche, durchgehende Verpackung und betraten den Dschungel der Vorschriften. Grüner Punkt, Barcode, CE und Vieles mehr. Mittlerweile war der Sommer 1998 vorbei, die Entscheidung, auf der Nürnberger Spielwarenmesse 1999 wieder dabei zu sein, war gefallen. Da entdeckten wir ein neues, tolles Produkt. Steinbaukästen mit geschnittenen Natursandstein-Quadern. Wir entwickelten gemeinsam mit dem Hersteller unsere STONE Box in der robusten Holzkassette, ließen Fotos machen und Prospekte drucken.

Dann verflog die Zeit, wir konnten unserem Partner-Aussteller noch einige Quadratmeter abtrotzen und waren bereits 1999 mit einem größeren Stand in Nürnberg vertreten.
Auch diesmal war die Resonanz sehr gut, wir konnten einige zuverlässige neue Partner finden. Aber da war noch etwas: Bereits im Jahr 1998 und noch mehr im Jahr 1999 fragten unsere Kunden und neue Interessenten immer häufiger, ob die Holzbausätze nicht nur im Maßstab 1:32, sondern vielleicht auch Maßstab 1:22,5 lieferbar seien. Und vor allem müssten sie „wasserfest“ oder „wetterfest“ sein. Für die Eisenbahner der Spur G, die ihre Modelle im Freien aufbauen und am Liebsten das ganze Jahr draußen stehen lassen wollen. Ein weiteres Gespräch mit einem großen Hersteller von wetterfesten Kunststoffmodellen für Spur G bestätigte unsere Entscheidung: Wir wollen auch im Markt der Eisenbahner mit dabei sein. Die Voraussetzungen waren denkbar gut. Wir hatten das ideale Material für wetterfeste Modelle, echten Natursandstein, und wir konnten die Steine in allen Größen bekommen, da wir ja sowieso für unsere Steinbaukästen die Steine schneiden ließen.
So begannen wir im März 1999 mit der Entwicklung von Miniaturmodellen für Spur G. Vom Material her lehnten wir uns an traditionell aus Stein gebaute Vorbilder, so z. B. eine Kapelle und eine Burgruine, und erweiterten dann auf Holzhäuser. Hier gab es zuerst eine Berghütte und ein Wartehäuschen. Mittlerweile hatten wir unser „bloxxs“ Warenzeichen vom Patentamt als eingetragen bestätigt bekommen. Den ganzen Sommer über bauten wir immer neue Prototypen von Modellen. Im Dezember 1999 dann konnten wir auf der 17. Internationalen Modellbahn-Ausstellung in München bereits neun Miniaturgebäude vorstellen. Das „feed-back“ der Kunden war toll. Leider hatte uns unsere Druckerei im Stich gelassen, und wir hatten während der Ausstellung keine aktuellen Unterlagen der neuen Produktlinie für Spur G. Neben den Modellbausätzen für Miniaturmodelle fand auch das Baumaterial „Natursandstein“ großes Interesse. Wir hatten uns überlegt, die Sandsteine in fünf verschiedenen Größen anzubieten. Auch wollten wir versuchen, auf der Nürnberger Spielwarenmesse 2000 einen eigenen Stand in der Eisenbahner-Halle zu bekommen. Und diesmal trafen wir voll ins Schwarze. Ein Aussteller, der bereits in der Halle für die Eisenbahner gebucht war, musste absagen, und just zu diesem Zeitpunkt lief unsere Bewerbung für einen Standplatz bei der Messeverwaltung ein. Das war im Dezember 1999, und plötzlich musste alles sehr schnell gehen. Einen eigenen Stand konzipieren, Leute zusammentrommeln, Unterlagen zusammenstellen, eben einen Messeauftritt planen.
...Und dann waren wir im Februar 2000 zum dritten Mal auf der Nürnberger Spielwarenmesse. Es war bis hierher ein verdammt langer Weg und verdammt viel Arbeit, aber es hat Spaß gemacht. Und es macht immer noch viel Spaß.

Seit Herbst 2002 ist bloxxs nun auch Fördermitglied des BDEF.

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Nachwuchsförderung aus Wiener Sicht

Als Reaktion auf den Beitrag zum Junior College Europe im Rundschreiben 6/2003 erreichte uns ein Brief von unserem Mitgliedsverein MEC Dohmen aus Wien mit folgendem Inhalt:

Eine erstklassige Initiative, zu welcher man den Initiatoren nur gratulieren kann! Der Bericht regt aber auch zum Nachdenken an, wenn wir innerhalb unserer Heim- und Clubanlagen einmal überlegen, wie wir uns in Zusammenhang mit unseren eigenen Vorstellungen mit unserem Familiennachwuchs beschäftigen: sind wir da konziliant? Ich würde sagen: zu wenig, weil wir auch da die Modellbahn nur durch unsere Mikrometerbrillen sehen!
Kommen unsere Jungen zu Besuch, wird zunächst ein Stockerl (Für unsere norddeutschen Leser: das ist kein Stöckchen, sondern eine Art Hocker, die Redaktion) benötigt und darauf geachtet, dass niemand Unbefugter auf die Anlage greift. Und da wir bei Autoausflügen auch kaum noch von Schranken aufgehalten werden, fehlt dem möglichen Modellbahn-Nachwuchs jeglicher Vergleich mit der Wirklichkeit und das Verständnis zu unserem Hobby! Also ersetzen wir dies mit grauslichen Computerspielen, statt die Beschaulichkeit unseres Hobbies weiter zu vermitteln.
Durch Zufall sah ich vor Weihnachten bei meinem Modellbahnhändler ein Günstigangebot einer intelligent aufgemachten Märklin-Anfangsgarnitur mit Trafo, Schienen für ein Oval, Lok und einigen Wagen und kaufte diese aus Neugier (Enkerl vorhanden). Das Wesentlichste an dieser Ausstattung war aber eine umfangreiche Literatur über Aufbau, Anwendung und Bespielmöglichkeiten. Alles Funktionelle ist gut erklärt mit Beispielen für ein interessantes Betriebsgeschehen, Einsatz von vorhandenem Baukastenmaterial und Erweiterungsmöglichkeiten mit genauen Maßangaben für die Platzverhältnisse! Alles ist so gut beschrieben, dass auch bei Opa und Vater keine Langeweile aufkommen kann. Diesem Hersteller müsste daher mit dieser Idee von Anfang an der Erfolg für neuen Modellbahnernachwuchs beschieden sein. Unser Enkerl (und sein Opa) wird sicherlich dieses Jahr mit seiner ersten Modellbahn viel Freude an der Beschäftigung haben.
Geben wir uns also auch privat einen Schubser, damit wir nicht mit unserem hochgestochenen Modellbahnspleen eines Tages allein dastehen! Ein Dampflokzug sollte im kommenden Frühjahr doch ‘mal mit der ganzen Familie gebucht werden: von da an kann’s nur aufwärts gehen!

Allen Freunden im BDEF-Vorstand wünschen wir ein erfolgreiches Jahr!

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MEC Karlsruhe im Museum

Am 5. Januar 2003 ging die vorläufig letzte Eisenbahnausstellung des MEC Karlsruhe zu Ende. Sie stand unter dem Motto „Grosse Welt auf kleinen Rädern - Ein Jahrhundert Spiel mit der Eisenbahn“.
In mehreren Tisch- und Standvitrinen und auf einer 5,20 x 2,60 m großen Spur-0-Anlage wurde die Entwicklung der Spielzeugeisenbahn zur Modelleisenbahn im Verlauf eines Jahrhunderts vorgestellt.
Unter den mehr als einhundert Besuchern anlässlich der Eröffnung der Ausstellung in den Räumen des Pfinzgau-Museums in Karlsruhe-Durlach am 29. November 2002 befand sich auch Generalbundesanwalt Kay Nehm, der sich im Gespräch als höchst kundiger Modelleisenbahner entpuppte. Am Ende des letzten Ausstellungstags waren es dann 3141 große und kleine Besucher, die vor allem die Tin-Plate-Anlage in ihren Bann zog, auf der auf vier getrennten Stromkreisen insgesamt sechs Züge ihre Kreise drehten.

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Theodor Horn im DGEG-Ruhestand

Karlsruhe (DGEG): Am 31. Dezember 2002 beendete Theodor Horn (66), zuletzt Ressortleiter der DGEG-Öffentlichkeitsarbeit, nach knapp 36 Jahren seine aktive Mitarbeit bei der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V. (DGEG) Theodor Horn gehörte zu den 24 Personen, die am 22. April 1967 in Karlsruhe die DGEG gründeten. Von 1967 bis 1985 war er Vizepräsident der Gesellschaft. In dieser Zeit hat er nicht nur alle Exkursionen sowie Veranstaltungen des Vereins organisiert und geleitet, sondern sich auch im Bereich der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bzw. dem Aufbau der DGEG-Arbeitskreise im Achertal und am Tegernsee engagiert.
Von 1986 bis 1995 konzentrierte sich seine Mitarbeit auf zahlreiche Fahrten mit dem „Gläsernen Zug“. Nach dessen vorzeitigem Ende berief die DGEG Theodor Horn zum Ressortleiter ihrer Öffentlichkeitsarbeit/Werbung, die Reisetätigkeit endete 1997 nach drei aufsehenerregenden Studienfahrten mit dem historischen ET 25 015 nach Norwegen. Theodor Horn übergibt nun sein DGEG-Ressort an die nächste Generation in der Hoffnung, dass von dieser für „seine“ DGEG neue Impulse und Gedanken zur Weiterentwicklung der Gesellschaft ausgehen werden.

Der BDEF bedankt sich bei Herrn Horn für viele Jahre guter Zusammenarbeit und wünscht ihm für den Ruhestand alles erdenklich Gute.

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Bergbahnen von EU-Richtlinien bedroht

Wie bereits im Rundschreiben 6/2002 erwähnt, drohte der oberen Heidelberger Bergbahn die Stillegung durch das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg zum 30. April 2003 wegen Sicherheitsmängeln. Der Betreiber, die Heidelberger Straßen- und Bergbahn AG (HSB) spricht von einer Erneuerung, der Maschinenanlage und neuen Wagen, die den alten Wagen ähneln sollen.
Gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand von Eisenbahnfreunden, die die Bahn in ihrer alten Form erhalten wissen möchten. Denn gerade die obere Heidelberger Bergbahn, die Königsstuhlbahn, befindet sich noch weitgehend im Ursprungszustand. Dagegen ist die talwärts anschließende Molkenkurbahn erst vor einigen Jahren renoviert worden. Zur Information richteten die Freunde der Bergbahn eine Internetseite ein mit der Adresse: www.koenigstuhlbahn.de
Außerdem verweisen sie auf eine Unterschriftenaktion des VCD-Kreisverbands Rhein-Neckar. Der hält dazu auf seiner Homepage (http://www.vcd.org/rhein-neckar/Aktionen/Bergbahn/bergbahn.html
/) Unterschriftenlisten zum Herunterladen bereit. Der BDEF-Mitgliedsverein Eisenbahnfreunde Heidelberg e. V. bittet darum, diese Listen auszufüllen und an den VCD zurückzuschicken. Auf diesem Wege hoffen die Mitglieder, ein einzigartiges technisches Denkmal vor der Zerstörung zu bewahren.
Inzwischen räumte das Landesbergamt ein, dass der Betrieb der Bergbahn auch über den 30. April 2003 hinaus fortgeführt werden kann, wenn bis dahin ein Konzept für den Umbau im Winter 2003/2004 vorliegt. Ein Ingenieurbüro in Linz wurde mit einer Konzeption für die Erneuerung der Bergbahnanlagen beauftragt. Darüber hinaus wurde ein Sondergutachten an die Histec Engineering Basel mit dem Ziel vergeben, Vorschläge zur Nachrüstung der historischen Königstuhlbahn-Fahrzeuge zu erarbeiten.
Mit ähnlichen Schwierigkeiten kämpft die Stuttgarter Standseilbahn zum Waldfriedhof. Der unter Denkmalschutz stehenden Bahn hat das Freiburger Amt weitreichende Brandschutzauflagen aufgegeben, die sich nur mit erheblichem finanziellen Aufwand erfüllen lassen. Auch im Kreis Calw fand das Freiburger Amt Beanstandungen: Dort verbindet eine Standseilbahn den Kurort Bad Wildbad mit dem Ortsteil Sommerberg. Allerdings ist hier nicht von Stillegung die Rede.
Die Hintergründe erhellt eine dpa-Meldung vom 2. Januar 2003. Danach untersucht die Europäische Union in acht Mitgliedsländern die Seilbahnen (Seilschwebebahnen, Standseilbahnen, Sessel- und Schlepplifte) auf ihre Sicherheit. Die betroffenen Länder hatten nicht gemeldet, ob und wie sie die neuen EU-Richtlinien 2000/9/EG zu Sicherheitsnormen bei Seilbahnen in nationales Recht umgesetzt haben. Zum Erlass der neuen Richtlinien war es gekommen, nachdem sich die schwere Brandkatastrophe mit zahlreichen Todesopfern auf der österreichischen Bahn zum Kitzsteinhorn bei Kaprun ereignet hatte. So betrifft ein großer Teil der neuen Normen auch Maßnahmen zum Brandschutz.

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Modellbahn = Fortbildung

In der internen Bahn-Zeitschrift „Deine Bahn“ läuft zur Zeit eine Artikelreihe über „Methoden, Verfahren und Werkzeuge der Eisenbahnbetriebswissenschaft“. Die darin von Dipl.-Ing. Thorsten Schaer verfassten Beiträge zum Thema „Fahrwegkapazitäten experimentell bestimmen“ befassten sich in der letzten Ausgabe auch mit Modelleisenbahn! Ja, wirklich!
Danach sei es zur Erfassung der Realität der Fahrwegkapazität in Form eines „Modells“ bedeutend, wichtige Teile des Systems Eisenbahn und seiner Prozessabläufe hinreichend exakt zu modellieren. Weiter sagt er „Das Nachbilden des Bahnbetriebs mit Hilfe eines Modells kann in zweierlei Form geschehen: 1. als Modellbahnanlage oder 2. als Computer-Simulation. Die Entwicklung der Mikrorechentechnik hat den Bau von Modellbahnanlagen zur Durchführung von wissenschaftlichen Experimenten in den Hintergrund treten lassen. Modellbahnanlagen eignen sich jedoch hervorragend für Aus- und Fortbildungszwecke sowie zur Untersuchung des Zusammenwirkens von Mensch (Bediener) und Maschine (Leit- und Sicherungstechnik).“
Soweit diese bemerkenswerte Beurteilung von Modelleisenbahnen aus berufenem Munde - Herr Schaer ist im Bereich DB Systemtechnik tätig und widmet sich den wissenschaftlichen Aspekten von synchroner und asynchroner Simulation.
Für uns Modellbahner bleibt das erfreuliche Gefühl, dass wir uns nicht wieder ein „Spielzeug“ gekauft haben, sondern vielmehr ein „Werkzeug zur experimentellen Bestimmung von Verfahren und Methoden in der Eisenbahnbetriebswissenschaft!“. Und dass so etwas teuerer als Spielzeug ist, dürfte auch jedem einleuchten.

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MOROP: 91. Tagung der Technischen Kommission in Lyon

Im Vorfeld des MOROP-Kongresses fanden am 8. und 9. September 2003 die Sitzungen des Technischen Ausschusses statt. Es waren die Vertreter von 14 Mitgliedsverbänden aus Belgien, Deutschland (BDEF und SMV), Frankreich (FFMF, Gemme und CdZ), Italien, den Niederlanden (NMF), Österreich, Polen (fallweise) der Schweiz, der Slowakei, Tschechien und Ungarn, anwesend. Von den Industrieberatern nahmen die Vertreter von Roco, Detlef Bräuniger, und Tillig, Winfried Seewald teil.
Die Tagesordnung war überwiegend den Beratungen zu neuen Technologien und der Festlegung der Details bei den Normblättern gewidmet (Layout, verwendete Dateien, etc.). Die beabsichtigte Verabschiedung von Entwürfen und der bisherigen den Ländern vorbehaltenen Epochennorm wurde auf Grund von noch abzuklärender Einzelheiten auf die nächste Tagung verschoben. Für die Epochennorm sei festgehalten, dass eine weitere Unterteilung der Epoche VI nicht in Frage kommt.
Einzig das Beiblatt 4 zu NEM 310/311 Lehre für Radsatz und Gleis, Spurweite 16,5 mm, wurde verabschiedet. Hier sei darauf verwiesen, dass mit dieser Lehre eine praktischere Handhabung, aber keine für die Fahrtüchtigkeit bestimmenden Maßänderungen verbunden sind. Es ist ein ausdrücklicher Hinweis darin enthalten, dass die bisherige Form nach Beiblatt 1 weiterhin verwendet werden kann.
Ein Antrag auf Berücksichtigung grosser Spurweiten im NEM-Normenwerk wird vorerst mit der Einarbeitung bei den wichtigsten Blättern (Spurweite, Radsatz und Gleis) vorgenommen.
Breiten Raum nahm die Diskussion zur endgültigen, künftigen Gestaltung der Normblätter ein. Daraus wurde ein Arbeitspapier mit den Einzelheiten erstellt. Auch die Einarbeitung der bisherigen Ländernormen in das Gesamtwerk der NEM Sammlung gestaltet sich schwieriger als angenommen. Wurden bisher Unstimmigkeiten zur Basisnorm (Epochen) nur zur Kenntnis genommen, ist dies künftig nicht ohne weiteres möglich. Nach verschiedenen Vorschlägen erfolgt eine vernünftige Überschneidung der Epochengrenzen, um damit den Vorbildgegebenheiten besser entsprechen zu können. Die Revision der NEM 800 und Entwürfe zu länderbezogenen Blättern sollen im kommenden Jahr beschlossen werden. Für die NEM 900 „Module“ und NEM 933/1 „Swissmodul“ können die vorliegenden Blätter mit geringfügigen Ergänzungen und redaktioneller Bearbeitung aufgelegt werden.
Über die Tätigkeit der Arbeitsgruppe „Elektrik“ wird eine Revision der NEM 655 weiterbehandelt, doch sehr unterschiedliche Auffassungen verzögern diese Änderungen mit erweiterten Anwendungsfällen.
Neuerlich wurde die internationale Mitarbeit an den Problemen der „elektronischen Modellbahn“ mit der Erstellung eines Katalogs für Steuerbus und Metaprotokoll eingefordert. Die Schwierigkeiten, nicht nur bei der Erarbeitung von Detailproblemen, sondern auch der Datenkriterien im Elektronikbereich gehen daraus hervor, dass eine perfekte Überprüfung aus Kostengründen finanziell derzeit nicht tragbar ist. Nicht während der Tagung, doch im Rahmen des Kongresses beim Thema Digitaltechnik während des Modellbahnforums wurde die Hilflosigkeit bei diesem Thema deutlich erkennbar. Funktionieren die Dinge, ist die Welt in Ordnung, wie und warum wird aber nur von einigen Wenigen durchschaut. Fairerweise muss aber angemerkt werden, dass diese Technik eine Bastlertätigkeit weit übersteigt.
Gemeinsam mit dem Verbandsvorstand wurden allgemeine Themen besprochen und die Berichte der Ländervertreter entgegengenommen. Hauptaussage dabei sind die konstanten, vereinzelt steigenden Mitgliederzahlen. Soweit möglich, sind Veranstaltungen oder zumindest die Beteiligung an Ausstellungen und das Abhalten von Seminaren oder „workshops“ ein wichtiger Teil der Verbandsarbeiten. Letztgenannte Veranstaltungen finden die meiste Akzeptanz, erfordern jedoch einen hohen Personaleinsatz, besonders im Falle des Junior-College des BDEF.
Unterlagen über das Thema MOROP-Siegel werden vom Schweizer Verband SVEA weiterbearbeitet.
Für den guten Ablauf ein Dankeschön an die verantwortlichen Lyoner Kollegen und ein Wiedersehen bei der nächsten Tagung, welche in der Zeit vom 9. bis 11. Mai 2003 in Bratislava (SK) stattfindet.

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Sonderwagen vom Post Museums Shop

„Der Draht zerreißt, die Stange bricht, das Holz verfault, das Kabel nicht!“ Unter diesem Motto feierte 1877 Jahren die Deutsche Reichspost den Abschluss des Teilstückes Frankfurt (Main) - Kiel ihres „Reichstelegraphen-Untergrundnetzes“. Welche Bedeutung dieses Ereignis seinerzeit besaß, lässt sich im Handy-Zeitalter kaum vorstellen. Der Post Museums Shop würdigte dieses technisch wichtige Ereignis 125 Jahre später mit der Sonderauflage eines hübschen Güterwagens. Ein Märklin-Niederbordwagen der Epoche 1 ist mit zwei speziell gefertigten Kabeltrommeln von Preiser beladen.
Die Arbei9ter, die die Kabel seinerzeit verlegten, dürften das eine oder andere Mal vom kühlen Nass geträumt haben. Damit ist der Zusammenhang zum zweiten Sondermodell des Post Museums Shop hergestellt. Es handelt sich um einen Kühlwagen aus den fünfziger Jahren, der in den Farben der ältesten aktiven Brauerei lackiert ist. Wegen seiner sehr aufwändigen Bedruckung wird der Wagen sicher seine Liebhaber finden. Allzuviele dürfen es nicht sein, denn der Wagen ist wie der Kabeltransportwagen in limitierter Auflage nur beim Post Museums Shop erhältlich.

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Fahrdienstleiter mit beweglichem Arm

Hatzfeld (DE): Was bisher nur gewieften Tüftlern vorbehalten war, ist nun auch für normal begabte Modellbahner zugänglich. Unter den Neuheiten, die Viessmann zum Weihnachtsgeschäft 2002 an den Handel auslieferte, befand sich mit der Bestellnummer 5023 die H0-Figur eines Fahrdienstleiters mit einer „Abfahrtskelle“ in der Hand. Der Clou an diesem Männchen: Der Arm mit der Signalkelle ist beweglich und wird von einem Unterflur-Kompaktantrieb angetrieben. Dieser ermöglicht eine originalgetreu langsame Bewegung des Armes mit der Kelle. Der Antrieb besitzt außerdem eine Zugbeeinflussung, so dass der Zug wirklich erst dann losfährt, wenn der Fahrdienstleiter die Kelle hebt. Da fehlt nur noch die Kopplung mit einem Audio-Chip, der gleichzeitig einen Abfahrtspfiff abgibt... Etwas Bastelarbeit bleibt den ganz Genauen dennoch: Die Kelle ist einheitlich grün lackiert, so dass eine farbliche Nachbehandlung nötig wird.

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Hübner-Neuheiten 2003

Nach einem relativ ruhigen Neuheitenjahr 2002 in der Königsspur ist in diesem Jahr wieder mit einer größeren Neuheitenzahl aus Tuttlingen zu rechnen. Folgende neue Artikel werden im Laufe des Jahres erscheinen:

Dampftenderlok BR 64

Der bereits im letzten Jahr für 2003 angekündigte „Bubikopf“ wird in fünf Varianten erscheinen:

1. DRG, Epoche II im Fotoanstrich

2. DRG, Epoche II in Normallackierung

3. DR Ost

4. DB, Epoche III

5. DB, Epoche IV mit genieteten Wasserkästen

Darüber hinaus wird es die Epoche-II-Variante als Zugpackung geben, zusammen mit einem Güterwagenset, bestehend aus einem G-Wagen „Kassel“, einem O-Wagen „Breslau“, einem V-Wagen „Altona“ und einem X-Wagen „Erfurt“.
Als besonderen Service bietet Hübner die Auslieferung der Loks und Wagen auch in Finescale-Ausführung mit diversen Aufrüstteilen (Originalkupplung, Hakenlasche, Brems- und Heizschläuche) an. Voraussichtlicher Liefertermin sämtlicher BR-64-Varianten ist das IV. Quartal 2003. Die Preise bewegen sich zwischen 1850 und 1950 €.

Güterzugbegleitwagen Pwg 14

Von vielen Spur-1-Fans schon lange erwartet werden in diesem Jahr vier Varianten des Güterzugbegleitwagens Pwg 14 in den Epochen I, II, IIIa (mit und ohne Dachkanzel) und IIIb von Hübner auf den Markt gebracht. Auch für dieses Fahrzeug wird der Aufrüstservice auf Finescale-Ausführung angeboten. Geplanter Auslieferungstermin ist das III.Quartal 2003. Die Preise liegen je nach Ausführung und Auflage zwischen 470 und 525 €.

Säuretopfwagen

Als weitere Neuheit auch für die benachbarten Auslandsmärkte wird es ferner acht verschiedene Modelle eines Säuretopfwagens geben, die im Original als Privatwagen von chemischen Unternehmen bei den jeweiligen Bahngesellschaften eingestellt waren. Dieses hoch interessante Fahrzeug wird es in den Epochen I, II, IIIa, IIIb und IV als DRG- bzw. DB- und zusätzlich als DR-Ost-Version geben. Für die ausländischen Kunden wird jeweils eine ÖBB- und eine SBB-Variante angeboten. Der geplante Liefertermin liegt im II. Quartal 2003. Die Preise variieren und liegen bei ca. 325 €.

Dachkanzel für V 36

Ein für Bastler interessantes Zubehördetail wird der Bausatz für eine V-36-Dachkanzel sein. Auf Wunsch kann diese Dachkanzel auch in der ‚Hübner-Werkstatt’ in das kundeneigene Modell eingebaut werden.

Magirus-LKW S 4500

Auch im Zubehörbereich wird es mit dem 1:32-Modell des legendären Magirus Rundhauber-LKW in diesem Jahr ein weiteres „Highlight“ geben.

Das Fahrzeug wird sowohl als Zustellfahrzeug für pa-Behälter mit Containern der Epoche III erscheinen als auch mit kurzer Pritsche als Zugmaschine mit und ohne Plane. Weitere Ausführungen sind in der Zukunft denkbar. Als Liefertermin ist das IV.Quartal 2003 vorgesehen. Die Preise liegen zwischen 95,- und 160,- €.

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Petition an Europäisches Parlament

Im vergangenen Jahr richtete der BDEF auf Anregung des Arbeitskreis Verkehrspolitik eine Petition an das Europäische Parlament in Brüssel. Im Dezember vorigen Jahres traf ein Schreiben vom Vorsitzenden des Petitionsausschusses, Nino Gemelli, ein, mit dem er bestätigte, „...dass der Petitionsausschuss Ihre Eingabe am 30. Oktober 2002 im schriftlichen Verfahren geprüft und gemäß der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments für zulässig erklärt hat, da die in der Petition aufgeworfenen Fragen den Tätigkeitsbereich der Europäischen Union betreffen.

Der Petitionsausschuss hat Ihre Bemerkungen zur Kenntnis genommen und wird Sie zur Information an den zuständigen Ausschuss für Regionalpolitik, Verkehr und Fremdenverkehr weiterleiten...“

Die Petition hatte folgenden Wortlaut:

Der Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde (BDEF)
-           als Vereinigung von Vereinen der Eisenbahnfreunde und Modelleisenbahner,
-           als Mitglied des 1954 gegründeten Verbandes MOROP der Verbände der Eisenbahnfreunde und Modelleisenbahner in Europa,

in der Absicht
-           den Anteil des Schienengüterverkehrs am Gesamtverkehr zu erhöhen,
-           die Lärmbelastung durch den Schienenverkehr und so einen wesentlichen nachteiligen Einfluss in der positiven Umweltbilanz des Schienenverkehrs zu verringern,

bittet das Europäische Parlament und die Kommission, einen Fonds zur Umrüstung der im internationalen Verkehr eingesetzten Güterwagen auf Kunststoff-Bremsklotzsohlen einzurichten.
Begründung: Kunststoff-Bremsklotzsohlen sind geeignet, den beim Bremsen entstehenden Lärm, eine Hauptlärmquelle im Schienenverkehr, um bis zu 10 db(A) zu senken. Das kommt einer Halbierung gleich. Die Lärmminderung an Bahnstrecken ist ein Vorhaben, das die Finanzkraft aller Staaten der EU weit übersteigt, wenn sie an der Infrastruktur durchgeführt wird. Für die Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen (EIU) stellen die Maßnahmen einen reinen Kostenfaktor dar, weil der Lärm nur von den Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen (EVU) verursacht wird. Die Umlegung der Kosten auf die EVU ist nicht möglich, solange die Harmonisierung der Verkehrskosten bei den verschiedenen Verkehrsträgern in der Union nicht erreicht ist. Im Zuge dieser Harmonisierung strebt die EU an, dass jeder Verkehrsträger einen hohen Beitrag zu den Infrastrukturkosten leistet.

Das EVU, das mit lärmarmen Fahrzeugen fährt, erspart dem EIU Investitionen in ortsfeste Einrichtungen zur Lärmminderung (Lärmschutzwälle, -wände und -verglasung). Daher sollten die Mittel des Fonds den EIU gewährt werden, auf deren Strecken Züge mit lärmmindernden Fahrzeugen verkehren. Wir denken dabei an einen Zuschuss zur Senkung der Trassenpreise für derartige Züge. Aus dem gesenkten Trassenpreis ergäbe sich der Anreiz für die EVU, ihre Fahrzeuge entsprechend umzurüsten.

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© BDEF 2003
Letzte Änderung: 28. August 2005 (
GB)